Deutsche Basketballnationalmannschaft

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Deutsche Basketballnationalmannschaft (Begriffsklärung) aufgeführt.
Deutschland
Deutschland
DeutschlandDeutschland
Verband DBB
FIBA-Mitglied seit 1934
FIBA-Weltranglistenplatz 18
Technischer Sponsor Peak
Trainer Emir Mutapčić (seit Mai 2014)
Rekordspieler Patrick Femerling (221) [1]
Weltmeisterschaften
Endrundenteilnahmen 4
Beste Ergebnisse Bronze (2002)
Olympische Spiele
Endrundenteilnahmen 5
Beste Ergebnisse 7. Platz (1992)
Kontinentale Meisterschaften
Meisterschaft Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 20
Beste Ergebnisse Gold (1993)
Silber (2005)
Homepage http://www.basketball-bund.de/teams/a-herren
(Stand: 28. Oktober 2013)

Die deutsche Basketballnationalmannschaft der Herren ist eine vom Bundestrainer getroffene Auswahl deutscher Basketballspieler. Sie repräsentiert den Deutschen Basketball Bund (DBB) auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei Europameisterschaften des europäischen Kontinentalverbandes ULEB oder bei Weltmeisterschaften des Weltverbandes FIBA sowie bei den Basketballwettbewerben der Olympischen Sommerspiele.

Das erste Länderspiel mit deutscher Beteiligung fand am 7. August 1936 im Rahmen des I. Olympischen Basketballturniers in Berlin gegen die Schweiz statt. Am 1. August 2010 bestritt die deutsche Basketballnationalmannschaft in Leiden gegen die Niederlande das 900. Länderspiel ihrer Geschichte.

Der bis heute größte Erfolg war der Gewinn der Europameisterschaft 1993 im eigenen Land. Ferner belegte man bei der Weltmeisterschaft 2002 in den Vereinigten Staaten den dritten Platz und gewann bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro die Silbermedaille. Die bislang beste Olympia-Platzierung erreichte man bei den XXV. Sommerspielen 1992 in Barcelona mit dem siebten Platz.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge (1936 bis 1983)[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin als zum ersten Mal Basketball im Programm einer Olympiade stand, trat die deutsche Nationalmannschaft das erste Mal bei einem internationalen Turnier auf, verlor jedoch drei Gruppenspiele, das vierte wurde kampflos gewonnen weil Spanien nicht angetreten war. Deutschland schied schon in der Vorrunde aus.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach sämtliche Basketballunternehmungen Deutschlands. Erst 1951 nahm die Mannschaft der Bundesrepublik an der 7. Basketball-Europameisterschaft teil, belegte aber nur Platz 12. Auch das einzige gesamtdeutsche Basketballteam, bestehend aus acht west- und vier ostdeutschen Spielern, war zwei Jahre später wenig erfolgreich und belegte nur Platz 14. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München war man als Gastgeber automatisch qualifiziert. Neben vier Vorrundenniederlagen reichte es nach Siegen über die philippinische und die senegalesische Olympiaauswahl auch zu einem Sieg über Polen. In den Platzierungsspielen verlor man jeweils mit einem Punkt achtbar gegen Australien und Spanien und belegte am Ende den zwölften Platz.

Erste sportliche Olympiaqualifikation unter Trainer Klein (1983 bis 1987)[Bearbeiten]

Nach einem achten Platz bei der EM 1983 übernahm der deutschstämmige israelische Nationaltrainer Ralph Klein als Nationaltrainer und konnte die Nationalmannschaft nach dem Olympia-Boykott der Warschauer Pakt-Staaten (bis auf Rumänien) und befreundeter Nationen erstmals auch nach sportlicher Qualifikation zu einem Olympia-Turnier führen. Beim Turnier selbst reichte es für die Mannschaft um die US-College-Studenten und zukünftigen NBA-Profis Detlef Schrempf, Uwe Blab und Christian Welp in fünf Vorrundenspielen zu zwei Siegen über unter anderem Brasilien und zum Einzug ins Viertelfinale. Dort unterlag man mit nur elf Punkten Unterschied dem Gastgeber USA, deren College-Auswahl mit Michael Jordan, Patrick Ewing und Chris Mullin drei Spieler angehörten, die acht Jahre später als NBA-Profis auch dem „Dream Team“ bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona angehören sollten. Nach zwei Niederlagen in Platzierungsspielen belegte man am Ende den achten Platz. Bei der folgenden EM-Endrunde 1985 im eigenen Land wurde man als Gastgeber sogar Fünfter. Nach der Viertelfinalniederlage gegen Spanien besiegte man in den Platzierungsspielen die damals erneut enttäuschende jugoslawische Basketballnationalmannschaft sowie Frankreich. Bei der ersten Teilnahme Deutschlands an einer Weltmeisterschaft im Jahr 1986 schied Deutschland ohne Schrempf und Blab, die mittlerweile NBA-Profis waren, jedoch schon in der Vorrunde aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs beim Korbverhältnis aus. 1987 reichte es bei der EM-Endrunde in Athen für Platz sechs.

