Deutsche Meisterschale

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Die Meisterschale (Stand 1992)

Die Deutsche Meisterschale ist ein Wanderpokal im deutschen Fußball für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft und wird seit 1949 verliehen.

Aussehen[Bearbeiten]

Die Schale hat in ihrer jetzigen Fassung einen Durchmesser von 59 cm und wiegt ca. 11 kg. Sie ist mit 50.000 Euro versichert. Auf den beiden äußeren Ringen sind alle deutschen Meister seit 1903 eingetragen. Die Trennung der Namen der Titelträger erfolgt nicht immer nach den orthografischen Regeln. So wurden bei Borussia Mönchengladbach folgende Trennungen vorgenommen: "1975 BORUSSIA VFL 1900 E.V M - ÖNCHENGLADBACH", "1976 BORUSSIA VFL 1900 E.V MÖNC - HENGLADBACH", "1977 BORUSS - IA VFL 1900 E.V MÖNCHENGLA - DBACH" und Eintracht Braunschweig 1967 als "BRA - UNSCHWEIGER TSV EINTRACHT 1895" eingraviert. Für die umstrittene Deutsche Fußballmeisterschaft 1921/22 sind der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV als Meister eingraviert. Bayern München ist 1932 ohne "FC" eingraviert, ab 1969 mit "FC".

Geschichte[Bearbeiten]

Die Meisterschale wurde 1949 angefertigt und ersetzte die im Zweiten Weltkrieg verschollene Victoria-Trophäe (welche nach der Wiedervereinigung wieder auftauchte). Auf der Schale sind alle Deutschen Meister seit 1903 eingraviert.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Meisterschale wurde von der Kunst-Professorin Elisabeth Treskow mit ihren Studenten an den Kölner Werkschulen entworfen und gefertigt. Bei der Herstellung wurden 5,5 kg Sterlingsilber verarbeitet. Zur Verzierung befanden sich auf der ursprünglichen Schale elf kleine und fünf große Turmaline. Die Schale hatte dabei zunächst einen Durchmesser von 50 cm.

Außenring[Bearbeiten]

1981 wurde die Schale mittels eines Silberrings vergrößert, da kein Platz mehr vorhanden war, um weitere Titelgewinner einzugravieren. Auf dem Silberring befinden sich fünf weitere Turmalin-Cabochon von 71,98 Karat mit einem Wert von rund 9000 Euro in einer Goldfassung.[1] Verantwortlich für die Erweiterung der Schale war der Gold- und Schmiedemeister Adolf Kunesch aus Rodenbach.

Im Jahr 2009 wurden durch Adolf Kunesch die vorhandenen fünf Gravurplatten der Trophäe durch neue und größere ersetzt, so dass jetzt drei statt bisher zwei Zeilen für die Gravuren zu Verfügung stehen. Nun finden die Namen der Meister bis voraussichtlich 2026 Platz, nachdem die ursprüngliche Erweiterung schon gegen 2011 ausgeschöpft gewesen wäre.[2]

Duplikate[Bearbeiten]

Von der Meisterschale wurden einige wenige Duplikate angefertigt, die sich im Besitz von Vereinen befinden, die den Meistertitel mehrfach errungen haben. Da das Original als Wanderpokal konzipiert ist, bietet sich so die Möglichkeit, auch nach Verlust des Meistertitels weiterhin eine Meisterschale auszustellen.

Der DFB hat das Vorhandensein von Duplikaten in der Vergangenheit bereits genutzt, um so am letzten Spieltag der Saison dem neuen Meister eine Schale überreichen zu können. Ohne Duplikat wäre dies in einigen Jahren schwierig geworden, da mitunter zwei oder mehr Vereine am letzten Spieltag noch Meister werden können. So kann sichergestellt werden, dass in jedem Stadion, in dem ein potenzieller Meister spielt, ein Exemplar vorhanden ist. Die echte Meisterschale weilt am letzten Spieltag einer Saison meistens in dem Stadion, in dem der Tabellenführer des vorletzten Spieltags spielt.

Meisterschale der 2. Bundesliga[Bearbeiten]

Am letzten Spieltag der Saison 2008/09 wurde der Meister der 2. Bundesliga, der SC Freiburg, erstmals ebenfalls mit einer Meisterschale ausgezeichnet. Die Freiburger waren damit die erste Mannschaft, die die neue Trophäe in Empfang nehmen durften. Die Trophäe wurde am 2. Februar 2009 von der DFL in Frankfurt am Main vorgestellt.

Die Schale, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit einer Radkappe als "Meisterfelge" bezeichnet wird,[3][4] ist mit 50 cm Durchmesser und rund 8,5 kg etwas kleiner und leichter als die Schale für den Deutschen Fußballmeister. In der neuen Meisterschale sind alle Meister der 2. Liga seit Einführung der eingleisigen 2. Liga in der Saison 1981/1982 eingraviert, die zukünftigen Ligameister werden ergänzt.[5]

Gefertigt wurde die Trophäe, wie auch die Erweiterung der Schale für den Erstligameister, von Adolf Kunesch aus Rodenbach. Die sieben Strahlen stehen für die Tugenden, die der Künstler für unerlässlich hält, um die Meisterschaft zu gewinnen: Leidenschaft, Teamgeist, Nervenstärke, Siegeswille, Technik, Taktik und Durchsetzungsvermögen.[6]

Meisterschale der Frauen-Bundesliga[Bearbeiten]

Die Meisterschale der Frauen

Ebenfalls seit der Saison 2008/09 erhält der Meister der Bundesliga der Frauen eine Meisterschale, die den bisher vergebenen Meisterpokal ersetzt. Das Design ist an die Meisterschalen für den deutschen Meister der Männer bzw. der für den Meister der 2. Bundesliga der Männer angelehnt. Als erstes nahm Jennifer Zietz, die Mannschaftskapitänin des 1. FFC Turbine Potsdam am 7. Juni 2009 die Schale entgegen.

Die Meisterschale hat einen Durchmesser von 50 Zentimeter und wiegt etwa 7,1 Kilogramm. Sie besteht aus 925er Sterlingsilber und trägt den Schriftzug „Deutscher Fußballmeister Frauen“. Alle Meister seit der erstmaligen Ermittlung eines deutschen Meisters im Frauenfußball 1974 sind auf der Schale eingraviert.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in der Abendzeitung, Nr.116/21, 22. Mai 2009, S. 2
  2. Meisterschale der Bundesliga erstrahlt in neuem Glanz
  3. RP Online: 1. FC Köln bekommt als Zweitliga-Meister die Schale, 5. Mai 2014
  4. Der Westen: Seifert und Strutz übergeben Hertha "Meisterfelge", 11. Mai 2011
  5. DFL ehrt den Zweitliga-Meister mit eigenem Pokal
  6. Interview mit DFL-Geschäftsführer Tom Bender
  7. Frauen-Meister erhält neue Trophäe