Der Große Preis

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Seriendaten
Originaltitel Der Große Preis
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e)
  • 1974-1993
  • 2002-2003
Ausstrahlungs-
turnus
monatlich
Genre Quizsendung
Musik Titelmelodie komponiert von Jean Thomé
Moderation
Erstausstrahlung 5. September 1974 auf ZDF

Der Große Preis (andere Schreibweisen: DER GROSSE PREIS oder Der große Preis) war eine Quizsendung des ZDF. Die regelmäßig ausgestrahlte Show wurde von 1974 bis 1992 von Wim Thoelke 219-mal moderiert. Ein Jahr später wurde die Sendung eingestellt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Übergang von Drei mal Neun

Der Große Preis folgte nahtlos der populären Donnerstagabend-Unterhaltungsshow Drei mal Neun und wurde dabei zu einem ebenso großen Erfolg. Die Unterschiede zum Vorgänger waren dabei: Drei mal Neun machte eine Sommerpause und erschien deswegen nur achtmal im Jahr. Der Große Preis indes lief das ganze Jahr hindurch und wurde zwölfmal ausgestrahlt. Während Drei mal Neun als Wandershow von Stadt zu Stadt zog und aus großen Hallen übertragen wurde, stellte man Der Große Preis ausschließlich in einem Studio der Berliner Union-Film her. Die zur Sendung gehörende Multivisionswand ließ sich nicht zerlegen und infolgedessen auch nicht in eine andere Stadt transportieren. Anstatt der bisher bunten Mischung mit Showteil und Quiz stand jetzt das Quiz im Vordergrund.

Zunächst wurde die Sendung aufgezeichnet, erst ab der 150. Ausgabe am 17. Februar 1987 wurde Der Große Preis live gesendet.

[Bearbeiten] Team

[Bearbeiten] Moderatoren

Der Große Preis wurde moderiert von:

Moderator/in Folgen von bis Sendetag Sendebeginn Sendeschluss Hinweis
Wim Thoelke 219 05.09.1974 10.12.1992 donnerstags 19:30 Uhr 20:50 Uhr *
Wolfgang Lippert 1 04.04.1991 Donnerstag 19:30 Uhr 20:50 Uhr **
Hans-Joachim Kulenkampff 6 09.01.1993 05.06.1993 samstags 19:25 Uhr 21:00 Uhr
Carolin Reiber 6 10.07.1993 11.12.1993 samstags 19:25 Uhr 21:00 Uhr
Marco Schreyl 31.01.2002 22.05.2003 donnerstags ***

* nach jeweiligem Show-Ende wurde von 20:50 bis 21:00 Uhr die Kurzsendung Die große Hilfe – Eine Bilanz der Aktion Sorgenkind ausgestrahlt
** nur eine Folge – Vertretung für Wim Thoelke
*** die für den 20. März 2003 vorgesehene Folge fiel wegen des Irakkriegs aus

[Bearbeiten] Crew

Zum Team gehörten die Assistentin Beate Hopf, Sigrid Müller als Protokollführerin, Marianne Prill zur Bedienung der Multivisionswand, Janina Kühnl, Sylvia Bretschneider und ein Schiedsrichter.

Beate Hopf wurde in der ersten Ausgabe als Studentin der Theaterwissenschaften angekündigt. Ihr folgte in den 1980er Jahren Karoline Reinhardt. Bei dem Schiedsrichter handelte es sich in den ersten zehn Jahren um den ZDF-Notar Dr. Eberhard Gläser. Einmal ließ er in der 3. Runde eine korrekte Antwort nicht zu, weil der Kandidat zuvor eine falsche Antwort gegeben hatte, obwohl er sich auf der Stelle korrigiert hatte. So löste ihn dann 1984 der Berliner Rechtsanwalt und Notar Nils Clemm ab.

[Bearbeiten] Regie

Die Regie führte während der gesamten Zeit Georg Martin Lange.

[Bearbeiten] Kandidaten

Für jede Sendung wurden drei Kandidaten ausgewählt, die sich mit einem selbst ausgesuchten Spezialgebiet bewarben, mit dem sie aber nicht beruflich verbunden sein durften. Sigrid Müller stellte ihnen am Telefon 70 Fragen, von denen 80% richtig zu beantworten waren, um in die engere Auswahl zu gelange – so wollte man vermeiden, dass sie sich in der zweiten Quizrunde blamieren. Zu jedem Kandidaten lud man einen Experten ein, beispielsweise Professoren des betreffenden Fachgebiets. Einer der am häufigsten auftretenden Experten war Prof. Dr. Hans-Otto Hügel von der „jungen, dynamischen Universität Hildesheim“ (Thoelke).

Zum Thema Coco Chanel kam Karl Lagerfeld.

Bei den Folgen mit Carolin Reiber gab es vier Kandidaten, von denen drei an der zweiten Runde teilnahmen.

[Bearbeiten] Ablauf (Erste Studiodekoration, bis Ausgabe 149)

[Bearbeiten] Erste Quizrunde

In der ersten Runde kamen die Kandidaten nacheinander, um sich befragen zu lassen. Dazu standen sie neben Wim Thoelke, der ihnen fünf Fragen zu ihrem Themengebiet vorlas, für die es jeweils 200 Mark gab. Häufig konnten die Kandidaten alle Fragen beantworten und so mit 1000 DM Grundkapital in die nächste Runde kommen. In den 1980er Jahren hatte man die Masterfrage eingeführt: Sie war vorab zu benennen und brachte dann 400 Mark ein.

Vor der ersten Runde stellte Thoelke erst einmal nur seine Assistentin vor, um mit einem unverzüglichen Beginn das gleiche Tempo wie schon bei Drei mal Neun in die Sendung zu bringen.

[Bearbeiten] Zweite Quizrunde

Zur zweiten Runde wählte der Kandidat mit den meisten Punkten eine Frage aus. Dazu waren die Spalten der Multivisionswand jeweils mit einem Thema überschrieben, das Thoelke vorab verlas. Es konnte beispielsweise Österreich, Habsburger oder Schiffe sein. Immer dabei: A bis Z. Die Felder einer Zeile trugen alle die gleiche Nummer, nämlich von oben nach unten 20,40, 60, 80 und 100. Nur ein Feld war mit einen Fragezeichen versehen. So hörte man etwa: „A bis Z 100 bitte!“. Dann kam die Frage. Ursprünglich durfte immer nur der auswählende Kandidat antworten, was sich aber nicht bewährte, so dass man Meldeleuchten in die Kugeln einbaute. Konnten die Kandidaten nicht antworten, verloren sie den Betrag, und die Frage wurde wieder freigegeben. Bei korrekter Antwort durften sie das nächste Feld auswählen,

Vor der zweiten Runde stellte Thoelke sein übriges Team vor und die Themengebiete, welche dann auch auf der Multivisionswand erschienen.

Die Fragen folgten vor allem dem humanistischen Bildungsideal, Themen wie Geschichte und Geographie kamen häufig und mit schwierigen Fragen vor, Naturwissenschaften und vor allem Technik spielten nur eine untergeordnete Rolle, wobei sich die wenigen Fragen leicht beantworten ließen.

Normale Fragen brachten entsprechend der Angabe 20, 40, 60, 80 oder 100 Mark. Unter den Fragen gab es aber einige besondere:

Joker

Der Joker schenkte dem Kandidaten 100 Mark, auf dem Feld erschien ein im Gras dösender Wum.

Risiko-Frage

Die Risiko-Frage löste eine Studioverdunklung aus, wobei sich auf der Multivision ein großes Bild zusammensetzte, mit dem Schriftzug „Risiko“ in verschiedenen Größen. Anschließend nannte Thoelke die Spielstände, welche auch auf dem Bildschirm erschienen, und fragte nach dem Einsatz. Der Kandidat musste einen Teil seines Guthabens setzen und dann innerhalb von dreißig Sekunden eine Frage beantworten.

Glücksfrage

Die Glücksfrage brachte 500 Mark, weswegen auf dem Feld ein Kleeblatt mit einer 500 in der Mitte zu einer Erkennungsmelodie erschien. Die Frage konnte nicht weitergegeben werden und man konnte mit ihr kein Geld verlieren.

Fritze Flink

Bei einer Frage erschien Wolfgang Gruner als Berliner Taxifahrer Fritze Flink im Studio. Er erzählte im hohen Tempo eine Begebenheit, welche mit den Worten ... und nu frage ick Sie ...' in eine Frage an die drei Kandidaten mündete.