Europameisterschaftstriumph unter Trainer Pešić (1987 bis 1993)[Bearbeiten]

Nach dem Rücktritt von Trainer Klein übernahm Svetislav Pešić 1987 als Nationaltrainer, der zuvor als Trainer einer besonders talentierten jugoslawischen Juniorenauswahl um Toni Kukoč, Vlade Divac und Dino Rađa die U19-Weltmeisterschaft im gleichen Jahr gewonnen hatte. Bei diesem epochemachenden Triumph wurde erstmals eine Auswahl der Vereinigten Staaten unter den gleichen Bedingungen bezwungen,[2] da die Herrennationalmannschaft der USA nur mit College-Spielern im Alter von maximal 23 Jahren antrat. Nach einer verpassten Olympiateilnahme für die Spiele 1988 stellten sich für Pešić als Bundestrainer erst Erfolge nach der erfolgreichen Olympiaqualifikation vier Jahre später ein. Mit NBA-Profi Schrempf und dem aus der NBA in die deutsche Bundesliga zurückgekehrten Christian Welp konnte bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona ein siebter Platz erreicht werden.

Bei der folgenden EM-Endrunde 1993 erneut im eigenen Land gelang der deutschen Mannschaft ohne NBA All-Star Schrempf ihr bis heute größter Erfolg. Sie profitierte dabei vom Auseinanderbrechen der dominierenden europäischen Basketballnationen Sowjetunion und Jugoslawien, deren Nationalmannschaften zuvor seit 1947 zusammen genommen 19 von 23 Europameisterschaften gewonnen hatten und als einzige europäische Nationen bereits Basketball-Weltmeister geworden waren. Während die „rest“-jugoslawische Nationalmannschaft aus Serbien und Montenegro wegen der Jugoslawienkriege vom Turnier ausgeschlossen worden war, verteilten sich die zuvor führenden Nationalmannschaften auf die neuen Teilnehmermannschaften Russland, Litauen, Estland, Lettland, Kroatien, Slowenien und Bosnien und Herzegowina. Nach drei Siegen und drei Niederlagen in der Vor- und Zwischenrunde konnte die deutsche Mannschaft Spanien in der Verlängerung des Viertelfinales knapp mit 79:76 bezwingen. Welp sicherte im Halbfinale mit einem erfolgreichen Fernwurf in letzter Sekunde einen 76:73-Sieg gegen Griechenland, die 1987 im eigenen Land noch Europameister geworden waren. Im Finale gegen Russland, das in der Olympiahalle München ausgetragen wurde, glich Christian Welp im letzten deutschen Angriff nach Pass von Kai Nürnberger zuerst zum 70:70 aus, um 3,9 Sekunden vor Ablauf der Zeit einen Freiwurf zum 71:70 Endstand zu verwandeln. Mannschaftskapitän Hansi Gnad, der später lange Zeit Rekordnationalspieler war, konnte für die Nationalmannschaft erstmals einen Siegerpokal bei einem offiziellen Endrundenturnier in die Höhe recken und Welp wurde der Titel Most Valuable Player (MVP) des Turniers verliehen. Die deutsche Mannschaft wurde von den deutschen Sportjournalisten zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt. Anschließend trat Pešić von seinem Amt als Nationaltrainer zurück zugunsten einer Tätigkeit als Vereinstrainer von ALBA Berlin, die er zum ersten europäischen Pokalgewinn einer deutschen Vereinsmannschaft 1995 und zu fünf aufeinanderfolgenden deutschen Meisterschaften ab 1996 führte.

