Der Sizilianer

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Dieser Artikel behandelt den Roman Der Sizilianer. Für die gleichnamige Verfilmung siehe Der Sizilianer (Film). Für den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1972 siehe Der Sizilianer (1972)

Der Sizilianer ist ein Roman von Mario Puzo und beschreibt das Leben des Volkshelden Salvatore Giuliano. Das englische Original The Sicilian erschien 1984, die deutsche Übersetzung von Gisela Stege im Jahr 1986. Michael Cimino verfilmte den Titel 1987.

Handlung[Bearbeiten]

Der Roman handelt von 1943 bis 1950 im Dorf Montelepre in den Cammarata-Bergen bei Palermo auf Sizilien. Der sizilianische Junge Giuliano hilft seiner Familie beim Schmuggel. Er trifft während eines illegalen Transports auf eine Streife der Carabinieri und erschießt dabei einen Polizisten, worauf er in die Berge flieht. Giuliano wird Bandit und schließlich Bandenchef. Er raubt die Reichen aus und schenkt einen Großteil der Beute den sizilianischen Armen. Dadurch erhält er großen Zulauf aus der Bevölkerung und wird zum Gegenspieler des mächtigen Mafiachefs Don Croce. Nachdem Giuliano die christdemokratische Regierung in Rom durch die Veröffentlichung von brisanten Dokumenten bedroht sowie einen Priester und sechs Mafiabosse exekutiert hat, bildet sich eine Front aus Regierung, Kirche und Mafia gegen ihn. Der Sohn des amerikanischen Gangsterbosses Don Corleone, Michael Corleone, befindet sich in Sizilien und plant, in die USA zurückzukehren. Don Corleone hat Giuliano zugesagt, er würde ihm helfen, in den USA unterzutauchen. Giuliano wird von einem Bandenmitglied , seinem treuesten Kindheitsfreund und Partner Aspanu Pisciotta verraten und erschossen. Don Corleone, der Giuliano versprochen hatte, sein brisantes Testament zu veröffentlichen, hält dieses Versprechen nicht.

Personen der Handlung[Bearbeiten]

  • Salvatore Giuliano – Bandenchef
  • Aspanu Pisciotta – Giulianos rechte Hand
  • Passatempo – Räuberhauptmann unter Giuliano
  • Terranova – Räuberhauptmann unter Giuliano
  • Silvestro – ehemaliger Corporal der Carabinieri in der Bellampo-Kaserne Montelepre
  • Hector Adonis – Professor für Geschichte und Literatur an der Universität Palermo
  • Fürst Ollorto – Großgrundbesitzer
  • Don Croce Malo – Capo dei Capi der sizilianischen Mafia
  • Maria Lombardo – Giulianos Mutter
  • La Venera – Witwe, Giulianos erste Liebe
  • Justina Ferra – Giulianos spätere Ehefrau

Stil und Themen[Bearbeiten]

  • Bereits im Buch Der Pate trat Michael Corleone auf. Dort erscheint er über weite Strecken intelligent und sympathisch, entpuppt sich aber später als kalt berechnender Machtmensch. Michael ist in dem Roman „Der Sizilianer“ eine Rahmenfigur.
  • Held ist hier der Räuberhauptmann Giuliano. Dieser Bandit wird zum Schluss von seinem besten Freund Pisciotta gemeuchelt.
  • Viele Italiener treten auf. Die meisten bleiben blass.
  • Botenbericht: Mehrfach greift Puzo vor und lässt z. B. sagen: „Der Held ist tot“ usw. Geschildert wird das jeweilige Ereignis (wie z.B. der Meuchelmord) ein paar Seiten später.
  • Historizität: An manchen Stellen glaubt sich der Leser in ein Lehrbuch der Geschichte versetzt.
  • Kolorit: Z.B. sind die drei folgenden Schilderungen lesenswert: Der Dom zu Palermo mit dem Grab des Staufers Friedrich II., Sizilien im Frühling und schließlich die Liebesnacht des Helden Giuliano mit der schönen Witwe La Venera.
  • Legende: Jede Figur, die sich dem Leser einprägt, ist Legende in dem Sinne: Puzo versieht diese mit Charaktereigenschaften, die der Leser „glaubt“. Die Heroisierung ist geglückt.

Selbstzeugnis[Bearbeiten]

Puzo über sein Buch: „The Sicilian was a fun book to write. A reprise of the Mafia, but in Sicily (Es hat Spaß gemacht, den Sizilianer zu schreiben – eine Neuauflage des Mafia-Themas, aber diesmal in Sizilien).“

Rezeption[Bearbeiten]

  • Die „Nürnberger Nachrichten“[1] schreiben: „Puzo ist am Thema gereift, auch das macht den Sizilianer lesenswert.“

Quelle[Bearbeiten]

  • Mario Puzo: Der Sizilianer. Roman. Aus dem Englischen von Gisela Stege. Ullstein Verlag München 2000 (3. Aufl. 2003). 487 Seiten, ISBN 3-548-25123-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aus dem hinteren Klappentext der Quelle