Deutsche Briefmarken-Zeitung

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Deutsche Briefmarken-Zeitung/Sammler-Express : DBZ/se
Beschreibung philatelistische Fachzeitschrift
Fachgebiet Philatelie, Postgeschichte
Sprache Deutsch
Verlag M. & H. Schaper Philatelie-Verlag (Deutschland)
Erstausgabe 1925
Erscheinungsweise 14-täglich
Chefredakteur Torsten Berndt
Weblink www.d-b-z.de
ISSN 1438-2830
ZDB 1128044-x, 541423-4, 2543820-7, 2539148-3

Die DBZ/se – Deutsche Briefmarken-Zeitung/Sammler-Express ist eine seit 1925 erscheinende deutsche philatelistische Fachzeitschrift mit mehreren Vorgängern desselben Namens.

Vorläufer[Bearbeiten]

Deutsche Briefmarken-Zeitung (1870–1873)[Bearbeiten]

Zwischen Oktober 1870 und Juni 1873 erschienen 31 Ausgaben einer Zeitung mit dem Titel Deutsche Briefmarken-Zeitung in Dresden. Die Heftzählung besteht aus Nummer 1–33, wobei es die Nummern 29 und 30 tatsächlich nie gab.[1][2] Die Zeitschrift hatte den Untertitel „Organ für die gesammten Interessen der Briefmarkenkunde“ und als Titelbild diente der Mulready-Umschlag.[3][4]

1870/71 war Alfred Moschkau der Schriftleiter dieses Blattes;[5] Herausgeber waren Gustav Bauschke (*1840, †1879) und Alwin Zschiesche (*1843, †1929).[1][2]

Deutsche Briefmarken-Zeitung (1883–1890)[Bearbeiten]

Vom Januar 1883 bis November 1890 erschien eine weitere Zeitschrift Deutsche Briefmarken-Zeitung in Dresden.[1] Dessen Redakteur und Herausgeber war Ernst Wilhelm Grossmann und sie war eine Fortsetzung der Zeitung „Dresdner illustriertes Briefmarken-Journal“ (ehemals „Allgemeiner Briefmarken-Anzeiger“).[1][6]

Deutsche Briefmarken-Zeitung (1890–1923)[Bearbeiten]

Am 18. Oktober 1890 gegründet Dr. Hans Brendicke in Berlin eine neue Monats-Zeitschrift mit dem Titel „Illustrierte Zeitschrift für Postwertzeichenkunde“, die später den Haupttitel „Deutsche Briefmarken-Zeitung“ trug.[2] In den 90er-Jahren war einer der Stammautoren Carl Lindenberg.

Im Jahre 1896 übernahme Hugo Krötzsch aus Leipzig übernahm den Verlag[1] Bei einer Ausstellung in Paris im Jahr 1900 wurde sie neben dem „American Journal of Philately“ mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.[7][8] In den Jahren nach 1900 galt die Zeitschrift neben dem „Gibbons Monthly Journal“ und dem „The London Philatelist“ als eine der drei weltweit bedeutendsten philatelistischen Zeitschriften.[7]

1919 übernahm der Leipziger Brifemarkenhändler Franz Junghanß die Zeitschrift.[8] Wegen der schwierigen ökonomischen Umstände erschien sie in den 20er-Jahren nur noch unregelmäßig, so 1923 nur noch vier Mal als dünnes Blatt. Mit dem Heft 4/1923 ging sie im 34. Jahrgang unter.[8]

Zu den bekanteren Autoren der Zeitschrift gehörten u.a. Hugo Krötzsch, Carl Lindenberg (teilweise mit dem Pseudonym D. R. oder D. Richter), Dr. Franz Kalckhoff, Ludwig Berger, Heinrich Fraenkel, Paul Orth und Dr. Herbert Munk.

Deutsche Briefmarken-Zeitung[Bearbeiten]

Ab 1925 erschien die Zeitschrift „Philatelistische Nachrichten : Frankfurter Briefmarkenzeitung.“[9] Herausgeber war der Brefmarkenhändler und Auktionator S. W. Heß. Ab 1926 erschien sie mit dem neuen Untertitel „Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde,“ der ab 1930 offizieller Haupttitel wir.[9] 1932 übernahm der Verlag Dr. Karl Höhn in Ulm die Zeitschrift,[9][10] wobei Heß weiter Chefredakteur blieb.[9]

1934 erwarb Werner Kühn die „Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde,“[10] für die u.a. Gustav Kobold, Hans von Rudolphi, Kurt Zirkenbach, Eduard Peschl, Ludwig Heßhaimer und Franz Kalckhoff regelmäßige schrieben.[9] Nach dem Wechsel des Verlagsortes nach Breslau wurde sie mit Heft 3/1943 kriegsbedngt eingestellt,[11] die Auflage betrug 24.000 Stück.[11].