Aus sportlichem Loch zur ersten WM-Medaille (1993 bis 2003)[Bearbeiten]

Pešić serbischer Landsmann und Nachfolger als Nationaltrainer Vladislav Lučić blieb in seiner Zeit mit der Nationalmannschaft von 1994 bis 1997 glücklos. Sein finnischer Nachfolger Henrik Dettmann profitierte anschließend vom Heranreifen eines Ausnahmespielers, der zum bis heute besten und erfolgreichsten deutschen Basketballspieler werden sollte: Dirk Nowitzki, der 1998 mit 19 Jahren als einer der wenigen europäischen Spieler ohne nennenswerte Erfahrung im Senioren- oder College-Basketball von den Milwauckee Bucks in die NBA gedraftet und darauf zu den Dallas Mavericks getraded wurde, sollte sich nicht nur zum prägenden und bedeutendsten Spieler seines NBA-Vereins entwickeln, sondern auch die deutsche Nationalmannschaft zu neuen Erfolgen führen. Symbolhaft für die Wachablösung im deutschen Basketball hatte Nowitzki seinen ersten NBA-Einsatz gegen die Mannschaft von Detlef Schrempf, der zuvor als erster in Deutschland aufgewachsener Spieler den Sprung in die am höchsten dotierte Profiliga geschafft hatte. Als „Franchise player“ der Mavericks weckte er mit seinen Erfolgen in Verein und Nationalmannschaft neue Begeisterung für den Basketball in Deutschland und die deutsche Nationalmannschaft. Nachdem in den 1980er Jahren bereits der deutschstämmige Kanadier Mike Jackel, der in der Basketball-Bundesliga auf Korbjagd ging und 1993 bei seinem letzten Nationalmannschaftsturnier ebenfalls Europameister geworden war, eingebürgert worden war, erhielt mit dem in Deutschland geborenen Shawn Bradley erstmals ein NBA-Spieler und Mannschaftskamerad von Nowitzki bei den Mavericks die deutsche Staatsbürgerschaft. Bei Bradleys einziger Teilnahme bei einer Endrunde mit der deutschen Nationalmannschaft 2001 waren die Deutschen im Halbfinale der EM-Endrunde gegen Gastgeber Türkei nur eine Sekunde vom Einzug ins Finale entfernt, als die türkische Mannschaft mit einem „Buzzer Beater“ das Spiel in die Verlängerung brachte. Die Türkei gewann und die demoralisierten Deutschen verloren mit EM-Endrunden-Topscorer Nowitzki zudem das kleine Finale und landeten auf dem unglücklichen vierten Platz. 2002 machte Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Indianapolis auf sich aufmerksam. Von Nowitzkis Spiel beflügelt schied das deutsche Team erst im Halbfinale gegen den Favoriten Argentinien, die zuvor in der Vorrunde nicht nur Deutschland, sondern auch den uninspirierten Gastgeber USA geschlagen hatten, mit 80:86 aus. Im Spiel um Platz drei konnten die Deutschen Neuseeland mit 117:97 bezwingen und gewannen mit der Bronzemedaille die erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft. Dirk Nowitzki wurde zum MVP des Turniers gewählt. Ein Jahr später bei der Europameisterschaft 2003 erlitt die Mannschaft jedoch einen Rückschlag und verpasste die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2004 durch eine 84:86-Niederlage in der Zwischenrunde gegen Italien.

Abschluss der Ära Nowitzki unter Trainer Bauermann (2003 bis 2011)[Bearbeiten]

Nach der verpassten Olympiaqualifikation wurde Dirk Bauermann neuer Bundestrainer, der die Nationalmannschaft bereits interimsweise 1994 kurzzeitig geführt hatte. Der ehemalige Leverkusener Meistertrainer und Bamberger Vereinstrainer brachte der Mannschaft neuen Schwung und ein glänzend aufgelegter Dirk Nowitzki führte die Auswahl als Topscorer ins Finale der EM-Endrunde 2005, das jedoch gegen Griechenland deutlich mit 62:78 verloren ging. Nowitzki wurde als bester Werfer jedoch erneut zum MVP gekürt und der Silbermedaillengewinner bekam wie 1993 den Titel „Beste Mannschaft des Jahres“ von der Presse verliehen. Bei der Basketball-Weltmeisterschaft 2006 in Japan gewann Deutschland mit Ausnahme des Spiels gegen den späteren Turniersieger Spanien alle Gruppenspiele. In der K.-o.-Phase spielten die Deutschen in einem ausgeglichenen Spiel zuerst gegen eine überraschend wettbewerbsfähige nigerianische Mannschaft und gewannen am Ende knapp mit 78:77. Im Viertelfinal-Spiel gegen Topfavorit Vereinigte Staaten konnte die deutsche Mannschaft über zwei Viertel mithalten und lagen nur einen Punkt zurück. Danach drehten die US-Amerikaner allerdings auf und das Spiel endete 65:85. In den Platzierungsspielen gab es dann zwei Niederlagen gegen Frankreich und Litauen und man landete auf dem achten Platz.

