Der junge Gelehrte
| Daten des Dramas | |
|---|---|
| Titel: | Der junge Gelehrte |
| Gattung: | Lustspiel |
| Originalsprache: | deutsch |
| Autor: | Gotthold Ephraim Lessing |
| Erscheinungsjahr: | 1754 |
| Uraufführung: | 1748 |
| Ort und Zeit der Handlung: | im Studierzimmer des Damis, ein Tag |
| Personen | |
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Der junge Gelehrte ist ein Lustspiel in drei Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing, vollendet im Jahre 1747 und uraufgeführt durch die Neubersche Truppe 1748. Die Komödie wurde 1754 veröffentlicht.[1] Es handelt sich um sein bekanntestes Jugendwerk. [2]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entstehung und Konzeption
Lessing parodisiert in seinem Lustspiel nicht zuletzt seinen eigenen Werdegang. Schon in diesem, seinem ersten Bühnenwerk, zeigen sich seine besondere Wortwahl, seine Stärken, die ihn schließlich zum großen Dramatiker der Vorklassik werden lassen. Das „Lustspiel in drei Aufzügen“ handelt von dem etwa zwanzigjährigen weltfremden und wichtigtuerischen Gelehrten (Damis), der schon in mehreren Fächern promoviert hat, sieben Sprachen beherrscht und sich etlichen wissenschaftlichen Spezialstudien widmet. Von Lessings frühen Werken ist Der junge Gelehrte am stärksten dem Schema der so genannten sächsischen Verlach- und Typenkomödie verhaftet, die darauf abzielt, ein lasterhaftes oder unvernünftiges Verhalten lächerlich zu machen.
Nach Fertigstellung des Werkes 1747 übergab Lessing den Text Friederike Caroline Neuber, die den Text mit ihrer Schauspieltruppe unverzüglich auf die Bühne brachte. Lessing selbst schreibt dazu:
- „Mit so vielen Verbesserungen, als ich nur immer hatte anbringen können, kam mein junger Gelehrter in die Hände der Frau Neuberin. Auch ihr Urteil verlangte ich; aber anstatt eines Urteils erwies sie mir die Ehre, die sie sonst einem angehenden Komödienschreiber nicht leicht zu erweisen pflegte, sie ließ ihn aufführen.“[3]
Der Text wurde 1754, also einige Jahre nach der Uraufführung veröffentlicht.
[Bearbeiten] Umfang und Personen
Das Werk besteht aus 3 Aufzügen. Der Schauplatz ist die Studierstube des Damis. Es treten auf:
- Chrysander, ein alter Kaufmann
- Damis, der junge Gelehrte, Chrysanders Sohn
- Valer
- Juliane, Chrysanders Mündel
- Anton, Diener
- Lisette, Dienerin
Weitere Personen, die im Stück eine Rolle spielen, aber nicht auftreten, sind:
- Ein Freund des Damis in Berlin, der dessen Arbeit aber nicht an die Preußische Akademie weitergibt
- Ein Advokat in Dresden, bei dem Chrysander brieflich wegen des ‚Dokuments‘ und einem möglichen Prozess anfragt
[Bearbeiten] Inhalt
Valer liebt Juliane, doch will Chrysander Juliane mit seinem Sohn Damis verheiraten. Chrysander hatte Juliane nach dem Tod ihres Vaters in seinen Haushalt aufgenommen und erzogen. Der Vater Julianes hatte sein Vermögen verloren, so dass Juliane verarmt ist. Nun hat aber Chrysander ein Dokument erhalten, mit dem er einen Prozess anstrengen kann. Dieser Prozess verspricht einen Teil von Julianes Vermögens wiederzugewinnen; Juliane würde damit zu einer reichen Frau und somit interessant als Frau für Chrysanders Sohn. Bleibt Juliane verarmt, so ist er gerne bereit in die Heirat zwischen Valer und Juliane einzuwilligen. Damis selbst ist zunächst an einer Heirat wenig interessiert. Weltfremd und von sich überzeugt, verliert er sich in seine Spezialstudien und spielt den Gelehrten von Welt. Er hat eine Arbeit über die Monaden an die Preußische Akademie der Wissenschaften geschickt und wartet nun auf die Benachrichtigung aus Berlin, dass er damit bei einem Wettbewerb gewonnen hat.
