Der große Gatsby
Der große Gatsby, englischer Originaltitel The Great Gatsby, ist ein 1925 erschienener Roman von F. Scott Fitzgerald. Er zählt zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne.
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Handlung [Bearbeiten]
Jay Gatsby, der Protagonist des Romans, ist ein junger Millionär und undurchsichtiger Geschäftsmann. Obwohl er in seinem Haus auf Long Island Tanzpartys für die New Yorker Gesellschaft veranstaltet, ist er einsam. Alles, was er möchte, ist, die Vergangenheit zurückzuholen und wieder mit der Liebe seines Lebens, Daisy, zusammen zu sein. Aber in der Zeit, in der Gatsby in Frankreich im Ersten Weltkrieg kämpfte, heiratete Daisy den Millionär und Ex-Footballspieler Tom Buchanan und gebar eine Tochter mit dem Namen Pammy.
Der Ich-Erzähler der Geschichte ist Nick Carraway (Cousin zweiten Grades von Daisy), ein junger Aktienmakler, der in das alte Nachbarhaus von Gatsby einzieht.
Daisy ist zwischen ihrem Ehemann Tom Buchanan und Gatsby hin- und hergerissen, bis sie am Steuer von Gatsbys neuem Auto einen Unfall verursacht, bei dem Myrtle Wilson, Toms Geliebte, stirbt. Gatsby will aus Liebe die Schuld auf sich nehmen. Tom gibt Myrtles verzweifeltem Ehemann, George Wilson, den Hinweis, dass Gatsby der Besitzer des Unfallwagens sei. Daraus schließt Wilson, Gatsby habe den Unfall verursacht. Daraufhin erschießt Wilson Gatsby und anschließend sich selbst. Zu Gatsbys Beerdigung erscheint niemand außer dem Erzähler Nick und Gatsbys Vater, Henry C. Gatz (Gatsbys echter Name war James Gatz), sowie ein Charakter, der sich zuvor in seltsamer Weise über die „Echtheit“ der Bücher in Gatsbys Bibliothek äußerte und durch sein eigenartiges Auftreten eine Art Schlüsselrolle – insbesondere im Interpretationsversuch im Hinblick auf Gatsbys Bildung – spielt.
Hintergrund [Bearbeiten]
Parallel zum eigentlichen Handlungsverlauf lernt der Erzähler Nick die junge, allgemein als attraktiv geltende Jordan Baker kennen, die ebenfalls eine Bekannte Daisys ist. Zwischen ihm und Jordan entwickelt sich zwischenzeitlich eine festere Bindung, aus der sich letztlich jedoch keine eigentliche Beziehung ergibt. Jordans Charakter überschneidet sich nicht mit denen der anderen Figuren, sondern steht im Gegensatz zu der eigentlichen Vorstellung einer Frau der 1920er Jahre. Sie stellt eine selbstbewusste, für sich selbst sorgende Frau dar, die nicht nur in das Geld der Männer verliebt ist.
Jene Gesellschaftskritik äußert sich insbesondere in der Kritik an deren Oberflächlichkeit, die letztlich in der offensichtlichen Einsamkeit Gatsbys zum Ausdruck kommt. Auch findet sich in der Geschichte Kritik am „American Dream“. Dieser sei mittlerweile zu einer Perversion verkommen und bestehe nicht mehr aus dem ursprünglichen Streben nach Freiheit und Glück, sondern dem Verlangen nach Reichtum und Macht. Weiterhin werden Aspekte der Wertschätzung des Menschen, Moral und Sozialstand, oftmals im unmittelbaren Zusammenhang mit dem zwischenmenschlichen Beziehungs- und Ehebild jener Zeit, thematisiert.
Abgesehen von der Gesellschaftskritik kann der Roman auch aus psychologischer Sicht interpretiert werden. Gatsby ist nur von dem Traum beseelt, Daisy zurückzugewinnen. Auch seinen Reichtum sieht er letztlich nur als Mittel zum Zweck, wie an vielen Stellen im Roman deutlich wird. Schließlich ist Gatsby sogar bereit, die Verantwortung für den von der geliebten Frau verursachten Unfall zu übernehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Charakteren des Romans, insbesondere dem Ich-Erzähler, scheint Gatsby zu echter Liebe imstande zu sein. Aber gerade das führt ihn letztlich in den Abgrund.
Verfilmungen [Bearbeiten]
Der große Gatsby wurde mehrfach verfilmt:
- 1926 von Herbert Brenon (Stummfilm, von dem keine Kopien mehr erhalten sein sollen)
- 1949 von Elliott Nugent (mit Alan Ladd und Betty Field)
- 1974 von Jack Clayton (mit Robert Redford und Mia Farrow in den Hauptrollen sowie Lois Chiles)
- 2001 von Robert Markowitz (Fernsehspiel mit Toby Stephens und Mira Sorvino).
- 2013 von Baz Luhrmann (mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire)
Hörbücher [Bearbeiten]
- 2002: aus dem Amerikanischen von Walter Schürenberg, gelesen von Sky du Mont, Produktion & Regie: Margrit Osterwold; Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG München 2002, Länge 323 Minuten, 5 CD, ungekürzte Lesung, ISBN 3-550-10154-6
- 2011: übersetzt von Bettina Abarbanell, gelesen von Gert Heidenreich: Diogenes Verlag, Zürich ISBN 978-3-257-80276-4.
- 2011: übersetzt von Lutz-W. Wolff, gelesen von Burghart Klaußner: Hörbuch Hamburg, Hamburg ISBN 978-3-89903-088-4.
Musical [Bearbeiten]
- 2012 von Claus Martin
Literatur [Bearbeiten]
- Matthew J. Bruccoli (Hrsg.): F. Scott Fitzgerald's „The Great Gatsby“. Gale, Detroit 2000, ISBN 0-7876-3128-0.
- Frauke Frausing Vosshage: F. Scott Fitzgerald: Der große Gatsby (The Great Gatsby). 3. Aufl. Bange Verlag, Hollfeld 2007, ISBN 978-3-8044-1792-2. (Königs Erläuterungen und Materialien (Bd. 389))
- John S. Whitley: F. Scott Fitzgerald, „The Great Gatsby“. Arnold, London 1976, ISBN 0-7131-5872-7.
- F. Scott Fitzgerald, „Der große Gatsby“ (The Great Gatsby). Anaconda Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-86647-613-4.
- F. Scott Fitzgerald, „Der große Gatsby / The Great Gatsby“, zweisprachige Ausgabe Deutsch/Englisch. Anaconda Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-86647-708-7.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- Rainer Moritz: Glanz und Illusion der zwanziger Jahre, Rezension des Romans für den Deutschlandfunk