Bei der EM-Endrunde 2007 erreichte Deutschland in der Vorrundengruppe nach nur einer Niederlage gegen den Mitfavoriten Litauen den Einzug in die Zwischenrunde. Dort reichte es nach nur einem Sieg über Italien gerade noch für den Einzug ins Viertelfinale. In der Runde der besten acht Mannschaften hatten die Deutschen gegen Weltmeister und Gastgeber Spanien keine Chance und verloren haushoch mit 55:83. In den Platzierungsspielen reichte es diesmal für die deutsche Mannschaft nach zwei Siegen zu einem fünften Platz. Damit konnte die Nationalmannschaft sich für ein Ausscheidungsturnier für die Olympischen Spiele 2008 qualifizieren.[3] Vor der Olympia-Qualifikation vereinbarten der DBB und die Organisation der Basketball-Bundesliga eine Ämtertrennung von Nationaltrainer und Erstliga-Vereinstrainer,[4] so dass Trainer Bauermann seine Tätigkeit als Vereinstrainer nach Saisonende zunächst aufgab. Im letzten Ausscheidungsspiel der Olympia-Qualifikation 2008 um Platz 3 des Qualifikationsturniers konnte sich die Nationalmannschaft nach einem 96:82-Sieg über Puerto Rico als letztes Mannschaft für die Sommerspiele qualifizieren. Damit konnte sich Nowitzki zusammen mit seinem naturalisierten NBA-Kollegen Chris Kaman den Traum von einer Olympia-Teilnahme erfüllen. Bei den Spielen in Peking wurde Nowitzki als erstem deutschen Basketballspieler die Ehre zuteil, Fahnenträger der deutschen Sportler bei der Eröffnungsfeier zu sein.[5] Im Olympia-Turnier 2008 erlitt die Nationalmannschaft nach einem Auftaktsieg über die Angola drei Niederlagen gegen Griechenland, Spanien und Gastgeber China sowie die höchsten Turnierniederlage überhaupt mit 57:106 gegen Titelverteidiger USA. Damit schied man bereits nach der Olympia-Vorrunde aus.

Nach den Olympischen Spielen 2008 konzentrierte sich Nowitzki nach der Erfüllung seines Olympia-Traums auf seine Aufgaben als Spieler bei den Mavericks und stand wie Chris Kaman der Nationalmannschaft bei der EM-Endrunde 2009 nicht zur Verfügung. Eine deutlich verjüngte Nationalmannschaft, deren Nachwuchsprobleme durch die Qualitäten von Nowitzki in den vergangenen Jahren überdeckt worden waren, hielt überraschend gut mit und erzielte achtbare Ergebnisse in Polen. Im letzten Zwischenrundenspiel gab es bei der knappen 68:70-Niederlage gegen Kroatien sogar noch Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales. So blieb es jedoch bei nur einem Sieg aus sechs Spielen, was an sich nicht zur Teilnahme an der folgenden WM 2010 reichte. Der Weltverband FIBA konnte jedoch noch „Wildcards“ vergeben und Deutschland bekam eine dieser Qualifikations-„Freilose“, um mit dieser offensichtlich NBA-Star Nowitzki zu einer Teilnahme an der WM-Endrunde 2010 in der Türkei zu bewegen.[6] Dieser sagte jedoch die Teilnahme ab[7] und die Nationalmannschaft verpasste nach einem überraschenden Verlängerungssieg zum Auftakt über Vizeeuropameister Serbien nach einer enttäuschenden Niederlage gegen Afrikameister Angola die Qualifikation für die Zwischenrunde.

