Deutsche Zentrumspartei

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Deutsche Zentrumspartei
Älteste Partei Deutschlands – gegründet 1870
Logo der Partei
Partei­vorsitzender Gerhard Woitzik[1] [2]
General­sekretär Joachim Wittenberg[2]
Stell­vertretende Vorsitzende Michael Möller, Dirk Nockemann [2]
Bundes­geschäfts­führer Burkhard Harting[2]
Bundes­schatz­meister Volker Reusch [2]
Gründung 13. Dezember 1870
Gründungs­ort Berlin
Haupt­sitz Straberger Weg 12
41542 Dormagen[3][2]
Bundestagsmandate keine
Mitglieder­zahl 600 (Stand: Februar 2012)[4]
Mindest­alter 16 Jahre[5]

Die Deutsche Zentrumspartei (Kurzbezeichnung: ZENTRUM) ist eine deutsche Partei. Sie war bis zum Ende der Weimarer Republik 1933 als Vertreterin des katholischen Deutschlands und des politischen Katholizismus eine der wichtigsten Parteien im Deutschen Reich.

Mit der Gründung der CDU als überkonfessioneller Sammlungspartei verlor das Zentrum nach dem Zweiten Weltkrieg seine Wähler- und Mitgliederbasis. Seit Mitte der 1950er Jahre stellt sie bis heute lediglich eine Kleinpartei dar. Die Partei hat sich selbst den Namenszusatz Älteste Partei Deutschlands – gegründet 1870 gegeben, obwohl die Sozialdemokratische Partei Deutschlands bereits 1863 in Form des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Gründung (bis 1870)[Bearbeiten]

Plakat zur Gründung der Zentrumspartei

Die historische Zentrumspartei war der wichtigste Repräsentant des politischen Katholizismus in Deutschland. Die Politisierung der katholischen Konfession war dabei ein langer und teilweise widersprüchlicher Prozess. Unter den aufgeklärten katholischen Bürgern begann mit dem Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803, der auch das Ende der geistlichen Fürstentümer bedeutete, eine gewisse Rückbesinnung auf den Katholizismus nicht nur als Religion, sondern auch als strukturierendes Element des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens. Auch die deutsche Romantik hat zur Rekonfessionalisierung beigetragen.

Die Politisierung dieser Entwicklung wurde von einigen Faktoren entscheidend bestimmt. Einer von ihnen war die Ablösung der Aufklärungstheologie durch die ultramontane Bewegung (strikte Ausrichtung der katholischen Kirche auf Rom bis hin zum päpstlichen Unfehlbarkeitsdogma). Diese Entwicklung stieß auf erhebliches Misstrauen sowohl neo-absolutistischer deutscher Fürsten wie auch der religionskritischen Liberalen. Der Konflikt erreichte während des Mischehenstreits der 1830er Jahre einen ersten Höhepunkt. In dessen Verlauf kam es 1837 zur Verhaftung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering. Diese so genannten „Kölner Wirren“ löste im katholischen Deutschland eine bislang unbekannte Protest- und Solidarisierungswelle aus.

Auf mittlere Sicht fand der Gegensatz des katholischen Deutschland gegenüber dem autoritären Staat und dem Liberalismus gleichermaßen auch ihren politischen Niederschlag. Bereits in der Deutschen Nationalversammlung von 1848 bildete sich in der Frankfurter Paulskirche der sogenannte Katholische Klub, der einen losen Zusammenschluss katholischer Abgeordneter darstellte. Er war eine Art interfraktionelle Vereinigung und nur auf Verteidigung der Rechte der Kirche gegenüber dem Staat eingestellt. Im Jahr 1852 bildete sich im Preußischen Landtag dann eine katholische Fraktion, die sich aber 1867 wieder auflöste. Auch in den Landtagen der restlichen deutschen Staaten wurden katholische Fraktionen oder fraktionsähnliche Vereinigungen gegründet.

Eine wichtige Rolle in der Phase, die zur Gründung der Zentrumspartei führen sollte, spielten die Soester Konferenzen, eine lose Diskussionsrunde um die Brüder Georg und Hermann von Mallinckrodt sowie um Alfred Hüffer, Freiherr Wilderich von Ketteler, Friedrich Wilhelm Weber und Eduard Klein. Das erste Treffen fand am 12. Januar 1864 in Soest statt, und es folgten in unregelmäßigen Abständen weitere Zusammenkünfte, bis 1866 der Deutsche Krieg ausbrach. Der Sieg des protestantischen Preußens und das Hinausdrängen der österreichischen Schutzmacht der Katholiken im Reich bedeutete einen Rückschlag für den politischen Katholizismus in Deutschland. Gleichwohl war der politische Katholizismus inzwischen kein ausschließlich akademisches Projekt mehr. Nicht zuletzt dank der massiven Unterstützung durch den Ortsklerus begann er auch für die katholischen Wähler immer attraktiver zu werden. Für das katholische Sauerland etwa berichteten die Behörden in den 1860er Jahren von einem Vordringen der katholischen Bewegung.

Erst im Jahr vor den Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus, 1869, wurden die Planungen zur Gründung einer katholischen Partei wieder aufgenommen und in Zusammenkünften in Ahlen/Westfalen, Münster und Essen ein im Wesentlichen von Hermann von Mallinckrodt und Peter Reichensperger entworfenes Programm angenommen.

Ludwig Windthorst

Darin wurde die Unabhängigkeit kirchlicher Institutionen und die Selbständigkeit der Kirche gefordert. Die Konfessionsschulen und die kirchliche Schulaufsicht sollte erhalten bleiben. Die Gründung eines deutschen Gesamtstaates sollte auf föderaler Basis erfolgen und den Bundesstaaten eine relativ große Unabhängigkeit eingeräumt werden.

