Der Sandmann (1995)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Sandmann
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Nico Hofmann
Drehbuch Matthias Seelig
Produktion Norbert Sauer
Musik Nikolaus Glowna
Kamera Tom Fährmann
Schnitt Inge Behrens
Katharina Kulinsky
Besetzung

Der Sandmann ist ein 1995 für das Fernsehen gedrehter deutscher Psychothriller von Nico Hofmann mit Götz George in der Hauptrolle. Der Film wurde von der Westdeutschen Universum-Film GmbH für den deutschen Privatsender RTL 2 produziert.

Handlung[Bearbeiten]

Die junge, aufstrebende Fernsehredakteurin Ina Littmann erhält die Chance, erstmals in Eigenverantwortung für einen TV-Beitrag für die Talkshow Auge in Auge des Privatsenders DTV zu recherchieren. Sie hat den Auftrag, einen Bericht über Henry Kupfer, ein rehabilitierter Prostituiertenmörder, der wegen Totschlags acht Jahre im Gefängnis verbracht hat und jetzt Bestseller-Autor von Büchern über Serienmörder ist, anzufertigen. Kupfer steht gerade davor, sein neues Werk „Der Kannibale“ zu veröffentlichen. Das Buch handelt von einem Schmied, der Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere Kinder umgebracht hat und in dessen Haus Kupfer inzwischen wohnt.

Bei ihren Recherchen wird Littmann auf mehrere Prostituiertenmorde in der jüngeren Vergangenheit aufmerksam, die scheinbar auf dieselbe bestialische Art und Weise begangen wurden, wie Kupfer damals seinen Mord begangen hat. Nachdem sie den vermeintlich letzten Tatort entdeckt hat, ist sie von Kupfers Täterschaft überzeugt. Littmann ist daher auf eine Sensation aus. Sie beabsichtigt, Kupfer in der live ausgestrahlten Fernsehsendung Auge in Auge bloßzustellen. Dies will ihr jedoch nicht so ganz gelingen, da Kupfer vor laufenden Kameras keinen der Morde zugibt.

Später am Abend stattet Kupfer Littmann in ihrer Wohnung einen Besuch ab, fesselt sie an ihr Bett, bedroht sie mit einem Rasiermesser – mit einer solchen Waffe wurden auch die anderen Morde begangen – und beginnt, ihr die Kleidung vom Leib zu schneiden. Plötzlich trennt er ihr die Fesseln auf und bekundet, dass die ganze Sache nur eine Werbeaktion für sein neues Buch war, und dankt der verängstigten Journalistin für die Publicity. Dann kommt sein vermeintlich letztes Opfer, in Wirklichkeit seine Geliebte, auf einen Sprung vorbei, um ihn abzuholen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Adolf-Grimme-Preis 1996 für Götz George, Karoline Eichorn und Barbara Rudnik (Hauptdarsteller) und Nico Hofmann (Regie)
  • Bayerischer Filmpreis 1996 für Nico Hofmann (Regie)
  • Goldener Löwe (RTL) 1996 für Bester Fernsehfilm, Götz George (Hauptdarsteller) und Nico Hofmann (Regie)
  • Silberner Löwe 1996 für Karoline Eichhorn (Beste Newcomerin)

Kritiken[Bearbeiten]

„Nico Hofmanns glänzender Thriller wurde neben dem Bayerischen Fernsehpreis auch zweimal mit dem Adolf-Grimme-Preis für Regie und Hauptdarsteller ausgezeichnet. Götz George, Karoline Eichhorn und Barbara Rudnik sind ein perfektes Darstellertrio, das eine Atmosphäre schafft, die einen für die Dauer des Films nicht mehr loslässt.“

video.de[1]

„Thriller um eine Fernsehredakteurin, die für eine Sendung über einen Kriminalschriftsteller recherchiert und dabei Verdacht schöpft, daß der Autor selbst einige Morde begangen hat. Eine (auch zynische) Auseinandersetzung mit der Medienkonsumgesellschaft, getragen von guten Darstellern und inszeniert in der Absicht, Kinoqualität zu erzielen.“

Lexikon des internationalen Films[2]

„Eine Jungredakteurin hofft mit Hilfe eines vermeintlichen Serienmörders auf den ganz großen Medien-Coup. Dichtes Drehbuch, effektive Regie und eine Top-Besetzung mit Altstar Götz George und Newcomer Karoline Eichhorn machen aus „Der Sandmann“ ein innovatives Stück Hochglanz-Fernsehen, wie man es Mitte der 90er Jahre noch nicht gesehen hatte.“

Rainer Tittelbach: tittelbach.tv[3]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hinter der Pappnase. Der Privatsender RTL 2 rechnet mit dem Inquisitionsjournalismus des Privat-TV ab: Götz George brilliert in dem Reißer „Der Sandmann“. In: Der Spiegel. Nr. 40, 1995, S. 261–262 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik auf video.de
  2. Der Sandmann im Lexikon des Internationalen Films
  3. Der Sandmann. tittelbach.tv, abgerufen am 26. August 2011.