Bei der folgenden EM-Endrunde 2011 ging es nun um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012. Nowitzki erreichte 2011 erstmals die NBA-Meisterschaft mit den Dallas Mavericks und wurde als Final-MVP ausgezeichnet. Später wurde er nicht nur nach 2005 erneut als Basketballer des Jahres der FIBA Europa ausgezeichnet, sondern auch als erster individueller Basketballspieler Deutschlands Sportler des Jahres 2011. Beflügelt von dem Erfolg mit den Mavericks trat er erneut für die Nationalmannschaft an, um eine weitere Olympiateilnahme zu erreichen. Zusammen mit Chris Kaman stieß er nach der langen NBA-Saison jedoch verspätet zur EM-Vorbereitung der Nationalmannschaft. Angesichts der Olympiaqualifikation waren auch andere europäische Nationalmannschaften wie Spanien, Frankreich, Russland, Türkei und Gastgeber Litauen gespickt mit mehreren aktuellen oder früheren NBA-Profis. Nach einer durchwachsenen Vorrunde mit zwei Niederlagen in fünf Spielen traf man in der schweren Zwischenrundengruppe auf alle diese Nationalmannschaften bis auf Russland und es reichte für die wenig eingespielte Mannschaft mit einem formschwachen Nowitzki nur noch zu einem Sieg gegen die Türkei, was das Ausscheiden vor dem Viertelfinale und für die Olympia-Qualifikation bedeutete. Nowitzki deutete anschließend seinen Abschied aus der Nationalmannschaft an und Trainer Bauermann, der zuvor mit der Zweitliga-Mannschaft von FC Bayern München den Aufstieg erreicht hatte, trat zugunsten seines Postens als Vereinstrainer von seinem Amt als Nationaltrainer zurück.

Neuaufbau (seit 2011)[Bearbeiten]

Im Sommer 2012 musste sich die Nationalmannschaft statt bei den Olympischen Spielen um die Qualifikation für die EM-Endrunde 2013 bemühen. Für diese Aufgabe gewann der DBB erneut Svetislav Pešić als Nationaltrainer, der die Mannschaft ohne NBA-Stars und ohne Niederlage erfolgreich durch die Qualifikation führte. Anschließend verlängerte er im Herbst seinen Vertrag jedoch nicht, sondern ersetzte auch bei Bayern München seinen Vorgänger Bauermann, der zuvor in der Saisonvorbereitung entlassen worden war, beziehungsweise dessen interimsweise amtierenden, vorherigen Assistenten Christopoulos. Als Nachfolger im Amt des Nationaltrainers verpflichtete der DBB den langjährigen Jugend- und Juniorenauswahltrainer Frank Menz. Nach einer erfolglosen EM, bei der der Einzug in die Zwischenrunde und somit die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 verpasst wurde, das Team jedoch auch auf einige Spieler verzichten musste (u.a. Dirk Nowitzki), kehrte Frank Menz in seine alte Funktion als DBB-Jugentrainer zurück. Sein Nachfolger wurde Emir Mutapčić, der zunächst nur einen befristeten Vertrag für den Sommer 2014 erhielt[8], in der neben Testspielen auch die Qualifikation für die Europameisterschaft 2015 anstand. Hier waren Polen, Österreich und Luxemburg die deutschen Gegner. Die Gruppe schloss man als Zweitplatzierter hinter Polen ab, was zur Qualifikation an der Europameisterschaft ausreichte, da Deutschland drittbester Gruppenzweiter wurde.

Nachdem die Europameisterschaft 2015 dem ursprünglich geplanten Gastgeber, der Ukraine, wegen der dortigen Unruhen entzogen wurde[9], bewarb sich Deutschland um die Ausrichtung einer Vorrundengruppe[10], welche in der o2-World in Berlin stattfinden soll. Dadurch erhofft man sich erhöhte Chancen auf eine Rückkehr von Dirk Nowitzki, der sich in Hinblick auf die olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro eine solche immer offengehalten hatte.

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Folgenden Kader benannte Bundestrainer Emir Mutapčić für die Qualifikation zur zweiten Runde der Qualifikation zur Basketball-Europameisterschaft 2015 im August 2014.

