Dermatologie

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Hautstruktur gesunder menschlicher Haut

Die Dermatologie (von griechisch δέρμα - derma „Haut“[1] und -logie, von λόγος) ist das Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Abklärung, Behandlung und Betreuung von Patienten mit nichtinfektiösen und infektiösen Erkrankungen der Haut sowie mit gut- und bösartigen Hauttumoren befasst.

Spezialgebiete[Bearbeiten]

Spezialgebiete der Dermatologie umfassen unter anderem Hauttumore (Dermatoonkologie), insbesondere das maligne Melanom, Basalzellkarzinom sowie das Spinozelluläre Karzinom, Erkrankungen der Übergangsschleimhäute und Hautanhangsgebilde (z. B. Trichologie), die Dermatoallergologie, die Dermatochirurgie, Andrologie, physikalische Therapien wie Ultraviolett-Bestrahlung z. B. PUVA, Photodynamische Therapie und Lasertherapie, die Dermatohistologie, die Phlebologie, Venerologie, Psychosomatische Dermatologie[2] und die kosmetische Dermatotherapie.

Mit der Venerologie deckt die Dermatologie die sexuell übertragbaren Krankheiten ab inklusive der eigentlichen Geschlechtskrankheiten (Venerea).

Weiterbildungscurriculum[Bearbeiten]

Die Weiterbildung zum Facharzt dauert 60 Monate. Das Weiterbildungscurriculum zum Facharzt/Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten umfasst nachfolgende Teilgebiete:[3]

Allgemeine Dermatologie, operative Chirurgie, Dermato-Onkologie[Bearbeiten]

Stationäre Behandlung von Patienten auf dem Gebiet der allgemeinen Dermatologie, der operativen Chirurgie sowie der Dermato-Onkologie:

  • Bösartige Melanome der Haut
  • Nicht-Melanozytäre bösartige Hauttumoren
    • Mikrographisch, histologisch kontrollierte Exzision und plastische Defektrekonstruktion
  • Operative Dermatologie
  • Dermatologische Phlebologie

Allgemeine Dermatologie, Allergologie, Autoimmundermatosen[Bearbeiten]

Stationäre Behandlung von Patienten aus allen Gebieten der allgemeinen Dermatologie, Allergologie sowie Autoimmundermatosen.

Untersuchungsverfahren[Bearbeiten]

Zur optischen Untersuchung wird häufig die Diaskopie mit Glasspatel verwendet.

Anzahl der Hautärzte[Bearbeiten]

Im Jahre 2010 gab es nach Angaben der Bundesärztekammer 5.314 Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Deutschland.

Facharztbezeichnung Ende 2007 Ende 2008 Ende 2010 Veränderung 2007 zu 2010
Haut- und Geschlechtskrankheiten 5.114 5.180 5.314 + 3,9 %

Berufsvertretung[Bearbeiten]

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V. (DDG) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft für Dermatologie in Deutschland. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die 1998 gegründete Deutsche Dermatologische Akademie (DDA) ermöglicht und überwacht die qualitätsgesicherte und effektive wissenschaftliche Weiterbildung der Hautärzte. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) ist der Zusammenschluss der deutschen niedergelassenen Hautärzte zur Vertretung Ihrer wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen.[4] Mit seiner "AG JuDerm" - Junge Dermatologen [5] hat der BVDD Anfang 2013 eine eigene Interessenvertretung der Studenten und Weiterbildungsassistenten zur Nachwuchsförderung und Unterstützung der niedergelassenen Dermatologen ins Leben gerufen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GEMOLL: Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch
  2. Wolfgang Harth; Uwe Gieler;: Psychosomatische Dermatologie Berlin : Springer, 2006., ISBN 978-3540248903
  3. Uniklinik Leipzig, Dermatologie, Weiterbildungscurriculum
  4. Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)
  5. Junge Dermatologen (JuDerm)

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Wolff: Synopsis und Atlas der Klinischen Dermatologie. 1. Auflage (1993), McGraw-Hill, Stuttgart, 2. Auflage (1994), 3. Auflage (1997), McGraw-Hill International (UK) ISBN 3-89028-411-6 ISBN 978-3-89028-411-8
  • Peter Fritsch: Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag, 2. Auflage. 2004, ISBN 3-540-00332-0
  • Peter Altmeyer, Thomas Dirschka, Roland Hartwig: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer Bei Elsevier, 2002, ISBN 3-437-22300-3
  • Otto Braun-Falco, Gerd Plewig, Helmut H. Wolff: Dermatologie und Venerologie. Springer Verlag, Berlin und Heidelberg 2005, ISBN 3-540-40525-9
  • Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann: Basiswissen Dermatologie – Eine vorlesungsorientierte Darstellung. W3L Verlag, Herdecke und Bochum 2006, ISBN 3-937137-95-5
  • Beate M. Henz, Helmut Kerl, Thomas Rosenbach: Dermatologie und Venerologie (De Gruyter Lehrbuch). Gruyter; 2. Auflage. Aufl. (März 2007), ISBN 3-11-015123-5
  • Roland Niedner, Yael Adler: Hautkrankheiten im Blick für die Kitteltasche. Wissenschaftliche Verlagsges., 2004, ISBN 3-8047-2045-5
  • Helmut Schöfer, Susan Baur-Beger (Hrsg.): Derma-Net-Online 2007, Aktuelle Dermatologie für Dermatologen und dermatologisch Interessierte, Ein jährlich aktualisiertes Online-Lehrbuch
  • Josef Smolle, Frank Mader: Beratungsproblematik Haut. Diagnostik, Therapie und Pflege im Praxisalltag. Springer Verlag, 2002, ISBN 3-540-41706-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dermatologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Dermatologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • DermIS.net umfangreicher Dermatologie-Informationsdienst in Kooperation der Abteilung für Klinische Sozialmedizin (Universität Heidelberg) und der Hautklinik Erlangen (Universität Erlangen-Nürnberg)