Dermoidzyste

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Klassifikation nach ICD-10
D27 Gutartige Neubildung des Ovars
D31.9 Gutartige Neubildung des Auges und der Augenanhangsgebilde
Gutartige Neubildung an nicht näher bezeichneter Lokalisation
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Gewebe mit Zähnen, Haut und Haaren aus einem Teratom des Eierstocks.
Dermoidzyste im transvaginalen Ultraschall

Bei der Dermoidzyste handelt es sich um einen Hohlraum, der von Oberhautgewebe ausgekleidet ist. Die Dermoidzyste gehört zu den Teratomen.

Es handelt sich um einen Keimzelltumor, genauer gesagt ein reifes Teratom, das aus vollkommen verschiedenen Gewebearten besteht. Daher kann es innerhalb der Dermoidzyste zur Ausbildung von Gewebestrukturen wie Muskulatur, Knorpel, kleinen Knochen, Haaren und auch völlig ausgebildeten Zähnen kommen.

Vorkommen[Bearbeiten]

Wiewohl Dermoidzysten überall auftreten können, sind nachstehende Vorkommen vergleichsweise häufig:

Eierstock[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Zysten, die während des weiblichen Regelzyklus entstehen und sich zumeist von selbst zurückbilden, ist die Dermoidzyste eine embryonale Fehlentwicklung.

Bei großen Dermoidzysten steigt das Risiko einer Torsion. Bei einer derartigen Komplikation sowie bei einer Einblutung wird eine operative Entfernung, meist durch Laparoskopie erforderlich.[1][2]

Ultraschallbild einer supraorbitalen Dermoidzyste bei einem 9 Monate alten Kind, "eingegrabene" Konfiguration mit teilzerstörter äußerer Knochenlamelle gut erkennbar

Periorbitale Dermoidzyste[Bearbeiten]

Eine Dermoidzyste kann sich auch im Kopfbereich (Nichtodontogene Zysten) ausbilden.

Zusammen mit den Epidermoidzysten stellen Dermoidzysten etwa 20 Prozent der Raumforderungen am knöchernen Schädel. In der Regel treten sie bereits bei Säuglingen und Kleinkindern in Erscheinung als umschriebene, anfangs verschieblich, dann nicht mehr verschiebliche glatt begrenzte Knotenbildung typischerweise in Augenbrauenhöhe im Bereich der gesamten Schädelkonvexität.[3]

Differentialdiagnostisch ist bei Lokalisation in Nähe der Nasenwurzel an eine Enzephalozele zu denken.

Spinale Dermoidzyste[Bearbeiten]

Im Rahmen des Neuralrohrverschlusses können sich auch an der Wirbelsäule, meist lumbal, Dermoidzysten ausbilden. Sie gelten als sehr selten.[4][5]

Hoden[Bearbeiten]

Ein Auftreten in den männlichen Hoden weist eine hohe Entartungswahrscheinlichkeit auf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursus-Nikolaus Riede (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart, ISBN 3-13-683305-8.
  • Mark K. Huntington, Robert Kruger, David W. Ohrt: Large, Complex, Benign Cystic Teratoma in an Adolescent. In: J Am Board Fam Pract. 15 (2), 2002, S. 164–167. (online, PDF, 371 kB)
  • M. Bettex, N. Genton, M. Stockmann (Hrsg.): Kinderchirurgie. Diagnostik, Indikation, Therapie, Prognose. 2. Auflage, Thieme, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-642-11330-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Cyst Management"http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/uog.7610/full#bib2
  2. "Dermoid Cyst of the Ovary Defined" http://www.medterms.com/script/main/art.asp?articlekey=2960
  3. Springer Medizin
  4. Najjar et al (2005) Dorsal Intramedullary Dermoids. Neurosurgery Review. 28:320-325
  5. Aalst et al (2009) Intraspinal Dermoid and Epidermoid Tumours: Reports of 18 Cases ad Reapproasal of the Literature. Pediatric Neurosurgery. 45:281-290