Kader der Deutschen Basketballnationalmannschaft
Spieler
Nr. Name Geburt Größe Info Einsätze Verein
Guards (PG, SG)
7 Akeem Vargas 29.4.1990 1,92m 6 DeutschlandDeutschland Alba Berlin
8 Heiko Schaffartzik 3.1.1984 1,83m (C)Kapitän der Mannschaft 93 DeutschlandDeutschland FC Bayern München
9 Karsten Tadda 2.11.1988 1,92m 42 DeutschlandDeutschland Brose Baskets Bamberg
10 Lucca Staiger 14.6.1988 1,96m 94 DeutschlandDeutschland FC Bayern München
13 Bastian Doreth 8.6.1989 1,82m 44 DeutschlandDeutschland Artland Dragons
22 Dennis Schröder 15.9.1993 1,86m 4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta Hawks
Forwards (SF, PF)
12 Robin Benzing 25.1.1989 2,08m 79 DeutschlandDeutschland FC Bayern München
20 Elias Harris 6.7.1989 2,02m 32 DeutschlandDeutschland Brose Baskets Bamberg
24 Maximilian Kleber 29.1.1992 2,06m 8 SpanienSpanien Rio Natura Monbus Obradoiro
Center (C)
14 Andreas Seiferth 23.6.1989 2,09m 35 DeutschlandDeutschland Artland Dragons
15 Maik Zirbes 29.1.1990 2,07m 45 SerbienSerbien KK Roter Stern Belgrad
25 Johannes Voigtmann 30.9.1992 2,09m 8 DeutschlandDeutschland Fraport Skyliners Frankfurt
Trainer
Nat. Name Position
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Emir Mutapčić Cheftrainer
DeutschlandDeutschland Arne Woltmann Co-Trainer
DeutschlandDeutschland Ralf Rehberger Co-Trainer
Legende
Abk. Bedeutung
(C)Kapitän der Mannschaft Kapitän
Quellen
Teamhomepage
Stand: 12. August 2014


Rekordnationalspieler[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der deutschen Basketballnationalspieler

Meiste Einsätze[Bearbeiten]

Folgende Spieler haben mindestens 100 A-Länderspiele bestritten:[11]

Platz Spiele Name Erstes Länderspiel (Datum/Gegner) Letztes Länderspiel (Datum/Gegner)
01 221 Femerling, PatrickPatrick Femerling 14. Juni 1996 (Kuba) 15. Sep. 2009 (Kroatien)
02 181 Gnad, HansiHansi Gnad 23. Mai  1986 (Schweiz) 28. Nov. 1998 (Slowenien)
03 178 Rödl, HenrikHenrik Rödl 31. Okt. 1987 (Schweden) 08. Sep. 2002 (Neuseeland)
04 172 Okulaja, AdemolaAdemola Okulaja 19. Mai  1995 (Niederlande) 16. Sep. 2007 (Kroatien)
05 169 Pappert, MichaelMichael Pappert 04. Jan. 1977 (Sudan) 15. Mai  1988 (Brasilien)
169 Harnisch, HenningHenning Harnisch 25. Apr. 1987 (England) 03. Dez. 1997 (Belgien)
06 166 Arigbabu, StephenStephen Arigbabu 05. Dez. 1990 (England) 16. Sep. 2007 (Kroatien)
07 150 Thimm, NorbertNorbert Thimm 07. Mai  1969 (Zentralafrik. Republik) 20. Mai  1979 (Rumänien)
08 146 Andres, ArminArmin Andres 29. Dez. 1979 (Schweden) 18. Nov. 1992 (Portugal)
146 Behnke, GuntherGunther Behnke 20. Apr. 1983 (Sowjetunion) 11. Juni 1995 (Frankreich)
09 142 Zander, KlausKlaus Zander 30. Mär. 1975 (Niederlande) 05. Nov. 1987 (Bulgarien)
10 141 Nowitzki, DirkDirk Nowitzki 26. Feb. 1997 (Portugal) noch aktiv
141 Jagla, Jan-HendrikJan-Hendrik Jagla 06. Aug. 2003 (Estland) noch aktiv
11 140 Koch, MichaelMichael Koch 14. Feb. 1985 (Italien) 25. Feb. 1998 (Griechenland)
12 136 Nürnberger, KaiKai Nürnberger 19. Mai  1985 (Italien) 03. Juli 1999 (Türkei)
13 133 Baeck, StephanStephan Baeck 19. Nov. 1984 (Ungarn) 26. Feb. 1997 (Portugal)
14 131 Hamann, SteffenSteffen Hamann 22. Jan. 2003 (Mazedonien) 11. Sep. 2011 (Litauen)
15 130 Sowa, ArminArmin Sowa 29. Dez. 1979 (Finnland) 10. Juli 1986 (China)
16 123 Wucherer, DenisDenis Wucherer 05. Nov. 1994 (Litauen) 25. Sep. 2005 (Griechenland)
17 122 Roller, PascalPascal Roller 28. Mai  1999 (Russland) 18. Aug. 2008 (Vereinigten Staaten)
18 121 Schultze, SvenSven Schultze 20. Feb. 2000 (Belgien) noch aktiv
19 118 Wadehn, LutzLutz Wadehn 03. Apr. 1981 (Tschechoslowakei) 27. Nov. 1988 (Jugoslawien)
118 Garrett, RobertRobert Garrett 24. Nov. 1999 (Italien) 18. Aug. 2008 (Vereinigten Staaten)
20 116 Strauss, MatthiasMatthias Strauss 18. Dez. 1975 (Ungarn) 03. Juni 1983 (Jugoslawien)
21 114 Greene, DemondDemond Greene 25. Juli 2001 (Finnland) noch aktiv
22 113 Heidrich, JörgJörg Heidrich 12. Aug. 1975 (Algerien) 30. Mai  1982 (Griechenland)
113 Jackel, MichaelMichael Jackel 19. Nov. 1984 (Ungarn) 04. Juli 1993 (Russland)
23 110 Peters, UlrichUlrich Peters 10. Apr. 1980 (Tschechoslowakei) 15. Juni 1985 (Frankreich)
24 106 Welp, ChrisChris Welp 27. Apr. 1984 (Tschechoslowakei) 03. Dez. 1997 (Belgien)
25 105 Blab, UweUwe Blab 05. Mai  1982 (Polen) 18. Nov. 1992 (Portugal)
26 100 Demirel, MithatMithat Demirel 28. Mai  1999 (Russland) 16. Sep. 2009 (Kroatien)

