Deutsche Minderheit in Polen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Minderheit in Oberschlesien (Volkszählung 2002)
Deutsche Minderheit in Masuren (Volkszählung 2002)
Gemeinden in Oberschlesien mit mehr als 20 Prozent deutscher Bevölkerung 2011 (Stand Februar 2013)

Die Deutsche Minderheit in Polen ist eine seit 1991 anerkannte nationale Minderheit in Polen. Das Siedlungsgebiet der Deutschen beschränkt sich größtenteils auf Oberschlesien, zwischen den Städten Oppeln und Kattowitz. Dort stellen sie in mehreren Gemeinden 20 bis 50 Prozent der Bevölkerung. Die deutsche Minderheit tritt mit einem Wahlkomitee bei Wahlen an und ist in der Politik und in den Verwaltungen vertreten. In den Gemeinden mit mindestens 20 Prozent deutscher Bevölkerung wurde Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt und Ortsnamen in deutscher Sprache eingeführt. Die Dachorganisation der meisten deutschen Vereine ist der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG).

Bei der polnischen Volkszählung von 2011[1] lag die Zahl der Personen die ausschließlich eine deutsche Nationalität angab bei rund 45.000. Zusätzlich gaben 103.000 Personen eine deutsche und zugleich eine weitere Nationalität oder Ethnie, zumeist eine polnische, an.[2][3] Zusammengenommen kommt man auf 148.000 Personen, die eine deutsche Nationalität angaben, was dem Ergebnis von 152.897 Personen bei der Volkszählung 2002 nahe kommt. Zu der damaligen Zählung gab es keine Möglichkeit, eine weitere Nationalität oder Ethnie anzugeben. Ferner besaßen 5.200 Personen in Polen ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit und 239.300 Personen die polnische und deutsche Staatsangehörigkeit.

Die Ergebnisse der beiden Volkszählungen stellen die ersten Zahlen zur deutschen Minderheit dar und beruhen auf der persönlichen Befragung der Bevölkerung. Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2002 hatten alleine die beiden größten Organisationen der deutschen Minderheit, die SKGD in Oppeln und die SKGD in Kattowitz, zusammen etwa 239.000 Mitglieder. 2008 waren es dann nur noch etwa 182.000 Mitglieder.[4]

Die Deutsche Botschaft in Warschau hingegen ging damals und geht nach wie vor von etwa 300.000 Bürgern deutscher Nationalität aus.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die nach 1945 an Polen gekommenen ehemaligen deutschen Ostgebiete (gelb)
Kundgebung in Berlin gegen die Verletzung der Rechte der deutschen Minderheit in Oberschlesien (November 1930)

Bis 1918[Bearbeiten]

Nach der Völkerwanderung wurden die historischen Regionen Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern und Ostpreußen (heute teilweise zu Russland gehörend) durch slawische Stämme besiedelt. Im Hochmittelalter begann in diesen Regionen die Deutsche Ostsiedlung; die autochthone slawische bzw. im Falle Ostpreußens polnische und baltische Bevölkerung (Prußen) wurde im Laufe von einigen Jahrhunderten sprachlich wie meist auch gesamtkulturell assimiliert, in Teilen auch völlig verdrängt. Familien- und Ortsnamen, die auf -ski, -itz, -lau, -ow und teilweise auch auf -a enden, zeugen bis heute von einem slawischen Ursprung. In Masuren und Oberschlesien konnte sich eine Mischkultur mit der masurischen und (deutsch-slawisch)-schlesischen Sprache und den lokalen Bräuchen als integrativen Merkmalen etablieren.

Im 17., 18. und 19. Jahrhundert ließen sich zahlreiche lutherische Deutsche in Hauländer-Dörfern entlang der Weichsel und deren Nebenflüssen nieder. Im 19. Jahrhundert, nach den Teilungen Polens, beteiligten sich die Deutschen am Ausbau der Tuchherstellung in Großpolen. Im späten 19. Jahrhundert siedelte die Preußische Ansiedlungskommission, welche die Abwanderung größerer Bevölkerungsteile aus den wirtschaftsschwachen östlichen Landesteilen Preußens als Ostflucht bezeichnete, einige Deutsche in der Provinz Posen an. Über 3000 Orte im heute zur Ukraine gehörenden früheren Teil Polens hatten auch deutsche Einwohner. Insbesondere viele Wolhyniendeutsche blieben nach dem Ersten Weltkrieg östlich der Curzon-Linie.

Zweite Polnische Republik[Bearbeiten]

Nach Gründung der Zweiten Polnischen Republik 1918 wurde eine große Anzahl Deutscher gezwungen, das Land zu verlassen; dies betraf vor allem die Deutschen im Abtretungsgebiet des polnischen Korridor (größtenteils das einstige Westpreußen) und fast die ganze Provinz Posen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebte der Großteil der Deutschen in Polen im Polnischen Korridor, in der Gegend um Posen und im 1922 an Polen abgetretenen Ostoberschlesien als Autonome Woiwodschaft Schlesien, ferner in der Region um Łódź (Lodsch) und in Wolhynien. In Wolhynien siedelten bis 1915 etwa 250.000 Deutsche.

Politisch organisierten sich die Deutschen in Polen in einer Vielzahl von Parteien, die sowohl auf nationaler Ebene im Sejm und Senat als auch in der Autonomen Woiwodschaft Schlesien im Schlesischen Parlament vertreten waren.

In der Polnischen Verfassunggebenden Nationalversammlung (1919–1922) waren die Deutschen mit der Deutschen Volkspartei, der DP-Verein und der Z.A.G. und insgesamt 8 Abgeordneten vertreten.