Gruner trat über hundertmal in der Show auf und eilte dafür von einer Vorstellung der Kabarettgruppe Die Stachelschweine herbei, zu deren Ensemble er gehörte.

?

Das Feld "?" musste zuletzt ausgewählt werden. Dann folgte eine aufwändigere Darbietung auf der Bühne, etwa ein Gesangsbeitrag eines eingeladenen Künstlers, woran sich die letzte Frage der Runde anschloss oder umgekehrt. 1978 sind The Teens durch einen Auftritt bekannt geworden.

[Bearbeiten] Dritte Quizrunde

Der Kandidat mit dem niedrigsten Spielstand kam als erstes an die Reihe, er durfte aus drei Umschlägen seine dreiteilige Frage (ursprünglich war es nur eine einteilige Frage) auswählen und musste sie binnen sechzig Sekunden beantworten. Anschließend bewertete sein Experte sie als richtig oder falsch, im ersten Fall verdoppelte sich der Spielstand, andernfalls verfiel er zugunsten der Aktion Sorgenkind. Derjenige mit dem höchsten Gewinn durfte als Champion in der nächsten Sendung wiederkommen. Nachdem es in der ersten Folge keinen Sieger gab und Rudi Carrell von der neuen Sendung 3 mal 0 sprach, durfte der Gewinn aus der ersten Runde in jedem Fall behalten werden.

Gewinnsummen

Die Gewinne sahen nach heutigen Maßstäben bescheiden aus, 10.000 Mark erforderten schon mutiges Vorgehen, also hohen Einsatz bei den Risiko-Fragen und sofortiges Einschalten der Meldeleuchte. Die Champions wechselten in der Regel nach zwei bis drei Folgen; Heinrich Trapp stellte beispielsweise mit seinen sechs Auftritten die große Ausnahme dar.

[Bearbeiten] Elemente der Show

Kandidatenkugeln

Die Kandidaten geleitete man nach der ersten Befragung in spezielle Sitzgelegenheiten. Es handelte sich um futuristisch anmutende Kugeln, die aus einem orangefarbigen Unterteil bestanden, deren Vorderteil sich zum Besteigen aufklappen ließ. Das Oberteil bestand hinten aus einer feststehenden Glaskuppel, über der eine weitere Kuppel lag. Thoelkes Mitarbeiterinnen drehten diese zur dritten Runde über das gesamte Vorderteil, damit der Kandidat vollkommen abgeschlossen saß. In der Kugel gab es eine Leuchte, um sich bei den Fragen der zweiten Runde melden zu können, und einen Monitor. Das neue Bühnenbild von 1987 verzichtete allerdings auf die Kugeln.

Multivisionswand

Im Zentrum der Show befand sich eine Multivisionswand: Diaprojektoren beleuchteten fünf Zeilen à sechs Spalten. Damit sie gut zur Geltung kam, hatte man das gesamte Bühnenbild sehr dunkel gehalten. Zu Beginn zeigten die einzelnen Felder den Betrag, den es für die betreffende Frage gab, nach Auswählen ein Bild für die betreffende Frage. In den 1980er Jahren bereitete die mittlerweile altersschwache Technik Probleme, woraufhin 1987 ein neues, heller gehaltenes Bühnenbild mit einer neuen, nun nicht mehr auf Diaprojektoren sondern auf Monitoren basierende Wand eingeführt wurde.

Wum und Wendelin

Nach der zweiten Runde tönte es laut „Thööölke“ im Studio und der teuerste Teil der Sendung, aber auch deren Höhepunkt begann: Wim Thoelke begegnete den von Loriot erfundenen Zeichentrickfiguren Wum (ein Hund) und Wendelin, ein Elefant (gelegentlich erschien noch der Außerirdische „der blaue Klaus“).

[Bearbeiten] Geänderter Ablauf (Zweite Studiodekoration, ab Ausgabe 150)

[Bearbeiten] Elemente der Show

Multivisionswand

Zentrale Neuerung war die Multivisionswand, welche nun nicht mehr mit Diaprojektoren, sondern elektronisch funktionierte und nun auch bewegte Bilder darstellen konnte. Sie leuchtete heller und verlangte keine dunkle Studiodekoration mehr, woraufhin es zu einer nun hellen Gestaltung kam.

