Deutsche Rentenversicherung Bund

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Deutsche Rentenversicherung
Bund
Logo
Sozialversicherung Gesetzliche Rentenversicherung
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 1. Oktober 2005
Zuständigkeit Deutschland
Sitz Berlin
Geschäftsführung Axel Reimann Präsident
Versicherte 25 Millionen[1]
Rentner 8 Millionen[1]
Haushaltsvolumen 89,4 Milliarden Euro (Januar-August 2010)[2]
Mitarbeiter 15.000[1]
Website www.drv-bund.de

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist ein bundesweit tätiger Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie hat ihren Sitz in Berlin und unterhält Dienststellen in Brandenburg an der Havel, Gera, Stralsund und Würzburg. Als größter der 16 deutschen Rentenversicherungsträger nimmt sie außer der Betreuung der Versicherten und Rentner auch Grundsatz- und Querschnittsaufgaben sowie die gemeinsamen Angelegenheiten aller Träger der Rentenversicherung wahr, etwa in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Statistik und Finanzen.

Aufgaben und Leistungen[Bearbeiten]

Versicherung und Rente[Bearbeiten]

Von der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden 2009 rund 640.000 Rentenanträge abschließend bearbeitet. Hinzu kommen rund 3,6 Millionen Neuberechnungen, Neufeststellungen oder Nachprüfungen von Renten. Pro Jahr werden rund acht Millionen Anfragen aus dem Versicherungsbereich bearbeitet, etwa zu Kontenklärung, Rentenauskunft und -information, Beitragserstattung und freiwilliger Versicherung.

Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 wurden bei der Deutschen Rentenversicherung Bund über 765.000 Anträge auf medizinische Rehabilitation abschließend bearbeitet. Dazu kommen rund 123.000 Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation).

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat ein dichtes Netz an Reha-Zentren aufgebaut. Diese sind an 22 Standorten bundesweit verteilt.[3] Damit haben die Reha-Zentren der Deutschen Rentenversicherung eine qualitative Leitfunktion für die gesamte rehabilitative Versorgung inne.

Betriebsprüfung[Bearbeiten]

Im Rahmen der turnusmäßigen Betriebsprüfungen, die grundsätzlich alle vier Jahre bei den Arbeitgebern stattfinden, wurden im vergangenen Jahr fast 390.000 Arbeitgeber mit zirka 15,5 Millionen Beschäftigungsverhältnissen hinsichtlich der ordnungsgemäßen Zahlung des Sozialversicherungsbeitrages und der Künstlersozialabgabe geprüft.

Auskunft und Beratung[Bearbeiten]

Auskunft und Beratung der Deutschen Rentenversicherung fand vorwiegend in den örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen und Sprechtagsorten, bei den ehrenamtlichen Versichertenberatern und Versichertenältesten sowie dem Rehabilitationsberatungs- und dem Betriebsprüfdienst statt.

Am kostenlosen Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung Bund (0800 1000 48070) wurden 2009 insgesamt rund 1,8 Millionen Anfragen beantwortet. Die Internetseite www.deutsche-rentenversicherung-bund.de verzeichnete im vergangenen Jahr knapp 40 Millionen Zugriffe. Mehr als zehn Millionen Informationsbroschüren wurden herausgegeben.

Rente und Ausland[Bearbeiten]

Die Deutsche Rentenversicherung Bund zahlt rund 250.000 Renten in über 170 Staaten der Welt.

Zusätzliche Altersvorsorge[Bearbeiten]

Die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in Brandenburg/Havel führt die Aufgaben im Zusammenhang mit der staatlich geförderten Altersvorsorge durch. Dort werden die Zulageanträge bearbeitet und die Zulagen ausgezahlt. Zum Ende des Jahres 2009 bestanden bei der ZfA rund 10,4 Millionen Zulagenkonten.

Informations-Projekte der Deutschen Rentenversicherung[Bearbeiten]

Rentenblicker[Bearbeiten]

Der „Rentenblicker - Die Jugendinitiative der Deutschen Rentenversicherung“ erleichtert jungen Menschen zwischen 16 und 25 Jahren den Einstieg in das Thema Altersvorsorge. Die hierbei angebotenen Beratungs- und Dienstleistungen sollen jungen Menschen deutlich machen, wo die gesetzliche Rentenversicherung für junge Leute von Bedeutung ist, zum Beispiel bei Umschulungen oder bei der Erwerbsminderungsrente. Ferner wird aufgezeigt, warum man sich bereits als junger Mensch mit Fragen der zusätzlichen Altersvorsorge beschäftigen sollte.