Auch Ansätze zur Forderung nach einer staatlichen Sozialpolitik waren bereits im Essener Programm vom 30. Juni 1870 enthalten: Die bestehende finanzielle Belastung des Volkes sollte durch den Verzicht auf weitere Erhöhungen des Militäretats und eine gerechtere Verteilung der Steuerlast erreicht und auf die Beseitigung der sozialen Missstände im Staat hingewirkt werden. Das „Soester Programm“ vom 28. Oktober 1870 erlangte schließlich die größte Bedeutung unter den frühen Programmschriften, da auf seiner Basis die führenden Kräfte der Gründung in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt wurden. Am 13. Dezember 1870 gründeten 48 Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses die „Fraktion des Zentrums“, deren erster Vorsitzender Karl Friedrich von Savigny wurde. Daneben waren Peter und August Reichensperger, Mallinckrodt, Ludwig Windthorst, Friedrich Wilhelm Weber und Philipp Ernst Maria Lieber von großem Einfluss, ebenso wie Eduard Müller[6] aus Berlin.

Opposition und Kulturkampf (1870–1880)[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum ersten Deutschen Reichstag am 3. März 1871 errang die Partei 18,6 % der Stimmen und 63 Mandate. Damit bildete sie die zweitstärkste Fraktion nach der Nationalliberalen Partei.

Das Zentrum war aus seinem Selbstverständnis heraus eine Partei, die zur Reichsregierung unter Bismarck in Opposition stand. Weder Bismarcks wirtschaftspolitische Orientierung am Liberalismus noch dessen Versuch, die politische Macht der Kirche zurückzudrängen, war mit den Positionen des Zentrums in Einklang zu bringen. Dies galt ebenso für den Kampf des neuen Nationalstaats gegen seine Minderheiten, von denen ein großer Teil, so etwa die meisten Polen und Elsaß-Lothringer, katholisch waren.

Der Kampf Bismarcks gegen den politischen Katholizismus prägte die Innenpolitik im ersten Jahrzehnt des Kaiserreichs, da es teilweise schien, als ob die Katholiken der kleindeutschen Reichseinigung skeptisch gegenüberstehen würden. Eine bislang undenkbare Koalition von Konservativen, Liberalen und Bismarck hatte sich daher auf die Fahnen geschrieben, den Einfluss des Papsttums und des Ultramontanismus auf die deutsche Innenpolitik über den Umweg der Zentrumspartei und des Klerus einen Riegel vorzuschieben. Während die Konservativen vor allem den ausländischen Einfluss bekämpften, sahen die Liberalen im Papsttum einen Hort der Reaktion. Tatsächlich hat die Veröffentlichung des Syllabus Errorum (über die modernen Irrtümer, u.a. den Liberalismus, 1863) und das Erste Vatikanische Konzil mit der Verkündung des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit diesen Eindruck noch bestärkt. Von Bismarck wurde dies als Eingriff in die staatliche Souveränität gewertet [7]

Auch um von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten während der „Gründerkrise“ der frühen 1870er Jahre abzulenken, wurden die Katholiken während des „Kulturkampfs“ zu „Reichsfeinden“ stilisiert. Das Misstrauen wurde auch dadurch geschürt, dass das Zentrum im Reichstag mit den, ebenfalls als „Reichsfeinde“ eingestuften, Minderheitenparteien der Polen, Elsässer, Welfen und Dänen zusammenarbeitete und sich auch damit gegen die Bismarck'sche Politik stellte.

Zwar hatte der Kulturkampf tatsächlich gewisse Säkularisierungserfolge wie etwa die Einrichtung von kommunalen Standesämtern aufzuweisen, verstärkte aber letztlich den Zusammenhalt und die Selbstabschließung des katholischen Deutschland in einem hohen Maß. Politisch trug er maßgeblich zur inneren Konsolidierung des Zentrums und dessen Profilierung als katholische Opposition gegen die preußisch-protestantische Vorherrschaft bei. In der Reichstagswahl 1874, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes, konnte das Zentrum seinen Stimmenanteil auf 28 % ausbauen, ein Anteil, der in den folgenden Wahlen konstant blieb und dem Zentrum stets zwischen 90 und 100 Mandate brachte.

Der Erfolg des Zentrums beruhte auf seiner Rolle als einer katholischen Milieupartei. Der staatliche Druck von außen, aber auch der politische Einfluss des Klerus trugen vor allem in den ersten Jahrzehnten dazu bei, dass ein Großteil der katholischen Wähler weitgehend unabhängig von ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Position für diese Partei stimmten. In den 1880er Jahren wählten über 80 Prozent der katholischen Bevölkerung das Zentrum.[8]

Wandel zur regierungsstützenden Partei und innerparteiliche Differenzierung (1880–1914)[Bearbeiten]

Nach Bismarcks Kurswechsel weg von einer liberalen Wirtschaftspolitik hin zum Protektionismus, seiner auch vom Deutschen Zentrum erzwungenen staatlichen Sozialpolitik und dem beginnenden Kampf gegen die Sozialdemokratie (Sozialistengesetze) näherte sich das Zentrum langsam der Reichsregierung an. Unterstützt wurde dies dadurch, dass von 1880 bis 1887 insgesamt fünf Milderungs- und Friedensgesetze zur Beilegung des Kulturkampfes verabschiedet wurden. Das Zentrum war aus dem Kulturkampf gestärkt hervorgegangen und von 1881 bis 1912 stärkste Reichstagsfraktion. In der Geschichtsschreibung kommt die entscheidende Rolle der Deutschen Zentrumspartei bei der Einführung der Sozialversicherung [9] (zunächst ohne die Arbeitslosenversicherung) häufig zu kurz.[10]

Seit der Entlassung Bismarcks 1890 trat der konfessionell-katholische Aspekt der Partei zugunsten eines noch stärker sozialpolitischen Engagements zurück. Insbesondere durch den 1890 gegründeten mitgliederstarken „Volksverein für das katholische Deutschland“ entstand eine Organisation, die durch zahllose Aufklärungsvorträge und Broschüren sowie der sozialpolitischen Arbeit der „Volksbüros“ wesentlich dazu beitrug, dass die Zentrumspartei ein endgültig sozialpolitisches Profil erhielt und viele Arbeiter an sich binden konnte.