Kandidatenplätze

Obwohl die Kandidatenkugeln ein Erkennungszeichen der Sendung waren, gab man sie auf. Nun gab es Möbel für die Kandidaten, wie sie in ähnlicher Form auch in anderen Shows zu finden waren.

Wum und Wendilin

An Form und Zeitpunkt des Einspielfilms mit Wum und Wendelin änderte sich nichts.

[Bearbeiten] Erste Quizrunde

Die erste Quizrunde unterschied sich nicht in den Spielregeln, sondern nur etwas in der Form. Der Kandidat stand nicht mehr vor einem Mikrofonständer, sondern war mit einen eigenen Funkmikrophon ausgestattet. Die Fragen las Thoelke nicht mehr aus einer Mappe ab, sondern trug sie auswendig vor, was weniger distanziert gegenüber dem Kandidaten wirkte. Und es kam bereits in der ersten Runde die Multivisionswand ins Spiel. Sie unterstützte die einige Fragen mit bewegten Bildern.

Da nun keine Assistentin eine Fragemappe bringen musste, trat sie in der ersten Runde nun nicht mehr in Erscheinung. Thoelke begrüßte deswegen nun den Schiedsrichter, welcher eine wichtigere Position als bisher erhielt und häufiger angesprochen wurde. Er war neben der Assistentin auch das einzige Teammitglied im Studio, die Multivisionswand wurde von der Regie aus bedient und es gab auch keine Protokollführerin mehr. Die Experten traten nun noch nicht in Erscheinung, während sie bisher schon zur ersten Runde vorgestellt wurden.

[Bearbeiten] Ziehung der Glückszahl

Zwischen der ersten und zweiten Runde lang nun ein Musikbeitrag, gefolgt von der Vorstellung seiner Assistentin. Dabei zeigte man kurz einen fahrbaren Tisch voller Bücher über die Themen der Kandidaten, verbunden mit den Hinweis einer Bücherliste, die das ZDF auf Anfrage versenden würde. Dann kam wie gewohnt die Ziehung der Glückszahl und die Plexiglas-Lostrommel, aus der ein Prominenter die Lose zog, mit dem Thoelke zuvor sprach.

[Bearbeiten] Zweite Quizrunde

Die zweite Runde brachte einige Änderungen mit sich. Alle Frage drehten sich um eine geografische Region, die zuvor genannt wurde, Es gab also nicht mehr mehrere Spalten mit unterschiedlichen Themen, aus denen die Kandidaten wählen konnten. Vielmehr konnten sie nur noch ein Buchstaben wählen und dann kam die betreffende Frage. Dazu gab es 20 Felder, unter denen auszuwählen war. Dazu hatte man einige Buchstaben des Alphabets ausgelassen, das Fragezeichen gab es aber nach wie vor. Im Unterschied zu früher wurden jedoch nicht alle Fragen gestellt, sondern die Runde zu einem bestimmten Zeitpunkt mit der Schnellraterunde abgebrochen. Dies war notwendig geworden, weil mit der neuen Dekoration Der große Preis nun live gesendet wurde, er aber dennoch nicht überziehen durfte. Es blieben etwas drei Fragen übrig.

Risikofrage

Die Risikofrage funktioniert unverändert, sie wurde aber nur noch mit der Risiko-Melodie und Risiko-Schriftzügen auf der Multivisionswand eingeleitet, eine Studioverdunkelung gab es nicht mehr.

Glücksfrage und Joker

Glücksfrage und Joker funktionierten unverändert.

Meinung

Neu war die Meinungsumfrage. Der Kandidat musste das Ergebnis einer Meinungsumfrage zu einem Thema mit Ja oder Nein raten.

Schnellraterunde

Die Schnellraterunde leiteten ähnlich wie bei der Risikofrage Schriftzüge auf der Monitorwand ein. Mit dieser Runde endete die zweite Quizrunde. Thoelke stellte sich näher zu den Kandidaten und stellte neun Fragen zu den Ereignissen der letzten vier Wochen. Ein Zufallsgenerator wählte jeden Kandidaten dreimal aus, der die Frage sofort beantworteten musste. Für die richtige Antwort gab es 200 DM, eine falsche Antwort blieb folgenlos.