Im Sejm ab 1922 waren es vor allem der Deutschtumsbund zur Wahrung der Minderheitenrechte (bzw. nach deren Verbot die Deutsche Vereinigung), die Katholische Volkspartei, die Deutsche Sozialistische Arbeitspartei Polens (DSAP) und die Deutsche Partei, die die Stimmen der deutschen Minderheit auf sich vereinigen konnten.

Die stärkste politische Vereinigung der deutschen Minderheit in der 4. und 5. Wahlperiode des Sejm (1935 bis 1939) war die 1931 gegründete Jungdeutsche Partei in Polen, die Mitte der 1930er Jahre etwa 50.000 Mitglieder zählte. Die anderen Parteien (bis auf die DSAP, die mit der polnischen PSP (erfolglos) eine gemeinsame Liste aufstellte) wurden im Rat der Deutschen in Polen (RDP) zusammengeschlossen.

Während des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten]

In den Gebieten Polens, die direkt dem Reich angeschlossen wurden, hatte sich Definition und Situation der deutschen Minderheit grundlegend geändert. Sie wurde zur „erwünschten“ Bevölkerungsgruppe erklärt, wohingegen die bis dahin dort lebende polnische Bevölkerung nach Osten deportiert wurde. Auch in manchen Städten des Generalgouvernements wurden verstärkt Deutsche angesiedelt.

Nach dem Polenfeldzug entstand 1939 der Volksdeutsche Selbstschutz, eine paramilitärische Organisation, die ihre Mitglieder hauptsächlich aus Angehörigen der deutschen Minderheit rekrutierte und an zahlreichen Massenmorden an der polnischen und jüdischen Bevölkerung beteiligt war.[6] Von den etwa 740.000 Angehörigen der deutschen Minderheit im Vorkriegspolen wurden Männer im wehrfähigen Alter als Soldaten rekrutiert, darüber hinaus gehörten etwa 80.000 bis 100.000 dem Volksdeutschen Selbstschutz an.[7]

Westverschiebung Polens – Flucht, Vertreibung und Aussiedlung[Bearbeiten]

Bezeichnend für das Oppelner Land und seine deutsche Minderheit: Gepflegte deutsche Gefallenendenkmäler wie hier in Mechnice (Muchenitz)
… in manchen Orten wurden diese nach der Wende neu errichtet, wie hier im Powiat Oleski

Auf der Teheran-Konferenz vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 entschieden die Alliierten die „polnische Westverschiebung[8] und somit die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus den ostdeutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie, die unter polnische Verwaltung gestellt wurden, sowie die Aussiedlung der polnischen Bevölkerung aus dem bereits 1939 von der Sowjetunion annektierten Ostpolen.

Als Vergeltung für die von Deutschen verübten Gräuel im Zweiten Weltkrieg waren Vertriebene und in Polen gebliebene Volks- und Reichsdeutsche vielfach Gewalttaten ausgesetzt. In ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern, wie in Łambinowice, Zgoda oder im NKWD-Lager Toszek wurden Zivilisten aufgrund ihrer deutschen Herkunft, bzw. zwecks späterer Aussiedlung, interniert. Misshandlungen an Lagerinsassen und die schlechten Haftbedingungen forderten zahlreiche Todesopfer.

Nachdem von 1944 bis 1950 ca. 8,5 Millionen Deutsche aus diesem Gebiet geflohen oder vertrieben worden waren, begann in den ehemaligen deutschen Ostgebieten eine großangelegte „Entdeutschung“, bei der versucht wurde, alle Hinweise auf die deutsche Vergangenheit zu tilgen. Deutschsprachige Inschriften auf Gebäuden, Friedhöfen oder Denkmälern wurden unkenntlich gemacht, deutsche (Familien-)Namen polonisiert und der Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit verboten.[9] Die verbliebenen Deutschen bewohnten hauptsächlich ländliche Gebiete in Oberschlesien und Hinterpommern sowie die nieder- und oberschlesischen Industriegebiete. Neben der Ansiedlung von polnischen Repatrianten und Neusiedlern durften alteingesessene Bewohner (Autochthone), vor allem Oberschlesier und Masuren, nach einer positiven „Verifizierung“ als polnische Staatsbürger bleiben. Auf diese Weise gab es ab 1951 nach verfälschten Angaben der polnischen Behörden keine Deutschen mehr in Polen und die tatsächliche deutsche Restbevölkerung wurde unterdrückt, was jedoch nach außen dementiert wurde.

Allein in Oberschlesien lebten nach dem Zweiten Weltkrieg noch mehr als 700.000 Deutsche, die damit die Hälfte der Bevölkerung ausmachten. In Niederschlesien (Woiwodschaft Breslau) lebten nach der Volkszählung 1950 noch 84.800 ehemalige Reichsbürger.[10] Sie lebten vor allem im Steinkohlegebiet um Waldenburg, wo sie als Fachkräfte für die Industrie benötigt und daher zurückgehalten wurden. Da sie nach einer Übergangszeit das Land verlassen sollten, wurden hier deutsche Organisationen und deutschsprachiger Unterricht gestattet.[11]

Im übrigen Polen war angesichts der erzwungenen Assimilation und der Diskriminierung Deutschstämmiger eine kulturelle Entwicklung der deutschen Minderheit unmöglich und die langfristige Existenz derselben gefährdet.