Im Rentenblicker sind Informationen über die gesetzliche Rentenversicherung auf die Lebenssituation junger Menschen zugeschnitten - sei es bei Fragen zur Ausbildung, Wehr- und Zivildienst oder zu den Leistungen für junge Familien.

Darüber hinaus bietet der Rentenblicker Unterrichtsmaterial zum Thema Altersvorsorge an.

Altersvorsorge macht Schule[Bearbeiten]

„Altersvorsorge macht Schule“ ist Deutschlands größte unabhängige Bildungsoffensive zur Alterssicherung. An mehr als 500 Volkshochschulen in ganz Deutschland erklären unabhängige Referenten der Deutschen Rentenversicherung, was sich heute tun lässt, um morgen finanziell abgesichert zu sein. Die Kurse informieren fundiert und neutral,

  • mit wie viel gesetzlicher Rente gerechnet werden kann,
  • wie der Staat die zusätzliche private und betriebliche Altersvorsorge fördert,
  • welche Möglichkeiten es gibt, rein privat vorzusorgen,
  • worauf Verbraucher vor Abschluss eines Vertrages achten müssen.

Generationenmanagement im Arbeitsleben[Bearbeiten]

Unter der Kurzbezeichnung GeniAL bietet die Deutsche Rentenversicherung einen neuen Arbeitgeberservice. In einer Erstberatung sollen Betriebe auf die Herausforderungen des demographischen Wandel vorbereitet werden und sich den Fragen der älter werdenden Belegschaft stellen. Bisher wird dieser Service nur flächendeckend in Baden-Württemberg und Schwaben angeboten. Andere Rentenversicherungsträger bieten diesen Service in Teilregionen an.

Ausbildungs- und Studienplätze[Bearbeiten]

Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet jedes Jahr verschiedene Studien- und Ausbildungsplätze an.

  • Studium Sozialversicherung B.A.
  • Sozialversicherungsfachangestellte und Sozialversicherungsfachangestellter
  • Fachinformatikerin und Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
  • Fachinformatikerin und Fachinformatiker für Systemintegration

Genauere Informationen gibt es auf den Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung Bund.[4]

Organisation[Bearbeiten]

Dienststellen[Bearbeiten]

Hauptsitz der Deutschen Rentenversicherung Bund ist Berlin. Außenstellen befinden sich in Gera, Stralsund, Brandenburg an der Havel und Würzburg. Insgesamt sind bei der Deutschen Rentenversicherung Bund rund 15.000 Personen beschäftigt[1]. Die Leistungsabteilung genannten Arbeitseinheiten sind tätig für Versicherte und Rentner in Abhängigkeit von deren Geburtsdatum.[5] Danach werden Versicherte und Rentner, die

  • am 2., 3., 4. oder 17. Tag eines Monats geboren wurden, in Gera (Deutsche Rentenversicherung Bund, 07497 Gera);
  • am 12., 13., 14., 21., 22. oder 24. Tag eines Monats geboren wurden, in Stralsund (Deutsche Rentenversicherung Bund, 18431 Stralsund);
  • an den restlichen Tagen eines Monats geboren wurden, in Berlin (Deutsche Rentenversicherung Bund, 10704 Berlin)

betreut.

Brandenburg an der Havel ist der Sitz der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen, einer gesonderten Verwaltungseinheit, die die "Riester-Renten" verwaltet. In Berlin befinden sich zudem die Abteilungen 50 (Internationale Aufgaben und Beratungsdienst) und 80 (Rehabilitation) sowie Grundsatzabteilung, Personalverwaltung und andere Arbeitseinheiten.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist auch für die Überführung der Zusatzversorgungssysteme der DDR zuständig: Deutsche Rentenversicherung Bund - Versorgungsträger für Zusatzversorgungssysteme - Hirschberger Straße 4, 10317 Berlin.[6]

Die Zentrale Speicherstelle für das ELENA-Verfahren befand sich in der Dienststelle Würzburg.

Organe[Bearbeiten]

Organe der Deutschen Rentenversicherung Bund sind die Selbstverwaltungsorgane und das Direktorium.

Selbstverwaltungsorgane sind die Bundesvertreterversammlung und der Bundesvorstand, die Vertreterversammlung und der Vorstand. Die Zusammensetzung der Organe erfolgt teilweise durch Benennung und teilweise durch Sozialwahlen.

Bundesvertreterversammlung[Bearbeiten]

Die Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund (bis 22. Juli 2009: Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund) besteht aus

  • 30 Mitgliedern, die von den Versicherten und Arbeitgebern der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt werden,
  • je zwei Mitgliedern aus den Selbstverwaltungsorganen der Regionalträger und
  • zwei Mitgliedern aus der Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Aufgaben der Bundesvertreterversammlung sind u. a. die Entscheidung über Grundsatz- und Querschnittsaufgaben der Rentenversicherung in Deutschland sowie die Feststellung der Anlage und das Beschließen der Jahresrechnung zur Anlage zum Haushaltsplan. Am 5. Oktober 2011 wurde aus der Gruppe der Versicherten Rainer Bliesener zum Vorsitzenden der Bundesvertreterversammlung gewählt. Zum alternierenden Vorsitzenden wurde Martin Hoppenrath gewählt. Er vertritt die Arbeitgeberseite.

Vertreterversammlung[Bearbeiten]

Die Mitglieder der Vertreterversammlung werden durch die Sozialwahl bestimmt. Alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund (bis 22. Juli 2009: Trägerausschuss der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund) sind Martin Hoppenrath und Herbert Neumann.

Ergebnis der Sozialwahlen 2011[7]
Liste Anteil Sitze
1 Bfa-Gemeinschaft[8] 37,17 % 6
2 ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft[9] 12,72 % 2
3 TK-Gemeinschaft[10] 12,67 % 3
5 Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands e.V.[11] /
Kolpingwerk Deutschland /
Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
5,00 % 1
6 BARMER-GEK Versichertenvereinigung[12] 5,11 % 1
7 BARMER-Interessengemeinschaft (BARMER GEK-Gemeinschaft)[13] 4,48 % 1
8 Industriegewerkschaft Metall[14] 4,41 % 1
Sonstige 18,44 % 0

Bundesvorstand[Bearbeiten]

Der Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund (bis 22. Juli 2009: Vorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund) besteht aus 22 Mitgliedern. Zwölf Mitglieder werden auf Vorschlag der Vertreter der Regionalträger und zwei Mitglieder auf Vorschlag der Vertreter der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See gewählt. Weitere acht Mitglieder werden auf Vorschlag der im Rahmen der Sozialwahl gewählten Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt. Diese acht Mitglieder des Bundesvorstandes stellen zugleich den Vorstand (siehe unten) dar.[15] Aufgaben des Bundesvorstandes sind u. a. die Verwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund und die Entscheidung über Grundsatz- und Querschnittsaufgaben der Rentenversicherung in Deutschland. Zum Vorsitzenden des Bundesvorstandes wurde am 5. Oktober 2011 Alexander Gunkel gewählt. Er vertritt die Gruppe der Arbeitgeber. Für die Gruppe der Versicherten wurde Annelie Buntenbach zur alternierenden Vorsitzenden gewählt.

Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand verwaltet die Deutsche Rentenversicherung Bund soweit nicht Grundsatz- und Querschnittsaufgaben und gemeinsame Angelegenheiten der Träger der Rentenversicherung berührt sind. Weitere Aufgaben des Vorstandes sind insbesondere die Aufstellung des Haushaltsplans, die Prüfung der Jahresrechnung und die Erstellung des Geschäftsberichts.[16]

Direktorium[Bearbeiten]

Die Aufgaben des Direktoriums sind u.a. die Führung der laufenden Verwaltungsgeschäfte sowie die Wahrnehmung von Grundsatz- und Querschnittsaufgaben.

Das Direktorium der Deutsche Rentenversicherung Bund besteht aus einem Präsidenten und zwei Direktoren; dies sind:

Am 27. Juni 2013 wählte die Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund in Düsseldorf Gundula Roßbach zum künftigen Mitglied des Direktoriums der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsche Rentenversicherung Bund ging am 1. Oktober 2005 aus der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte hervor. Sie hat zudem Aufgaben des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) übernommen.

