Dermatochalasis

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Klassifikation nach ICD-10
Q82.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen der Haut - Cutis laxa (hyperelastica)
H02.3 Blepharochalasis
L57.4 Cutis laxa senilis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Dermatochalasis (von grie. δέρμα - derma „Haut und χαλασις - chalasis „Nachlassen“. Synonym: lat. Cutis laxa = „schlaffe Haut“)' bezeichnet eine Gruppe von meist altersbedingten Bindegewebsveränderungen, nicht selten mit familiärer Häufung. Der Begriff wird oft in der Augenheilkunde, aber auch in der Dermatologie verwendet.[1][2] Gemeinsames Kennzeichen ist eine schlaffe, unelastische und oft in großen Falten herunterhängende Haut an unterschiedlichen Körperpartien, die den Betroffenen älter aussehen lässt. Bekannte Manifestationen finden sich unter anderem an den Tränensäcken, den Augenlidern oder der Rückenhaut.

Ursachen[Bearbeiten]

Mögliche Ursachen sind:[3]

  • idiopatisch rezidivierende Schwellung der Oberlider (Blepharochalasis)
  • vererbungsbedingte (hereditäre) Erkrankungen des Bindegewebes (Cutis-laxa-Syndrom)[4][5]
  • altersbedingt (Cutis laxa senilis)
  • durch entzündliche Hautkrankheiten (Dermatitis) oder durch Einnahme von Penicillamin während der Schwangerschaft erworben (Cutis laxa acquisita)

Diagnose[Bearbeiten]

Die Abgrenzung der verschiedenen Formen basiert auf dem Manifestationsalter, eventuell vorhergegangenen Veränderungen wie Urtikaria, Quincke-Ödem, entzündlichen Hautveränderungen oder allergischer Reaktionen zum Beispiel auf Medikamente. Bei Verdacht auf eine erbliche Form muss eine ausführliche Körperliche Untersuchung mit Familienanamnese, eventuell diagnostische Bildgebung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt werden.[3]

Differentialdiagnose[Bearbeiten]

Abzugrenzen sind ferner:[3]

Therapie[Bearbeiten]

In Abhängigkeit von der Ursache der Erkrankung gibt es unterschiedliche Behandlungsansätze, wie bspw. die Haut straffende, konservative Maßnahmen (Gymnastik, Kalt-Warm-Duschen, Bindegewebsmassagen etc.) oder auch operative Interventionen (bspw. Blepharoplastik). Bei erworbenen Formen steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Mensing, T. Krieg, W. Meigel, O. Braun-Falco: Cutis laxa. Klassifikation, Klinische Aspekte und Molekulardefekte. In: Der Hautarzt; Zeitschrift für Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete. Bd. 35, Nr. 10, Oktober 1984, ISSN 0017-8470, S. 506–511, PMID 6500933.
  • M. Mohamed, M. Voet, T. Gardeitchik, E. Morava: Cutis Laxa. In: Advances in experimental medicine and biology. Bd. 802, 2014, ISSN 0065-2598, S. 161–184, doi:10.1007/978-94-007-7893-1_11, PMID 24443027 (Review).
  • E. Makrantonaki, C. C. Zouboulis: Molekulare Ätiologie der Hautalterung. In: Der Hautarzt; Zeitschrift für Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete. Bd. 62, Nr. 8, August 2011, ISSN 1432-1173, S. 582–587, doi:10.1007/s00105-011-2136-7, PMID 21681542 (Review).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anselm Kampik, Franz Grehn: Augenärztliche Differenzialdiagnose. Georg Thieme, 2008, ISBN 9783131567826.
  2. a b Peter Altmeyer, V. Paech: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, 2005, ISBN 9783540276487.
  3. a b c Dermatochalasis. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).
  4. Institut für Medizinische Genetik und Humangenetik der Charité Berlin: Hereditäre Erkrankungen des Bindegewebes
  5.  O. Braun-Falco, M. Rupec, M. J. Lindley: Angeborene Dermatochalasis als Leitsymptom eines Symptomenkomplexes. In: Archiv für klinische und experimentelle Dermatologie. 220, Nr. 2, 1964, S. 166–182, doi:10.1007/BF00571834.
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