Der lange Tod des Stuntman Cameron

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Filmdaten
Deutscher Titel Der lange Tod des Stuntman Cameron
Originaltitel The Stunt Man
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 129 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Richard Rush
Drehbuch Lawrence B. Marcus
Richard Rush
Produktion Richard Rush
Musik Dominic Frontiere
Kamera Mario Tosi
Schnitt Caroline Biggerstaff
Jack Hofstra
Besetzung

Der lange Tod des Stuntman Cameron ist eine US-amerikanische Actionkomödie aus dem Jahr 1980 von Richard Rush, nach einem Roman von Paul Brodeur.

Handlung[Bearbeiten]

Der Vietnamveteran Cameron ist auf der Flucht vor der Polizei. Versehentlich gerät er in ein Filmset, auf dem der Regisseur Eli Cross einen Kriegsfilm dreht. Cameron verursacht unabsichtlich den tödlichen Unfall eines Stuntmans. Cross willigt ein, den Flüchtling vor der Polizei zu verstecken, wenn Cameron für den toten Stuntman einspringt.

Bald schon hegt Cameron den Verdacht, dass der exzentrische Regisseur ihn nur für extrem gefährliche Szenen einsetzt. Bei einem Gespräch in einer Bar mit einem angetrunkenen Mitarbeiter des Films erfährt er, dass Cross während des tödlichen Unfalls des Stuntmans das Leben eines Hubschrauberpiloten aufs Spiel gesetzt hat, nur um die Szene filmen zu können. Cameron begegnet der Hauptdarstellerin des Films, Nina Franklin, und verliebt sich in sie. Zu seinem Befremden erfährt er, dass sie und Cross eine Affäre hatten, bevor er auftauchte.

Cross wird immer exzentrischer und tyrannischer. Als Ninas Eltern zu Besuch ans Set kommen, sollen ihnen Aufnahmen ihrer Tochter vorgeführt werden. Dabei bekommen sie eine Sexszene zu sehen. Cross wartet den nächsten Tag ab, an dem Nina eine Trauerszene zu drehen hat. Er erzählt ihr von dem Vorfall, Nina bricht in Tränen aus, was die gewünschte Emotion für die Szene ist.

Am letzten Drehtag soll ein schwieriger Stunt gedreht werden, bei dem Cameron einen Oldtimer von einer Brücke stürzen soll. Auch Nina muss noch zwei Szenen abdrehen. Cameron ist der Überzeugung, dass Cross seine Stuntszene so manipulieren werde, dass er zu Tode kommt. Er versucht, Nina dazu zu bringen, mit ihm fortzugehen. Doch das ist unmöglich, da die Polizei, von Cross benachrichtigt, das Filmset abgeriegelt hat. Dennoch verspricht Nina Cameron, mit ihm zu flüchten und versteckt sich im Kofferraum des Duesenbergs.

Cross erklärt, dass der Oldtimer das einzige zur Verfügung stehende Modell sei, daher dürfe die Szene auf keinen Fall unterbrochen werden. Cameron, ängstlich und der Panik nahe, startet den Oldtimer zu früh, so dass die Filmcrew gezwungen ist, sofort mit dem Dreh zu beginnen. Als Cameron die Brücke erreicht, glaubt er, dass seine Flucht gelungen sei und schaltet die Kamera aus, die das Innere des Wagens aufnimmt. Doch ein Filmtechniker lässt einen der Reifen platzen, was den Wagen unkontrollierbar macht. Der Wagen schleudert und stürzt von der Brücke ins Wasser. Als der Duesenberg zu sinken beginnt, klettert Cameron auf den Rücksitz, um Nina aus dem Kofferraum zu befreien. Der Kofferraum ist jedoch leer. Cameron erkennt, dass Nina neben Cross auf der Brücke steht und die Szene verfolgt.

Cameron schwimmt zum Ufer und wird von Cross aus dem Wasser geholt, was ihn zur Überzeugung bringt, dass sein Leben nie in Gefahr gewesen sei. Er fordert die zugesicherten 1000 Dollar ein, die er für seine Arbeit erhalten sollte, doch Cross lacht ihn aus und sagt, dass der Stunt nur 750 Dollar wert gewesen sei. Der wütende Cameron schimpft dem in einem Hubschrauber abfliegenden Regisseur hinterher.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein Film, der auf überraschende Weise das Medium reflektiert und dabei in bestem Sinn unterhält; zugleich macht er die Herstellung eines Films ein wenig transparent.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Ein böses, sarkastisches und actionreiches Vergnügen.“

Cinema[2]

„[…] Kultklassiker, in dem Realität und Fantasie bis zur letzten Szene aufreizend doppeldeutig bleiben.“

Noel Murray - Nashville Scene[3]

„[…] aggressiv eigenartige, existenzialistische Actionkomödie.“

Sam Adams - Philadelphia City Paper[4]

„Das Beste an dem Film ist sein Mut zur Anmaßung. Dies mag ein vages Lob sein, ist es aber nicht. "The Stunt Man" ist nicht so sehr angeberisch in seiner Schlussfolgerung falscher Raffinesse, als vielmehr erfrischend: Der Film unterhält mit seinen Ideen und seiner unerwarteten Fähigkeit, schnell, locker und lustig mit ihnen zu spielen. Es ist erfrischend, einen Film zu sehen, der Ideen liefert an Stelle von dauernder Autocrashes.“

Richard Schickel - Time Magazine[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Die Premiere fand am 28. Juni 1980 in Seattle statt. In Deutschland erschien er erstmals am 23. Juli 1981 in den Kinos.
  • Rush, der sich die Filmrechte gesichert hatte, begann mit den Dreharbeiten als unabhängiger Produzent schon 1978. Seine Suche nach einer Vertriebsgesellschaft gestaltete sich schwierig. Erst nach der erfolgreichen Premiere in Seattle und der Preisverleihung in Montréal entschloss sich die 20th Century Fox den Film in den Vertrieb zu nehmen. Der Film startete in einer kleinen Anzahl von Kinos vor wenig Publikum. Nach den Oscar-Nominierungen versprach die Vertriebsgesellschaft, den Film in weiteren Kinos zu zeigen. Jedoch bekamen nur drei weitere Kinos Kopien, so dass der Film auf Grund mangelndem Busucherinteresses schnell aus den Programmen verschwand.[6]
  • Der im Film tödlich verunglückte Stuntman Lucky wurde von Steve Railsbacks Bruder Michael gespielt. Eine kleine Nebenrolle spielte James Avery, der hier zum zweiten Mal vor der Kamera stand.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der lange Tod des Stuntman Cameron im Lexikon des Internationalen Films
  2. Kritik der Cinema
  3. „[…] cult classic, wherein what’s real and what’s make-believe remain tantalizingly ambiguous up to the final frame.“ - Kritik der Nashville Scene (engl.)
  4. „[…] aggressively quirky, existentialist action comedy“ - Kritik der Philadelphia City Paper (engl.)
  5. „The best thing about this film is that it has the courage of its own pretentiousness. This may seem dim praise, but it is not. The Stunt Man is not so much sophomoric, with its implications of false sophistication, as it is freshmanic: the movie delights in the play of ideas and in its own unsuspected ability to play fast, loose and funny with them. It is refreshing to see a movie that sends ideas instead of autos crashing headon.“ - Kritik des Time Magazine (engl.)
  6. Artikel bei TCM (engl.)