Unter Bismarcks Nachfolgern unterstützte das Zentrum die Regierungspolitik auf den wichtigen Feldern der Innen-, Außen-, Kolonial- und Flottenpolitik und hatte damit den Wandel von der Oppositions- zur De-facto-Regierungspartei vollzogen, wenngleich Katholiken weiterhin vielfach Bürger zweiter Klasse waren, denen der Zugang zu höheren Positionen verwehrt blieb, solange sie sich nicht öffentlich gegen das Zentrum aussprachen. Während des wilhelminischen Kaiserreichs blieb das Zentrum auf den ersten Blick eine stabile politische Kraft. Schaut man genauer hin, gab es innerhalb der Partei erhebliche Konflikte. Dazu hat unter anderem beigetragen, dass mit dem faktischen Ende des Kulturkampfs ein zentrales einigendes Band verloren gegangen war. Insbesondere seit den 1890er Jahren entwickelten sich unterschiedliche Strömungen. Dazu zählt etwa ein konservativ-agrarischer Flügel, daneben gab es einen „populistischen“ Flügel vor allem getragen von Kleinbauern und Handwerkern, einen bürgerlichen Flügel sowie einen immer stärker werdenden Arbeiterflügel. Andere Gegensätze kamen hinzu, waren aber teilweise mit den sozialen Unterschieden verbunden. Während etwa an der „monarchistischen“ Grundhaltung der Partei insgesamt kein Zweifel bestehen kann, gab es doch gerade bei den Arbeitern und im populistischen Flügel beachtliche demokratische Tendenzen. Diese Konflikte wurden teilweise in den Regionen erbittert öffentlich ausgefochten. Nach dem Tod Peter Reichenspergers kam es beispielsweise in der Zentrumshochburg Sauerland über mehr als 10 Jahre bei den Reichstagswahlen zu einer Spaltung der Partei durch die Nominierung mehrerer Kandidaten.

Für die Partei auf Dauer negativ wirkte sich auch die immer stärker werdende industrielle Entwicklung aus. Auch wenn das katholische Milieu alles tat, um die Arbeiterwähler (auch politisch) zu binden, begann das Zentrum vor allem in den Großstädten und den Industriegebieten, einen Teil seines Wählerpotentials einzubüßen. Dabei spielten Säkularisierungstendenzen eine wichtige Rolle. Auf dem Land und in kleinen Städten war davon freilich noch nichts zu spüren. So stimmten etwa im Sauerland – trotz der Spaltung – stets an die 90 % für das Zentrum. Die Stagnation auf hohem Niveau war einer der Gründe für Überlegungen, die Partei zu einer auch den Protestanten offenstehenden Volkspartei zu machen. Die Auseinandersetzungen darüber im so genannten Zentrumsstreit blieben letztlich ergebnislos, so dass die Partei auch weiterhin nur den katholischen Volksteil repräsentierte.

Eine Sondersituation stellte das Reichsland Elsaß-Lothringen dar. Auch wenn die Bevölkerung zu fast 3/4 katholisch war, vertraten die dortigen katholischen Reichstagsabgeordneten autonomistische Positionen und schlossen sich nicht der Fraktion des Zentrums an. Erst 1906 wurde die Elsaß-Lothringische Zentrumspartei gegründet und wurde zur stärksten Partei des Reichslandes.

Erster Weltkrieg und Novemberrevolution (1914–1919)[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs ging auch das Zentrum den Burgfrieden ein und stützte die Außen- und Kriegspolitik Wilhelms II. und der OHL. Dies ging soweit, dass die Partei in einigen Regionen ihre Tätigkeit faktisch einstellte.

Auf mittlere Sicht nahm auch im Zentrum die Kriegsmüdigkeit zu. Daher bildete das Zentrum 1917 zusammen mit der SPD und der Fortschrittlichen Volkspartei, alle drei stigmatisierte Außenseiter während des Kaiserreichs, den Interfraktionellen Ausschuss. Dieser brachte am 19. Juli 1917 eine Friedensresolution in den Reichstag ein, der mit der Mehrheit der drei Parteien angenommen wurde. Die Friedensresolution, die auf den Abschluss eines Verständigungsfriedens zielte, blieb angesichts der de facto diktatorischen Macht der OHL unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff zwar ohne direkte Auswirkungen, war aber die Geburtsstunde der späteren Weimarer Koalition. Mit Graf Georg von Hertling stellte das Zentrum von November 1917 bis September 1918 erstmals einen Reichskanzler. Nach der Parlamentarisierung des Reiches in der Oktoberreform 1918 war das Zentrum mit drei Staatssekretären im Kabinett Max’ von Baden vertreten.

Der Novemberrevolution von 1918 stand die Zentrumspartei insgesamt ablehnend gegenüber. Gerade auch auf regionaler Ebene zeigte sich aber in der Staatsformfrage „Monarchie oder Republik“ eine erhebliche Bandbreite der Meinungen. In einigen Gemeinden waren lokale Parteiführer gleichzeitig prominent in den Arbeiter- und Soldatenräten vertreten. Insgesamt stellte sich die Partei allerdings nur widerwillig auf den „Boden der gegebenen Tatsachen“. Letztlich unterstützte sie aber trotz heftiger innerparteilicher Konflikte die von Philipp Scheidemann ausgerufene Republik und nahm Kontakte zu den früheren Partnern des Interfraktionellen Ausschusses auf.

Aus Protest gegen die zentralistisch orientierte Politik Matthias Erzbergers spalteten sich der bayerische Landesverband des Zentrums 1920 von der Mutterpartei ab und gründeten die Bayerische Volkspartei (BVP).

Weimarer Republik (1919–1933)[Bearbeiten]

Matthias Erzberger (1919)
Präsidium der Zentrumspartei 1920

In der Weimarer Republik nahm das Zentrum eine wichtige Rolle ein, da es im Parteiensystem eine bedeutende Stellung in der politischen Mitte hatte. Es war zwar grundsätzlich mit fast allen politischen Gruppierungen von der SPD bis zur DNVP koalitionsfähig, hatte damit aber stärker als zuvor das Problem, die innerparteilichen Gegensätze auszugleichen. Eine ausgleichende, zentrale Position sicherte der Parteivorsitzende Felix Porsch. An den Regierungen der Weimarer Republik und in der Weimarer Nationalversammlung war das Zentrum daher maßgebend beteiligt.

