Young Goodman Brown

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Young Goodman Brown, deutsch Der junge Nachbar Brown, ist eine Kurzgeschichte des amerikanischen Schriftstellers Nathaniel Hawthorne, die erstmals im April 1835 im New England Magazine erschien. Die Handlung der Geschichte spielt im 17. Jahrhundert im Neuengland zur Zeit der Puritaner und der Hexenprozesse von Salem (1692).

Inhalt[Bearbeiten]

In einer Nacht bei Sonnenuntergang, kurz nach seiner Hochzeit, verabschiedet sich Young Goodman Brown von seiner Frau Faith. Er geht trotz ihrer Proteste, aber doch mit ihrem Segen in den Wald außerhalb Salems, um sich dort mit einem dunklen Gesellen zu treffen. Dort wird er Zeuge einer unheimlichen rituellen Versammlung der „Gemeinde der Bösen“, an der viele angesehene Mitglieder seiner Gemeinde teilnehmen, auch der Pfarrer, die Katechismus-Lehrerin und seine eigene Frau, aber auch verspottete Sünder.

Eine dunkle Gestalt leitet die Versammlung und verspricht Erleuchtung – Brown widersteht jedoch dem Bösen und ist urplötzlich alleine im Wald.

Am nächsten Morgen kehrt Brown zu seinem Dorf zurück und schreckt vor seinem guten alten Pfarrer zurück, hat Angst um ein Kind, das von Goody Gloyse, der Lehrerin unterrichtet wird und weigert sich seine fröhliche Frau zu küssen. Ist er im Wald eingeschlafen und hat das Hexentreffen nur geträumt?

Ob Traum oder Wirklichkeit – Brown wird ein verzweifelter, hoffnungsloser Mann, der in Kirchenliedern und Predigten Böses und Gotteslästerungen hört und erstarrt, wenn seine Frau und seine Kinder zum Beten niederknien. Nach seinem Tod graviert man ihm keinen Versspruch auf seinen Grabstein, weil seine Todesstunde von Dunkelheit geprägt war.

Deutung[Bearbeiten]

Ein wichtiges Merkmal von Hawthornes Romanen und Kurzgeschichten ist die Mehrdeutigkeit. Auch diese Geschichte ist voll von vieldeutigen Aussagen. Das vielleicht auffälligste Beispiel der Ambiguität des Erzählers ist die letzte Aussage betreffend der Realität der Erfahrungen von Goodman Brown:

“Had Goodman Brown fallen asleep in the forest and only dreamed a wild dream of a witch-meeting? Be it so if you will;”

„Ist Goodman Brown im Wald eingeschlafen und hat den verrückten Traum eines Hexentreffens nur geträumt? Lasst es so gewesen sein, wenn ihr wollt.“

Die Mehrheit der Kritiker halten Young Goodman Brown für eine der besten von Hawthornes Kurzgeschichten, jedoch sind sie sich weniger über ihre Bedeutung einig. Als Themen geben die Kritiker verschiedentlich an:

  • die Wirklichkeit der Sünde,
  • die Durchdringung des Bösen,
  • die verborgene Sünde und Heuchelei aller Menschen,
  • die Heuchelei des Puritanismus,
  • die Folge von Zweifel oder Unglaube,
  • die vernichtende Kraft moralischer Skepsis
  • oder die demoralisierende Kraft der Entdeckung, dass alle Menschen Heuchler und Sünder sind.

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Der junge Nachbar Brown. Deutsch von Hannelore Neves und Siegfried Schmitz. In: Nathaniel Hawthorne: Erzählungen. Skizzen, Vorworte, Rezensionen. Winkler, München 1977, ISBN 3-538-05255-7.
  • Der junge Goodman Brown. Deutsch von Lore Krüger. in: Nathaniel Hawthorne: Mr. Higginbothams Verhängnis. Ausgewählte Erzählungen. Hrsg. von Heinz Förster. Insel-Verlag, Leipzig 1979.
  • Der junge Goodman Brown. Deutsch von Heiko Postma. jmb, Hannover 2013, ISBN 978-3-944342-25-2.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Harold Bloom (Hrsg.): Nathaniel Hawthorne's Young Goodman Brown (Bloom's Modern Critical Interpretations). Chelsea House, Philadelphia 2004, ISBN 978-0791081242.
  • Thomas E. Connolly (Hrsg.): Nathaniel Hawthorne: Young Goodman Brown. Merrill, Columbus OH 1968, ISBN 978-0675095624.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Young Goodman Brown – Originaltext (englisch)