Die Nationalmannschaft bei Olympischen Sommerspielen[Bearbeiten]

Jahr Austragungsort Austragungsland Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1936 Berlin Deutschland Zweite Trostrunde Tschechoslowakei 15. Platz Erste Trostrunde kampflos gegen Spanien gewonnen
1948 London Vereinigtes Königreich keine Teilnahme
1952 Helsinki Finnland keine Teilnahme
1956 Melbourne Australien keine Teilnahme
1960 Rom Italien nicht qualifiziert
1964 Tokio Japan nicht qualifiziert
1968 Mexiko-Stadt Mexiko nicht qualifiziert
1972 München Deutschland Spiel um Platz 11 Spanien 12. Platz
1976 Montréal Kanada nicht qualifiziert
1980 Moskau Sowjetunion keine Teilnahme
1984 Los Angeles Vereinigte Staaten Spiel um Platz 7 Australien 8. Platz Im Viertelfinale gegen die USA mit 68:111 verloren
1988 Seoul Südkorea nicht qualifiziert
1992 Barcelona Spanien Spiel um Platz 7 Puerto Rico 7. Platz Im Viertelfinale gegen das Vereinte Team gescheitert (76:83)
1996 Atlanta Vereinigte Staaten nicht qualifiziert
2000 Sydney Australien nicht qualifiziert
2004 Athen Griechenland nicht qualifiziert
2008 Peking China Vorrunde Angola, Griechenland, Spanien, China, USA 10. Platz
2012 London Vereinigtes Königreich nicht qualifiziert

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Jahr Austragungsort/land Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1950 Buenos Aires, Argentinien keine Teilnahme
1954 Rio de Janeiro, Brasilien keine Teilnahme
1959 Santiago de Chile, Chile keine Teilnahme
1963 Rio de Janeiro, Brasilien keine Teilnahme
1967 Montevideo, Uruguay keine Teilnahme
1970 Ljubljana, Jugoslawien keine Teilnahme
1974 San Juan, Puerto Rico keine Teilnahme
1978 Manila, Philippinen keine Teilnahme
1982 Cali, Kolumbien keine Teilnahme
1986 Madrid, Spanien Vorrunde China, Elfenbeinküste, Puerto Rico, Italien, USA Aus wegen schlechteren Korbverhältnisses
1990 Buenos Aires, Argentinien keine Teilnahme
1994 Toronto, Kanada Spiel um Platz 11 Brasilien 12. Platz
1998 Athen, Griechenland keine Teilnahme
2002 Indianapolis, Vereinigte Staaten Spiel um Platz 3 Neuseeland 3. Platz im Halbfinale gegen Argentinien verloren (80:86); Dirk Nowitzki wird zum MVP des Turniers gewählt
2006 Japan Spiel um Platz 7 Litauen 8. Platz im Viertelfinale gegen die USA verloren (65:85)
2010 Türkei Vorrunde Angola, Argentinien, Australien, Serbien, Jordanien 17. Platz gleiche Punktzahl wie Angola, mehr Körbe, weniger Gegentreffer, aber Direktvergleich verloren

Die Nationalmannschaft bei Europameisterschaften[Bearbeiten]