Logo der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte

Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte[Bearbeiten]

Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) wurde zum 1. August 1953 (BGBl. I S. 857) gegründet; 1911 bis 1945 bestand als Träger für die Angestelltenversicherung die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte (RfA), deren Aufgaben 1945 bis 1953 in Westdeutschland bzw. der Bundesrepublik Deutschland von den Landesversicherungsanstalten wahrgenommen wurden.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 übernahm die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte die Rentenzahlungen der Sozialversicherung der DDR und überführte diese in das bundesdeutsche System. Nach Beschlüssen der Unabhängigen Föderalismuskommission eröffnete die BfA Abteilungen in Gera (am 3. Januar 1999) und in der Hansestadt Stralsund (4. Oktober 1999). In diesen Abteilungen wurden von ca. 2200 Mitarbeiter(innen) bundesweit Versicherte und Rentner betreut. Zudem war die in der Stadt Brandenburg für die sog. „Riester-Rente“ ebenfalls aufgrund oben genannten Beschlüsse errichtete Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) Teil der BfA.

Im gesamten Bundesgebiet betrieb die BfA Auskunfts- und Beratungsstellen sowie einen Prüfdienst für den korrekten Beitragseinzug. Die Zahl der Auskunfts- und Beratungsstellen wurde von 2005 an auf die Standorte beschränkt, an denen das „Haupthaus“ vertreten ist, also Berlin, Gera, Stralsund und Brandenburg. Die übrigen Auskunfts- und Beratungsstellen gingen/gehen an die Regionalträger über. Der Prüfdienst der Deutschen Rentenversicherung Bund hat seit Januar 2010 die Prüfung der Unfallversicherung übernommen.

Bis zum 31. Dezember 2004 war sie allein zuständig für abhängig beschäftigte Angestellte, freiwillig Versicherte sowie gesetzlich pflichtversicherte selbständige Lehrer, Hebammen, Seelotsen, Künstler und Publizisten u. a. Aufgrund der Aufhebung des bisherigen Versichertenbegriffes werden seit dem 1. Januar 2005 – wie bei allen anderen Rentenversicherungsträgern – Versicherte aus allen Berufen betreut.

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger[Bearbeiten]

Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger war der freiwillige Zusammenschluss der 26 deutschen Rentenversicherungsträger. Sein Sitz war bis zum 31. März 2005 Frankfurt am Main, zum 1. April 2005 erfolgte der Umzug nach Berlin. Der VDR ist aus dem 1919 gegründeten Verband Deutscher Landesversicherungsanstalten hervorgegangen. Er wurde zum 1. Oktober 2005 im Rahmen der Organisationreform der deutschen Rentenversicherung als Grundsatz- und Querschnittsbereich der neu gebildeten Deutschen Rentenversicherung Bund mit der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) fusioniert.

Die Mitglieder des VDR waren:

Zu den Hauptaufgabengebieten des Verbandes gehörten:

  • Wahrnehmung gemeinsamer Angelegenheiten,
  • Beratung bei Gesetzesvorhaben,
  • Aufklärung der Bevölkerung,
  • Statistisches Berichtswesen,
  • Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter(innen) und
  • Wahrnehmung der Aufgaben einer Datenstelle der Rentenversicherungsträger.

Die größte Abteilung des VDR war die Hauptabteilung 4 in Würzburg. Sie war zuständig für Datenverarbeitung, Organisation und Berufliche Bildung. Sie verwaltete kraft Gesetzes die von den Trägern der Rentenversicherung unterhaltene „Datenstelle“ (DSRV), die seit 1975 dort untergebracht war. Diese führte Stammdatensätze von Versicherten und Rentnern zur Aufdeckung und Verhinderung von Doppel- und Mehrfachvergaben von Versicherungsnummern. Außerdem können mit den Daten Querverbindungen zwischen Rentenversicherungsträgern und anderen Stellen hergestellt sowie der Datenaustausch und die Herstellung von Querverbindungen im Rentenversicherungsbereich der Europäischen Union gesteuert werden.

Derzeit werden durchschnittlich ca. eine Million Datensätze pro Tag verarbeitet. Bei der DSRV sind ca. 105 Millionen Stammsätze für Versicherte und Hinterbliebene der Rentenversicherung gespeichert.