Von 1955 bis 1959 kam es erstmals zu einer Familienzusammenführung von den damals Geflohenen oder Vertriebenen und den in Polen verbliebenen Deutschen. Bei dieser Familienzusammenführung wurden ca. 250.000 Deutsche nach West-Berlin und ca. 40.000 in die DDR umgesiedelt. Die Zahl der deutschsprachigen Bevölkerung betrug 1960 weniger als 50.000.

Weitere Deutsche verließen auf Grund einer erneuten Familienzusammenführung infolge des „Warschauer Vertrages“ von 1970 das Land. Nach polnischen Statistiken gab es Ende der 1970er Jahre ca. 500.000 bis 1 Million aussiedlungswillige Deutsche, die vor allem in den 1980er Jahren massenhaft ausreisten. In den Jahren zwischen 1950 und 1989 gelangten insgesamt rund 1,2 Mio. Deutsche aus Polen und ihre Familienangehörigen nach dem Bundesvertriebenengesetz als Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland.

Rechtliche Anerkennung und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis 1990/1991 wurde die Existenz der deutschsprachigen Minderheit vom polnischen Staat geleugnet. Durch das Verbot von deutscher Sprache und Kultur und die Diskriminierung Deutschstämmiger war alles Deutsche aus dem öffentlichen Leben verschwunden – viele Deutschstämmige der Nachkriegsgenerationen sprachen ihre deutsche Muttersprache nicht mehr als Erstsprache. Deshalb gestaltete sich der Wiederaufbau der öffentlichen Tätigkeit der deutschen Minderheit nach der Wende auch schwierig und wurde zu großen Teilen von Angehörigen der älteren Generation vollzogen.

Erst nach Abschluss des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages vom 17. Juni 1991 erhielt die deutsche Minderheit volle Rechte als nationale Minderheit nach KSZE-Standard sowie eine Vertretung im polnischen Parlament (Sejm).

Bei der Deutschen Minderheit in Polen handelt es sich mehrheitlich um alteingesessene, deutschstämmige Schlesier, die bei statistischen Erhebungen sich als Deutsche deklariert haben.

Gemäß dem polnischen Minderheitengesetz von 2005 können Gemeinden ab einem Minderheitenanteil von mindestens 20 % offiziell als zweisprachig anerkannt werden und Deutsch als sog. Hilfssprache einführen. Dabei werden die Ergebnisse der polnischen Volkszählung von 2002 herangezogen, wonach 28 Gemeinden diesen Anteil von Deutschen an der Gesamtbevölkerung erreichen:[12] Biała/Zülz, Bierawa/Birawa, Chrząstowice/Chronstau, Cisek/Czissek, Dobrodzień/Guttentag, Dobrzeń Wielki/Groß Döbern, Głogówek/Oberglogau, Izbicko/Stubendorf, Jemielnica/Himmelwitz, Kolonowskie/Colonnowska, Komprachcice/Comprachtschütz, Krzanowice/Kranowitz, Lasowice Wielkie/Groß Lassowitz, Leśnica/Leschnitz, Łubniany/Lugnian, /Murow, /Rosenberg O.S., Pawłowiczki/Pawlowitzke, Polska Cerekiew/Groß Neukirch, Popielów/Poppelau, Prószków/Proskau, Radłów/Radlau, Reńska Wieś/Reinschdorf, Strzeleczki/Klein Strehlitz, Tarnów Opolski/Tarnau, Turawa, Ujazd/Ujest, Walce/Walzen sowie Zębowice/Zembowitz. Bis auf Kranowitz, das der Woiwodschaft Schlesien angehört, liegen alle Gemeinden in der Woiwodschaft Oppeln.

Rechtliche Grundlagen und Alltag[Bearbeiten]

Gemeinden, in denen Deutsch als Hilfssprache eingeführt wurde bzw. Gemeinden, die die Voraussetzung hierfür erfüllen
Ergebnisse des Wahlkomitees der Deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Oppeln bei den Parlamentswahlen 2007

Laut der Volkszählung in Polen von 2002 gebrauchen 204.573 Menschen in ihrem Privatleben die deutsche Sprache, davon sind 100.767 polnischer, 91.934 deutscher und 11.872 anderer Nationalität.[13]

Volkszählung 2002[Bearbeiten]

Laut Volkszählung aus dem Jahre 2002 bekennen sich 152.897 Einwohner Polens zur deutschen Volkszugehörigkeit. Die meisten von ihnen leben in der oberschlesischen Woiwodschaft Oppeln, wo sie mit 106.855 Menschen 10,033 % der Bevölkerung ausmachen. In den übrigen Woiwodschaften liegt der Anteil der deutschen Bevölkerung zwischen 0,005 % und 0,672 %.

Woiwodschaft Einwohnerzahl Davon Deutsche Prozentualer Anteil
Oppeln 1.065.043 106.855 10,033
Schlesien 4.742.874 31.882 0,672
Ermland-Masuren 1.428.357 4.535 0,317
Pommern 2.179.900 2.319 0,106
Niederschlesien 2.907.212 2.158 0,074
Westpommern 1.698.214 1.224 0,072
Lebus 1.008.954 651 0,064
Kujawien-Pommern 2.069.321 717 0,034
Großpolen 3.351.915 1.013 0,030
Łódź 2.612.890 325 0,012
Masowien 5.124.018 574 0,011
Kleinpolen 3.232.408 261 0,008
Podlachien 1.208.606 85 0,007
Karpatenvorland 2.103.837 116 0,006
Lublin 2.199.054 112 0,005
Heiligkreuz 1.297.477 70 0,005
insgesamt 38.230.080 152.897 0,381

Volkszählung 2011[Bearbeiten]

