Derendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf
Derendorf

Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten [1]
Geograph. Lage   51° 15′ N, 6° 48′ O51.2438888888896.7922222222222Koordinaten: 51° 15′ N, 6° 48′ O
Fläche   3,34 km²
Einwohner   18.325 (Stand 30. September 2005)
Bevölkerungsdichte   5.487 Einwohner je km²
Stadtbezirk   Stadtbezirk 1
Stadtteilnummer   015
Verkehrsanbindung
Bundesstraße   B1 B7 B8
S-Bahn   S 1 S 6 S 11
Straßenbahn   701 704 707 715
Schnellbus   SB 51 SB 55
Buslinie   721 722 729 751 752 754 756 758 834 863
Nachtverkehr   NE1 807

Derendorf ist ein Stadtteil von Düsseldorf und Teil des Stadtbezirks 1.

Lage[Bearbeiten]

Ehemalige Infanteriekaserne Tannenstraße, Garnison des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39, mit dem Verwaltungsgebäude der Rheinmetall AG im Hintergrund

Der Stadtteil Derendorf grenzt im Süden (im Verlauf der Jülicher Straße) an den Stadtteil Pempelfort, im Westen (im Verlauf der Roßstraße) an Golzheim, im Norden (im Verlauf des Thewissenweg und der Straße An der Piwipp) an Unterrath und im Osten (entlang der Haupttrasse der Bahn) an die Stadtteile Düsseltal und Mörsenbroich.[2] Die Fläche beträgt ca. 3,3 km², wobei pro km² 4.185 Einwohner leben. Der Altersdurchschnitt beträgt 43 Jahre und entspricht somit dem Düsseldorfs insgesamt.

Derendorf befindet sich derzeit im Wandel. Früher stark von der Industrie geprägt (Schlösser-Brauerei, Rheinmetall etc.) wird dieser Stadtteil aufgrund der guten Infrastruktur und der Nähe zum Zentrum als Wohnstandort immer beliebter.

Bisher überwiegen in Derendorf Einpersonenhaushalte bei einem ebenfalls großen Angebot an Dreiraumwohnungen. Der Ausstattungsstandard liegt jedoch etwas unter dem Durchschnitt. Gleiches gilt für die Mietpreise. Nach wie vor leben in Derendorf überdurchschnittlich viele türkische Bürger.

Teile Pempelforts, wie die Nordstraße, werden oft irrtümlich zum Stadtteil Derendorf gerechnet, doch tatsächlich beginnt dieser erst nördlich der Jülicher Straße. Das gewerbliche Zentrum Derendorfs stellt tatsächlich die Gegend um Münsterplatz und Münsterstraße mit dem Münster-Center dar. Im Norden des Stadtteils befinden sich darüber hinaus der städtische Großmarkt, auf dessen Gelände einmal im Monat der Radschläger-Trödelmarkt veranstaltet wird, sowie Teile des Nordfriedhofs.

Am östlichen Rand des Stadtteils befindet sich die Zentralmoschee-Düsseldorf des DİTİB. Das Moscheegebäude wurde für etwa 1,9 Mio. Euro von der Rheinbahn abgekauft und befindet sich direkt an der S-Bahn-Station.

Zur Zeit (01/2010) wird an der Autobrücke am Derendorf S-Bahnhof (Münsterstraße) eine Auffahrtsrampe auf die entstehende Entlastungsstraße errichtet, welche dann parallel zu den Bahngleisen bis zum Wehrhahn durch das neue Entwicklungsgebiet Neue Stadtquartiere Derendorf führen soll.

In Derendorf lebte die Familie Gustav von Rohdens.

Geschichte[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit am heutigen Münsterplatz, Foto um 1880

Das Gebiet, auf dem der heutige Stadtteil Derendorf liegt, war bereits in der vorrömischen Eisenzeit besiedelt. Im Bereich der Golzheimer Heide, einem Dünengelände, das sich zwischen Derendorf und dem heutigen Flughafen erstreckte, wurden über einhundert Gräber aus jener Zeit gefunden.[3] Die auf -dorf endenden Ortsnamen gehören nach der Ortsnamenforschung zu den ältesten Siedlungen des Mittelalters, allerdings fehlen schriftliche Quellen. Seit 1384 gehört Derendorf im Rahmen von Eingemeindungen weiterer Orte zu Düsseldorf. Diese Gebiete außerhalb der Stadtmauern waren landwirtschaftlich geprägt. In Urkunden aus jener Zeit werden in Derendorf der Buscherhof sowie 14 Waldparzellen genannt. Aus dem 15. Jahrhundert wurde die Haltung von Schafen bekannt. Selbst um 1800 wurde in Derendorf immer noch überwiegend Landwirtschaft betrieben und das Gebiet war lediglich dünn besiedelt.[4] 1692/93 wurde die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit im Bereich des heutigen Münsterplatzes errichtet. Obwohl in der damaligen Außengemeinde seinerzeit nur etwa 600 Katholiken wohnten, war die Errichtung einer eigenen Pfarrei wegen des weiten Kirchwegs und wegen nächtlich geschlossener Stadttore notwendig geworden.[5]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Derendorf

