Deutsche Briefmarken-Zeitung

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Die DBZ – Deutsche Briefmarken-Zeitung ist eine deutsche philatelistische Fachzeitschrift mit mehreren Vorgängern desselben Namens.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits von Oktober 1870 bis Juni 1873 erschienen 31 Ausgaben einer Zeitung mit diesem Titel aus Dresden, von den Ausgabennummer 1 bis 33, wovon es die Nummern 29 und 30 tatsächlich nie gab.[1][2] Es hatte den Untertitel „Organ für die gesammten Interessen der Briefmarkenkunde“ und als Titelbild diente der Mulready-Umschlag.[3][4] 1870/71 war Alfred Moschkau der Schriftleiter dieses Blattes.[5] Herausgeber dieser Zeitung waren Gustav Bauschke (1840–1879) und Alwin Zschiesche (1843–1929).[1][2]

Vom 1. Januar 1883 bis 1. November 1890 gab es eine weitere davon unabhängige Zeitschrift mit dem Namen aus Dresden.[1] Dessen Redakteur und Herausgeber war Ernst Wilhelm Grossmann und sie war eine Fortsetzung der Zeitung mit den Titel „Dresdner illustriertem Briefmarken-Journal“, die wiederum davor „Allgemeiner Briefmarken-Anzeiger“ hieß.[1][6]

Die DBZ ab 1890[Bearbeiten]

Ab 18. Oktober 1890 gegründet abermals Dr. Hans Brendicke aus Berlin eine Zeitschrift mit dem Titel „Illustrierte Zeitschrift für Postwertzeichenkunde“, die dann den Haupttitel „Deutsche Briefmarken-Zeitung“ trug.[2] Während der Ära von Brendicke war Carl Lindenberg einer der Stammautoren. Hugo Krötzsch aus Leipzig übernahm den Verlag ab siebten Jahrgang mit der Ausgabe Nummer 10/1896.[1] Bei einer Ausstellung in Paris im Jahr 1900 wurde sie neben dem „American Journal of Philately“ mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.[7][8] In den Jahren nach 1900 galt sie zu neben dem „Gibbons Monthly Journal“ und dem „The London Philatelist“ zu den drei weltweit bedeutendsten Zeitschriften in dem Bereich.[7] Im Verlauf des 30. Jahrgangs, mit der Ausgabe Nummer 8/1919, übernahm wiederum der Leipziger Händler Franz Junghanß die Zeitung.[8] Wegen der schwierigen ökonomischen Umstände erschien sie dann bald unpünktlich. 1923 erschien sie wegen der Auswirkungen der Inflation nur noch vier Mal als dünnes Blatt, zuvor wurde sie monatlich herausgebracht. Mit der Heft Nummer 4/1923 des 34. Jahrgangs erschien die letzte Ausgabe.[8]

Bekannte Autoren der Zeitschrift
  • Hugo Krötzsch
  • Carl Lindenberg, teilweise mit dem Pseudonym: D. R. oder D. Richter
  • Dr. Franz Kalckhoff
  • Ludwig Berger
  • Heinrich Fraenkel
  • Paul Orth
  • Dr. Herbert Munk

Die neue DBZ[Bearbeiten]

Die neue DBZ war verlegerisch und rechtlich unabhängig von den alten DBZ und war ein komplett neuer Anfang. 1925 erschien die Zeitung mit dem Titel „Philatelistische Nachrichten“ und dem Untertitel „Frankfurter Briefmarkenzeitung“,[9] herausgegeben durch den Briefmarkenhändler und Auktionator S. W. Heß. Ab 1926 gab es einen neuen Untertitel „Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde“ der ab 1930 offizieller Haupttitel war.[9] 1932 ging die Zeitung durch eine Übernahme an den Verlag Dr. Karl Höhn, Ulm.[9][10] Während Heß als selbst als Redakteur fungierte, so war Höhn lediglich Verleger.[9] Werner Kühn kaufte 1934 die DBZ.[10] Während des „Dritten Reiches“ waren Gustav Kobold, Hans von Rudolphi, Kurt Zirkenbach, Eduard Peschl, Ludwig Heßhaimer und Franz Kalckhoff regelmäßige Mitarbeiter.[9] Ab dem Heft Nummer 3/1943 aus Breslau wurde sie eingestellt, wegen der Einberufung zur Armee von Werner Kühn.[11] Zu dem Zeitpunkt betrug die Auflage 24.000 Stück.[11] Seine Frau mit Tochter flüchteten von Breslau nach Dassel bei Einbeck/Niedersachsen, dorthin kam auch Herr Kühn nach seiner Kriegsgefangenschaft.[11]

Ab Februar 1949 wurde das Blatt erneut herausgegeben und besteht unter anderer Leitung bis heute. Die Auflage stieg in den 1960er Jahren auf 60.000 Stück.[2] Nach dem Tod von Werner Kühn, der 1963 im Alter von 62 Jahren starb, ging der Verlag an seine Frau K. M. Kühn und seine Tochter Eva Kilian über, die das Blatt bis 1979 weiterführten.[11][2] Ab Januar 1980 waren die Gesellschafter des Mittelrhein-Verlags die Herausgeber.[10] Geschäftsführer des DBZ-Verlages und der zuständige für Text und Anzeigen war dann Andreas König.[11] Ab April 1980 war Ludwig Tröndle Chefredakteur.[11] 1985 war sie die weltweit zweitgrößte philatelistische Zeitschrift, hinter den „Linn's Stamp News“ aus den USA.[2] Mit Ausgabe Nr. 24 von 1985 erfolgte die Umbenennung von „Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde“ in „Deutsche Briefmarken-Zeitung“.[12]

