Deutsche Alpenstraße

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Verlauf der Deutschen Alpenstraße
Deutsche Alpenstraße bei Oberjoch
Die Queralpenstraße

Die Deutsche Alpenstraße, auch umgangssprachlich Queralpenstraße genannt, ist eine Ferienstraße, die fast ausschließlich durch die Bayerischen Alpen in Deutschland führt.

Die landschaftlich sehr schöne Strecke führt über circa 450 km in West-Ost-Richtung vom Bodensee ins Berchtesgadener Land.

Verlauf[Bearbeiten]

Von Lindau am Bodensee verläuft die Deutsche Alpenstraße unter anderem durch Oberstaufen und vorbei am Großen Alpsee nach Immenstadt und dann durch einen Teil des Illertals nach Sonthofen und durch das Tal der Ostrach nach Bad Hindelang. Von hier führt sie über den Oberjochpass (1178 m ü. NN) hinauf nach Oberjoch und zweigt dort nach Unterjoch ab. Entlang der Wertach gelangt sie nach Wertach und vorbei am Grüntensee nach Nesselwang. Durch Pfronten und entlang des Weißensees passiert sie bei Füssen und Schwangau den Forggensee und etwas später den Bannwaldsee. Danach führt sie über Steingaden und Oberammergau nach Farchant und im Tal der Loisach nach Garmisch-Partenkirchen.

Vorbei am Barmsee führt die Deutsche Alpenstraße über Krün und Benediktbeuern nach Bad Tölz, dann durch das Isartal zum Sylvensteinsee. Nach zwei kurzen Teilstücken über österreichisches Staatsgebiet verläuft die Straße weiter über den Achenpass (941 m ü. NN), dann entlang der Weißach nach Rottach-Egern und damit zum Tegernsee. Am Ostufer des Sees entlang, durch die Stadt Tegernsee und über Gmund und Hausham, führt sie nach Schliersee am gleichnamigen See. Anschließend verläuft sie durch Bayrischzell und über den Sudelfeldpass (1123 m ü. NN) zum Wasserfall Tatzelwurm. Von dort geht es hinunter in das Inntal nach Niederaudorf, weiter durch Brannenburg und die A 93 und den Inn querend nach Nußdorf.

Weiterhin verläuft die Deutsche Alpenstraße über Samerberg nach Frasdorf, Aschau, Bernau und Grassau. Anschließend kreuzt sie bei Marquartstein das Tal der Tiroler Achen und führt durch Unterwössen und über den Maserer-Pass (793 m ü. NN) nach Reit im Winkl. Entlang Weitsee, Mittersee, Lödensee und Förchensee verläuft sie knapp vorbei an Ruhpolding und Inzell nach Schneizlreuth, dann das Saalachtal kreuzend zur Schwarzbachwacht (868 m ü. NN) im Biosphärenreservat Berchtesgaden. Letztlich erreicht sie über Ramsau mit Blick unter anderen auf den Blaueisgletscher und die weltberühmte Pfarrkirche St. Sebastian, an der Hindenburglinde vorbei, dem Tal der Ramsauer Ache durch die Preisenklamm folgend Berchtesgaden.

Historischer Abschluss der Alpenstraße ist die Roßfeldhöhenringstraße (1560 m ü. NN) oberhalb bzw. östlich von Berchtesgaden. 1939–1945 bildete die einst landschaftsgerecht geplante Alpenstraße, die parallel zur Hellbrunner Allee fast bis in die historische Altstadt der Stadt Salzburg führt, das östliche Ende der Deutschen Alpenstraße.

Bundesstraßen[Bearbeiten]

Diese Bundesstraßen bzw. Abschnitte von ihnen sind Teil der Deutsche Alpenstraße:

B 2, B 12, B 17, B 23, B 305, B 307, B 308, B 309 und B 310.

Geschichte[Bearbeiten]

1927 wurde die Straße nach einer Idee von Sanitätsrat Knorz geboren, mit dem Ziel, die Quertäler der Alpen (Ost-West-Richtung) zwischen Bodensee und Königssee durch einen fest definierten Straßenzug entlang der Bayerischen Alpen zu verbinden.

Durch Einbeziehung der geplanten Wallbergstraße in die zu dieser Zeit projektierte Queralpenstraße hoffte der Rottacher Gemeinderat den Staat am Bau der Wallbergstraße beteiligen zu können. Die gedachte Straßenführung wäre dann von Rottach-Egern, Wallberghaus, Plankensteinsattel, Riedereck, Sutten bis zur Firstalm gegangen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hielt diese Straßenführung für unnötig lang und schrieb am 21. Februar 1934 an den Rottacher Gemeinderat, dass die Queralpenstraße von Rottach-Egern aus über den Kühzagl-Sattel nach Schliersee geführt werden soll.

Die heutige Streckenführung erhielt die Deutsche Alpenstraße in den 1930er Jahren. Sie wurde zum Beispiel in Ramsau bei Berchtesgaden völlig neu trassiert. Die oberste Leitung für die Baumaßnahmen lag bei Fritz Todt. In dieser Zeit sollte die Trasse direkt durch den Gletschergarten zwischen Weißbach an der Alpenstraße und Inzell führen. Obwohl bereits mit den Sprengarbeiten durch den Bautrupp begonnen wurde, konnte ein großer Teil des Gletschergartens gerettet werden und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel entlang der Alpenstraße.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Prager, Rainer Höh: Deutsche Alpenstraße, Leipzig 1996. ISBN 3-89261-196-3
  • Die Wallbergstraße mit dem Schweiß der Legionäre gepflastert in: Tegernseer Tal, Heft 94, S. 34 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Deutsche Alpenstraße Homepage
  • Deutsche Alpenstraße bei Jokko.de
    • Auf dieser Webseite ist die Deutsche Alpenstraße auf Kartenmaterial im Maßstab 1:250.000 abgebildet. Besondere Sehenswürdigkeiten sind auf der Route mit einem Symbol versehen, das beim Darüberbewegen der Computermaus eine Kurzbeschreibung anzeigt. Sie sind auch in Listenform verfügbar.