Desktop (grafische Benutzeroberfläche)

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Der Desktop bildet üblicherweise stets den Hintergrund der Arbeitsaktivität; hier: GNOME unter Ubuntu Linux
Ubuntu 13.10 „Saucy Salamander“ mit Desktop Unity
Der KDE-4-Desktop

Der Desktop (vom englischen desk top für „(die) Tischplatte“) ist in der EDV die Arbeitsfläche einer Benutzerschnittstelle, die heute meist auf einer grafischen Benutzeroberfläche basiert. Der Desktop bildet die unterste Fensterebene. Deutsche Begriffe für Desktop sind „Arbeitsfläche“, „Arbeitsoberfläche“, „Schreibtischplatte“ oder „Schreibtischoberfläche“. Bei Personal Computern hat jedes Benutzerprofil einen eigenen Desktop.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Ursprünglich war mit Desktop die Bauweise der Desktop-Computer (nach dem Gehäuse) gemeint, das entweder flach auf dem Schreibtisch (Desktopgehäuse) liegen, aber auch senkrecht neben dem Schreibtisch (Towergehäuse) stehen kann. Da die meisten Computer heute in Towergehäusen gebaut werden und gleichzeitig die Benutzung graphischer Benutzeroberflächen an Bedeutung gewonnen hat, wird der Ausdruck Desktop heute fast ausschließlich im Zusammenhang mit letzterem verwendet. Das Wort setzt sich aus engl. desk für Schreibtisch und top für dessen Oberfläche zusammen.

Schreibtischmetapher[Bearbeiten]

Der Desktop bildet die Grundlage der sogenannten Schreibtischmetapher. Auf dem Desktop können in der Regel mehrere Icons (Piktogramme) angeordnet sein. Gängige Desktops enthalten oft Symbole wie Festplattenpartitionen, Wechseldatenträger sowie den Papierkorb, außerdem beliebige Verknüpfungen zu Dateien und Ordnern oder auch Dateien und Ordner selbst.

Die technische Umsetzung der Schreibtischmetapher geschieht durch eine Arbeitsumgebung.

Die Schreibtischmetapher wurde in den 1970er Jahren am Palo Alto Research Center (PARC), vornehmlich durch Alan Kay, entwickelt. Sie wurde erstmals mit dem Apple Macintosh auf dem Markt bekannt und ist heute fester Bestandteil vieler graphischer Benutzeroberflächen, wie zum Beispiel:

In vielen Implementierungen wird der Desktop selbst oder wesentliche Teile durch ein ausgezeichnetes Verzeichnis des Nutzers repräsentiert. Unter KDE, GNOME und Windows ist es das Desktop-Verzeichnis des Benutzers.

Es existieren auch grafische Oberflächen, die als Desktop bezeichnet werden und trotzdem keine Schreibtischmetapher verwenden. Ein X-Server mit einem einfachen Fenstermanager wie twm besitzt keine der oben erwähnten Symbole, sehr wohl aber eine Hintergrundebene, die als Desktop bezeichnet werden kann. KDE 4 unterstützt anstatt von Symbolen lediglich Miniprogramme ("Plasmoids") auf der Arbeitsfläche, welche aber wiederum durchaus den Inhalt des Desktop-Verzeichnisses anzeigen können, wodurch das "klassische" Verhalten anderer Desktops simuliert werden kann.

In der grafischen Benutzeroberfläche GEM von Digital Research, welche auch Bestandteil des Betriebssystems TOS des Atari-ST-Computers (1985) war, wurde die grafische Shell als Desktop bezeichnet, das Programm hieß intern auch „DESKTOP.APP“.

Virtueller Desktop[Bearbeiten]

Hauptartikel: Virtueller Desktop

Ein virtueller Desktop ist ein Desktop, dessen Fläche größer als die Fläche des darstellenden Bildschirms ist. Die erweiterte Fläche kann durch Scrollen oder Umschalten zugänglich gemacht werden.

3D-Desktop[Bearbeiten]

Für die Gestaltung eines Desktops zwecks Übersichtlichkeit, einfacher Navigation mit wenigen Mausklicks, Ergonomie u.s.w. kommen verschiedene Konzepte zur Anwendung. Ein solches Konzept ist der 3D-Desktop. Dabei wird dem Anwender eine 3D-Welt vorgegaukelt, welche jedoch in Wirklichkeit am zweidimensionalen Bildschirm dargestellt wird. Durch die 3D-Darstellung können beispielsweise 3D-Objekte bewegt und rotiert oder verschiedene Desktop-Ansichten geboten werden. Beispiele für oft genutzte 3D-Desktops sind KDE 4 und Compiz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Desktop – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen