Der goldene Mann

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Der Goldene Mann (engl. Originaltitel The Golden Man) ist eine Kurzgeschichte des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick aus dem Jahr 1954. Die Geschichte zählt zu den Klassikern unter den Kurzgeschichten von Dick und ist die Vorlage zum Kinofilm Next mit Nicolas Cage in der Hauptrolle.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Geschichte spielt in einer Alternativwelt, in der eine Regierung durch eine geheimdienstähnliche Organisation die führende Rolle der Menschen als Spezies auf der Erde sicherstellen will. Insbesondere gilt es zu verhindern, dass sich neue Spezies (Mutanten) vom Menschen (Homo sapiens) abspalten und diesen in seiner Führungsrolle beerben. Die Regierung unterhält daher ein Internierungslager, in dem mutierte Menschen zunächst untersucht und dann getötet werden.

George Baines fahndet unter dem Deckmantel eines Handlungsreisenden nach Mutanten und horcht auf seinen Reisen die Bevölkerung aus. Als er im Haus der Familie Johnson Verdacht schöpft, legt der Geheimdienst sofort einen Sicherungsring darum. Sie fangen den 18-jährigen Sohn Cris. Dieser hat goldene Haare, goldene Haut und sieht aus, wie man sich einen Gott vorstellt. Auffällig ist nur: Er hat in seinen 18 Jahren noch kein Wort gesprochen.

In der Zentrale wird Cris untersucht. Schnell finden die Geheimdienstleute heraus, dass Cris' Besonderheit darin besteht, die Zukunft vorauszusehen. Er hatte sich nämlich der Geheimpolizei nur ergeben, da er kein Entrinnen voraussah. Eigentlich tödlichen Schüssen kann er ausweichen, da er voraussieht, wo die Kugel einschlagen wird.

Cris sitzt friedlich in seiner Beobachtungszelle, wird aber immer wieder zum Test durch Schüsse traktiert. Als er ausbricht, riegelt die Geheimpolizei das ganze Haus ab. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, da Cris vorher weiß, wo er gesucht wird, und den Häschern ausweichen kann. Aus dem Gebäude kommt er zunächst aber nicht heraus. In einem kurzen Abschnitt schildert Dick das Innenleben von Cris, wie er die sich verzweigenden Möglichkeiten der Zukunft fächerartig vor sich sieht, die nahe Zukunft deutlicher, die entfernte Zukunft schwächer. Umgekehrt hat er jedoch keinerlei Erinnerungsvermögen.

Inzwischen haben Labortest gezeigt, dass Cris eher das Gehirn eines Tieres hat und über kein Sprachvermögen oder menschliche Intelligenz verfügt. Cris erscheint ihnen nun mit seiner prächtigen Mähne wie ein goldener Löwe. Baines und seine Kollegen sind entsetzt. Bedeutet dies, dass der Mensch und seine Intelligenz ein Auslaufmodell ist, während auf der nächsthöheren Evolutionsstufe das Vorhersehen dominiert. Sie wollen Cris töten.

Cris flüchtet zunächst in das Quartier von Anita Ferris, der Verlobten von Baines. Ihr nähert er sich auf intime Weise. Da Anita einen hohen administrativen Rang hat, kann sie das Wachpersonal ablenken, so dass Cris die Flucht gelingt. Baines und seine Kollegen begreifen, dass Cris neben dem Vorhersehen noch über einen weiteren Selektionsvorteil verfügt. Mit seinem göttlichen Aussehen kann er jede Frau bezirzen. Sie wollen Cris nun auf dem ganzen Erdball suchen. Könnte nämlich Cris mit einer Frau einen Nachkommen zeugen, der vorhersehen kann und menschliche Intelligenz besitzt, würde die letzte Stunde des Homo sapiens schlagen.

Weiteres[Bearbeiten]

Die Kurzgeschichte diente als Vorlage für den Kinofilm Next aus dem Jahr 2007, in dem der Protagonist etwa zwei Minuten in die Zukunft schauen kann; in der Kurzgeschichte sind dies zehn Minuten und mehr.

Die Alternativweltgeschichte spielt vermutlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. George Baines fährt einen Buick von 1978.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Philip K. Dick: Der goldene Mann. In: Der goldene Mann. Moewig, Rastatt 1987 (Originaltitel: The Golden Man, übersetzt von Joachim Körber), ISBN 3-8118-3759-1 (Sammlung von Kurzgeschichten).