Organisationsreform in der Rentenversicherung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung treten die Rentenversicherungsträger seit dem 1. Oktober 2005 unter dem neuen Namen Deutsche Rentenversicherung jeweils mit einem bezeichnendem Zusatz (Bund, Knappschaft-Bahn-See, Berlin-Brandenburg, etc.) auf. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte fusionierte mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger, der als Grundsatz- und Querschnittsbereich der neuen Institution seine Aufgaben fortführt, zur Deutschen Rentenversicherung Bund.

Dabei wurde die Regelung getroffen, dass die Deutsche Rentenversicherung Bund Teile ihres Versichertenbestandes an die Regionalträger und die Knappschaft-Bahn-See abzugeben hat. Vorher hatte die Deutsche Rentenversicherung Bund aufgrund der historischen Unterscheidung zwischen Angestellten und Arbeitern einen Anteil von zuletzt ca. 55 Prozent am Versichertenbestand. Aufgrund des Wandels im Arbeitsleben nahm die Zahl der Versicherten bei der BfA zulasten der Landesversicherungsanstalten immer mehr zu; um diese Entwicklung zu stoppen, wurde in der Strukturreform festgelegt, dass die Deutsche Rentenversicherung Bund mittelfristig nur noch 40 % des Versichertenbestandes und die Regionalträger 55 % verwalten sollen. Die restlichen 5 % entfallen auf den zweiten Bundesträger, die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn See, um auch ihr die für eine Verwaltungstätigkeit wirtschaftlich sinnvolle Anzahl an Versicherten zuzuordnen. Zum 1. Oktober 2005 wurden von der Vertreterversammlung die neuen Gremien der Deutschen Rentenversicherung Bund gewählt.

2012 wurde die Deutsche Rentenversicherung Bund mit dem Integrationsspreis für die vorbildliche Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im Land Berlin ausgezeichnet.

Haushalt[Bearbeiten]

Die Organisationsreform der gesetzlichen Rentenversicherung zum 1. Oktober 2005 führte im Finanzbereich der Deutschen Rentenversicherung dazu, dass die bis dato für jeden einzelnen Rentenversicherungsträger ausgewiesenen Zahlen nur noch nach einem festgelegten Schlüssel angegeben werden. Einzig die Ausgaben für Rehabilitation, Investitionen und Verwaltung können weiter klar den einzelnen Trägern zugeordnet werden[17].

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat mit 238 Milliarden Euro (2009) den zweitgrößten öffentlichen Haushalt nach dem Bundesetat. Größter Einnahmeposten sind die Beitragszahlungen der Versicherten und Arbeitgeber mit 181 Milliarden Euro (2009). Größter Ausgabeposten sind die Rentenleistungen mit 208 Mrd. Euro (2009).[18]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Deutsche Rentenversicherung Bund - Das Unternehmen, deutsche-rentenversicherung-bund.de, aufgerufen am 4. März 2011
  2. Einnahmen der Deutschen Rentenversicherung Bund, deutsche-rentenversicherung-bund.de, aufgerufen am 4. März 2011
  3. Übersicht der Standorte der Rehabilitationszentren
  4. Studium und Ausbildung in der Deutschen Rentenversicherung Bund
  5. Deutsche Rentenversicherung Bund Geschäftsverteilungsplan Stand 9/2010
  6. DRV Bund - Zusatzversorgungssysteme
  7. [1] (PDF; 43 kB), deutsche-rentenversicherung-bund.de, aufgerufen am 25. Juni 2011
  8. Bfa-Gemeinschaft
  9. ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  10. TK-Gemeinschaft
  11. Katholische Arbeitnehmer-Bewegung
  12. BARMER-GEK Versichertenvereinigung
  13. BARMER GEK-Gemeinschaft
  14. Industriegewerkschaft Metall
  15. [2] Homepage der Deutschen Rentenversicherung Bund. Abgerufen am 23. Juni 2013.
  16. [3] Homepage der Deutschen Rentenversicherung Bund. Abgerufen am 23. Juni 2013.
  17. Jürgen Genzke: Finanzsituation 2010 auf der Basis des vorläufigen Rechnungsergebnisses für das Jahr 2009 in „RVaktuell“, April 2010
  18. Deutsche Rentenversicherung Bund - Jahresbericht 2009, Seite 16, deutsche-rentenversicherung-bund.de, pdf 7,3 MB

52.49055513.311353Koordinaten: 52° 29′ 26″ N, 13° 18′ 41″ O