Entwicklungsbereiche in Derendorf Nord[Bearbeiten]

Auf dem ehemaligen Rheinmetall-Gelände, dem Gelände der Ulanenkaserne an der Tannenstraße sowie der Areale des ehemaligen Schlachthofes und der Schlösser-Brauerei sind bereits und werden im Rahmen des „Entwicklungsbereichs Derendorf Nord“ umfangreiche Neuentwicklungen umgesetzt.

Es sind im Wesentlichen folgende Bereiche: Bereich Tannenstraße, Bereich Rheinmetall, Bereich Rather Straße/nördlich Schlachthof und der Bereich Schlösser-Brauerei und Schlachthof.

Bereich Tannenstraße[Bearbeiten]

Im Bereich der Tannenstraße ist die Umsetzung auf dem 10 ha großen Kasernengelände schon sehr weit fortgeschritten und besteht u.a. aus dem neuen Hauptverwaltungsgebäude der Werbeagentur Grey G2 Group Germany, einem Studienzentrum der Akademie Mode & Design und zwei Wohnbauprojekten, welche durch die Landesentwicklungsgesellschaft NRW GmbH (LEG) und die in Gelsenkirchen ansässige THS TreuHandStelle GmbH durchgeführt werden.

Bereich Rheinmetall[Bearbeiten]

Der 9 ha große Bereich Rheinmetall befindet sich ebenfalls im fortgeschrittenen Stadium. Die Rheinmetall AG sanierte und erweiterte ihre alte Hauptverwaltung und verwendet das Gebäude auch wieder als Hauptverwaltung.

Es gibt ebenfalls Wohnbauprojekte, geplant sind 150 Wohnungen, davon 80 bereits realisiert, sowie Büroflächen mit etwa 89.000 m², welche hauptsächlich entlang der Heinrich-Ehrhardt-Straße geplant sind.

Bereich Rather Straße/nördlich Schlachthof[Bearbeiten]

Im nördlichen Bereich des ehemaligen Schlachthofes ist bereits vor einigen Jahren ein Büro- und Einkaufskomplex mit dem Namen Forum Derendorf entstanden. Dieses Objekt ist Teil des geschlossenen Immobilienfonds „HSBC Trinkaus Europa Immobilien-Fonds 6“ von HSBC Trinkaus Real Estate GmbH.

Bereich Schlösser-Brauerei und Schlachthof[Bearbeiten]

Bisher nur in der Planung und vor kurzem begonnen mit ersten Abrissarbeiten der bisherigen Bebauung ist der Bereich Schlösser-Brauerei und Schlachthof.

Nach einem Wettbewerb, in welchem unter anderem eine „Kinder-Stadt“ (Wohnbebauung) geplant war, ist die Entscheidung jetzt für einen Neubau des Campus der Fachhochschule Düsseldorf gefallen. Der Campus umfasst Hörsaal- und Seminarflächen, Labore, eine Bibliothek, Verwaltungs- und Ausstellungsflächen sowie eine Mensa/Cafeteria. Der Campus wird im Sommer 2015 fertiggestellt.[6] Zudem sind auch studentisches Wohnen, ein Kindergarten sowie eine Jugendfreizeiteinrichtung geplant.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 015 – Derendorf
  2. OpenStreetMap / Relation / Derendorf (91063). Abgerufen am 2. August 2009.
  3. Thomas Ruppel: Urgeschichte und vorrömische Metallzeiten. In: Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf, Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert Band 1, Patmos, Düsseldorf 1988, ISBN 3-491-34221-X, S. 113 mit Beilage Fundkarte I.
  4. Erich Wisplinghoff: Mittelalter und frühe Neuzeit. Das ländliche Umfeld. In: Hugo Weidenhaupt (Hrsg.): Düsseldorf, Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert Band 1, Patmos, Düsseldorf 1988, ISBN 3-491-34221-X, S. 391f.
  5. Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. Triltsch Verlag, Düsseldorf 1983, neunte überarbeitete Auflage, S. 63 f.
  6. Neue Fachhochschule eröffnet im Sommer 2015. Abgerufen am 30. Juni 2013 (PDF; 844 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Derendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien