Der Tag, als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen

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Filmdaten
Deutscher Titel: Der Tag, als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2006
Länge: 66 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Stab
Regie: Michael Wulfes
Drehbuch: Michael Wulfes
Produktion: Michael Wulfes, Esther Schapira, Anne Baumann
Kamera: Volker Tittel
Schnitt: Wolfgang Grimmeisen
Besetzung

Der Tag, als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen“ ist ein dokumentarischer Spielfilm von 2006. Er wurde von Michael Wulfes im Auftrag des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit ARTE produziert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Die im Film dargestellte Handlung ist eine Rekonstruktion von Ereignissen, die sich 1966 tatsächlich zugetragen haben. Ferdinand Kilian jr. ist ein junger Friseur aus Marburg. Eines Tages taucht im Friseurladen seines Vaters ein Mann auf, der ihm verspricht, die Beatles zu einem Konzert nach Marburg zu holen. Kilian solle alles vorbereiten. Der träumerische Kilian macht sich sofort an die Arbeit, hängt Plakate auf, verkauft Eintrittskarten und organisiert den Auftritt. Nachdem er anfänglich auf Skepsis stößt, gelingt es ihm, die ganze Stadt ins Beatles-Fieber zu versetzen. Schließlich entlarvt die Presse das Ganze als Schwindel.

[Bearbeiten] Aufbau

Der Film stellt die Handlung mit Ferdinand Kilian († 3. September 1985, als übergewichtiger Diabetiker im Alter von 48) als Mittelpunkt dar. Aufgenommen wurde er in Marburg, mit Einblendung von alten Videoaufnahmen und Fotos. Zusätzlich werden Ausschnitte aus echten Interviews mit Zeitzeugen gezeigt. Der Film geht besonders auf die Persönlichkeit Kilians ein, einen eitlen Menschen, bei dem wie beim Hauptmann von Köpenick aus dem Zusammentreffen von Zeitgeist mit einer ehrgeizigen Person sich eine unglaubliche Geschichte entwickelt.

[Bearbeiten] Reaktionen

Rainer Schulze kommentierte den Film für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.[1] Er sieht das Lebensgefühl der sechziger Jahre porträtiert -- der Film tauge als pars pro toto für den gespaltenen Zustand zwischen dem neuen, auf individuelle Freiheiten zielende Lebensgefühl der Jugend, und dem traditionellen auf Konventionen bedachten der Älteren. Christian Brückners „unnachahmlichen Kommentar“ sei es zu verdanken, schreibt Schulze, dass eine kurze Marburger Episode „zu einer ironischen Momentaufnahme“ aufgewertet werde. Angelika Kahl lobt in der Münchner Abendzeitung die „liebevoll ironisch inszenierten Spielszenen.“ Wulfes zitiert sie mit den Worten: „Für mich ist das ganze eine Art Liebesfilm. Ein Film über das hässliche Entlein, das glaubt, dass die schönste Frau der Welt es liebt.“[2]

Hans-Rudolf König, der einst mit Kilian das Gesangsduo Caribbean Lords formte, widerspricht den Darstellungen des Films und verweist auf die Unzuverlässigkeit von Zeitzeugen.[3] Als Organisator des Rock ’n’ Roll-orientierten Marburger Tanzkreis sei Kilian mit dem Aufkommens der Beatmusik mit verstärkter Konkurrenz des Club E konfrontiert gewesen. Um Werbung für den Tanzkreis zu machen, habe er sich mit König die Geschichte mit den Beatles ausgedacht. Den mysteriösen Friseurkunden habe es nie gegeben.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rainer Schulze: Des Gammlers Figaro. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. August 2006, Nr. 187, S. 36.
  2. Angelika Kahl: ARD-Doku über einen zerplatzten Kleinstadt-Traum. In: Abendzeitung, 16. August 2006, S. 21.
  3. Hans-Rudolf König: Warum die Beatles nicht nach Marburg kamen. In: Oberhessische Presse, 3. Juli 2008, S. 12 der Extrabeilage. Siehe auch: Ähnlicher Online-Artikel.

[Bearbeiten] Weblinks

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