Deutsche Buddhistische Union

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Die Deutsche Buddhistische Union e.V. (Kurz DBU) ist ein traditionsübergreifender Dachverband von Buddhisten in Deutschland. Die DBU wurde 1955 gegründet und besteht aus 62 Mitgliedsgruppen sowie der gemeinnützigen Stiftung Buddhistische Akademie (Stand 09.2012).

Mitglieder der DBU sind buddhistische Gruppen und Organisationen der verschiedenen Lehrtraditionen. Natürliche Personen können Einzelmitglied in der untergeordneten Buddhistischen Gemeinschaft der DBU (BG) werden, diese ist auch eine der mitgliederstärksten Gruppen.

Die DBU bringt eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift unter dem Namen Buddhismus Aktuell heraus. Die Geschäftsstelle ist in München.

Strukturen der DBU[Bearbeiten]

Die Delegierten der Mitgliedsgemeinschaften treffen sich einmal im Jahr am letzten April-Wochenende. Alle drei Jahre wird ein Rat aus elf Personen gewählt, der wiederum einen dreiköpfigen Vorstand aus seinen Reihen ernennt. Der Vorstand besteht derzeit (Stand 2012) aus Katharina Weber, Sogen Ralf Boeck und Traudel Reiß. Die inhaltliche Arbeit der DBU findet in Arbeitsgruppen (AGs) statt. Ehrenpräsident der DBU ist Max Glashoff.

Die Deutsche Buddhistische Union ist Gründungsmitglied des europäischen buddhistischen Dachverbandes European Buddhist Union (E.B.U.)[1] sowie seit 1961 Mitglied und "Regional Centre" des buddhistischen Weltdachverbandes World Fellowship of Buddhists (WFB).[2]

Der DBU nahestehen die von ihr im Jahr 2010 gegründete Deutsche Buddhistische Stiftung (DBS)[3] sowie die Deutsche Buddhistische Ordensgemeinschaft e.V. (DBO).

Ziele der DBU[Bearbeiten]

Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)

Die Deutsche Buddhistische Union setzt sich folgende Ziele:

  1. Unterstützung der Entwicklung eines authentischen Buddhismus in Deutschland und dessen zeitgemäße Vermittlung.
  2. Bilden einer Plattform für den Austausch zwischen buddhistischen Gruppen, insbesondere auch zwischen den verschiedenen buddhistischen Traditionen.
  3. Ansprechpartner und Vertreter des Buddhismus im interreligiösen Dialog zu sein und Darstellung des Buddhismus in der Öffentlichkeit durch Veranstaltungen, Seminare, Kurse und Informationsmaterial.
  4. Neutrale Informationsstelle zum Buddhismus zu sein.

Buddhistisches Bekenntnis[Bearbeiten]

Ausdruck der gemeinsamen weltanschaulichen Grundlage der in der DBU zusammengeschlossenen Gruppen und Einzelmitglieder ist das Buddhistische Bekenntnis,[4] das 1984 als Präambel Bestandteil der Satzung wurde. Dieses Bekenntnis wurde im Jahr 2004 durch die Mitgliederversammlung in intensiver Diskussion überarbeitet und die geänderte Fassung mit einer Enthaltung ohne Gegenstimme angenommen.[5] Eine buddhistische Gruppe, die Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union werden will, muss den Text des Buddhistischen Bekenntnisses der DBU als verbindlich anerkennen.[6]

Der Text dieses Bekenntnisses[Bearbeiten]

Ich bekenne mich zum Buddha[Bearbeiten]

als meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheiten verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir endgültig frei von Leid werden.

Ich bekenne mich zum Dharma,[Bearbeiten]

der Lehre des Buddha. Sie ist klar, zeitlos und lädt alle ein, sie zu prüfen, sie anzuwenden und zu verwirklichen.

Ich bekenne mich zum Sangha,[Bearbeiten]

der Gemeinschaft derer, die den Weg des Buddha gehen und die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens verwirklichen.

Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten[Bearbeiten]

Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Ich habe festes Vertrauen in die Lehre des Buddha[Bearbeiten]

Alles Bedingte ist unbeständig.
Alles Bedingte ist leidvoll.
Alles ist ohne eigenständiges Selbst.
Nirwana ist Frieden.

Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten[Bearbeiten]

und begegne allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft mit Achtung und Offenheit. Wir folgen dem Buddha, unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen. Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit führen zur Befreiung und Erleuchtung.

Ich übe mich darin,[Bearbeiten]

keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.

Zu allen Lebewesen[Bearbeiten]

will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Liste der Mitgliedsorganisationen. auf der Webseite der European Buddhist Union
  2. World Fellowship of Buddhists (WFB). auf: ngo-db.unesco.org
  3. Deutsche Buddhistische Stiftung. auf: frankfurt.de
  4. Text auf der DBU-Website
  5. Protokoll der Mitgliederversammlung 2004, 23. – 25. April 2004, TOP 4
  6. Info Gruppenmitgliedschaft (PDF; 45 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Buddhistische Union – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien