Deutsche Annington Immobilien Gruppe

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Deutsche Annington Immobilien Gruppe
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Rechtsform SE
ISIN DE000A1ML7J1
Gründung 2001
Sitz Düsseldorf
Mitarbeiter 3.000 (2014)[1]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.deutsche-annington.com
Hauptverwaltung der Deutsche Annington, Bochum

Die Deutsche Annington Immobilien Gruppe (DAIG) wurde 2001 gegründet. Sie ist mit rund 210.000 eigenen und für Dritte verwalteten Wohnungen an rund 550 Standorten das größte Wohnungsunternehmen in Deutschland (Stand März 2013). Der Unternehmenssitz ist Düsseldorf. Die Hauptverwaltung befindet sich in Bochum. Am 1. März 2012 wurde die Holding Deutsche Annington Immobilien GmbH in eine Aktiengesellschaft und im Juni 2012 in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ihren Namen leitete die Deutsche Annington von der britischen Schwestergesellschaft Annington Homes ab, die im Zuge von Privatisierungen vom Britischen Verteidigungsministerium Häuser und Wohnungen der britischen Streitkräfte übernommen hatte.

Im Jahre 2001 wurde die Deutsche Annington erstmals tätig und erwarb 11 (von 18) Eisenbahnerwohnungsbaugesellschaften (EWG) des Bundes mit rund 65.000 Wohnungen. 2003 kaufte die Deutsche Annington die Heimbau AG in Kiel mit rund 10.000 Wohnungen. Im Dezember 2004 kaufte sie 4.500 ehemalige Werkswohnungen von RWE. Inoffiziell wird von einem Kaufpreis von rund 225 Millionen Euro gesprochen; das wären durchschnittlich 50.000 Euro pro Wohnung.[3] Am 17. Mai 2005 übernahm die Deutsche Annington die Viterra AG mit 152.000 Wohnungen für knapp 7 Milliarden Euro (durchschnittlich etwa 46.000 Euro pro Wohnung).[4]

Mit diesem Kauf stieg die Deutsche Annington zum größten deutschen Immobilienunternehmen mit rund 230.000 Wohnungen auf. Später wurde das Unternehmen grundlegend restrukturiert. Zunächst wurden etwa 500 Mitarbeiter entlassen, womit die Zahl der Beschäftigten von 1.889 (Dezember 2005) auf 1.385 Mitarbeiter (Dezember 2006) sank. Bis Ende 2009 wurde die Anzahl der Mitarbeiter weiter reduziert – um 20 % auf 1.097 Mitarbeiter.[5] (2011)

Im Laufe des Jahres 2009 stellte die DAIG ihr Auskunftssystem für Mieteranfragen auf ein Mietercenter mit einer bundesweit einheitlichen Telefonnummer um. Alle ortsnahen Servicecenter wurden geschlossen.[6]

Die anhaltende Finanzkrise im Jahr 2011 erschwerte der DAIG den Zugang zu günstigem Fremdkapital. Die DAIG versuchte deswegen, Investoren eines 4,7 Mrd. € umfassenden Finanzierungsvehikels zu einer Verlängerung der Laufzeit über das vertragliche Ende im Juli 2013 hinaus zu bewegen, um eine existenzbedrohende Situation zu vermeiden.[7] Im Oktober 2012 meldeten Medien, die DAIG mache Fortschritte bei der Umschuldung. [8] Im Rahmen der Umstrukturierung wurde die Schuldenlast nach Angaben der Annington von 4,3 auf 3,8 Mrd. Euro gesenkt.[9]

Im Juli 2013 brachte die DA 15,5 Prozent ihrer Aktien an die Börse. 34,85 Millionen Aktien zu einem Preis von je 16,50 Euro wurden den Zeichnern zugeteilt.[10] Nach anderen Angaben brachte sie 10 Prozent ihrer Aktien an die Börse.[11] Großanteilseigner war bis Mai 2014 13 Jahre lang die Londoner Private-Equity-Gesellschaft Terra Firma Capital Partners. Im Mai 2014 reichte Terra die Anteile an den eigenen Fondsanleger weiter. Damit stieg der Streubesitz des bisher im Kleinwerteindex SDax gelisteten Unternehmens von rund 26 Prozent auf 90 Prozent.[12] Anschließend wurden die Aktien zum 22. September 2014 in den MDAX aufgenommen.