Laut ersten Hochrechnungen gaben 45.000 Einwohner Polens eine ausschließlich deutsche Identität an. Eine deutsche Volkszugehörigkeit neben einer anderen, zumeist polnischen, gaben 103.000 Personen an. 97,6 % dieser Personen sind polnische Staatsbürger. 58,9 % leben auf dem Land, 41,1 % in Städten. Gute 96.000 gaben an, zu Hause deutsch zu sprechen, von denen 33.000 nur eine polnische Identität angab. Fast ein fünftel dieser Deutschsprachigen ist über 65 Jahre alt. Deutsch als Muttersprache gaben 58.000 Personen an, von denen etwa 68,5 % nur eine deutsche Identität angab.[14]

Die Ergebnisse nach Woiwodschaften[14]:
(Betrachtet werden Personen, die ausschließlich eine deutsche als auch zusammen mit einer anderen Volkszugehörigkeit angaben)

Woiwodschaft Einwohnerzahl Davon Deutsche Prozentualer Anteil
Oppeln 1.016.212 78.595 7,73
Schlesien 4.630.366 35.187 0,76
Ermland-Masuren 1.452.147 4.843 0,33
Pommern 2.276.174 4.830 0,21
Westpommern 1.722.885 3.535 0,21
Lebus 1.022.843 1.846 0,18
Niederschlesien 2.915.241 5.032 0,17
Kujawien-Pommern 2.097.635 2.507 0,12
Großpolen 3.447.441 3.421 0,10
Łódź 2.538.677 1.489 0,06
Masowien 5.268.660 2.937 0,06
Kleinpolen 3.337.471 1.315 0,04
Podlachien 1.202.365 438 0,04
Lublin 2.175.700 819 0,04
Karpatenvorland 2.127.286 590 0,03
Heiligkreuz 1.280.721 430 0,03
Polen 38.511.824 147.814 0,38

Verbreitung und Analyse[Bearbeiten]

Die meisten Deutschen leben in Oberschlesien und Masuren. Außerhalb dieser Regionen überschreitet der Anteil der deutschen Minderheit an der Gesamtbevölkerung in keiner Gemeinde die 1-Prozent-Marke. Mit etwa 115.000 deutschen Einwohnern macht Oberschlesien den größten Teil der gut 150.000 Deutschen in Polen aus.

Während in Oberschlesien der Anteil der Deutschen in einigen Gemeinden bei über einem Fünftel liegt, gibt es in Masuren nur wenige Gemeinden, die mehr als 1 % deutsche Einwohner haben. Der höchste Anteil liegt dort in einer Gemeinde bei 7 %.

Deutsche leben heute vor allem in Gebieten, die früher Teil des Deutschen Reiches gewesen sind: nach Oberschlesien und Masuren sind dies Pommern, Niederschlesien und Ostbrandenburg. In den ehemals preußischen Gebieten, die bereits nach dem Ersten Weltkrieg zu Polen kamen, leben noch einige Deutsche, davon die meisten (3.421) in der Woiwodschaft Großpolen. Während es bis 1945 in diesen Gebieten eine starke deutsche Minderheit gab, ist ihr heutiger Anteil an der Gesamtbevölkerung nicht mehr bedeutend.

Politische Bedeutung[Bearbeiten]

Als politische Organisation einer nationalen Minderheit ist das Wahlkomitee der Deutschen Minderheit von der 5-Prozent-Hürde befreit und seit 1991 durchgängig – zuletzt mit einem Abgeordneten – im polnischen Parlament vertreten.

Bei der letzten Kommunalwahl 2010 wurden 23 Bürgermeister und Gemeindevorsteher von der deutschen Liste gewählt.[15] Außerdem verfügt die deutsche Minderheit in den Kreistagen von Groß Strehlitz, Oppeln und Rosenberg über die Mehrheit der Mandate. Im Sejmik der Woiwodschaft Oppeln ist sie mit 6 Sitzen zweitstärkste Kraft und seit 1998 an der Regierung beteiligt[16]

Zweisprachige Gemeinden[Bearbeiten]

Zweisprachige Verwaltung in Cisek/Czissek

Offiziell zweisprachig sind seit 2006 die Gemeinden Biała/Zülz, Chrząstowice/Chronstau, Cisek/Czissek, Izbicko/Stubendorf, Jemielnica/Himmelwitz, Kolonowskie/Colonnowska, Lasowice Wielkie/Groß Lassowitz, Leśnica/Leschnitz, Prószków/Proskau, Radłów/Radlau, Reńska Wieś/Reinschdorf, Strzeleczki/Klein Strehlitz, Ujazd/Ujest und Walce/Walzen, seit 2007 Bierawa/Birawa, Tarnów Opolski/Tarnau und Zębowice/Zembowitz, seit 2008 Turawa. Seit dem 22. April 2009 sind die Gemeinden Murów/Murow, Dobrzeń Wielki/Groß Döbern und Głogówek/Oberglogau zweisprachig und seit dem 13. Mai 2009 die Gemeinde Dobrodzień/Guttentag.[17]

Zweisprachige Ortsschilder[Bearbeiten]

Polnisch-deutsches Ortsschild in Nakło/Nakel in Oberschlesien
Zweisprachige Begrüßungstafel in Kroschnitz

Zweisprachige Ortsschilder dürfen in den genannten Gemeinden erst aufgestellt werden, wenn die deutschen Ortsbezeichnungen bzw. Straßennamen gemäß der Verordnung über zweisprachige Orts- und Lagebezeichnungen (Dwujęzyczne nazewnictwo geograficzne) offiziell genehmigt wurden. Dafür muss der Gemeinderat der Einführung der deutschen Bezeichnungen zustimmen und es muss die Genehmigungen des Woiwoden sowie des polnischen Innenministeriums (MSWiA) vorliegen. Eine Befragung der Gemeindebevölkerung ist nur erforderlich, wenn der Anteil der Deutschen an der Bevölkerung unter einem Fünftel liegt; allerdings setzen auch Gemeinden mit mehr als 20 % meist auf freiwillige Umfragen.

