Der Texaner

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Texaner
Originaltitel The Outlaw Josey Wales
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Clint Eastwood
Drehbuch Philip Kaufman,
Sonia Chernus
Produktion Robert Daley,
James Fargo,
John G. Wilson
Musik Jerry Fielding
Kamera Bruce Surtees
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

Der Texaner ist eine Literaturverfilmung des Forrest Carter-Romans Gone to Texas. Der Spätwestern aus dem Jahre 1976 ist die fünfte Regiearbeit von Clint Eastwood, der auch die Hauptrolle übernahm.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film erzählt die Geschichte des Farmers Josey Wales, dessen Familie gegen Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs von irregulären Soldaten der Nordstaaten, sogenannten Jayhawkers, ermordet wird. Wales schließt sich einer Gruppe von Südstaaten-Guerilleros, sogenannten Bushwhackers an, um sich zu rächen.

Als der Bürgerkrieg zu Ende ist, sollen alle Bushwhacker amnestiert werden. Josey Wales ist jedoch immer noch zutiefst von Rachegefühlen getrieben und traut seinen Feinden, den Nordstaatlern, die im Bürgerkrieg über die Südstaatler siegten, nicht. Wie sich herausstellt zu Recht: Bei der freiwilligen Entwaffnung seiner Kampfgenossen, der Guerillakämpfer, werden diese von den Unionssoldaten hinterrücks niedergeschossen. Josey Wales kann noch in alter Guerilla-Manier einige Soldaten erschießen und dann flüchten. Mit dem einzigen Überlebenden dieser Aktion, einem jungen Burschen, entkommt er den Verfolgern in Richtung Texas.

Der Weg nach Texas birgt viele Überraschungen. Sein Begleiter stirbt auf der Flucht, dann schließt sich ihm im Indianerreservat, in das er geflohen ist, der alte Indianerhäuptling Lone Watie an. Die junge Indianer-Squaw Little Moonlight, die er vor einer Vergewaltigung bewahrt, begleitet ihn ebenfalls. So schlägt sich das Trio durch mehrere Abenteuer in Richtung Texas. Als es ihnen noch gelingt, eine Familie vor einem Überfall von Comancheros zu retten, eskortieren sie diese bis zu ihrer Ranch und lassen sich dort gemeinsam mit ihnen nieder. Es kommt zu einem Zwischenfall zwischen den Siedlern und den Comanche dieses Gebietes. In seiner alten Art als einsamer Kämpfer macht sich Josey Wales alleine auf, um sich den Comanche zu stellen, damit der Familie das Überleben ermöglicht wird. Das mutige, aber diplomatische Auftreten von Josey Wales überzeugt den Häuptling Ten Bears, friedlich mit den Ranchern zusammen zu leben, da diese sie achten und genug Land für alle vorhanden ist. Dies wird ausgiebig von den Ranchleuten und den Bewohnern der nahe liegenden Ortschaft gefeiert, Josey Wales und die junge Tochter der Familie verlieben sich ineinander und verbringen die Nacht zusammen.

Am nächsten Morgen, als Josey Wales innerlich getrieben weiterziehen will, kommt es zum Showdown bei der Ranch. Die Jayhawkers, welche sich an Josey Wales’ Fersen geheftet haben, werden von ihm und seinen Gefährten in einem blutigen Gefecht vernichtend besiegt. Der entkommene Anführer der Jayhawkers wird von Josey Wales in der kleinen Ortschaft nahe der Ranch im Zweikampf getötet. Als Josey Wales danach dort zwei US-Marshals antrifft, wird er von den Bürgern des kleinen Ortes gedeckt. Man erzählt ihnen in Wales’ unerkanntem Beisein, Josey Wales sei schon vor längerer Zeit getötet worden. Die Marshals akzeptieren diese Geschichte und ziehen ab. Auch Fletcher, der letzte Überlebende seiner Verfolger, ein ehemaliger Südstaaten-Guerillero von Josey Wales’ Einheit, der mit den Nordstaatlern kollaborierte und seine Kampfgenossen an diese verriet, lässt Josey Wales ziehen – beide sind des Krieges müde. Josey Wales hat endlich seinen Frieden in Freiheit und eine neue Zukunftsperspektive gefunden.

Trivia[Bearbeiten]

Philip Kaufman wurde während der Dreharbeiten durch Clint Eastwood als Regisseur ersetzt. Seither gibt es eine Regel der Directors Guild of America, die es jedem Crewmitglied verbietet, die Regie eines Films zu übernehmen. Diese Regel ist seitdem als Eastwood Rule bekannt.

Kritik[Bearbeiten]

  • Lexikon des Internationalen Films: „Inszenatorisch und fotografisch bemerkenswerter Western.“[1]
  • prisma: „Ein brillantes Western-Epos, das seinerzeit trotz hervorragender Fotografie in Deutschland kaum Beachtung fand. Die beeindruckenden Bilder entfalten aber nur im Kino ihre ganze Kraft.“[2]
  • cinefacts: „Der Texaner zeigt wenig nervenschonend die Verwandlung eines friedlichen Bürgers in einen gnadenlosen Killer. Clint Eastwood […] zeichnet in der Gestalt des TEXANERS das schonunglose Portrait einer blutigen Epoche“[3]
  • cinema: „Perfekter Mix aus Härte und den romantisierenden Mythen des 40er-Jahre-Westerns. Fazit: Tolle Charakterstudie im Westerngewand“[4]
  • Björn Becher (Filmstarts.de): „Eastwoods […] Spielfilm […] wird mittlerweile zurecht auch die Anerkennung als einer der Top-Genre-Klassiker gewährt, überzeugt der Film doch nicht nur durch sein starkes Drehbuch, die hohe Spannung, den großartig aufspielenden Eastwood, sondern vor allem auch durch einen interessanten Storyverlauf, der sich stark von der üblichen Genrekost abhebt.“[5]
  • Richard T. Jameson (Amazon.de-Redaktion): „In dem Kameramann Bruce Surtees fand Eastwood […] einen Verbündeten im Geiste, der den Film exakt nach Eastwoods Vorstellungen ins rechte Bild setzte und auf diese Weise ein beeindruckendes Porträt des Lebens an der Grenze zwischen Zivilisation und der Wildnis erschuf. […] Seine Vorliebe für großkalibrige Waffen ist in diesem Film nicht zu übersehen und viele Charaktere existieren nur um entweder eine große Waffe zu tragen – oder um Eastwood als Kanonenfutter zu dienen.“[6]
  • Andreas Böhmer (zelluloid): „Mal wieder darf Clint Eastwood den Rächer/Kämpfer spielen. […] Clint Eastwood […] spielt den ruhigen Pistolero derart überzeugend, dass man sich keinen anderen vorstellen kann, der besser diese Rolle ausfüllen würde. […] wer hat kein Verständnis für Josey Wales, wenn seine Familie niedergemetzelt wird und er sich deswegen auf Rachefeldzug begibt? Die übrigen Charakteure ergänzen ihn wunderbar. Besonders Chief Dan George als Lone Watie spielt mit viel Witz seine Rolle, aber auch die anderen Darsteller/innen wie Sondra Locke passen hier einfach gut rein. Im Gegensatz zu Hängt ihn höher gibt es hier eindeutig mehr Duelle und Actionszenen. […] Für Westernfans und Clint-Eastwood-Fans auf jeden Fall sehenswert.“[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Jerry Fielding erhielt bei der 49. Oscar-Verleihung im Jahre 1977 eine Oscar-Nominierung für die Filmmusik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Forrest Carter: Josey Wales University of New Mexico Press September 1989, ISBN 0-8263-1168-7
  • Bernd Kiefer: Der Texaner – The Outlaw Josey Wales in Filmgenres – Western / Hrsg. von B. Kiefer u. N. Grob unter Mitarbeit von M. Stiglegger. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9; S. 330–335

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Original Filmposter zu The Outlaw Josey Wales – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Texaner im Lexikon des Internationalen Films
  2. http://www.prisma-online.de/tv/film.html?mid=1975_der_texaner
  3. http://www.cinefacts.de/kino/1619/der_texaner/filmdetails.html
  4. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/der-texaner,1321377,ApplicationMovie.html
  5. http://www.filmstarts.de/kritiken/55948-Der-Texaner.html
  6. http://www.amazon.de/dp/B00005TZFU
  7. http://www.zelluloid.de/filme/kritik.php3?id=4111&tid=4567