Der Saustall
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Der Saustall |
| Originaltitel | Coup de torchon |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | 128 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 16 |
| Stab | |
| Regie | Bertrand Tavernier |
| Drehbuch | Jean Aurenche, Bertrand Tavernier |
| Produktion | Henri Lassa, Adolphe Viezzi |
| Musik | Philippe Sarde |
| Kamera | Pierre-William Glenn |
| Schnitt | Armand Psenny |
| Besetzung | |
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Der Saustall (Coup de torchon) ist eine französische Kriminalkomödie bzw. Satire auf die Verhältnisse in den afrikanischen Kolonien Frankreichs von Bertrand Tavernier. Vorlage für den Film war das Buch Pop. 1280 von Jim Thompson, das 1964 erschien und um 1910 in Texas spielt. Die Erstaufführung fand am 4. November 1981 statt, in Deutschland am 19. November 1982.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung[Bearbeiten]
Der Film spielt 1938 und kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in einem heruntergekommenen Hinterhof des französischen Kolonialreichs, dem fiktiven Dorf Bourkassa Ourbangui in Französisch-Westafrika. Der träge Polizist Cordier ist genauso heruntergekommen wie alle anderen und wird sowohl von seinen Vorgesetzten, den örtlichen Ganoven und Zuhältern wie Le Peron, von denen er sich bestechen lässt, als auch von seiner Frau, die ihn offen mit Nono, ihrem angeblichen Bruder, hintergeht, nicht ernst genommen und verachtet. Vom Priester des Ortes wird seine Pflichtvergessenheit auf den Punkt gebracht: Den Einwohnern ist nicht entgangen, dass er nie jemanden verhaftet hat. An Cordier, der seinerseits seine Frau mit der etwas unbedarften Rose betrügt, prallt zunächst scheinbar alles ab. Als sich schließlich auch Kollegen (Chavasson) in der nächstgrößeren Stadt über ihn lustig machen und ihm empfehlen, sich von den Zuhältern (deren Zeitvertreib darin besteht, auf Leichen im Fluss zu schießen) nichts mehr gefallen zu lassen, nimmt er das bei der Rückkehr wörtlich und erschießt diese, nachdem er sie vorher noch ein Lied singen lässt. Danach kennt er keine Hemmungen mehr und erschießt zufällige Zeugen wie den Schwarzen Freitag oder den Ehemann von Rose, der sie öffentlich schlägt. Am Ende fädelt er ein, dass Rose seine Frau und Nono erschießt, die sie der Unterschlagung von Geld bezichtigen.
Am Ende des Films zielt Cordier mit seinem Revolver auf ein spielendes Kind, lässt ihn aber sinken.
Hintergrund[Bearbeiten]
Der französische Titel Coup de torchon bedeutet wörtlich „Schlag mit dem Wischlappen“ und steht für Großreinemachen und Ausmisten. Bertrand Tavernier hat den Augiasstall, den Cordier ausmisten will, in die Gegenwart des kolonialen Afrika verlegt. Er selbst bezeichnete seinen Film als „metaphysische Komödie“.[1]
Der Film wurde im Senegal gedreht.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
Der Film wurde 1983 in der Kategorie bester ausländischer Film für den Oscar nominiert und 1982 zehnmal für den César. Der Saustall teilte sich 1982 gemeinsam mit Claude Millers Das Verhör die Auszeichnung des Syndicat Français de la Critique de Cinéma (SFCC).
Kritiken[Bearbeiten]
„Ein faszinierendes, aber auch schwieriges und zwiespältiges Werk, das sowohl politische als auch ethische Rückschlüsse auf das Wertesystem der Weißen mit seinen brüchigen Moralprinzipien erlaubt. Hervorragend: die schauspielerischen Leistungen.“
– Lexikon des internationalen Films [2]
Trivia[Bearbeiten]
Noiret war seit seinem Erstling Der Uhrmacher von St. Paul von 1974 einer von Taverniers bevorzugten Schauspielern. Nach den Worten von Tavernier legte Noiret die Rolle nach Robert Mitchum in El Dorado an.
Verfügbarkeit[Bearbeiten]
Der Film ist aktuell in deutsch nicht auf DVD (oder VHS) verfügbar. (Stand: Juni 2011)[3]
Weblinks[Bearbeiten]
- Der Saustall in der Internet Movie Database (englisch)
- Michael Dare zum Film
- Website zum Film
- Arte zu Der Saustall
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Laut einer Information des Hessischen Rundfunks zur Ausstrahlung
- ↑ Der Saustall im Lexikon des Internationalen Films
- ↑ Es gibt Angebote, den Film in der Deutschen Fassung als gebrauchte DVD zu kaufen, obwohl er derzeit (zumindest online) nicht als neue DVD zu haben ist. (Stand: Juli 2011)
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