Der gestiefelte Kater

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Der gestiefelte Kater (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der gestiefelte Kater in einem Stich von Gustave Doré aus dem 19. Jahrhundert

Der gestiefelte Kater ist ein volkstümliches Märchen, das sich in der ersten Auflage der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm als Nr. 33 fand, in der Ausgabe letzter Hand nicht mehr enthalten war und in der später von Heinz Rölleke herausgegebenen Ausgabe als Nr. 5 im Anhang erschien.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt und Würdigung

Gustave Doré Illustration zu Charles Perraults Le Maître chat ou le chat botté
Der gestiefelte Kater (Münchener Bilderbogen, Moritz von Schwind 1850)

Das Märchen greift die Ungerechtigkeit einer typischen Erbsituation auf. Nach dem Tode eines Müllers fällt an den ältesten Sohn die Mühle, an den zweiten ein Esel und an den dritten ein scheinbar völlig wertloser Kater. Der Kater, der überraschenderweise der menschlichen Sprache mächtig ist, vermag es nun aber, seinen Besitzer zu überzeugen, auf ein Paar Handschuhe, die sich aus dem Katzenfell anfertigen ließen, zu verzichten und stattdessen noch sein letztes Geld in ein Paar unsinnig erscheinende Stiefel für den Kater zu investieren.

Aus Dankbarkeit jagt der Kater nun zuerst einen Sack Rebhühner, die er dem danach verlangenden König gegen eine Belohnung in Gold überlässt, und verschafft dann seinem Herrn, dem nun reichen Müllerssohn, ein einträgliches Grundstück mit Schloss, indem er den Vorbesitzer, einen Zauberer, bei dessen Eitelkeit zu mehreren Verwandlungskunststückchen überredet. Als dieser sich schließlich in eine Maus verwandelt, verspeist ihn der Kater. Der ursprünglich arme, besitzlose Müller, der vom Kater nun als Graf ausgegeben wird, wird somit zum begüterten Grundbesitzer und heiratet schließlich die Königstochter.

Das Märchen, das mit einfachen Motiven, der Frage der Ungerechtigkeit beim Erbgang, der Dankbarkeit des Katers und zuletzt des Glückes, das den vermeintlich schlechter Gestellten schließlich zum wohlhabenden Mann macht, arbeitet, ist in vielen Varianten überliefert. Schon die Grimms selbst merkten an, eine Version des Gestiefelten Katers in Le chat botté von Charles Perrault zu kennen, die mutmaßlich italienische Ursprünge hat, zumindest aber bereits von Giovanni Francisco Straparola aufgezeichnet wurde.

Das Märchen wurde bereits vor der Edition durch die Gebrüder Grimm von Ludwig Tieck in der gleichnamigen Komödie Der gestiefelte Kater, die 1797 erschien, aber erst am 20. April 1844 in Berlin uraufgeführt wurde, verarbeitet. Auch scheinen einige Parallelen zu Joseph von Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts von 1826 zumindest untergründig gegeben, wenngleich es hier auch der Müllersknabe selbst ist, der loszieht, sein Glück zu suchen. Der Stoff selbst gelangte über die Jahre seiner Rezeption dann in zahllosen Bearbeitungen für Kinder und schließlich einigen Verfilmungen in die Öffentlichkeit.

[Bearbeiten] Adaption für Oper

  • Im Jahre 1913 wurde in St. Petersburg die Kinderoper Der gestiefelte Kater des russischen Komponisten César Cui (1835-1918) uraufgeführt. Diese Oper für Kinder und Jugendliche steht auch auf dem Programm der Werkstatt-Bühne der Staatsoper Berlin.[1] Seit 6. Februar 2011 gehört das Werk zum Repertoire der Semperoper Dresden.[2] Die Straßburger Oper bringt das Werk in der Spielzeit 2011/12.[3]
  • Der spanische Komponist Xavier Montsalvatge (1912–2002) schrieb 1947 die Oper „Der gestiefelte Kater“ (El Gato con Botas). Sie wurde im Januar 1948 am Gran Teatre del Liceu, Barcelona uraufgeführt. Das Libretto wurde 2006 von Mechthild von Schoenebeck neu ins Deutsche übersetzt.

[Bearbeiten] Film

In den computeranimierten Filmen Shrek 2, Shrek der Dritte und Für immer Shrek übernimmt der gestiefelte Kater eine wichtige Nebenrolle.

[Bearbeiten] Theater

[Bearbeiten] Figuren- & Marionettentheater

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Der gestiefelte Kater. Staatsoper im Schiller-Theater, abgerufen am 14. November 2011.
  2. Der gestiefelte Kater. Semperoper, abgerufen am 3. Februar 2011.
  3. Le Chat botté. Opéra national du Rhin, abgerufen am 14. November 2011.

[Bearbeiten] Weblinks

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