Jahr Austragungsort/land Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1935 Genf, Schweiz keine Teilnahme
1937 Riga, Lettland keine Teilnahme
1939 Kaunas, Litauen keine Teilnahme
1946 Genf, Schweiz keine Teilnahme
1947 Prag, Tschechoslowakei keine Teilnahme
1949 Kairo, Ägypten keine Teilnahme
1951 Paris, Frankreich Classification Round II Finnland, Österreich 12. Platz
1953 Moskau, Russland Classification Round II Libanon, Rumänien 14. Platz
1955 Budapest, Ungarn Classification Round II Dänemark 17. Platz
1957 Sofia, Bulgarien keine Teilnahme
1959 Istanbul, Türkei keine Teilnahme
1961 Belgrad, Jugoslawien Classification Round II Spanien, Niederlande 16. Platz
1963 Breslau, Polen nicht qualifiziert
1965 Moskau und Tiflis, Sowjetunion Spiel um Platz 13 Rumänien 14. Platz
1967 Helsinki und Tampere, Finnland nicht qualifiziert
1969 Neapel, Italien nicht qualifiziert
1971 Essen und Böblingen, Deutschland Spiel um Platz 9 Frankreich 9. Platz
1973 Barcelona, Spanien nicht qualifiziert
1975 Belgrad, Jugoslawien nicht qualifiziert
1977 Liege, Belgien nicht qualifiziert
1979 Gorizia, Italien nicht qualifiziert
1981 Bratislava, Havírov und Prag, Tschechoslowakei Classification Round England, Frankreich, Griechenland 10. Platz
1983 Limoges, Caen und Nantes, Frankreich Spiel um Platz 7 Jugoslawien 8. Platz
1985 Karlsruhe, Leverkusen und Stuttgart, Deutschland Spiel um Platz 5 Frankreich 5. Platz
1987 Athen, Griechenland Spiel um Platz 5 Italien 6. Platz
1989 Zagreb, Jugoslawien nicht qualifiziert
1991 Rom, Italien nicht qualifiziert
1993 Karlsruhe, Berlin und München, Deutschland Finale Russland 1. Platz Christian Welp wird zum MVP des Turniers gewählt
1995 Athen, Griechenland Vorrunde Litauen, Italien, Schweden, Israel, Griechenland, Jugoslawien 10. Platz
1997 Badalona und Barcelona, Spanien Vorrunde Spanien, Kroatien, Ukraine 12. Platz
1999 Frankreich Spiel um Platz 7 Türkei 7. Platz
2001 Ankara, Antalya und Istanbul, Türkei Spiel um Platz 3 Spanien 4. Platz
2003 Schweden Elimination Round Italien 9. Platz
2005 Serbien und Montenegro Finale Griechenland 2. Platz Dirk Nowitzki wird zum MVP des Turniers gewählt
2007 Spanien Spiel um Platz 5 Kroatien 5. Platz
2009 Polen Zwischenrunde Frankreich, Russland, Griechenland, Kroatien, Mazedonien 11. Platz
2011 Litauen Zwischenrunde Spanien, Frankreich, Litauen, Serbien, Türkei 9. Platz
2013 Slowenien Vorrunde Frankreich, Ukraine, Belgien, Großbritannien, Israel 17. Platz
2015 qualifiziert

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik deutsche Basketballnationalmannschaft
  2. THIRD FIBA Men’s Junior World Championship -- 1987. USA Basketball, abgerufen am 10. Mai 2013 (englisch, Turnier-Zusammenfassung).
  3. SID: Basketballer zur Olympia-Qualifikation nach Athen. Focus, 12. Oktober 2007, abgerufen am 10. Mai 2013.
  4. Bamberg oder DBB? MSN Sports, 6. März 2008, abgerufen am 10. Mai 2013.
  5. Christian Gödecke: Olympia-Fahnenträger Nowitzki: Ein Star für die Spiele. Spiegel Online, 6. August 2008, abgerufen am 10. Mai 2013.
  6. Joachim Mölter: Fiba will Nowitzki. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 10. Mai 2013.
  7. Basketball-WM 2010: Nowitzki sagt Teilnahme ab. Spiegel Online, 20. Juli 2010, abgerufen am 10. Mai 2013 (Artikel auf Basis einer Meldung des SID).
  8. www.basketball-bund.de: Mutapčić neuer Bundestrainer
  9. SPIEGEL online: Basketball-EM findet nicht in der Ukraine statt
  10. SPIEGEL online: Deutschland bewirbt sich als Ausrichter
  11. Bilanz: Nationalspieler (Stand 17. September 2013); die Daten reichen nur bis 1969 zurück

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]