So war sie auf Reichs- wie auf Länderebene an Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), der Großen Koalition (SPD, Zentrum, DDP und DVP) sowie dem Bürgerblock (Zentrum, DDP, BVP, DVP und DNVP) beteiligt. Dadurch war sie von 1919 bis 1932 mit kurzen Unterbrechungen in allen Reichsregierungen vertreten und stellte mit Konstantin Fehrenbach (1920–1921), Joseph Wirth (1921–1922), Wilhelm Marx (1923–1925/1926–1928), Heinrich Brüning (1930–1932) und dem kurz vor seiner Ernennung ausgetretenen Franz von Papen (1932) fünf Reichskanzler. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 unterlag der Zentrumskandidat Wilhelm Marx gegen Paul von Hindenburg.

Unter den Parteivorsitzenden Erzberger (der am 26. August 1921 von Rechtsextremisten ermordet wurde) und Marx stand das Zentrum fest auf dem Boden der Weimarer Verfassung und trieb die Sicherung der Republik und den Ausbau des Sozialstaates voran. Besonders die Einführung der Arbeitslosenversicherung ist dem Zentrum maßgeblich zuzuschreiben. Seit Mitte der 1920er Jahre war ein deutlicher Ruck ins konservativere und nationalere Lager zu beobachten. Diese Entwicklung fand ihren sichtbaren Ausdruck in der Wahl Ludwig Kaas', der sich gegen den christlichen Gewerkschaftsführer Adam Stegerwald durchsetzte, zum Parteivorsitzenden im Jahr 1928.

Diese Wahl war auch eine Reaktion auf den Ausgang der Reichstagswahl 1928. Nicht nur in den Großstädten, sondern vor allem im ländlichen und kleinstädtischen Bereich hatte die Partei erhebliche Stimmenanteile verloren. Eine beträchtliche Teilgruppe in der Partei war daraufhin der Meinung, dass nur eine Reklerikalisierung ein weiteres Ausbluten verhindern könnte.

Wahlkampf der Zentrumspartei zur Reichstagswahl 1930

Die Zentrumspartei führte in der Folge der Reichtstagswahlen einen Kampf gegen die verfassungsfeindlich eingestellten Kräfte, besonders die KPD und die immer stärker werdenden Nationalsozialisten. Die Ernennung Brünings zum ersten Reichskanzler eines Präsidialkabinetts markierte die endgültige Hinwendung des Zentrums zu einer konservativeren Politik. Brüning verfolgte mit seiner Deflations- und „rigorosen Sparpolitik“ nicht nur das Ziel, den Reichshaushalt zu sanieren, sondern wollte auch den Siegermächten des Ersten Weltkriegs demonstrieren, dass das deutsche Reich wirtschaftlich nicht mehr in der Lage war, die Reparationsverpflichtungen des Versailler Vertrages zu erfüllen, und eine Stundung oder gar Aufhebung der Zahlungen daher unumgänglich war.

Brüning verbot am 13. April 1932 die nationalsozialistischen Organisationen SA und SS und wollte aufgrund der Boxheimer Dokumente die NSDAP als staatsfeindlich verbieten. Bevor die Zentrumspartei ein solches Verbot durchsetzen konnte, wurde Brüning allerdings von Reichspräsident Hindenburg entlassen.

Franz von Papen, bis 1932 Zentrum, danach parteilos

Der letzte Reichskanzler, der dem Zentrum angehörte, war Franz von Papen, der allerdings seit seinem Eintreten für Hindenburg in den Präsidentschaftswahlen 1925 zusammen mit dem rechtsnationalen Flügel de facto in Opposition zur eigenen Partei stand. Durch seinen Austritt, den er zwei Tage nach seiner Ernennung zum Reichskanzler erklärte, kam er einem Parteiausschluss zuvor. Die Zentrumspartei bekämpfte in der Folge erbittert Papens „Kabinett der nationalen Konzentration“, das auch Kabinett der Barone genannt wurde.

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der Verhaftungen der Reichstagsabgeordneten der KPD und der Drohungen gegen die Reichstagsabgeordneten der SPD und des Zentrums stimmte am 23. März 1933 die Fraktion des Zentrums im Reichstag nach vorheriger Abstimmung mit der NSDAP Hitlers Ermächtigungsgesetz zu und verhalf ihm damit formell (nach der Verhaftung der KPD-Abgeordneten) zur erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit.

Hitler hatte Ludwig Kaas mündlich einige Versprechungen gemacht, um sich dessen Zustimmung zu sichern. So sicherte Hitler zu, die Rechte des Reichspräsidenten zu erhalten, Reichstag und Reichsrat fortbestehen zu lassen sowie Schulpolitik und das Verhältnis zwischen Staat und Religion nicht durch das Ermächtigungsgesetz regeln zu wollen. Vor allem aber die Hoffnung auf den Abschluss eines Reichskonkordats mit dem Vatikan hat die Meinung der Parteiführung stark beeinflusst. Die Zustimmung des Zentrums zum Ermächtigungsgesetz war auch ein illusorischer letzter Versuch, Hitler und seine Nationalsozialisten unter einer gewissen Kontrolle zu halten und somit das Land und das Parlament vor der totalen Machtergreifung zu schützen (siehe auch: Ermächtigungsgesetz).

Am 5. Mai 1933 gab der dauerhaft in Rom weilende Kaas den Parteivorsitz an Heinrich Brüning ab. Dieser taktierte zurückhaltend und wollte das Zentrum durch die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der NSDAP erhalten, musste jedoch bald erkennen, dass auch das Zentrum nicht zu halten war. Nach dem Abschluss der von Brüning scharf kritisierten Papenschen Version des Reichskonkordats verlor die Partei auch noch den Rückhalt im Vatikan und sah sich weiterer Drohungen seitens der NSDAP und Verhaftungen führender Mitglieder gegenüber. Joseph Goebbels forderte am 28. Juni 1933 Brüning auf, „schleunigst seinen Laden zu schließen“, andernfalls werde man den „Experimenten“ dieser Partei nicht länger zusehen. Nachdem eine Mehrheit von Fraktionsabgeordneten im Reichstag und im Preußischen Landtag für eine Selbstauflösung votierten, Brüning erwähnt unter ihnen Ernst Grass und Karl Hettlage, löste sich die Partei am 5. Juli 1933 als letzte der so genannten bürgerlichen Parteien selbst auf.

