Desmond Connell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen.

Desmond Kardinal Connell (* 24. März 1926 in Dublin, Irland) ist emeritierter Erzbischof des Erzbistums Dublin.

Leben[Bearbeiten]

Desmond Connell studierte in Dublin Katholische Theologie und Philosophie und empfing im Jahre 1951 das Sakrament der Priesterweihe. Ein weiterführendes Studium an der Katholischen Universität Löwen schloss er mit der Promotion im Fachbereich Systematische Philosophie ab. Ab 1953 unterrichtete er in der Sektion für Metaphysik am University College Dublin.

Im Jahre 1972 wurde er an derselben Hochschule ordentlicher Professor für das Gesamtgebiet der Metaphysik und Leiter der Fakultät für Philosophie und Soziologie. Als Anerkennung seiner zahlreich veröffentlichten Schriften zu theologischen und philosophischen Themen verlieh ihm die Nationaluniversität von Irland im Jahre 1981 einen literaturwissenschaftlichen Doktortitel. Neben seiner Dozententätigkeiten betreute Desmond Donnell als Seelsorger ein Klarissenkloster und zwei Karmelitinnenklöster.

Im Jahre 1988 wurde er zum Erzbischof von Dublin ernannt. Im feierlichen Konsistorium des Jahres 2001 nahm ihn Papst Johannes Paul II. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Silvestro in Capite in das Kardinalskollegium auf. Am 26. April 2004 trat er als Erzbischof von Dublin zurück. Sein Nachfolger wurde Diarmuid Martin.

Kommission zur Aufklärung von Kindesmissbrauch in Irland[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Kardinal Connell klagte gegen seinen Nachfolger im Amt Diarmuid Martin, um die Herausgabe einiger tausend Dokumente zu verhindern. Er erregte damit großes Aufsehen und Unruhe unter den irischen Katholiken und bei den Opfern des sexuellen Missbrauchs.

Seán Brady, Erzbischof von Armagh und Primas der römisch-katholischen Kirche von Ganz Irland, bewog ihn, seine Klage gegen die Herausgabe der Dokumente zurückzuziehen. Connells Nachfolger, Erzbischof Diarmuid Martin, hatte die Dokumente der Kommission zur Untersuchung des Umgangs der Erzdiözese Dublin mit dem Kindesmissbrauch durch Kleriker in den Jahren 1975 bis 2004 übergeben wollen.[1] [2]

2009 wurde Connell im Murphy-Bericht als einer der Bischöfe genannt, die kirchliche Täter, die z. T. über Jahrzehnte hin hunderte Kinder schwer missbraucht hatten, in Schutz nahmen, nicht stoppten und den Opfern damit die Hilfe verweigerten. Mehrere Bischöfe mussten daraufhin zurücktreten, nachdem auch der Vatikan sich empört über die Vorgänge in Irland geäußert hatte.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Primate urged Cardinal Connell to drop action”, The Irish Times, 12. Februar 2008
  2. Martin Alioth: Skandal in Irlands Kirche. Geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt. Spiegel-online, 20. Mai 2009.
  3. Missbrauchsskandal. Irische Bischöfe bieten an Heiligabend Rücktritt an. Spiegel-online, 25. Dezember 2009.
  4. Carsten Volkery: Bischofsrücktritt nach Missbrauchskandal. Irlands Katholiken misten aus. Spiegel-online, 17. Dezember 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Kevin McNamara Erzbischof von Dublin
1988–2004
Diarmuid Martin