Der Zar läßt sich photographieren

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Werkdaten
Originaltitel: Der Zar läßt sich photographieren
Originalsprache: deutsch
Musik: Kurt Weill
Libretto: Georg Kaiser
Uraufführung: 18. Februar 1928
Ort der Uraufführung: Leipzig
Spieldauer: ca. eine Stunde
Ort und Zeit der Handlung: Paris im 19. Jahrhundert
Personen
  • Der Zar (Bariton)
  • Madame Angèle, Inhaberin eines Fotoateliers (Sopran)
  • Romain, ihr Gehilfe (Tenor)
  • Der Lehrjunge (Alt)
  • Die falsche Madame Angèle (Sopran)
  • Der falsche Gehilfe (Tenor)
  • Der falsche Lehrjunge (Alt)
  • Der Anführer der Bande (Tenor)
  • Der Begleiter des Zaren (Bass)
  • Einige Polizisten

Der Zar läßt sich photographieren ist eine Komische Oper (opera buffa) in einem Akt von Kurt Weill (op. 21). Das Libretto verfasste Georg Kaiser. Die Uraufführung fand 1928 am Leipziger Neuen Theater statt.

Handlung[Bearbeiten]

Madame Angèle betreibt in Paris ein bekanntes Fotoatelier. Ein Gehilfe und ein Lehrling stehen ihr zur Seite. Eines Tages erhält sie einen Anruf, durch den ihr mitgeteilt wird, in wenigen Minuten werde der Zar von Russland bei ihr eintreffen, um sich von ihr fotografieren zu lassen. Während sie mit ihren Mitarbeitern Vorbereitungen trifft, klingelt es an der Tür, und fünf Männer mit einer Frau und einem minderjährigen Jungen, der sich zu wehren scheint, stürzen herein. Bewaffnet erzwingen die Männer, dass Madame ihnen das Atelier überlässt. Sie fesseln und knebeln das Personal und schaffen es in den Nebenraum. In die Kamera installieren sie eine Schießanlage und verbinden sie mit dem Auslöser. Offenkundig plant die Bande ein Attentat auf den Zaren.

Es ist soweit: Der Zar betritt das Atelier. Die Männer haben sich inzwischen versteckt, sodass die Frau mit dem Zaren alleine zu sein scheint. Doch dieser hat es mit dem Fotografiertwerden überhaupt nicht eilig. Stattdessen genießt er am Fenster den Ausblick auf Paris und will sich mit der Fotografin unterhalten. Schließlich verfällt er auch noch auf die Idee, selbst als Fotograf aufzutreten, bevor von ihm ein Bild geschossen wird. Als Objekt seiner Begierde hat er die Madame auserkoren, die ihm zusehends immer besser gefällt. Von ihr will er ein Bild mit in seine Heimat nehmen. Er wird immer zudringlicher und will sie küssen.

Nach etlichen Streitereien zwischen dem Zaren und der „Chefin“ des Ateliers bemerkt die Bande, dass das Haus von Sicherheitskräften umstellt ist. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel: die Flucht.

Im Nebenzimmer gelingt es der richtigen Madame, sich von ihren Fesseln zu befreien. Die Polizei rüttelt bereits an der verschlossenen Tür. Aus Angst davor, ihren guten Ruf zu verlieren, soll sie nichts über den unliebsamen Vorfall erfahren. Madame eilt an die Kamera und drückt auf den Auslöser. Es folgt ein ohrenbetäubender Schuss. Polizisten dringen ein und verlangen eine Erklärung. Madame gelingt es, sie mit fadenscheinigen Argumenten zu überzeugen, dass alles ganz harmlos sei.