[Bearbeiten] Dritte Quizrunde

Die dritte Quizrunde lief nach unveränderten Regeln ab, allerdings durfte ein Kandidat nur noch dreimal und nicht mehr beliebig oft dabei sein. Die Kandidaten saßen aber nun nicht mehr durch Plexiglas von der Außenwelt abgeschirmt, sondern ganz normal in ihren Möbeln. Der Experte wurde nun erst von Thoelke vorgestellt, wobei Thoelke nicht mehr mit ihnen über das Thema sprach, wenn die Zeit drängte. Zum Abschluss gab es wie gewohnt ein Koffer mit Fachliteratur.

[Bearbeiten] Aktion Sorgenkind

Unverändert setzte sich auch die neue Sendung für die Aktion Sorgenkind (heute Aktion Mensch) ein. Nun konnte man allerdings nicht mehr einen zu überweisenden Betrag wählen, sondern Lose „bei allen Banken, Sparkassen und Postämtern“ kaufen, zunächst nur zu jeder Sendung, später auch ein Jahreslos. Waren die Einnahmen schon von der Ursendung der Lotterie Vergißmeinnicht zu Drei mal Neun um ein mehrfaches gestiegen, so gab es nun nochmals einen gewaltigen Aufschwung.

In der Sendung gab es nach wie vor eine Ziehung, die unverändert Walter Spahrbier leitete. Wim Thoelke stellte ihn nach der ersten Quizrunde vor, seine Tätigkeit begann mit dem Starten eines Glücksrads, das die Losnummer des Hauptgewinners ermittelte (genaugenommen war das ein Einspielfilm). Anschließend kam ein Ehrengast, der während der Sendung - ohne im Bild zu sein - mit Sichtschutzbrille vor den Augen in eine Lostrommel in Gestalt eines hochkant gestellten Plexiglaswürfels griff, die Lose mit der vom Glücksrad ermittelten Endnummer enthielt. Im Laufe der Sendung erschien dann regelmäßig neben Thoelke seine Assistentin, und beide verlasen mit einer Einleitung wie „Und 100.000 Mark haben gewonnen …“ die Gewinner - vorausgesetzt, das Entziffern der Schrift gelang ihnen. In späteren Sendungen trug Spahrbier immer eine historische Postuniform, die er - sofern die Zeit reichte - auch vorstellte.

Entsprechend der Vorgängersendung gab es erneut Langspiel-Schallplatten, von denen ein Teil des Erlöses an die Aktion gingen, zumeist 2,50 DM bei günstigen 12,50 DM Verkaufspreis. Sie hatten aber nicht mehr die Bedeutung von früher, da in der Sendung Musik nicht mehr als eigenständiger Programmpunkt erschien.

[Bearbeiten] Erfolg

Die Sehbeteiligung der Sendung war mit anfangs bis zu 61% höher als die der anderen zu dieser Zeit populären Unterhaltungssendungen, wie etwa Dalli Dalli. Erst ab den 1980er Jahren sank die Zuschauerquote kontinuierlich, von 41% im Jahr 1983 bis auf 23% im Jahr 1991. Allerdings verstärkte sich in diesen Jahren die Konkurrenz der kommerziellen Sender, so dass die genannten Zahlen zu relativieren sind.

Die Lotterie-Einnahmen blieben während der gesamten Laufzeit mit Wim Thoelke hoch, sie erreichten 1991 den Rekordwert von 18,2 Mio. DM, was für eine seit 17 Jahren laufende Sendung sensationell erschien.

[Bearbeiten] Lizenz

Rischia tutto

Erst am Ende de Ära bemerkte Wim Thoelke, dass das ZDF für jede Ausgabe Der große Preis 11.000 DM an eine Frau in Starnberg auf ein Schweizer Nummernkonto überwies. Einen Vertrag fand Thoelke in den Produktionsunterlagen aber nicht und Einzelheiten über die Vereinbarung konnte er nicht in Erfahrung bringen.

Die Frau gab vor, die Interessen des Italieners Mike Bongiorno zu vertreten, von dem Rischia tutto (ital. für „Riskiere alles“) stammte, was auch als Wer gwünnt? mit Mäni Weber in der Schweiz sehr erfolgreich lief. Allerdings beschränkten sich die Gemeinsamkeiten der ZDF-Show mit Rischia tutto auf die Multivisionswand; die Spielregeln des Originals waren zu sehr auf die mediterrane Kultur abgestimmt und wurden weitreichend geändert.

