Dettlef Günther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dettlef Günther Rennrodeln
Dettlef Günther
Nation Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Geburtstag 27. August 1954
Geburtsort Steinheidel-Erlabrunn
Größe 181 cm
Gewicht 90 kg
Beruf Elektromonteur, Dipl.-Sportlehrer
Karriere
Disziplin Einsitzer
Verein SC Traktor Oberwiesenthal
Trainer Erhard Klotzsche; Eberhard Illing[1]
Status zurückgetreten
Karriereende 1980
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
EM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
DDR-Meisterschaft 0 × Gold 3 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 1976 Innsbruck Einsitzer
FIL Rennrodel-Weltmeisterschaften
Gold 1979 Königssee Einsitzer
FIL Rennrodel-Europameisterschaften
Gold 1975 Olang Einsitzer
Silber 1979 Oberhof Einsitzer
DDR-Rennrodel-MeisterschaftenVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Bronze 1975 Oberhof Einsitzer
Silber 1976 Oberhof Einsitzer
Silber 1977 Oberwiesenthal Einsitzer
Silber 1978 Oberhof Einsitzer
letzte Änderung: 20. November 2012

Dettlef Günther (* 27. August 1954 in Steinheidel-Erlabrunn) ist ein ehemaliger deutscher Rennrodler, der für die DDR startete.

Der wie Ortrun Enderlein aus der erzgebirgischen Gemeinde Raschau stammende Günther begann seine Sportkarriere in der Sektion Fußball von BSG Rotation Raschau. Bei Übungsleiter Heinz Dittmann kam er mit dem Rennschlittensport in Berührung, wurde jedoch erst unter Trainer Erhard Klotzsche bei SC Traktor Oberwiesenthal zum Spitzenrodler. Bei der Junioren-Europameisterschaft auf der Naturrodelbahn in Olang gewann er 1973 den Titel. Zwei Jahre später gewann er an gleicher Stelle den Titel bei der Rennrodel-Europameisterschaft 1975.[2] Seinen größten Erfolg feierte er bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck, als er mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung vor Josef Fendt Olympiasieger im Einsitzer wurde. Für diesen Erfolg wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.[3] Zudem gewann er bei der Rennrodel-Weltmeisterschaft 1979 am Königssee den Titel. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid konnte er seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden, als er in Führung liegend im dritten Lauf stürzte; in Summe aber trotzdem den vierten Platz belegte.

Günther absolvierte eine Ausbildung zum Elektromonteur und ein Fernstudium zum Diplom-Sportlehrer an der Deutschen Hochschule für Körperkultur. Nach seiner aktiven Laufbahn als Rodler war er als Trainer beim SC Traktor Oberwiesenthal tätig.[2]

Aufgrund einer fehlerhaften Eintragung in seiner Geburtsurkunde wird Günthers Vorname mit zwei "t" geschrieben.

Als „IM Richter“ arbeitete er für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Ab November 1976 hat er für seine Dienste mehrfach Geldprämien erhalten.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dettlef Günther – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günther, Dettlef. In: Günter Weigel: Kleine Chronik großer Sportler – Erzgebirger auf die wir stolz sind. Rockstroh, Aue, 2004, S. 73.
  2. a b ND v. 22. Januar 1975, S. 5.
  3. Berliner Zeitung. 25. März 1976, S. 4
  4. "Das war damals geheim und das soll auch heute geheim bleiben". www.dradio.de. Abgerufen am 19. März 2010.