Bisher wurden zweisprachige Ortsschilder in den Gemeinden Radłów/Radlau, Cisek/Czissek, Leśnica/Leschnitz, Tarnów Opolski/Tarnau, Chrząstowice/Chronstau, Izbicko/Stubendorf, Dobrodzień/Guttentag, Jemielnica/Himmelwitz, Kolonowskie/Colonnowska, Krzanowice/Kranowitz, Ujazd/Ujest, Biała/Zülz, Zębowice/Zembowitz, Strzeleczki/Klein Strehlitz, Comprachtschütz/Komprachcice, Groß Döbern/Dobrzeń Wielki, Oberglogau/Głogówek sowie für Łubowice/Lubowitz, einen Ortsteil von Rudnik aufgestellt.[18]

Deutschsprachige Gedenktafel für den Komponisten und Abt Johannes Nucius in Himmelwitz

Auch die zweisprachigen Ortsschilder sind wie die bisherigen in grün gehalten und weiß beschriftet. Unter dem polnischen Ortsnamen steht in gleicher Schriftgröße der deutsche Name. In der Gemeinde Cisek/Czissek wurden den alten Ortsschildern zusätzlich deutschsprachige Schilder angehängt; ob dieses Anbringen getrennter Schilder dem polnischen Minderheitengesetz entspricht, ist strittig.

Deutschsprachige Ortsschilder waren bereits seit 2005 erlaubt, bis 2008 hatte jedoch keine berechtigte Gemeinde von den Behörden Geld hierfür erhalten. Erst für das Jahr 2008 wurden erstmals 250.000 Złoty für die Herstellung und Aufstellung von Schildern eingeplant.

Zunächst wurde davon ausgegangen, dass die Gemeinde Radłów/Radlau im Herbst 2008 die ersten deutschsprachigen Ortsschilder aufstellen werde. Am 4. September 2008 war es dann jedoch Łubowice/Lubowitz, das als erster Ort wieder deutschsprachige Schilder einführte.[19] Am 12. September 2008 folgte mit einer feierlichen Enthüllung als erste Kommune in Polen die Gemeinde Radłów/Radlau.[20] Am 15. September stellte die Gemeinde Cisek/Czissek deutschsprachige Ortsschilder auf. In Chrząstowice/Chronstau wurden erstmals neben Ortsschildern auch Wegweiser mit deutschen Ortsnamen errichtet. Schließlich stellte Tarnów Opolski/Tarnau als erste Gemeinde Schilder ohne vorherige Befragung der Bevölkerung auf.

Zusätzliche Straßennamen in deutscher Sprache wurden bisher von keiner Gemeinde beantragt. Jedoch gibt es schon seit der politischen Wende in Polen 1989 privat finanzierte zweisprachige Begrüßungstafeln.

In der Gemeinde Chrząstowice wurden 2009 darüber hinaus an allen öffentlichen Gebäuden zweisprachige Informationstafeln angebracht.

Zweisprachige Bahnhofsschilder[Bearbeiten]

Am 30. Oktober 2012 wurden die ersten zweisprachigen Schilder (polnisch/deutsch) an Bahnhöfen in Polen aufgestellt.[21] Diese Schilder stehen entlang der Bahnstrecke Tschenstochau-Oppeln[22] in der Gemeinde Chronstau, Woiwodschaft Oppeln.

Folgende Bahnhöfe erhalten eine zusätzliche Bezeichnung in deutscher Sprache:

Kontroversen[Bearbeiten]

Vandalismus an Ortstafeln

In den 1945 an Polen gefallenen deutschen Ostgebieten versuchte die kommunistische Führung, schriftliche Zeugnisse der deutschen Geschichte durch die Entfernung von Inschriften oder Denkmälern zu tilgen. Im Oppelner Land bemühte sich die deutsche Minderheit, diese Aktionen zu begrenzen – in Lasowice Małe (Klein Lassowitz) beispielsweise wurde das örtliche Kriegerdenkmal vor den polnischen Behörden vergraben.[23] Die erhaltenen deutschen Kriegerdenkmäler sind heute zu Kennzeichen des Oppelner Landes und seiner deutschen Minderheit geworden. Nach der Wende wurden bestehende Denkmäler wiederhergestellt bzw. durch Gedenksteine für die Opfer des Zweiten Weltkriegs ergänzt.

Umstritten sind auch Darstellungen des deutschen Militärs, wie Eiserne Kreuze, ein Symbol aus dem frühen 19. Jahrhundert oder Soldatenhelme auf den Denkmälern. Von manchen Politikern und Medien wurden diese Symbole mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht und gefordert diese auch bei historischen Denkmälern zu entfernen. Vor allem für die nach 1990 errichteten Denkmäler, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern, wurde eine Regierungskommission einberufen, die die Kriegerdenkmäler im Oppelner Land erfasste und betroffene Gemeinden anwies, folgende Anpassungen durchzuführen: Grundsätzlich sollten historische Denkmäler durch polnische Informationstafeln ergänzt werden. War bei neuen Denkmälern das Eiserne Kreuz abgebildet oder waren die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Ortsbürger als Gefallene bezeichnet worden, musste dies entfernt werden. An allen Denkmälern mussten 1933–45 eingeführte Ortsnamen unkenntlich gemacht werden, auch wenn der Ortsname zur Zeit der Erstellung des Denkmals amtlich war. Später wurden die bemängelten Denkmäler erneut inspiziert, um die Durchführung der verordneten Änderungen zu überprüfen.