Ausstrahlungen der Originalsendungen

Als Thoelke sein Ausscheiden bekannt gab, war er überrascht, dass sich kein Lizenzgeber bei ihm meldete. Er kannte es nämlich so, dass Lizenzgeber ein Interesse am erfolgreichen Fortsetzen einer Sendereihe haben und deswegen Änderungen besprechen, um sie gegebenenfalls abzulehnen. Die Wiederholung der ersten Ausgabe im Rahmen von „Klassiker der Fernsehunterhaltung“ bei 3sat im September 1994 hatte jedoch 5.000 DM Lizenzforderungen zur Folge, die ein Rechtsanwalt im Auftrag der Dame aus Starnberg stellte. Dies war dem Redakteur Gerd Hillen aber zuviel, woraufhin keine weiteren Ausgaben mehr folgten.

[Bearbeiten] Nachfolge

Thoelkes Ideen

Wim Thoelke hatte schon seit langem beschlossen, mit 65 Jahren als Showmaster aufzuhören (siehe Wim Thoelke) und das rechtzeitig angekündigt, damit die Sendung und damit auch die Aktion Sorgenkind nahtlos fortgesetzt werden konnte. Im kleinen Kreis schlug er zwei geeignete Kollegen vor und bot 6 Monate kostenlose Beratung, stieß aber sowohl bei Wolfgang Neumann, den Programmdirektor, wie auch beim Intendanten Dieter Stolte auf taube Ohren. Thoelke beschreibt Neumann als Blinder unter den Blinden, der bei der Nachfolgefrage unkontrolliert seine persönliche Begabung entfalten konnte, aus nahezu allem, was er anfasste, einen Flop zu machen. Dabei blieb er unbelehrbar und lehnte jeden kollegialen Rat ab. Dieter Stolte beeindruckte Thoelkes Bedenken nicht: Man wird sie fragen, wo die verlorenen Millionen für die Aktion Sorgenkind sind, Herr Intendant, wenn man in Zukunft weniger einnimmt.[1]

In Thoelkes Augen sollte jemand Nachfolger sein, der jung genug war, um die nächsten 10 Jahre übernehmen zu können, und jemand, der sich den Spielregeln unterordnen konnte, was einige Gedächtnisleistung erforderte. Wolfgang Lippert hatte einmal eine Folge übernommen, als sich Thoelke von seiner Herzoperation erholen musste, und dabei mit einigen Fehlern deutlich aufgezeigt, dass Der Große Preis einige Ansprüche an die Präsentation stellt. Frank Elstner wäre bereit gewesen, die Moderation zu übernehmen, was er später mit der Moderation von Jeopardy! zeigte. Neben Elstner waren noch Sabine Sauer und Wolfgang Lippert in der öffentlichen Diskussion.

Hans-Joachim Kulenkampff

Der Unterhaltungschef verfolgte jedoch einen anderen Plan: Er engagierte den sechs Jahre älteren Hans-Joachim Kulenkampff für 60.000 DM pro Ausgabe, obwohl Wim Thoelke nur die Hälfte davon bekommen hatte. Und es wurde viel Geld in neue Studiodekoration investiert.

Carolin Reiber

Kulenkampff folgte Carolin Reiber, welche sich vor allem mit der Moderation von volkstümlichen Musiksendungen einen Namen gemacht hatte. Nach sechs Sendungen präsentiert, als das ZDF die Show Ende 1993 einstellte.

Nachfolgeformate

Alle Nachfolgeformate, welche auch die Förderung der Aktion Sorgenkind zum Ziel hatten, scheiterten an der Zuschauerakzeptanz. Zu den Formaten zählten die Goldmillion und Der Große Preis mit geändertem Konzept, präsentiert von Marco Schreyl in den Jahren 2002 und 2003.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ricarda Strobel und Werner Faulstich: Die deutschen Fernsehstars. Bd. 3: Stars für die ganze Familie. Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht. 1998. ISBN 3-525-20798-0
  • Wim Thoelke: Stars, Kollegen und Ganoven – eine Art Autobiographie. Lübbe, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-404-61362-7

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Stars, Kollegen und Ganoven, Kapitel Kompetenzmangel
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