Der Smaragdwald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Smaragdwald
Originaltitel The Emerald Forest
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch,
portugiesisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Boorman
Drehbuch Rospo Pallenberg
Produktion John Boorman
Musik Brian Gascoigne
Junior Homrich
Kamera Philippe Rousselot
Schnitt Ian Crafford
Besetzung

Der Smaragdwald ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1985 von John Boorman.

Handlung[Bearbeiten]

Der sechsjährige hellblonde Tommy, der Sohn des Bauingenieurs Bill Markham, der einen Teil der Arbeiten am Bau eines neuen Staudamms in Brasilien leitet, wird während eines Familienausflugs am Rand des Urwalds von Indianern aus dem „Unsichtbaren Volk“ entführt.

Sein Vater Bill beginnt, in jeder freien Minute nach Tommy zu suchen. Er unternimmt an freien Wochenende ausgedehnte Bootsfahrten in das Gebiet der Indianerstämme und lernt auch mehrere ihrer Sprachen.

Zehn Jahre später ist der Bau des Staudamms fast vollendet. Im tiefen Urwald ist der hellblonde Tommy zum Indianer geworden, er ist in der Familie des Stammeshäuptlings groß geworden. Er absolviert die Initiationsrituale und wird in die Gemeinschaft der erwachsenen Jäger aufgenommen. Das selbstbewusste Mädchen Kachiri wird seine Frau.

Tommys Vater Bill und sein Begleiter treffen bei einer ihrer Kurzexpeditionen in den Urwald auf Indianer des „Wilden Volkes“. In deren Dorf, in das beide eingeladen werden, kommt es allerdings zum Streit. Bill kann fliehen, nachdem er mehrere der Indianer mit seinem Schnellfeuergewehr niedergeschossen hat, sein Begleiter aber wird getötet. Doch verfolgen die Indianer den Fliehenden. Bill gelangt an einen Fluss, dort erblickt er einen jungen blonden und blauäugigen Indianer, der seinen Pfeilbogen auf ihn richtet. In diesem Moment erreichen auch die Verfolger vom „Wilden Volk“ den Fluss. Der blonde Indianer und Bill töten mehrere von ihnen, die anderen ziehen sich zurück. Doch Bill ist schwer verwundet, ein Pfeil hat seinen Oberschenkel durchbohrt.

Tommy schleppt den Verwundeten zum Dorf des „Unsichtbaren Volkes“ und stellt ihn dem Häuptling als seinen „anderen Vater“ vor. Er stellt somit klar, dass er Bill nun erkannt hat. Dieser wird dort gesund gepflegt. Als er genesen ist, verlangt er von Tommy, mit ihm zurück in die Stadt zu kommen. Doch Tommy lehnt dies ab: Sein Platz seien der Fluss und das Dorf des „Unsichtbaren Volkes“. Bill akzeptiert diese Entscheidung schweren Herzens. Die meisten Männer des Dorfes begleiten ihn an den Rand des Urwalds in Sichtweite der Baustelle des fast vollendeten Staudammes.

In ihrer Abwesenheit überfallen Krieger des „Wilden Volkes“ das schutzlose Dorf und entführen alle jungen Frauen, um sie bei weißen Bordellbetreibern gegen Gewehre und Munition einzutauschen. Die Indianer des „Unsichtbaren Volkes“ können ihren Spuren bis zu dem primitiven Bordell am Rande des Urwalds folgen. Als sie über die Stromleitung in das umzäunte und bewachte Grundstück eindringen wollen, erleidet einer von ihnen einen Stromschlag und stirbt.

Tommy beschließt nun, gemeinsam mit einem Begleiter in der Stadt am anderen Flussufer nach seinem Vater Bill zu suchen, um ihn um Hilfe zu bitten. Zwei ortskundige Indianer aus einem anderen Stamm, die in einem Slum am Ufer wohnen, helfen ihnen. Tommy kennt zwar nicht die Adresse, aber er erinnert sich an die Form des Hochhauses, in der er als Kind lebte. Nachts klettert er an der Fassade hoch, Bill wacht von einem Geräusch auf dem Balkon auf.

Mit mehreren Gewehren bewaffnet fahren Bill, die beiden Stadtindianer sowie Tommy und sein Begleiter zu dem Bordell. Dort kommt es zu einer Schießerei, doch können sie alle jungen Frauen befreien und auch den Angriff der sie verfolgenden Indianer vom „Wilden Volk“ abwehren. Allerdings wird dabei der Häuptling, Tommys Pflegevater, getötet. Tommy kehrt mit den Kriegern und jungen Frauen vom „Unsichtbaren Volk“ in den Urwald zurück.

Bill hat erfahren, dass der Bau des Staudamms den Fluss, der die Lebensgrundlage des „Unsichtbaren Volkes“ bildet, hat austrocknen lassen. Er beschließt, ihn zu sprengen. Doch die Natur kommt ihm zuvor: Nach tagelangen heftigen Regenfällen haben sich solche Wassermassen angestaut, dass der Damm bricht. Der Stamm seines Sohnes kann somit weiterleben.

Im Abspann wird darauf hingewiesen, dass der Rodung täglich 5000 Hektar Regenwald zum Opfer fallen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert teilweise auf einer wahren Geschichte, die sich im Amazonasgebiet ereignete und von dem Journalisten Leonard Greenwood 1972 in der Los Angeles Times[1] veröffentlicht wurde.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films differenzierte:

„Perfekt inszenierter Abenteuerfilm über den Konflikt zwischen mythischer Naturverbundenheit und abendländisch-rationaler Ausbeutermentalität. Allerdings wird die gutgemeinte Polemik gegen den Raubbau an aussterbenden Kulturen und gegen die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts durch einige platte Hollywoodklischees unterlaufen.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Boorman: Money into Light: A Diary. Faber & Faber, London 1985, ISBN 0-571-137725 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leonard Greenwood: Long Hunt For Son Ends In Success, But —; in the Los Angeles Times, 8. Oktober 1972, section F, Seite 10. Neuveröffentlicht auf der Webseite http://www.nativeamericanfilms.org/ef-truestory.html am 19. Juli 2007.
  2. Der Smaragdwald im Lexikon des Internationalen Films