Der arme Müllerbursch und das Kätzchen

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Der arme Müllerbursch und das Kätzchen ist ein Märchen (ATU 402). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 106 (KHM 106).

Inhalt[Bearbeiten]

Ein alter Müller will seine Mühle dem seiner Knechte geben, der das beste Pferd beschafft. Hans, den jüngsten, wollen die zwei anderen nicht mithaben, weil sie ihm nichts zutrauen und er die Mühle nicht will, und lassen ihn nachts in einer Höhle zurück. Im Wald verspricht ihm ein buntes Kätzchen ein Pferd, wenn er ihm sieben Jahre dient. In ihrem verwunschenen Schlösschen dienen viele Kätzchen, die beim Essen musizieren. Als er nicht mit ihr tanzen will, bringen sie ihn zu Bett. Er muss Holz zerkleinern, Heu machen und zum Schluss ein Häuschen bauen, mit Werkzeug aus Kupfer, Gold und Silber. Die Katze zeigt ihm die Pferde, schickt ihn heim und bringt seins nach drei Tagen nach. Daheim wird er ausgelacht, weil ihm seine alten zerrissenen Kleider nicht mehr passen, er muss im Gänsestall schlafen. Morgens kommt die Prinzessin in einer Kutsche mit seinem Pferd, das besser ist als das blinde und das lahme der zwei anderen. Sie lässt dem Müller die Mühle und nimmt Hans mit in das von ihm gebaute Haus, das zu einem Schloss geworden ist.

Sprache[Bearbeiten]

Der Erzähler kommentiert das Fehlverhalten der Älteren (ja! es wird euch doch nicht gut gehen!) und schließt: Darum soll keiner sagen, daß wer albern ist, deshalb nichts Rechtes werden könne.[1] Auch wörtliche Reden wurden durch die Brüder Grimm eingefügt: „ich bin alt und will mich hinter den Ofen setzen“ (vgl. KHM 35, nur 2. Aufl.); „Das tut recht sanft“.[2]

Grimms Anmerkung[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung notiert Aus Zwehrn (von Dorothea Viehmann) und vergleicht KHM 63 Die drei Federn, wo die Brüder des Dummling auch aus Geringschätzung schlechtes Leinen bringen wie hier schlechte Pferde. Sie berichten Eine andere Erzählung aus dem Paderbörnischen (von Familie von Haxthausen): Der Dummling dient einem grauen Männchen treu beim Holzhacken und bekommt das schönste Pferd. Die Brüder stecken ihn in einen Kalkofen. Das Männchen holt ihn wieder heraus und salbt ihn gesund. Dann holt er das beste Hemd. Die Brüder erschießen ihn und beschuldigen ihn beim Vater des Teufelsbundes. Nun muss er das beste Brot holen und erhält von einem Mütterchen, mit dem er sein Essen teilt, eine Wünschelrute. Als er die übers Wasser hält, kommt ein Schildkrötchen, das ihm Geld macht und nach einem Jahr das schönste Brot. Dafür bekommt er Vaters Mühle und findet neben dem Schildkrötchen eine Prinzessin, die er vom Fluch ihrer Mutter erlöst hat. Als er die Schildkröte einmal ins Feuer fallen lässt, spuckt ihm seine Frau ins Gesicht, und er vergräbt sich in eine tiefe Höhle mit der Inschrift hier unten soll mich niemand finden als Gott allein. Der kranke König kommt zufällig hin und wird gesund. Er lässt nachgraben und versöhnt sie.

Die Brüder Grimm zählen weitere Literaturstellen auf: Zingerle, Colshorn, ein schwedisches Volkslied und Cavallius, französisch bei Aulnoy la chatte blanche, polnisch bei Lewestam, albanisch bei Hahn.

Vergleiche[Bearbeiten]

Dummlingsmärchen bei Grimm: KHM 33 Die drei Sprachen, KHM 54 Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein, KHM 57 Der goldene Vogel, KHM 62 Die Bienenkönigin, KHM 63 Die drei Federn, KHM 64 Die goldene Gans, KHM 97 Das Wasser des Lebens, KHM 165 Der Vogel Greif, KHM 54a Hans Dumm, KHM 64a Die weiße Taube. Vorliegendes Schwankmärchen konzentriert sich weniger auf die Brüderrivalität als auf die Abenteuer des Jüngsten. Seine Weigerung, mit einer Katze zu tanzen, führt hier nicht zu Verwicklungen.[1]

Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. 19. Auflage. Artemis & Winkler, Düsseldorf / Zürich 2002, ISBN 3-538-06943-3, S. 514–518.
  •  Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Heinz Rölleke (Hrsg.): Kinder- und Hausmärchen. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen. 1. Auflage. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort, Reclam, Stuttgart 1980, ISBN 3-15-003193-1, S. 198–200, 487, DNB 810261138.
  •  Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Entstehung, Wirkung, Interpretation. de Gruyter, Berlin / New York 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 237-239.
  •  Lothar Bluhm, Heinz Rölleke: „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. S. Hirzel, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 117.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Entstehung, Wirkung, Interpretation. de Gruyter, Berlin / New York 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 238.
  2.  Lothar Bluhm, Heinz Rölleke: „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. S. Hirzel, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 117.