Selbst durch führende polnische Tageszeitungen kommt es gelegentlich zu kontroversen Berichterstattungen über die deutsche Minderheit; so werden regelmäßig vermeintliche Skandale „aufgedeckt“ wie beispielsweise ein Vorfall in der Ortschaft Szczedrzyk/Sczedrzik in der Stadt- und Landgemeinde Ozimek/Malapane, wo nach einer Reinigung des 1934 errichteten Gefallenendenkmals der eigentlich verputzte Schriftzug des damals eingeführten Ortsnamens Hitlersee wieder zum Vorschein kam; hierfür wurde in den Medien die deutsche Minderheit verantwortlich gemacht.

Schließlich wurde 2005 die von örtlichen Vertretern der deutschen Minderheit vorgeschlagene Benennung der zweisprachigen Schule in Rosenberg/Olesno zu Ehren der schlesischen Nobelpreisträger nach öffentlichen Protesten aufgegeben. Stein des Anstoßes war der Nobelpreisträger Fritz Haber, dessen Forschungen auch der chemischen Kriegsführung im Ersten Weltkrieg gedient hatten.[24] In den Medien erhielt er das Synonym „Doktor Tod“.

Öffentliche Symbole der Zweisprachigkeit und der deutschen Minderheit sind in Polen bis heute umstritten. Die zweisprachigen Ortstafeln in den Gemeinden Radłów/Radlau, Cisek/Czissek und Tarnów Opolski/Tarnau wurden bereits kurz nach ihrer Aufstellung beschädigt, weitere beschädigte Schilder blieben nicht aus.[25][26][27] In der Gemeinde Guttentag kam es 2010 sogar zum Diebstahl von drei Ortstafeln.[28]

Gegner der Minderheitengesetze sahen sich 2004 in ihren Befürchtungen, die Minderheit untergrabe die staatsrechtliche Souveränität Polens im Oppelner Land, bestätigt, als der Starost (Landrat) von Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz – selbst Mitglied der Minderheit – das obligatorische polnische Staatswappen an seinem Amtsgebäude durch das Landkreiswappen und ein zweisprachige Informationsschild ersetzte; in Polen wirkte dieses Vorgehen befremdlich, zumal das Entfernen staatlicher Hoheitszeichen von Amtsgebäuden eine Straftat darstellt[29] und der Vorfall zu einer erregten Debatte im polnischen Parlament führte.[30] Im föderalen Deutschland ist der Gebrauch staatlicher Hoheitszeichen eingeschränkter und auf Kreis- oder Gemeindeebene unüblich.

Auch innerhalb der deutschen Minderheit gibt es Kritik an der Verbandsausrichtung. Die Kritik vor allem jüngerer Mitglieder am autoritären Führungsstil Henryk Krolls mündete im April 2008 in einem Generationenwechsel an der Verbandsspitze. Der neue, damals 37-jährige Vorsitzende Norbert Rasch versprach den Delegierten Neuausrichtung, weniger Politisierung, dafür mehr Sprach-, bzw. Kulturförderung in der Vereinsarbeit.[31]

Kritik von Vertretern der deutschen Minderheit[Bearbeiten]

Bei einem Treffen mit den Delegierten des "Beratungskomitees des Europarates zur Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten" am 4. Dezember 2008 bemängelte der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) u.a. zu wenig Deutschunterricht an den Schulen, mangelnde Objektivität im Geschichtsunterricht, den erschwerten Zugang zu Massenmedien, ungünstige Sendezeiten von Minderheitensendungen im öffentlichen Fernsehen und Radio und das Fehlen von Minderheitensendungen außerhalb der Woiwodschaft Oppeln. Zudem wurden der eingeschränkte Gebrauch der deutschen Sprache in Behörden und Probleme beim Verwenden von deutschen Vor- und Nachnamen angesprochen. Kritisiert wurde auch die fehlende Möglichkeit, zweisprachige Namen außerhalb der kommunalen Ebene zu nutzen, beispielsweise auf Ebene der Landkreise und Woiwodschaften.[32]

Deutsche Staatsangehörigkeit[Bearbeiten]

Bis 2005 haben etwa 288.000 Bürger in Polen, insbesondere in Oberschlesien und Masuren, die Bestätigung erhalten, von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen.

Die deutsche Staatsbürgerschaft wird auf Antrag vom Bundesverwaltungsamt festgestellt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Grenzgebiet zu Deutschland, beispielsweise in Stettin, und in den Hauptsiedlungsgebieten der deutschen Minderheit in dem Wojewodschaften Oppeln und Schlesien, gibt es Kindergärten mit Deutschunterricht. Doch handelt es sich dabei durchweg um Privatinitiativen.[33]

Im Ostteil der Wojewodschaft Oppeln, in dem die deutsche Minderheit die Mehrheit der Einwohner stellt, bieten die Schulen „muttersprachlichen Deutschunterricht“ an. In der Praxis bedeutet dies, dass die Schüler eine Stunde mehr Deutsch pro Woche haben, als es die Lehrpläne für die polnische Mehrheit vorsehen. In der Regel handelt es sich um drei, statt zwei Wochenstunden Deutsch, was von den Vertretern der Minderheit als völlig unzureichend kritisiert wird. Alle anderen Fächer werden dagegen auf Polnisch unterrichtet.[34] Die gewählten Vertreter der Minderheit streben ein zweisprachiges Gymnasium in allen Landkreisen im Ostteil der Woiwodschaft Oppeln an.[35]