Aus Berlin trifft Valer ein, der bei Chrysander vorstellig wird und Juliane heiraten möchte. Chrysander hatte ihm Hoffnungen gemacht, als er noch glaubte, dass Juliane arm sei. Chrysander, nun in Besitz eines ‚Dokuments‘ lehnt aber ab. Wenn Juliane wieder zu Geld kommt, dann möchte er das Geld für sich. Die Komik entsteht dadurch, dass Lisette, Anton und Valer versuchen Chrysander trickreich umzustimmen, was zu unvorhersehbaren Wendungen und einem Chrysander führt, der seine Meinung immer wieder je nach Situation ändert.
Zunächst versucht Lisette Damis von einer Heirat abzubringen, in dem sie Juliane bei ihm schlecht macht. Sie erreicht damit das genaue Gegenteil. Der junge Narr besinnt sich darauf, dass viele Gelehrte eine furchtbare Ehefrau hatten (Xanthippe) und will Juliane nun unbedingt heiraten, weil er glaubt, seine Gelehrsamkeit würde so im Kontrast zu einer schlechten Frau noch deutlicher hervortreten. Im nächsten Schritt schiebt Lisette mit Hilfe von Anton Chrysander einen fingierten Antwortbrief aus Dresden unter. Chrysander hatte in Dresden wegen des ‚Dokuments‘ angefragt und hatte sich so über die Chancen bei einem Rechtsstreit informieren wollen. Da das Antwortschreiben nun suggeriert, dass es keine Aussicht gibt, Juliane könne wieder zu Geld kommen, bemüht sich Chrysander nun seinen Sohn von einer Heirat abzubringen. Zuvor hatte er ihm die Heirat fast aufzwingen müssen. Dieser Wendung macht die tugendreiche Juliane einen Strich durch die Rechnung. Sie klärt Chrysander auf, denn sie will ihr Glück nicht einem Betrug zu verdanken haben.[4] Beim anschließenden Gespräch zwischen Valer und Chrysander werden sich die beiden handelseinig. Valer tritt das ‚Dokument‘ an Chrysander ab und darf dafür Juliane heiraten. Ihre Armut stört ihn nicht.
Valer hatte Anton und Lisette für ihre Unterstützung Geld geboten, daran will er sich halten. Damis erhält gegen Ende den lange erwarteten Brief aus Berlin, seinen Wettbewerbsbeitrag betreffend. Er muss von einem Freund erfahren, dass der Beitrag das Thema verfehlte und der Freund deshalb den Beitrag auch nicht eingereicht hat. Aus Wut entschließt sich Damis Deutschland zu verlassen. Der Vater reagiert gleichgültig. An diesem Tag hatten sich die beiden im Streit um die Heirat stark voneinander entfernt.
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Primärliteratur
- Gotthold Ephraim Lessing: Der junge Gelehrte. Ein Lustspiel in drei Aufzügen. Bei: zeno.org. [5]
- Gotthold Ephraim Lessing: Der junge Gelehrte (1747). Bei: Gutenberg[6]
- Gotthold Ephraim Lessing: Der junge Gelehrte. Mit einem Nachwort und Erläuterungen von Alfred Anger. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2005 (RUB). (3,40 EUR) ISBN 3-15-000037-8
[Bearbeiten] Sekundärliteratur
- Charles E. Borden: The original Model for Lessing's "Der junge Gelehrte". Berkeley, Los Angeles: University of California Press 1952 (University of California Publications in modern philology Vol. 36, Nr 3).
- Verner Arpe: Knaurs Schauspielführer. Stuttgart, Hamburg 61961, S. 144.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.reclam.de/detail/978-3-15-000037-3 (zuletzt besucht am 21. September 2008).
- ↑ Verner Arpe, Knaurs Schauspielführer, S. 144, 6. Aufl., Stuttgart Hamburg 1961
- ↑ Gotthold Ephraim Lessing: Werke. 1743-1750. Bd. 1. Frankfurt am Main 1989, S. 1052
- ↑ [...] „ich sollte mein Glück einer Betriegerin zu danken haben“ (3,10)
- ↑ Text nach der Ausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Werke. Band 1. München 1970 ff., S. 374.
- ↑ Text nach der Ausgabe: Gotthold Ephraim Lessing: Der junge Gelehrte. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1994. (Info bei Gutenberg)
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