Die Anhänger der Zentrumspartei erwiesen sich bis zur Reichstagswahl März 1933 als resistent gegen den Nationalsozialismus.[11] Die NSDAP konnte in den traditionell Zentrum wählenden Regionen niemals einen nennenswerten Stimmanteil[12] erringen. Die aktuelle Forschung (seit Hamilton, Richard (1982), Who voted for Hitler?, Princeton University Press, Princeton) kommt zu dem Ergebnis, dass besonders die konfessionelle Zugehörigkeit der Zentrums-Wählerschichten die Resistenz gegen den Nationalsozialismus begründen:

„Resistenz […] bestimmter Wählergruppierungen gegenüber der NS-Bewegung werden hier zurückgeführt auf die Einbindung in soziale Netzwerke mit lokalem Bezug. So kann z. B. das in der Theorie des politischen Konfessionalismus enthaltene Element des Widerstands vor allem der Katholiken gegen die nationalsozialistische Propaganda dadurch erklärt werden, dass Angehörige der katholischen Minorität stärker in ihr soziales Netzwerk eingebunden waren als die protestantische Mehrheit in ihres.“[13]

Daraus resultierte nach der „Machtergreifung“ ein sofortiges Misstrauen des NS-Regimes gegenüber den Mitgliedern der frisch aufgelösten Zentrumspartei. Während der NS-Diktatur wurden zahllose Zentrumspolitiker diskriminiert, willkürlich inhaftiert und in Konzentrationslagern umgebracht. Die Verfolgung von Zentrumspolitikern erstreckte sich von hohen Funktionären bis zu einfachen Mitgliedern der Zentrumspartei.

Schon 1933 wurde das Konzentrationslager Osthofen mit Häftlingen aus den Reihen der Zentrumsmitglieder gefüllt. Die NS-Diktatur sah in der katholischen Kirche und ihrer politischen Repräsentanz eine Gefahr, denn vor der Machtergreifung waren Mitglieder der NSDAP durch die katholischen Bischöfe von den Sakramenten ausgeschlossen worden. Die katholische Kirche hatte den Katholiken ausdrücklich verboten, die NSDAP zu unterstützen oder zu wählen. Mit der Machtergreifung galt aber der christliche Grundsatz, dass die Kirche die gewählte Obrigkeit anzuerkennen habe. In der Folge kam es – auch durch Vermittlung von Zentrumspolitikern – zum Konkordat, das die katholischen Priester und die katholischen Gläubigen vor massiver Verfolgung und Übergriffen, zu denen es unter der sozialistischen Diktatur der UdSSR gekommen war, schützen sollte und die freie Religionsausübung garantieren sollte.

Da sich in der Folge des Jahres 1935 in der katholischen Kirche die Einsicht durchsetzte, dass der mit dem Konkordat unternommene Versuch, die katholische Kirche und die deutschen Katholiken zu schützen, gescheitert war, wurden in der Folge immer mehr Katholiken zu Aktivisten, die sich dem nationalsozialistischen System widersetzten, darunter viele Gläubige, die zuvor Mitglieder des Zentrums gewesen waren. Zahlreiche Zentrumspolitiker organisierten sich in der Folge im Untergrund, um Widerstand gegen die NS-Diktatur zu leisten.[14]

In der Folge des Attentats vom 20. Juli 1944 wurden während der Aktion Gitter noch mehr Mitglieder des ehemaligen Zentrums Ziele des nationalsozialistischen Terrors.[15] Auch der ehemalige Zentrumspolitiker Franz von Galen – Bruder des katholischen Bischofs und NS-Gegners Clemens August Graf von Galen – wurde im KZ inhaftiert.

Geschichte nach 1945[Bearbeiten]

Nachkriegszeit (1945–1959)[Bearbeiten]

Nach dem Krieg wurde das Zentrum wiedergegründet, da die neu entstandene CDU einen Kurs steuerte, den das Zentrum als rechtslastig empfand: das Zentrum war sozialpolitisch linker und lehnte die Wiederaufrüstung ab. Andererseits war sie weniger liberal, nämlich konfessioneller in der Kulturpolitik. Die Partei hatte aber ihre Funktion als christlich-katholische Volkspartei verloren, da die CDU konzeptionell eine gemeinsame Partei beider großer Konfessionen war. Das Zentrum hatte nur zeitweise regionale Hochburgen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und im Emsland (Niedersachsen). Besonders die katholischen Bischöfe Conrad Gröber und Joseph Frings bevorzugten nach Kriegsende eine christliche Partei beider Konfessionen und wandten sich von der bisherigen Unterstützung der Zentrumspartei ab.

Gerhard Woitzik Alois Degler Gerhard Woitzik Gerhard Ribbeheger Adelgunde Mertensacker Gerhard Woitzik Gerhard Ribbeheger Johannes Brockmann Helene Wessel Fritz Stricker Carl Spiecker Johannes Brockmann Wilhelm Hamacher


Rudolf Amelunxen vom Zentrum war von 1945 bis 1947 erster Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Die Partei war bis 1958 im nordrhein-westfälischen Landtag und in der dortigen Landesregierung vertreten. Nach der Phase der Allparteienregierungen war das Zentrum zunächst an der Regierung von Karl Arnold beteiligt. 1956 verließ es gemeinsam mit der FDP die Regierung und bildete mit dieser und der SPD das neue Kabinett unter dem Sozialdemokraten Fritz Steinhoff.

Außerdem gehörten zwei Abgeordnete der Zentrumspartei dem Parlamentarischen Rat an. Im ersten Deutschen Bundestag waren zehn Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen vertreten, da damals die Fünfprozenthürde nur länderweise galt. Bei der Bundestagswahl 1953 verzichtete die CDU darauf, im Wahlkreis Oberhausen einen Direktkandidaten aufzustellen, und unterstützte das Zentrum. Da damals ein Grundmandat ausreichte, um die Fünfprozenthürde außer Kraft zu setzen, zogen in den zweiten Bundestag drei Abgeordnete für die Zentrumspartei ein, wovon einer allerdings der CDU-Abgeordnete war, der auf das Direktmandat verzichtet hatte. Die DZP stellte damit 2 Abgeordnete. Konrad Adenauer bot der DZP an, diese in die Regierungskoalition aufzunehmen, die Zentrumspartei lehnte jedoch ab.