Organisationen der Deutschen Minderheit[Bearbeiten]

Henryk Kroll und Norbert Rasch, Repräsentanten der deutschen Minderheit

Die deutsche Minderheit in Polen ist in mehreren Verbänden, Vereinen und anderen Zusammenschlüssen organisiert, von denen die größte und bedeutendste die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien mit Hauptsitz in Oppeln ist.[36] Regionale Gesellschaften bestehen in Allenstein, Breslau, Bromberg, Danzig, Elbing, Hirschberg im Riesengebirge, Liegnitz, Lodsch, Oppeln, Posen, Schneidemühl, Stettin, Stolp, Thorn und Waldenburg sowie im Bezirk Schlesien (Deutscher Freundschaftskreis im Bezirk Schlesien). Der Bezirk Schlesien gliedert sich in die Kreisverbände Beuthen O.S., Gleiwitz, Hindenburg O.S., Kattowitz, Loslau, Orzesche, Ratibor, Rybnik, Tichau und Teschen. Die Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Oppeln verfügt in allen Landkreisen der Woiwodschaft Oppeln über Kreisverbände; insgesamt sind dies elf Kreisverbände.

Alle Gesellschaften haben sich zusammengeschlossen zum Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG).

Jugendliche organisieren sich im Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM).

Trotz starker finanzieller Unterstützung aus Deutschland (seit 1990 hatte Berlin 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt) ging die Mitgliederzahl von rund 170.000 im Jahre 1991 auf rund 45.000 im Jahre 2008 zurück.[37]

Eine weitere bedeutende Organisation ist die Deutsche Gemeinschaft Versöhnung und Zukunft mit Sitz in Kattowitz, die nach eigenen Angaben (2002) 11.112 beitragzahlende Mitglieder hat und von der deutschen Bundesregierung finanziell nicht unterstützt wird.

Beide Organisationen weichen in Zielen und Grundsätzen teils wesentlich voneinander ab; so ist die Deutsche Gemeinschaft Versöhnung und Zukunft beispielsweise auch für nichtdeutsche Mitglieder offen (etwa 4,2 %), während die Sozial-Kulturelle Gesellschaft ausschließlich deutschstämmige Mitglieder aufnimmt.

Bei den Regional- und Zentralwahlen in Polen wird die deutsche Minderheit durch das Wahlkomitee Deutsche Minderheit vertreten, das bei den Parlamentswahlen 2007 32.462 Stimmen (0,2 %) erhielt und – da es für die deutsche Minderheit keine 5-Prozent-Hürde gibt – seither einen Abgeordneten (derzeit Ryszard Galla) in das polnische Parlament (Sejm) entsendet.

Institutionen[Bearbeiten]

Kulturelles[Bearbeiten]

Zu den jährlichen Veranstaltungen der deutschen Minderheit, des VDGs oder anderer Institutionen gehören u.a. der Weihnachtsmarkt vor der Kathedrale in Oppeln und die Deutsche Kinowoche in Oppeln.

Der BJDM veranstaltet seit ein paar Jahren in Oppeln regelmäßig das „Große Schlittern“, bei dem Kinder und Jugendliche kostenlos schlittschuhfahren können.

Medien der deutschen Minderheit[Bearbeiten]

Radio[Bearbeiten]

Der erste Versuch, Ende der 1990er Jahre einen Radiosender für die Deutsche Minderheit zu etablieren, scheiterte daran, dass der Sender keine Lizenz erhielt. Seit 2006 gibt es ein deutsch-polnisches Internetradio mit dem Namen Mittendrin. Derzeit arbeitet die deutsche Minderheit aus der Woiwodschaft Oppeln an einem neuen Radiosender. Geplant ist der Name "Radio HERZ". Hierzu wurde bereits ein Gebäude auf der Pascheke in Oppeln bezogen. Die Beteiligten wollten sich noch 2011 um eine Frequenz bewerben und 2012 starten.[38]

Sendungen:

Fernsehen[Bearbeiten]

Eine regelmäßige Fernsehsendung der deutschen Minderheit ist seit 1992 das wöchentliche 15-minütige Magazin Schlesien Journal, das auf den Fernsehsendern TVP Opole und TVP Katowice gesendet wird. Schlesien Journal verfügte auch über eine Jugendsendung namens Schlesien Journal jung. Die Sendung "Schlesien Journal" wurde auch auf TVS (Fernsehsender) ausgestrahlt und war somit über mehrere Monate über Satellit Eutelsat Hotbird 13° Ost europaweit zu sehen. Diese Ausstrahlung wurde jedoch auf Grund von eine Verlagerung zu einer IP-TV-Ausstrahlung eingestellt.

