Der Schimmelreiter (1977)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Der Schimmelreiter
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Alfred Weidenmann
Drehbuch Georg Althammer
Alfred Weidenmann
Produktion Alf Teichs für "Schimmelreiter" Albis Film (Hamburg), Studio Film (Bendestorf) und ZDF (Mainz)
Musik Hans-Martin Majewski
Kamera Heinz Hölscher
Schnitt Klaus Dudenhöfer
Besetzung

Der Schimmelreiter ist eine deutsche Verfilmung der gleichnamigen Novelle Theodor Storms aus dem Jahre 1977 von Alfred Weidenmann. Der amerikanische Schauspieler John Phillip Law verkörpert darin Hauke Haien, den Titelhelden.

Handlung[Bearbeiten]

Hauke Haien ist ein ebenso ehrgeiziger wie entschlossener junger Mann mit großen Zielen. Eines Tages heiratet er die hübsche, blonde Tochter des alten Deichgrafen Tede Volkerts und wird daraufhin zu dessen Nachfolger aufgebaut. Als der Alte stirbt, tritt er voller Selbstbewusstsein dessen Erbe an und entwickelt sofort hochfliegende Pläne: Hauke plant den Bau eines Deichs, wie es ihn zuvor noch nie gegeben hat. Hoch und machtvoll soll er sein, und die dahinter lebenden Menschen für immer vor den tosenden Nordseefluten schützen. Dies will er erreichen, indem er den neuen Deich so konstruiert, dass er zur Seeseite weniger steil abfällt als bisher. Doch seine kühnen und genialen Pläne stoßen längst nicht auf die erwartete Gegenliebe geschweige denn Begeisterung.

Haukes Tatendrang befremdet die unflexiblen Friesen des Dorfes, deren Trägheit ihr größtes Charaktermanko ist. Sie sind beseelt von allerlei Aberglauben, mutmaßen, dass Haien mit dem Teufel im Bunde stehen müsse. Als der junge Deichgraf auch noch einen klapprigen Schimmel erwirbt, den er hegt und pflegt und zu einem edlen und stolzen Pferd aufpäppelt, wenden sich die einfältigen Dörfler endgültig von ihm ab. Zu seinem Unglück bringt seine Frau Elke auch noch ein geistig behindertes Kind, eine Tochter, zur Welt. Mehrere als düstere Vorzeichen gedeutete Vorkommnisse lassen das Gerücht aufkommen, dass sich bald für die gesamte Gemeinde ein schreckliches Unglück anbahnt. Eines Tages im Oktober bricht ein schwerer Sturm los, der die hohen Wellen heftig an den Deich peitscht. Der Deichgraf schwingt sich auf seinem Schimmel und reitet zum gefährdeten Deich. Da bricht die Katastrophe auf ihn und seine Familie hinein: Der alte Damm bricht, und Hauke muss zusehen, wie Frau und Kind in den Fluten ertrinken. Daraufhin reitet auch er todesmutig mit seinem Pferd in den nassen, tosenden Tod.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film wurde in Schleswig-Holstein (Außenaufnahmen unter anderem in Wewelsfleth, Dithmarschen und Ockholm in Nordfriesland) und in Bendestorf (Atelier) gedreht. Die Dreharbeiten fanden in 41 Tagen zwischen dem 20. September und dem 5. November 1977 statt. Der Schimmelreiter wurde stilgerecht am 29. März 1978 in Husum uraufgeführt.

Für eine Reihe von an dieser Produktion Beteiligten bedeutete Der Schimmelreiter die Abschiedsvorstellung im Kinofilm: Regisseur Weidenmann, Produzent (Gesamtleiter) Alf Teichs, die Darsteller Lina Carstens, Werner Hinz und Teichs-Gattin Katharina Mayberg sowie Szenenbildner Roman Weyl.

ZDF-Redakteur Martin Büttner (Kino-Magazin „Neues vom Film“) übernahm für den an der Herstellung des Films beteiligten Sender die Redaktion.

Bereits 1933 hatten Curt Oertel und Hans Deppe den Stoff verfilmt. Die Titelrolle verkörperte damals Mathias Wieman.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Ein mit stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen routiniert inszenierter Film, in dem der gesellschaftliche Konflikt zurücktritt zugunsten der tragischen Love-Story, die von Weidenmann […] breit ausgespielt wird.“[1]

Das große Personenlexikon des Films nannte Weidenmanns Arbeit eine „fade[n] Literaturverfilmung“[2] und empfand sie überdies als „allzu routiniert inszeniert“[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Brüne (Red.): Lexikon des Films Band 7, S. 3267. Reinbek bei Hamburg 1987.
  2. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 8. Berlin 2001, S. 301
  3. ebd., Band 4, S. 620