Im Dezember 2014 wurde bekannt gegeben, das die Deutsche Annington das Konkurrenzunternehmen GAGFAH für 3,9 Mrd. Euro übernehmen wird.[13]

Vorstandsvorsitzende (CEO)[Bearbeiten]

  • Volker Riebel, Juli 2001 bis Dezember 2006 [14]
  • Georg Kuhlenkampf, Dezember 2006 bis März 2007
  • Wijnand Donkers, Mai 2007 bis September 2012
  • Robbie Barr, September 2012 bis März 2013 (provisorisch)
  • Rolf Buch, seit 1. April 2013

Strategie[Bearbeiten]

Auf dem deutschen Markt erhofft sich die Deutsche Annington eine hohe Rendite, weil deutsche Immobilien im internationalen Vergleich meist in einem relativ guten baulichen Zustand sind, die Preise verhältnismäßig niedrig sind und der Anteil des Wohneigentums in Deutschland bislang vergleichsweise gering ist.

Die DAIG kauft, wie andere internationale Private Equity-Gesellschaften auch, Immobilien mit vergleichsweise geringem Eigenkapitaleinsatz. Aufgrund des sogenannten Leverage-Effekts ermöglichen der Zugang zu günstigem Fremdkapital und sichere Mieteinnahmen die Refinanzierung der Käufe und eine hohe Eigenkapitalrendite. Das Management hält weitere Rendite-Steigerungen bei einem Wohnungsunternehmen dieser Größenordnung durch Veränderungen der Wohnungsbewirtschaftung – etwa durch Personalabbau, die Verringerung von Leerstand-Quoten, Mieterhöhungen und die Auslagerung von Leistungen –, durch die Veräußerung von Forderungen, Verbriefung, Portfolio-Umschichtungen und die Privatisierung von Wohnungen möglich.

Es zählt zu den Konzepten der Deutschen Annington, Mietern oder anderen Interessenten den Erwerb von Wohnungseigentum anzubieten.

Mieterschutz[Bearbeiten]

Für aufgekaufte Wohnungsgesellschaften bestehen in der Regel noch jeweils auf diese Wohnungen bezogene, besondere Mieterschutzregelungen, insbesondere für die Eisenbahnerwohnungen und den Bestand der ehemaligen Viterra, für den am 26. August 2004 eine Selbstverpflichtung zur sozialverträglichen Gestaltung von Wohnungsverkäufen bekannt gegeben wurde. [15] Für ehemalige Werkswohnungen des Ruhrbergbaus gelten in der Regel die Grundsätze der GSB Gesellschaft zur Sicherung von Bergmannswohnungen.

Kritik[Bearbeiten]

Der Deutsche Annington wird vorgeworfen, aufgrund ihres ausgeprägten Gewinnstrebens berechtigte Interessen der Mieter zu vernachlässigen.[16] Annington wird regional[17] und überregional[18] verschiedentlich von Mietervereinen eine mangelnde Instandhaltung der Wohnungen vorgeworfen. Die Nebenkostenabrechnungen der DAIG werden als nicht nachvollziehbar und intransparent kritisiert und vom Deutschen Mieterbund überprüft.[19][20]

Die DAIG wies derartige Vorwürfe meist zurück.[21] Sie behauptete 2007, eine Reihe von Servicemaßnahmen für Mieter eingeführt zu haben.[22] Der WDR sendete am 17. November 2014 eine Dokumentation Wohngeschäfte der Deutschen Annington. In ihr wurde sich u.a. kritisch mit der Qualität der Wohnungen und den Mieten nach dem Kauf durch die Annington auseinandergesetzt.[23]

Im August 2012 wurde bekannt, dass die Deutsche Annington den Versorgungsvertrag mit Unitymedia gekündigt hat und die Anschlüsse in ihren Wohnungen auf die Deutsche Multimedia Service GmbH (DMSG), eine Tochterfirma der Deutsche Annington, in Zusammenarbeitet der Deutschen Telekom zusammenarbeitet umgestellt werden. Im Februar 2013 wurden die ersten 20.000 Haushalte auf einen Kabelanschluss der Deutschen Multimedia Service GmbH umgestellt.[24][25] Obwohl diese Regelung oft eine Kostenreduzierung für Mieter brachte, die bereits über einen Kabelanschlußvertrag verfügten, erhöhen sich dadurch aber die Betriebskosten für Mieter, die den Kabelanschluss nicht nutzen. Laut einem Urteil des Amtsgerichts Dortmund vom 13. März 2014 (AZ 433 C 5966/13) dürfen jedoch die Kosten für die Kabel-TV-Versorgung nicht auf die Betriebskosten umgelegt werden, sofern im Mietvertrag geregelt ist, dass der Vermieter keinerlei Empfangsmöglichkeiten zur Verfügung stellt und der Mieter einen gesonderten Vertrag abschließen könne.[26]

Stiftungen[Bearbeiten]