Zeitungen und Zeitschriften[Bearbeiten]

Die größte Zeitung der deutschen Minderheit ist das wöchentlich erscheinende Schlesische Wochenblatt von Pro Futura. Das Schlesische Wochenblatt brachte auch das Jugendmagazin Vitamin de heraus.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • R.M. Douglas: Ordnungsgemäße Überführung. Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. München, 2012. ISBN 978-3-40662294-6.
  • Paweł Popieliński: Młodzież mniejszości niemieckiej na Górnym Śląsku po 1989 roku [Jugend der deutschen Minderheit in Oberschlesien nach 1989]. Warschau 2011, ISBN 978-83-60580-62-2.
  • Ingo Eser: Volk, Staat, Gott! Die deutsche Minderheit in Polen und ihr Schulwesen 1918-1939. Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-06233-6.
  • Manfred Raether: Polens deutsche Vergangenheit. Schöneck 2004, ISBN 3-00-012451-9. Aktualisierte Neuausgabe als kostenloses E-Buch (2009).
  • Till Scholtz-Knobloch: Die deutsche Minderheit in Oberschlesien – Selbstreflexion und politisch-soziale Situation unter besonderer Berücksichtigung des so genannten „Oppelner Schlesiens (Westoberschlesien)“. Görlitz 2002, ISBN 3-935330-02-2.
  • Alastair Rabagliati: A Minority Vote. Participation of the German and Belarussian Minorities within the Polish Political System 1989–1999. Krakau 2001, ISBN 83-88508-18-0.
  • Marek Zybura: Niemcy w Polsce [Deutsche in Polen]. Breslau 2001, ISBN 83-7023-875-0.
  • Thomas Urban: Deutsche in Polen – Geschichte und Gegenwart einer Minderheit. München 2000, ISBN 3-406-45982-X.
  • Mathias Kneip: Die deutsche Sprache in Oberschlesien. Dortmund 1999, ISBN 3-923293-62-3.
  •  Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest – Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel und Südosteuropa 1919-1945, Band 1, 2. Auflage. Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-3-4, S. 177 ff..
  • Maria Brzezina: Polszczyzna niemców [Die polnische Sprache der Deutschen]. Warschau/Krakau 1989, ISBN 83-01-09347-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das aktuelle Ergebnis für 2011 beruht bisher auf einer Hochrechnung.
  2. Polnisches Statistikamt: Ergebnis der Volkszählung 2011 (Stand Januar 2013)
  3. Polnisches Statistikamt: Ergebnis der Volkszählung 2011
  4. Polnisches Amt für Statistik (Seite 270-272) (PDF; 3,0 MB)
  5. Deutsche Botschaft Warschau, Die deutsche Minderheit in Polen.
  6. „Selbstschutz“ im Internetportal Deutsche & Polen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
  7. Beitrag im Internetportal des Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa e.V. (IKGN) an der Universität Hamburg
  8. Manfred Goertemaker: Die Potsdamer Konferenz 1945. In: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Schloss Cecilienhof und die Potsdamer Konferenz 1945. Unveränderter Nachdruck 2001. Berlin 1995, ISBN 3-931054-02-0, S. 61.
  9. Thesenpapier zur Entwicklungsstrategie der Deutschen Minderheit (DMI) in Polen im Internetportal „Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit“ vom Januar 2001.
  10. Winfried Irgang: Geschichte Schlesiens. In: Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen: Schlesien. Berlin 2005.
  11. Artikel in Schlesisches Wochenblatt
  12. www.dat.prosilesia.net
  13. Polnisches Haupt-Statistikamt (GUS)
  14. a b Polnisches Statistikamt: Ergebnis der Volkszählung 2011 (PDF; 3,5 MB)
  15. Artikel im Schlesischen Wochenblatt und der Nowa Trybuna Opolska
  16. Vgl. Geografia Wyborcza 2010
  17. Aufstellung des Polnischen Innenministeriums
  18. Quelle: Polnisches Innenministerium
  19. Lubowice und Lubowitz – Mit polnisch-deutschen Ortsschildern Geschichte schreiben. im ZDF-Mittagsmagazin vom 12. September 2008.
  20. Annäherung über Ortsschilder – Neue Normalität. im Internetportal n-tv.de vom 12. September 2008.
  21. Chrząstowice, czyli Chronstau. Polsko-niemieckie tablice na dworcach pod Opolem NTO, 30. Oktober 2012 (polnisch)
  22. Ersten zweisprachigen Schilder auf Bahnhöfen SKGD, 30. Oktober 2012 (polnisch)
  23. lasowice.eu
  24. Artikel im Internetportal NaszeMiasto.pl (in polnisch)
  25. „Wandale zniszczyli tablice dwujęzyczne w Radłowie“ – „Vandalen zerstörten zweisprachige Ortsschilder in Radlau“ in Nowa Trybuna Opolska
  26. „Zniszczono niemieckie tablice w gminie Cisek“ – „Deutsche Ortsschilder in der Gemeinde Czissek wurden zerstört“ in Nowa Trybuna Opolska
  27. „Bazgrzą sobie po tablicach“ – „Sie schmieren auf den Schildern“ im Internetportal NaszeMiasto.pl (in polnisch)
  28. Kradzież dwujęzycznych tablic w Bzinicy Nowej koło Dobrodzienia.
  29. Beitrag im Internetportal HOTNEWS.pl (in polnisch)
  30. Beitrag
  31. Antenne West
  32. Bericht über das Treffen mit den Delegierten des "Beratungskomitees des Europarates zur Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten" am 4. Dezember 2008 mit Vertretern der deutschen Minderheit im Internetportal des VdG vom 17. Dezember 2008.
  33. Artikel in Schlesisches Wochenblatt
  34. http://agmo.de/publikationen/studie
  35. 20 lat TSKN na Śląsku Opolskim. 20 Jahre der SKGD im Oppelner Schlesien. Gg. Soyial/Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien. Opole 2009, S. 261–264.
  36. Internetportal der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien
  37. Deutsch-Polnische Chronik, April 2008 in Deutsch-Polnischer Kalender vom 6. Mai 2008.
  38. Gazeta.pl: Niemcy chcą swojego radia na Opolszczyźnie