Das Zentrum der jungen Bundesrepublik war dominiert durch ehemalige linke DZP-Mitglieder aus der Weimarer Republik.[16] Die DZP sprach sich gegen die Wirtschaftsreformen von Ludwig Erhard aus und unterstrich die "Notwendigkeit einer vom Staat planvoll gelenkten Wirtschaft".[17] Die Bundestagsabgeordneten und die Parteispitze der DZP sprachen sich im zweiten Bundestag gegen "jede Art von Remilitarisierung" aus.[18]

Zur Bundestagswahl 1949 schlossen CDU und Zentrum ein Abkommen, in dem sie versicherten, die andere Seite nicht als "kulturell unzuverlässig" zu bezeichnen.[19]

Bis 1959 saßen Abgeordnete der Zentrumspartei auch im niedersächsischen Landtag. Sie stützen sich im Emsland vor allem auf die schwindende ländliche Unterschicht der Heuerleute, traditionelle Zentrumswähler und Jungwähler, die jede Zusammenarbeit mit ehemaligen Nationalsozialisten und deren damaligen Verbündeten ablehnten. Jedoch gingen immer mehr Wähler zur CDU über, im Ruhrgebiet auch zur SPD.

Mitte der 1950er Jahre versuchte Helmut Bertram im Auftrag des Zentrum-Bundesvorstandes ein breitangelegtes Bündnis christlich orientierter kleiner Parteien für die Bundestagswahl 1957 zu organisieren, um enttäuschten CDU/CSU-Wählern eine Alternative zu bieten. Es gelang jedoch nur, die Bayernpartei und die DP-Abspaltung Deutsch-Hannoversche Partei mit ins Boot zu bekommen. Die Kandidatur unter der Bezeichnung Föderalistische Union, die schon für die Fraktionsgemeinschaft in der ersten Legislaturperiode des Bundestages verwendet worden war, gelang so nur in Nordrhein-Westfalen (Zentrum), Niedersachsen (Zentrum/DHP) und Bayern (BP). Das Ergebnis der FU war mit 0,9 % bundesweit enttäuschend.

Weitere Entwicklung (1960–2012)[Bearbeiten]

Bereits am 22. Juli 1956 hatte sich das Zentrum mit der Christlichen Volkspartei des Saarlandes zur Christlichen Volkspartei (CVP) zusammengeschlossen, die Fusion wurde aber im April 1957 aufgelöst, da sich die CVP der CSU anschloss. 1965 vereinte sich das Zentrum mit der CVP-Nachfolgerin Saarländischen Volkspartei erneut zur CVP. Bei der Bundestagswahl 1965 erreichte diese CVP 0,1 % der Stimmen, worauf das Zentrum die fusionierte Partei wieder verließ.

1969 trat das Zentrum wieder alleine zu einer Bundestagswahl an und erreichte mit 15.933 Wählern einen Wähleranteil von 0,05 %. Zur ersten Europawahl zehn Jahre später trat das Zentrum bundesweit an und errang 31.367 Stimmen, oder 0,11 %. 1984 verdreifachte sie ihr Wahlergebnis bei der zweiten Europawahl auf 93.921 Stimmen bzw. 0,38 %. Nach 18 Jahren trat die Partei erst 1987 wieder zu einer Bundestagswahl an. Mit 19.035 Wählern und einem Wähleranteil von 0,05 % erreichte sie einen bescheidenen Wahlerfolg.

Der christlich-fundamentalistische Flügel unter Adelgunde Mertensacker spaltete sich 1987 vom Zentrum ab, nachdem diese als Bundesvorsitzende abgewählt und durch den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Gerhard Ribbeheger ersetzt worden war, und gründete die Christliche Mitte. Ebenfalls 1987 gründeten Teile der Partei mit der bereits 1985 unter Josef Ripsam abgespaltenen Christliche Partei für das Leben (CPL) die Christliche Liga – Die Partei für das Leben (LIGA). Diese ging 1995 in der Christlichen Partei Deutschlands auf, welche sich 2002 wieder der Zentrumspartei anschloss.

Das Zentrum konzentrierte sich in den 1980er und 1990er Jahren auf die Kommunalpolitik in seiner demokratisch-sozialen Nachkriegstradition. Christliche Grundlagen spielten, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. 1989 zur dritten Europawahl sank das Wahlergebnis wieder auf 41.190 Stimmen oder 0,15 %. Daraufhin trat das Zentrum bei der nächsten Bundestagswahl 1990 nicht an. Zur Wahl des 13. Bundestages 1994 wählten 3757 Wähler mit ihrer Zweitstimme das Zentrum. Bei der Bundestagswahl 1998 trat das Zentrum nur mit Direktkandidaten an. Auch bei der Europawahl im folgenden Jahr erreichte das Zentrum mit 7.080 Stimmen nur einen sehr geringen Zuspruch von 0,03 %.

Von Ende 2006 bis 29. Oktober 2007 gab es konkrete Gespräche über eine Fusion mit der Partei Bibeltreuer Christen unter einem neuen gemeinsamen Namen.[20] Diese Gespräche wurden jedoch durch einen Beschluss des Bundesvorstandes der Zentrumspartei beendet.[21] Auch in der Partei Bibeltreuer Christen existierten Vorbehalte gegenüber einem Zusammenschluss mit einer anderen Partei und insbesondere der Änderung des Parteinamens und der Wahlkampfstrategie.[22]

Zur Hamburger Bürgerschaftswahl im Februar 2008 trat die Zentrumspartei unter der Führung des ehemaligen Innensenators Dirk Nockemann (ehemals Schill-Partei und CDU), Peter-Alexander von der Marwitz (PDS, Schill-Partei, Offensive-D), Norbert Frühauf (ehemals Schill-Partei) und Klaus Wieser (ehemals STATT-Partei) an. Der Moderatorin Eva Herman wurde eine Kandidatur angeboten.[23] Erreicht wurden 0,1 % der abgegebenen Stimmen.

In Zusammenhang mit dem gescheiterten Versuch einer Fusion mit der Partei Bibeltreuer Christen und dem umstrittenen Wahlkampf des Hamburger Landesverbandes kam es zu Differenzen im Bundesvorstand, bei der sich der Bundesvorsitzende auf die Seite des Hamburger Landesverbandes stellte. In der Folge traten am 25. November 2007 der Vorstand des Landesverbandes Bayern und einige Mitglieder aus der Zentrumspartei aus. Im Nachgang des umstrittenen Bundesparteitages vom 3./4. Oktober 2008[24] kam es Anfang 2009 zu innerparteilichen Auseinandersetzungen, die mehr als zwei Jahre keinen Abschluss fanden und auch gerichtlich ausgetragen wurden.

