Deutsche Umsiedlungs-Treuhand

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Arthur Greiser (rechts) und Heinz Reinefarth begrüßen am 17. März 1944 den Millionsten Umsiedler in Litzmannstadt (Lodz)

Die Deutsche Umsiedlungs-Treuhand GmbH (DUT) wurde am 3. November 1939 gegründet.[1] Ihr Ziel war es, alle Volksdeutschen, die in Süd- und Osteuropa lebten, im Großdeutschen Reich zu konzentrieren. Zweigstellen der DUT befanden sich in Posen, Litzmannstadt, Danzig, Lublin und Kattowitz. Die DUT arbeitete eng mit der von Heinrich Himmler gegründeten „Volksdeutschen Mittelstelle“ (VOMI) zusammen.[2]

Organisation[Bearbeiten]

Die DUT unterstand dem von Heinrich Himmler geleiteten Reichskommissariats für die Festigung deutschen Volkstums.[3]

Ungefähr 600.000 aus den baltischen Staaten, Polen, Frankreich, Südtirol und Russland stammende Deutsche wurden in Gebiete umgesiedelt, die von den Deutschen nach der Besetzung Polens in das Reich eingegliedert worden waren.

Die DUT beschlagnahmte in Zusammenarbeit mit der SS drei Viertel der Handelsunternehmen und Handwerksbetriebe, die polnischen und jüdischen Staatsangehörigen im Reichsgau Wartheland gehörten, um den deutschen Siedlern die Ansiedlung zu ermöglichen. Millionen Menschen wurden zwangsweise vertrieben, um Platz für die deutschen Siedler zu schaffen. Die meisten Polen wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht, der Rest siedelte in das neugebildete Generalgouvernement über.

Zur Finanzierung der Operationen der DUT leitete die Deutsche Bank zusammen mit der Dresdner Bank ein Konsortium, das für die Umsiedlungsarbeiten dieser Organisation 100 Mio RM zur Verfügung stellte.[3]

Aussiedlung aus Lettland Oktober 1939 bis Juni 1941[Bearbeiten]

Die Umsiedlungs-Treuhand-AG (UTAG, lett.: Fiduciāra izceļošanas akciju sabiedrība) war gemäß dem deutsch-lettischen Umsiedlungsvertrag vom 30. Oktober 1939 zur Liquidation des von den Umsiedlern in Lettland zurückgelassenen Vermögens und zu ihrer Vertretung vor Behörden und Gerichten, formell als lettländische Aktiengesellschaft gegründet, tatsächlich war sie aber eine Unterorganisation der DUT. Die UTAG begann ihre Tätigkeit in Riga im November 1939 mit mehreren paritätisch besetzten deutsch-lettischen Kommissionen, deren eine sich auch über die mitzunehmenden oder zurückzulassenden Kulturgüter zu einigen hatte. Über das Grundvermögen schloss sie zum Teil Globalverträge mit der lettländischen Staatlichen Agrarbank und, über die DUT, mit der Kreditbank, welche die Grundstücke pauschal übernahmen. Die Abwicklungstätigkeit der UTAG wurde im Juni 1940 durch den Einmarsch der Roten Armee unterbrochen. Mit der UdSSR mussten neue Verträge geschlossen werden (1941). [4]

siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chroniknet.de
  2. Ingo Loose: Kredite für NS-Verbrechen. Die deutschen Kreditinstitute in Polen und die Ausraubung der polnischen und jüdischen Bevölkerung 1939–1945 (= Studien zur Zeitgeschichte. Bd. 75). Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-58331-1, S. 247, (Online verfügbar: hier).
  3. a b Der Wachsturm
  4. Baltische historische Kommission.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich André Loeber: Diktierte Option. Die Umsiedlung der Deutsch-Balten aus Estland und Lettland 1939–1941. Dokumentation. Sonderforschungsbereich „Skandinavien- u. Ostseeraumforschung“ an der Universität Kiel. Wachholtz, Neumünster 1972, ISBN 3-529-06142-5, 346 ff.
  • Arveds Švābe (Red.): Latvju Enciklopēdija. Band 3: Piejavs – Žvīgule-Mača. Apgāds Trīs Zvaigznes, Stockholm 1955, S. 2539 (Nachdruck. Antēra, Riga 2005, ISBN 9984-719-37-5).