Bald nach der deutschen Wiedervereinigung, im Juli 1992 wurde die DBZ mit der DDR Sammlerzeitschrift „Sammler-Express“ vereinigt.[12] Der „Sammler-Express“ erschien in der DDR erstmals im März 1947. Es gingen außerdem einige andere Zeitschriften in der DBZ auf, nach 1945 z. B. „Das Posthorn“, „Illustrierte Briefmarkenpost“, „Die Pinzette“, „Süddeutscher Briefmarken-Anzeiger“, „Internationaler Briefmarken-Anzeiger“, „Briefmarken-Kurier“ oder „Philatelistische Nachrichten“.[2] Ab 1997 wurde die DBZ durch den Paul Parey Zeitschriftenverlag herausgegeben.[2] Seit 1999 erscheint das Fachblatt vom M. & H. Schaper Philatelie-Verlag GmbH, Alfeld (Leine).[2] Jetziger Chefredakteur ist Torsten Berndt, seit April 2009.[13] Sie wird 14-täglich herausgebracht und die ISSN lautet 1438-2830.

DBZ online – Die Briefmarken-Tageszeitung[Bearbeiten]

Seit 2012 ist die DBZ mit tagesaktuellen Informationen auch im Internet zu erreichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • 25 Jahre neue DBZ. In: DBZ Heft Nr. 13/1974, S. 1885 ff
  • 60 Jahre – und ein bißchen weiser? In: DBZ Bad Ems, Heft Nr. 19/1985, S. 2967 f
  • 90 Jahre deutsche Briefmarken-Zeitung. In: DBZ Bad Ems, Heft Nr. 20/1981, S. 4054 ff
  • Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie, Georg Olms Verlag Hildesheim 1986, Band 2, ISBN 3487076209, S. 815 f
  • Peter Fischer: 75 Jahre DBZ. In: DBZ, Nr. 10/2000, S. 16–21
  • Wolfgang Maassen: Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2006, ISBN 978-3-932198-69-4, S. 231, 249 f
  • Wolfgang Maassen: Katalog und Handbuch der philatelistischen und postgeschichtlichen Literatur 1862–1914, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2012, ISBN 978-3-932198-94-6, S. 158 f
  • Hans Meyer: Die Philatelie im „Dritten Reich“. Die Organisationen der Sammler und Händler 1933–1945. o. O. 2006, S. 260 f

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Briefmarken-Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Wolfgang Maassen: Katalog und Handbuch der philatelistischen und postgeschichtlichen Literatur 1862–1914, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2012, ISBN 978-3-932198-94-6, S. 158 f
  2. a b c d e f g h i Peter Fischer: 75 Jahre DBZ. In: DBZ, Nr. 10/2000, S. 16–21
  3. Erfahrungen aus 120 Jahren. Die DBZ-Story. In: DBZ-Special von 1990, S. 129–131
  4. Die Idee den Mulready-Umschlag als Titelbild für eine Briefmarkenzeitschrift zu verwenden war nicht neu. Erstmals gab es das schon im Februar 1863 für den „The Stamp Collector's Magazine“ aus England und später nochmal ab Januar 1866 für „Der Briefmarken-Sammler“ von G. Bauschke aus Leipzig.
  5. Moschkau, (Otto Carl) Alfred. In: Wolfgang Maassen: Wer ist wer in der Philatelie? Ein Lexikon namhafter Philatelisten des 19./20. Jahrhunderts, 1. Auflage von 1999, ISBN 3-932198-32-8, S. 142 f
  6. Victor Suppantschitsch: Bibliographie zugleich Nachschlagebuch der gesamten deutsche philatelisten Literatur seit ihrem Entstehen bis Ende 1891, Verlag: A. Larisch, München 1892, in der Tabelle auf S. 154
  7. a b Brühl, Carlrichard: Geschichte der Philatelie, Georg Olms Verlag Hildesheim 1986, Band 2, S. 816
  8. a b c Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, S. 64
  9. a b c d e Hans Meyer: Die Philatelie im „Dritten Reich“. Die Organisationen der Sammler und Händler 1933–1945. o. O. 2006, S. 260 f
  10. a b c DBZ Bad Ems, Heft Nr. 19/1985, S. 2967 f, Artikel: 60 Jahre – und ein bißchen weiser?
  11. a b c d e f DBZ Bad Ems, Heft Nr. 20/1981, S. 4054 ff, Artikel: 90 Jahre deutsche Briefmarken-Zeitung
  12. a b Deutsche Briefmarken-Zeitung. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, S. 92
  13. Berndt, Torsten. In: Wolfgang Maaßen: Wer ist wer in der Philatelie, Band 1 A-D, 3. Auflage von 2011, ISBN 978-3-932198-92-2, S. 117 f