Von 2009 bis 2011 war umstritten, ob Alois Degler[25] oder Gerhard Woitzik[26] Vorsitzender der Partei war. Schließlich wurde für den 19. Februar 2011 ein Bundesparteitag angesetzt,[27] in dessen Rahmen auch die Wahl eines neuen Bundesvorstandes erfolgte: Gerhard Woitzik wurde zum neuen Bundesparteivorsitzenden, Alois Degler zu seinem 2. Stellvertreter gewählt. Ewald Jaksch organisierte einen parallelen Parteitag, auf dem er zum Vorsitzenden gewählt wurde.[4] Im Februar 2012 erklärte das Landgericht Düsseldorf die Wahl Jakschs für ungültig.[28] Im Mai 2012 gründete er die "Neue Zentrumspartei - Für Wahrheit, Freiheit und Recht",[29] zu deren Vorsitzendem er gewählt wurde.

Parteivorsitzende nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Carl Spiecker (1948)
Zeitraum Name
1945 – 1946 Wilhelm Hamacher
1946 – 1948 Johannes Brockmann
1948 – 1949 Carl Spiecker
1949 Fritz Stricker
1950 – 1953 Helene Wessel
1953 – 1969 Johannes Brockmann
1969 – 1974 Gerhard Ribbeheger
1974 – 1986 Gerhard Woitzik
1986 – 1987 Adelgunde Mertensacker
1987 – 1996 Gerhard Ribbeheger
1996 – 2009 Gerhard Woitzik
2009 – 2011 Alois Degler oder Gerhard Woitzik (umstritten)
seit 2011 Gerhard Woitzik

Fraktionsvorsitzende im deutschen Bundestag[Bearbeiten]

1949 bis 1951 bildete das Zentrum eine eigenständige Bundestagsfraktion. 1951 bis 1953 bestand unter der Bezeichnung Föderalistische Union eine Fraktionsgemeinschaft des Zentrums mit der Bayernpartei. Der Fraktionsgemeinschaft schloss sich am 24. Januar 1952 auch Hermann Clausen, der einzige Abgeordnete des SSW, an. 1953 bis 1957 war das Zentrum nur mehr mit drei Abgeordneten im Bundestag vertreten. Seit 1957 stellt die Partei keine Bundestagsmandate mehr.

Der Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier übergab 1965 Helene Wessel das Bundesverdienstkreuz.
Zeitraum Name Partei
1949 – 1951 Helene Wessel Zentrum
1951 – 1953 Hugo Decker Bayernpartei
1951 – 1952 Helene Wessel Zentrum
1952 – 1953 Otto Pannenbecker Zentrum

Heutige Situation: Programmatik und Struktur[Bearbeiten]

Aktuelle Ausrichtung der Partei[Bearbeiten]

Bis heute ist das Zentrum eine christlich, sozial, konservativ orientierte Kleinpartei in Deutschland. Die Ziele sind laut übereinstimmender Aussage aller Flügel und Vorstände der Partei, die „freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erhalten und auszubauen“, eine weltweite Friedenspolitik zu fördern und ein Europa zu schaffen, das sozial ausgeglichen und als Konföderation eigenständiger Staaten aufgebaut ist, dies alles unter dem Leitsatz „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“, der der Präambel des Grundgesetzes (GG) entnommen ist.

Die Zentrumspartei versteht sich als Partei, die jeglichen radikalen Tendenzen, sowohl von rechts als auch von links, eine entschiedene Absage erteilt. Die Programmatik soll inhaltlich ausgewogen, werteorientiert und differenziert sein, steht also in diametralem Gegensatz zu populistischen Forderungen anderer Kleinparteien. Die Programmatik steht heute auf der Basis des am 4. Oktober 2008 neu beschlossenen Grundsatzprogrammes.[30] Im Gegensatz zu früher sind die Mitglieder der Partei heute nicht mehr ausschließlich katholisch. Das Zentrum war Mitglied der Europapartei European Christian Political Movement (ECPM).

Kommunale Mandate[Bearbeiten]

Das Zentrum ist heute mit einem Mandat im Kreistag des Rhein-Kreises Neuss vertreten. In Dormagen, Kaarst und Cloppenburg hat sie zwei und in Stendal, Meerbusch, Mönchengladbach und Neuss jeweils einen Sitz im Stadtrat.

Bundesvorstand[Bearbeiten]

Vorsitzender Gerhard Woitzik
Stellvertretende Vorsitzende Michael Möller (1. Stellvertreter), Adolf Pamatat (2. Stellvertreter)
Schatzmeister Thomas Busch
Generalsekretär Christian Otte
Bundesgeschäftsführer Siegfried Lucas
Beisitzer
  • Udo Anfang,
  • Klaus Wieser
  • Andreas Erkes
Beratende Mitglieder Herbert Karl, Dirk Nockemann,
Kassenprüfer Norbert Closmann, Fritjof Klüssendorf

Ferner gehören dem Bundesvorstand der Zentrumspartei laut Satzung auch die Landesvorstände der einzelnen Landesverbände an.

Landesverbände und deren Vorsitzende[Bearbeiten]

Es existieren derzeit neun Landesverbände. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen entstand am 10. Mai 2008 durch den Zusammenschluss der beiden Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe.[31] Außerdem existieren mit Rastatt, Reutlingen, Stendal, Calw, Düsseldorf und Cloppenburg-Vechta als gemeinsamer Kreisverband[32] insgesamt sechs Kreisverbände.

