Der alte Mann und das Meer (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der alte Mann und das Meer
Originaltitel The Old Man and the Sea
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie John Sturges
Drehbuch Peter Viertel
Produktion Leland Hayward
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Tom Tutwiler
James Wong Howe
Lamar Boren
Floyd Crosby
Schnitt Arthur P. Schmidt
Besetzung

Der alte Mann und das Meer ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs John Sturges aus dem Jahr 1958, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Hemingway.

Handlung[Bearbeiten]

Der alte Fischer Santiago hat seit 84 Tagen nichts gefangen. Zu seinem Unglück kommt hinzu, dass sein Lehrjunge Manolin von seinen Eltern zu erfolgreicheren Fischern geschickt wird. Der Junge besucht aber trotzdem jeden Abend den alten Fischer, hilft ihm bei schweren Arbeiten, gibt ihm zu Essen und diskutiert mit ihm über Baseball. Santiago ist ein Fan von Joe DiMaggio.

In der Hoffnung auf ein Ende der Pechsträhne fährt der alte Mann am nächsten Morgen weit auf den Golf hinaus. Er legt seine Leinen aus und am Nachmittag beißt ein Fisch, ein Marlin, an. Als erfahrener Fischer erkennt der alte Mann sofort, dass es sich um einen sehr großen Fisch handelt, den man nicht so ins Boot ziehen kann. Er will diesen Fisch unbedingt haben, sein Erfolg wäre aber dadurch gefährdet, dass der Köderhaken, den der Fisch verschluckt hat, herausreißt oder die Leine zerreißt, bevor der Fisch erschöpft ist. Der Mann erkennt, dass der Fisch unglaublich stark ist. Der erfahrene Fischer kann viele Handlungsweisen des Fisches vorhersehen und sich darauf einstellen, aber der Kampf der zwei ist sehr hart. Nicht der Fisch leidet, sondern besonders die Belastungen und zunehmenden Verletzungen des Mannes werden detailliert dargestellt. So dämpft Santiago jeden Ruck des starken Fisches mit seinen zerschundenen Händen und seinem gebeugten Rücken. Zwei Tage und zwei Nächte vergehen. Die Gemütsverfassung des Fischers bekommt etwas Rauschhaftes, bewirkt durch die Entbehrungen, die Schlaflosigkeit, als auch die zunehmende Bewunderung für diesen mächtigen Fisch. Der Fisch ist nicht mehr bloße Beute, in stiller Zwiesprache wird er dem Fischer fast zum Freund. Nach hartem Kampf schafft es der völlig erschöpfte Fischer, den Fisch längsseits zu ziehen und zu töten. Er bindet den riesigen Fisch seitlich an sein kleines Boot und segelt den langen Weg zum Hafen zurück.

Zunächst schwelgt sich der Mann in seinem Erfolg, verkauft in Gedanken und lässt den Fisch verspeisen. Dann beginnt die ernüchternde Realität. Auf dem langen Weg zurück lockt das Blut des toten Fisches verschiedene Haie an. Den ersten, einen großen Mako, kann der Fischer mit der Harpune töten. Dabei verliert er diese Waffe. Nach kleinen Anfangserfolgen kann der den Fisch nicht mehr gegen die vielen Aasfresser verteidigen, und bald haben die Haie das Fleisch des Marlins verschlungen. Nur das Skelett ist noch übrig. Mit sich hadernd und zuhause angekommen, fällt er in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Am nächsten Morgen schleicht eine Gruppe von Fischern um das Boot mit dem Skelett. Touristen aus dem nahe gelegenen Café strömen herbei. An der Größe des Fischskeletts ist des alten Mannes Leistung aber noch zu erkennen. Der Junge Manolin, der sich um Santiago gesorgt hat, ist froh, als er ihn heil und schlafend vorfindet. Als der alte Mann erwacht, versprechen sie sich gegenseitig, wieder gemeinsam zu fischen. Als der Mann dann einschläft, träumt er von Löwen.

Form[Bearbeiten]

Der Film ist aufwändig in Farbe und im Breitwandformat produziert. Zur Verfremdung der Traumszenen, für die Löwen, Delfine und andere Tiere gefilmt wurden, die Santiagos Fantasieleben bevölkern, wurden verschiedene Tricklinsen verwendet, die im Film sonst nur selten eingesetzt werden. Für zusätzliche Kosten sorgten Unterwasseraufnahmen, in denen die Haie beim Angriff auf den erlegten Fisch gezeigt werden. Da viele Szenen im Studio in einem künstlichen Bassin vor einer Hintergrundprojektion gefilmt wurden und Santiagos Kampf mit dem Fisch nicht in der Totale, sondern nur in Nahaufnahmen gefilmt werden konnte, die erst durch die Montage das Szenario eines Kampfes entstehen lassen, beanstandeten viele Kritiker, dass der Film trotz der hohen Herstellungskosten billig gemacht wirke.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Der Film wurde vor Kuba, Ecuador, den Galapagos-Inseln, Bahamas und Hawaii gedreht.
  • Hemingway war gar nicht angetan von Tracy in der Rolle des Fischers. Tracy sah zu reich aus und zu wenig wie ein kubanischer Fischer. Tracy selbst hielt seine Darstellung des Santiago für den besten Filmauftritt seines Lebens.
  • Der Schauspieler Humphrey Bogart bemühte sich für seine Produktionsfirma Santana Productions um die Filmrechte an Hemingways Buch. Er wollte den Film mit sich in der Hauptrolle und mit Nicholas Ray als Regisseur machen. Er bekam die Rechte nicht, die Rolle wurde von seinem Freund Tracy gespielt.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Der film-dienst bezeichnet den Film als ein „textgetreue, aber der Atmosphäre und dem literarischen Rang nur teilweise gerecht werdende Verfilmung von Hemingways gleichnamigem Kurzroman; in der Verkörperung der Hauptperson vorzüglich, überdenkenswert in den spirituellen Dimensionen.“[1]
  • Der Evangelische Film-Beobachter zieht folgendes Fazit: „Hemingways Erzählung in einer Verfilmung, die auf anerkennenswerte Weise der handlungskargen, filmisch an und für sich nicht reizvollen Vorlage gerecht wird und ab 14 empfohlen werden kann.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weitere Verfilmungen des Buches von Ernest Hemingway[Bearbeiten]

  • Mit Anthony Quinn in der Hauptrolle wurde der Film 1990 fürs Fernsehen inszeniert. Regie führte Jud Taylor.
  • Der Roman wurde 1999 noch einmal verfilmt, aber der Film ist keine richtige Neuauflage. Der aus Russland stammende Alexander Petrow drehte einen animierten Kurzfilm und gewann dafür den Oscar für den Besten animierten Kurzfilm.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  2. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 690/1958