Die Verlegerfamilie siedelte nach Dassel um,[11] wo ab Februar 1949 die Zeitschrift neu herausgegeben wurde. Die Auflage stieg in den 1960er Jahren auf 60.000 Stück.[2] Nach dem Tod von Werner Kühn 1963 ging der Verlag an seine Frau K. M. Kühn und seine Tochter Eva Kilian über, die das Blatt bis 1979 weiterführten.[11][2]

In Laufe der Jahre gingen einige philatelistischeZeitschriften in der DBZ auf: z. B. „Das Posthorn“, „Illustrierte Briefmarkenpost“, „Die Pinzette“, „Süddeutscher Briefmarken-Anzeiger“, „Internationaler Briefmarken-Anzeiger“, „Briefmarken-Kurier“ oder „Philatelistische Nachrichten“.[2]

Ab Januar 1980 fungierten als Herausgeber die Gesellschafter des Mittelrhein-Verlags. [10] Geschäftsführer des DBZ-Verlages und zuständig für Text und Anzeigen war Andreas König.[11] Im April 1980 wurde Ludwig Tröndle Chefredakteur.[11]

Mit Heft 24/1985 erfolgte die Umbenennung von „Deutsche Zeitung für Briefmarkenkunde“ in „Deutsche Briefmarken-Zeitung“.[12] Die DBZ war, hinter „Linn's Stamp News“ (USA), die damals weltweit zweitgrößte philatelistische Zeitschrift.[2]

Im Juli 1992 wurde die DBZ mit der, seit März 1947 in der DDR erscheinenden, Sammlerzeitschrift „Sammler-Express“ vereinigt.[12]

1997 übernahm der Paul Parey Zeitschriftenverlag den Verlag,[2] 1999 ging das Blatt in den M. & H. Schaper Philatelie-Verlag, Alfeld (Leine) über,[2] welcher zur Verlagsgesellschaft Madsack gehört. In dessen Verlag „Philapress“ erscheint das Konkurrenzblatt „Briefmarken-Spiegel.“

Seit 2009 ist Torsten Berndt Chefredakteur,[13] seit 2014 ist dieser in Personalunuion auch Chefredakteur des „Briefmarken-Spiegel.“ Die Auflagenzahl liegt 2014 bei 23.000 gedruckten Exemplaren pro 14-täglicher Ausgabe.[14]

DBZ online – Die Briefmarken-Tageszeitung[Bearbeiten]

Seit 2012 ist die Zeitschrift mit dem tagesaktuellen Angebot „DBZ online – Die Briefmarken-Tageszeitung“ im Internet vertreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • 25 Jahre neue DBZ. In: DBZ Heft Nr. 13/1974, S. 1885 ff
  • 60 Jahre – und ein bißchen weiser? In: DBZ Bad Ems, Heft Nr. 19/1985, S. 2967 f
  • 90 Jahre deutsche Briefmarken-Zeitung. In: DBZ Bad Ems, Heft Nr. 20/1981, S. 4054 ff
  • Brühl, Carlrichard: Geschichte der Philatelie, Georg Olms Verlag Hildesheim 1986, Band 2, ISBN 3487076209, S. 815 f
  • Fischer, Peter: 75 Jahre DBZ. In: DBZ, Nr. 10/2000, S. 16–21
  • Maassen, Wolfgang: Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2006, ISBN 978-3-932198-69-4, S. 231, 249 f
  • Maassen, Wolfgang: Katalog und Handbuch der philatelistischen und postgeschichtlichen Literatur 1862–1914, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2012, ISBN 978-3-932198-94-6, S. 158 f
  • Meyer, Hans: Die Philatelie im „Dritten Reich“. Die Organisationen der Sammler und Händler 1933–1945. o. O. 2006, S. 260 f

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Briefmarken-Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Wolfgang Maassen: Katalog und Handbuch der philatelistischen und postgeschichtlichen Literatur 1862–1914, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2012, ISBN 978-3-932198-94-6, S. 158 f
  2. a b c d e f g h i Peter Fischer: 75 Jahre DBZ. In: DBZ, Nr. 10/2000, S. 16–21
  3. Erfahrungen aus 120 Jahren. Die DBZ-Story. In: DBZ-Special von 1990, S. 129–131
  4. Die Idee den Mulready-Umschlag als Titelbild für eine Briefmarkenzeitschrift zu verwenden war nicht neu. Erstmals gab es das schon im Februar 1863 für den „The Stamp Collector's Magazine“ aus England und später nochmal ab Januar 1866 für „Der Briefmarken-Sammler“ von G. Bauschke aus Leipzig.
  5. Moschkau, (Otto Carl) Alfred. In: Wolfgang Maassen: Wer ist wer in der Philatelie? Ein Lexikon namhafter Philatelisten des 19./20. Jahrhunderts, 1. Auflage von 1999, ISBN 3-932198-32-8, S. 142 f
  6. Victor Suppantschitsch: Bibliographie zugleich Nachschlagebuch der gesamten deutsche philatelisten Literatur seit ihrem Entstehen bis Ende 1891, Verlag: A. Larisch, München 1892, in der Tabelle auf S. 154
  7. a b Brühl, Carlrichard: Geschichte der Philatelie, Georg Olms Verlag Hildesheim 1986, Band 2, S. 816
  8. a b c Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, S. 64
  9. a b c d e Hans Meyer: Die Philatelie im „Dritten Reich“. Die Organisationen der Sammler und Händler 1933–1945. o. O. 2006, S. 260 f
  10. a b c DBZ Bad Ems, Heft Nr. 19/1985, S. 2967 f, Artikel: 60 Jahre – und ein bißchen weiser?
  11. a b c d e f DBZ Bad Ems, Heft Nr. 20/1981, S. 4054 ff, Artikel: 90 Jahre deutsche Briefmarken-Zeitung
  12. a b Deutsche Briefmarken-Zeitung. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, S. 92
  13. Berndt, Torsten. In: Wolfgang Maaßen: Wer ist wer in der Philatelie, Band 1 A-D, 3. Auflage von 2011, ISBN 978-3-932198-92-2, S. 117 f
  14. DBZ_Mediadaten_2014.pdf, abgerufen am 3. Oktober 2014