Die Deutsche Annington hat zwei Stiftungen, deren Zweck es nach eigenen Angaben ist, Hilfe in sozialen Notlagen, bei Hilfsbedürftigkeit und bei persönlichen Schicksalsschlägen zu gewähren. Dies sind die 'Deutsche Annington Stiftung'[27] und die 'Viterra Stiftung'.[28]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Annington – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://deutsche-annington.com/de/artikel/da_web_artikel_de_478230.html
  2. Historie. Abgerufen am 26. März 2013.
  3. RWE stößt Wohnimmobilien ab. Deutsche Annington kauft. In: rp-online.de. 17. Dezember 2004, abgerufen am 27. Februar 2013.
  4.  Wohnungsbaugesellschaft Viterra geht an Finanzinvestor Muttergesellschaft. Eon erlöst für die Nummer eins der Branche vier Milliarden Euro. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 113, 17. Mai 2005, ISSN 0174-4909, S. 15 (online, kostenpflichtig, abgerufen am 27. Februar 2012).
  5. Geschäftsbericht 2011. Deutsche Annington Immobilien AG, April 2012, abgerufen am 27. Februar 2013 (PDF; 1,09 MB).
  6. Annington nicht mehr vor Ort. Verschlechterung für 10.000 Mieter. In: derwesten.de. WAZ-Mediengruppe, 24. Juni 2009, abgerufen am 27. Februar 2013.
  7. http://www.costar.co.uk/en/assets/news/2011/August/Deustche-Annington-to-outline-its-47bn-GRAND-plan-for-full-recovery/
  8. Deutsche Annington kommt Milliarden-Umschuldung näher. In: Handelsblatt. 25. Oktober 2012, abgerufen am 27. Februar 2013.
  9. http://deutsche-annington.com/de/pressemitteilung/da_web_pressemitteilung_de_681635.html
  10. spiegel.de
  11. www.manager-magazin.de
  12. http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/beteiligungsfirma-verlaesst-immobilienriese-terra-firma-verabschiedet-sich-von-annington/9923384.html
  13. Großfusion Immobilienkonzerne: Deutsche Annington will Gagfah übernehmen Handelsblatt, 1. Dezember 2014, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  14. Volker Riebel räumt die Spitze der Deutschen Annington für Georg Kulenkampff. In: Immobilien Zeitung. 19. Dezember 2006, abgerufen am 27. Februar 2013.
  15. [tt_news=1392&cHash=6c5e94aef97f77f3fc07d08d75c0740f Selbstverpflichtung der Viterra AG], abgerufen am 24. März 2013
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBarbara Warning: 275 Mieter im Gartenholz fürchten um ihr Zuhause. In: Hamburger Abendblatt Online. 15. Februar 2005, abgerufen am 21. Mai 2009. Vgl. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPressemitteilung vom 30. April 2007. Deutscher Mieterbund e.V., abgerufen am 21. Mai 2009.
  17. Wohnen wird zur akuten Gefahr. 7. Juni 2010, abgerufen am 27. Februar 2013.
  18. Der NRW-Wohnungsmarkt nach der Privatisierungswelle Zur Miete bei "Heuschrecken" Von Marion Kretz-Mangold. NDR, 13. September 2010, abgerufen am 27. Februar 2013.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMieterbund warnt vor undurchsichtigen Nebenkostenabrechnungen der Deutschen Annington. In: Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e.V. 31.Juli 2008, abgerufen am 27. Februar 2013.
  20. Annington verklagt Mieter. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessischer Rundfunk. 8. Juli 2010, ehemals im Original, abgerufen am 27. Februar 2013. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.hr-online.de
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMatthias Streitz: Immobilienriese Deutsche Annington: Wir sind nicht die Kirche. In: Spiegel Online. 13. Oktober 2005, abgerufen am 21. Mai 2009.
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRichard Haimann: Service für Mieter. In: Welt Online. 3. Juli 2007, abgerufen am 21. Mai 2009.
  23. WDR: Die Akte Annington
  24. Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss. In: derwesten.de. WAZ-Mediengruppe, 6. September 2012, abgerufen am 27. Februar 2013.
  25. Erste 20 000 Haushalte am neuen TV-Netz der Telekom, digitalfernsehen.de, 13. Februar 2013, abgerufen am 26. Mai 2013
  26. Neues Urteil: Nicht alle Annington-Mieter müssen Zwangs-Kabel TV akzeptieren – Mieterverein Dortmund rät zur Prüfung des Mietvertrags. In: Pressemitteilung Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. 20. März 2014, abgerufen am 8. August 2014.
  27. Deutsche Annington Stiftung. Abgerufen am 16. September 2010.
  28. Viterra Stiftung. Abgerufen am 16. September 2010.