Deutsche Botschaft Washington
Die Deutsche Botschaft Washington ist die höchste diplomatische Vertretung Deutschlands in den Vereinigten Staaten. Sie befindet sich nordwestlich des Stadtzentrums von Washington, D.C. zwischen der Reservoir Road und der Foxhall Road. Der derzeitige Botschafter ist seit August 2011 Peter Ammon.
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[Bearbeiten] Botschaft
Die deutsche Botschaft befindet sich nicht mehr in der 4645 Reservoir Road, N.W., Washington DC, sondern in 2300 M Street NW Washington, D.C. 20037. Das vorherige Botschaftsgebäude ist ein Entwurf von Egon Eiermann und wurde in den Jahren 1962-1964 gebaut. Die Baukosten betrugen 3 Millionen Dollar. Neben Büros befindet sich darin auch ein Seminarraum mit Platz für 200 Personen.[1] In direkter Nachbarschaft liegt die von Oswald Mathias Ungers gestaltete und 1994 fertiggestellte Residenz des Botschafters.
Die Arbeit der deutschen Botschaft gliedert sich in die Fachbereiche Politische Abteilung, Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeit und Soziales, Finanzen und Steuern sowie Landwirtschaft und Verkehr. Des Weiteren beherbergt die Botschaft ein Presse- und Kulturreferat, ein Verwaltungsreferat und den Stab des Militärattachés.[2] Außerdem befindet sich auf dem Gelände ein Konsulat.
[Bearbeiten] Geschichte
Einer der ersten Schritte in den offiziellen deutsch-amerikanischen Beziehungen ist ein Handelsabkommen von 1785 zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten.[3] 1817 wurde mit Friedrich von Greuhm der erste preußische Gesandte entsandt. Er ist der einzige deutsche Botschafter, der in den Vereinigten Staaten beerdigt ist.[4] 1848 waren die Vereinigten Staaten der einzige ausländische Staat, der die Frankfurter Nationalversammlung anerkannte. Nach der Reichsgründung 1871 nahm das deutsche Kaiserreich diplomatische Beziehungen mit den USA auf. Das Botschaftsgebäude befand sich zu diesem Zeitpunkt an der Massachusetts Avenue zwischen 14. und 15. Straße.[5] In den Folgejahren beteiligte sich die Botschaft am heutigen Busch-Reisinger-Museum der Harvard University. Daneben gab es einen Austausch im wissenschaftlichen und militärischen Bereich. So besuchten etwa amerikanische Offiziere deutsche Militärakademien.[3] Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges verschlechterten sich die Beziehungen. Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg und ein Bündnisangebot an Mexiko (Zimmermann-Depesche) führten schließlich zur Kriegserklärung der USA an das deutsche Reich.
Die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen erfolgte 1921 mit der Entsendung von Dr. Lang. Nach einer Phase der Normalisierung führte die Machtübernahme der Nationalsozialisten erneut zu einer Verschlechterung des Verhältnisses. Als Reaktion auf die Ereignisse der Reichspogromnacht im November 1938 zogen die USA ihren Botschafter aus Berlin ab, worauf auch der deutsche Botschafter zurückgerufen wurde.[6] Mit der Versenkung von alliierten Handelsschiffen im Atlantik durch deutsche U-Boote und deren Geleitschutz durch die US-Marine, gab es bereits vor der Kriegserklärung an die USA eine militärische Konfrontation. Der Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen.
1949 wurde die aus den drei westlichen Besatzungszonen die Bundesrepublik gegründet, welche im Jahr darauf Heinz Krekeler als Botschafter in die USA entsandt. Eine militärische Kooperation beider Staaten existiert seit der deutschen Wiederbewaffnung und dem Beitritt zur NATO 1955. Mit der Wiedervereinigung wurde 1990 Jürgen Ruhfus erster gesamtdeutscher Repräsentant in Washington nach dem Zweiten Weltkrieg. Von 2006 bis 2011 war Klaus Scharioth der deutsche Botschafter.
[Bearbeiten] Liste der deutschen Botschafter in den USA
[Bearbeiten] Preußische Gesandte und Gesandte des Norddeutschen Bundes
- Friedrich von Greuhm (1817–1823)
- Ludwig Niederstetter (1825–1830)
- Friedrich Ludwig von Rönne (1834–1844)
- Friedrich von Gerolt (1844–1848)
- Friedrich Ludwig von Rönne (1848–1849) (als Gesandter der Provisorischen Zentralgewalt und des Reichsverwesers Johann von Österreich)
- Friedrich von Gerolt (1849–1868), ab 1868 Botschafter des Norddeutschen Bundes[7]
[Bearbeiten] Botschafter des Deutschen Reichs
[Bearbeiten] Kaiserliche Botschafter
- Kurd von Schlözer (1871–1882)
- Carl von Eisendecher (1882–1884)
- Friedrich Johann Graf von Alvensleben (1884–1888)
- Ludwig Aloys von Arco auf Valley (1888–1891)
- Theodor von Holleben (1891–1893)
- Anton Freiherr Saurma von der Jeltsch (1893–1895)
- Max Franz Guido Freiherr von Thielmann (1895–1897)
- Theodor von Holleben (1897–1903)
- Hermann Freiherr Speck von Sternburg (1903–1908)
- Johann Heinrich Graf von Bernstorff (1908–1917)
- Botschafter des deutschen Kaiserreichs in den USA
[Bearbeiten] Botschafter der Weimarer Republik
- Dr. Lang (1921–1922, geschäftsführend)
- Otto Wiedfeldt (1922–1925)
- Adolf Georg von Maltzan (1925–1927)
- Friedrich von Prittwitz und Gaffron (1928–1933)
[Bearbeiten] Botschafter zur Zeit des Nationalsozialismus
- Hans Luther (1933–1937)
- Hans-Heinrich Dieckhoff (1937–1938)
- Hans Thomsen (1938–1941, geschäftsführend)
[Bearbeiten] Botschafter der Bundesrepublik Deutschland
- Heinz Krekeler (1950–1958)
- Wilhelm Grewe (1958–1962)
- Karl Heinrich Knappstein (1962–1969)
- Rolf Friedemann Pauls (1969–1973)
- Berndt von Staden (1973–1979)
- Peter Hermes (1979–1984)
- Günther van Well (1984–1987)
- Jürgen Ruhfus (1987–1992)
- Immo Stabreit (1992–1995)
- Jürgen Chrobog (1995–2001)
- Wolfgang Ischinger (2001–2006)
- Klaus Scharioth (2006–2011)
- Peter Ammon (2011–heute)
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ The Chancery, Webseite der deutschen Botschaft
- ↑ Auswärtiges Amt: USA - Deutsche Vertretungen
- ↑ a b History of German American Relations: The first two centuries, Webseite der deutschen Botschaft
- ↑ First German Diplomatic Representative Left Impression on Washington, Webseite der deutschen Botschaft
- ↑ Beschreibung des Botschaftsgebäudes, New York Times vom 25. Juni 1899, abgerufen am 7. Februar 2009
- ↑ History of German American Relations: The Deepest Crisis, Webseite der deutschen Botschaft
- ↑ Ernennung von Bundesgesandten bei auswärtigen Mächten. Vom 21. Februar 1868 bei Wikisource
[Bearbeiten] Weblinks
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Ozeanien
Canberra | Wellington
38.914394236111-77.088704108333Koordinaten: 38° 54′ 52″ N, 77° 5′ 19″ W