Desenzano del Garda

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Desenzano del Garda
Wappen
Desenzano del Garda (Italien)
Desenzano del Garda
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Brescia (BS)
Lokale Bezeichnung: Dezensà
Koordinaten: 45° 28′ N, 10° 32′ O45.46666666666710.53333333333396Koordinaten: 45° 28′ 0″ N, 10° 32′ 0″ O
Höhe: 96 m s.l.m.
Fläche: 60 km²
Einwohner: 27.050 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 451 Einw./km²
Postleitzahl: 25015
Vorwahl: 030
ISTAT-Nummer: 017067
Volksbezeichnung: Desenzanesi
Schutzpatron: Sant'Angela Merici
Website: Desenzano del Garda

Die Stadt Desenzano del Garda (im örtlichen Dialekt Dezensà) ist mit 27.050 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) die größte Stadt am Gardasee und liegt in der Provinz Brescia in der italienischen Region Lombardei.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in einem weiten Golf im Südwesten des Gardasees, der im Osten von der Halbinsel von Sirmione begrenzt wird. Der gleichnamige Bahnhof der Bahnstrecke Mailand–Venedig liegt südlich des Stadtzentrums, etwa 2 km südlich der Stadt liegt die gleichnamige Autobahnanschlussstelle der A 4 / E 70 (Mailand–Verona).

Geschichte[Bearbeiten]

In der 4 Kilometer entfernten Polada-Torfgrube wurden zahlreiche Reste prähistorischer Pfahlbauten mit charakterischen Henkelgefäßen der sog. Polada-Kultur gefunden.

Durch die Reste eines großen Landhauses (Villa Romana, siehe unten) wird die Bedeutung Desenzanos zur Römerzeit dokumentiert. Der pagus decensianus (lat. anmutiges Dorf) gehörte zum Rechtsprechungsbezirk von Brescia.

Zur Zeit der Langobarden gehörte der Ort zur Mark Verona, kam danach an die Grafschaft Brescia. Im Jahr 879 fiel die Gegend an das Kloster San Zeno in Verona, bis das ganze Gebiet von Enrico IV an die Grafen von Desenzano als Lehensgut übergeben wurde.

Die Blütezeit erreichte Desenzano unter venezianischer Herrschaft. Auf dem Markt wurden dienstags und donnerstags Waren aus dem umliegenden Tälern der Sabbia, Trompia und Camonica angeboten und besonders Getreide. Er war einer der wichtigsten Märkte der gesamten Padania, und sein Getreidepreis hatte in der Lombardei, in der Treviser Mark und in der Romagna Gültigkeit. Auch heute noch findet an der Strandpromenade Cesare Battisti jeden Dienstag ein großer Wochenmarkt statt.

1701 und 1704 wurde Desenzano zuerst von den kaiserlichen und dann von den französischen Truppen zerstört.

Zur Zeit Napoléons wurde es dem Département Mella eingegliedert, das sich über das gesamte südliche und westliche Seeufer erstreckte.

Das Museum „Giovanni Rambotti“ (benannt nach dem Entdecker der Polada-Funde) beinhaltet die vielen Funde, die in der Torfgrube von Polada zwischen Desenzano und Lonato del Garda und im Gebiet Lavagnone, einer Pfahlbausiedlung etwa 5 km südlich der Stadt, ans Licht gekommen sind. Außer Keramiken, Messer- und Waffenspitzen aus Kieselstein, Waffen, Geräten usw. befindet sich im Museum auch ein Pflug aus Eichenholz aus der südalpinen Bronzezeit (ca. 2200 v. Chr.).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der alte Hafen von Desenzano

Das Zentrum, der alte Hafen, die Mole[Bearbeiten]

Desenzanos Zentrum ist die pittoreske Piazza Malvezzi am Alten Hafen, wo früher die Lastkähne für den Transport der am Markt gehandelten Waren anlegten. Der Platz wird von einem antiken Bogengang umgeben, und im Zentrum steht das Monument von Angela Merici, der Gründerin des Ordens der Heiligen Ursula (Ursulinen). An der Strandpromenade, wo sich der Sarkophag von Attilia Urbica befindet, liegt der neue Hafen, von wo aus die Linienschiffe der Navigazione Lago di Garda zu anderen Orten am Gardasee auslaufen. Der alte Hafen ist eines der beliebtesten Postkartensujets von Desenzano und gilt als bedeutendes Wahrzeichen der Stadt.

Im Hintergrund des Fotos sind die Überreste eines mittelalterlichen Schlosses zu erkennen mit dem Bergfried und zinnenbewehrter Mauer mit kleineren Türmen.

Die Mole von Desenzano mit dem Leuchtturm

Nur wenig von der Piazza entfernt sind die Überreste der Villa Romana aus dem 2.–3. Jahrhundert in der Via Scavi Romani zu besichtigen.

Am Ende der Mole von Desenzano befindet sich der kleine Leuchtturm von Desenzano.

Santa Maria Maddalena[Bearbeiten]

Santa Maria Maddalena

Sie ist als Hauptkirche Desenzanos ein Werk des Architekten Giulio Todeschini und wurde 1586 über einem früheren heiligen Gebäude errichtet. Im Inneren befinden sich drei Schiffe, geschmückt mit großen Gemälden von Künstlern, die zu den bekanntesten ihrer Zeit gehörten. So u.a. Bilder von Zenone Veronese, Andrea Celesti (Taufe Christi), Palma il Giovane, Domenico Brusasorzi, Gianbettino Cignaroli, Bertanza und Giovanni Battista Tiepolo. Berühmt ist vor allem Tiepolos Letztes Abendmahl, das von einigen Kunstkennern allerdings seinem Sohn Domenico zugesprochen wird.

Villa Romana[Bearbeiten]

Emanuele Zamboni, ein Schreiner aus Desenzano, stieß 1921, als er mit dem Bau eines Hauses beginnen wollte, auf die Überreste eines über 1000 m² großen römischen Gutshofs. Die Villa gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse von großen spätantiken Villen Norditaliens: Eine erste Bauphase wird dem 1. Jahrhundert n.Chr. zugeschrieben, die Vollendung wird hingegen auf den Anfang des 4. Jahrhunderts datiert. Die Villa Romana gilt heute als wichtiges Beispiel dieser Wohnform in Norditalien. Erhalten blieben die 240 m² großen Reste von Bodenmosaiken und die Hohlraumheizungsanlagen, die als frühe Vorläufer heutiger Fußbodenheizungen gelten. Die Mosaiken zeigen eine Qualität der Ausführung, die den berühmten pompeijanischen Mosaiken gleichgestellt werden kann.

Städtepartner[Bearbeiten]

Durch Städtepartnerschaften ist Desenzano verbunden mit:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

In Desenzano und in der näheren Umgebung gibt es verschiedene Diskotheken. Eine davon rühmt sich sogar, die größte Disco Europas zu sein. Dies macht Desenzano attraktiv für junge Leute, die jeweils Freitag- und Samstagnacht aus dem Umkreis nach Desenzano „pilgern“.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Desenzano del Garda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.