Landesverband Vorsitzender[33]
(Stand: 14. Oktober 2009)
Baden-Württemberg Baden-Württemberg Herbert Karl, kommissarisch[34]
Bayern Bayern Edgar Meixner
Hamburg Hamburg Dirk Nockemann
Hessen Hessen Thomas Ophalius
Niedersachsen Niedersachsen Ralf Fennig
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Michael Möller[35]
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Heribert Thiel
Sachsen Sachsen Tilo Voigt
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Torben Frank

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Wahlergebnisse im Deutschen Kaiserreich[Bearbeiten]

Ergebnisse des Zentrums bei den Reichstagswahlen im Deutschen Kaiserreich (1871 bis 1912)
Stimmenanteil und Zahl der Sitze des Zentrums bei den Reichstagswahlen 1871–1912
Jahr Stimmen Sitze
1871 18,6 % 63
1874 27,9 % 91
1877 24,8 % 93
1878 23,1 % 94
1881 23,2 % 100
1884 22,6 % 99
1887 20,1 % 98
1890 18,6 % 106
1893 19,1 % 96
1898 18,8 % 102
1903 19,8 % 100
1907 19,4 % 105
1912 16,4 % 91

Wahlergebnisse in der Weimarer Republik[Bearbeiten]

Reichstagswahlergebnisse der Zentrumspartei (1919 bis 1933)
Stimmenanteil und Zahl der Sitze des Zentrums bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 und den Reichstagswahlen 1920–1933
Jahr Stimmenanteil Sitze
1919 19,7 % 91
1920 13,6 % 64
Mai 1924 13,4 % 65
Dezember 1924 13,6 % 69
1928 12,1 % 61
1930 11,8 % 68
Juli 1932 12,4 % 75
November 1932 11,9 % 70
1933 11,3 % 73

Landtagswahlergebnisse[Bearbeiten]

Siehe: Ergebnisse der Landtagswahlen in der Weimarer Republik

Wahlergebnisse in der Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Bundestagswahlergebnisse seit 1949[Bearbeiten]

1961 und 1965, zwischen 1972 und 1983 sowie 1990 und 2013 kandidierte die Partei nicht zur Bundestagswahl.

Bundestagswahlergebnisse der Zentrumspartei
Bundestagswahlergebnisse[36]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze
1949 727.505 3,1 % 10
1953 217.078 0,8 % 3
1957* 254.322 0,9 % 0
1961 nicht angetreten
1965** 19.832 0,1 % 0
1969 15.933 0,0 % 0
1972 nicht angetreten
1976 nicht angetreten
1980 nicht angetreten
1983 nicht angetreten
1987 19.035 0,1 % 0
1990 nicht angetreten
1994 3.757 0,0 % 0
1998 2.076 0,0 % 0
2002 3.127 0,0 % 0
2005 4.010 0,0 % 0
2009 6.087 0,0 % 0
2013 nicht angetreten

*) Gesamtstimmen für Föderalistische Union (FU), davon in Nordrhein-Westfalen 72.563 = 0,2 %, in Niedersachsen 13.549 = 0,0 %
**) Gesamtstimmen für Christliche Volkspartei (CVP)

Landtagswahlergebnisse des Zentrums seit 1947[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat das Zentrum in einigen der westdeutschen Bundesländer zur Wahl an, am häufigsten in Nordrhein-Westfalen, wo ihr in den Jahren 1947, 1950 und 1954 auch der Einzug in den Landtag gelang. In den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch in Bayern, Berlin, Bremen, Hessen und dem Saarland nahm die Partei an keiner Landtagswahl teil.[37] Die folgende Tabelle berücksichtigt lediglich die Landtags- bzw. Bürgerschaftswahlen, zu denen die Deutsche Zentrumspartei antrat.

Baden-Württemberg
Jahr Stimmen Sitze
1952 0,9 % 0
1988 0,0 % 0
2006 0,0 % 0
Hamburg
Jahr Stimmen Sitze
1987 0,0 % 0
2008 0,1 % 0
Niedersachsen
Jahr Stimmen Sitze
1947 4,1 % 6
1951 3,3 % 4
1955 1,1 % 1
1959 0,0 % 0
2013 *0,0 % 0
Nordrhein-Westfalen
Jahr Stimmen Sitze
1947 9,8 % 20
1950 7,5 % 16
1954 4,0 % 9
1958 1,1 % 0
1962 0,9 % 0
1966 0,2 % 0
1970 0,1 % 0
1975 0,1 % 0
1980 0,0 % 0
1985 0,0 % 0
1990 0,0 % 0
2005 0,0 % 0
2010 0,1 % 0
Rheinland-Pfalz
Jahr Stimmen Sitze
1951 2,0 % 0
Schleswig-Holstein
Jahr Stimmen Sitze
1947 0,1 % 0

* Nur Direktkandidaten

Europawahlergebnisse seit 1979[Bearbeiten]

Europawahlergebnisse der Zentrumspartei

1994 und 2009 trat das Zentrum nicht zu den Europawahlen an.

Europawahlergebnisse[38]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze
1979 31.367 0,1 % 0
1984 93.921 0,4 % 0
1989 41.190 0,1 % 0
1999 7.080 0,0 % 0
2004 26.803 0,1 % 0

Reichskanzler mit Parteimitgliedschaft in der Zentrumspartei[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Politiker waren als Reichskanzler Mitglied des Zentrums.

Bild Name Regierungszeit
Bundesarchiv Bild 146-2007-0187, Konstantin Fehrenbach.jpg Constantin Fehrenbach 25. Juni 1920 bis 4. Mai 1921
Joseph wirth.png Joseph Wirth 10. Mai 1921 bis 22. Oktober 1921,
26. Oktober 1921 bis 14. November 1922
Bundesarchiv Bild 146-1973-011-02, Wilhelm Marx.jpg Wilhelm Marx 30. November 1923 bis 26. Mai 1924,
3. Juni 1924 bis 15. Januar 1925,
17. Mai 1926 bis 17. Dezember 1926,
19. Januar 1927 bis 12. Juni 1928
Bundesarchiv Bild 183-1989-0630-504, Heinrich Brüning.jpg Heinrich Brüning 30. März 1930 bis 7. Oktober 1931,
9. Oktober 1931 bis 30. Mai 1932
Bundesarchiv Bild 183-1988-0113-500, Franz v. Papen.jpg Franz von Papen 1. Juni 1932 bis 17. November 1932
(trat am 3. Juni 1932 aus der Zentrumspartei aus)

Literatur[Bearbeiten]

Zentrumspartei vor 1945[Bearbeiten]

Quellensammlungen[Bearbeiten]

  • Herbert Lepper: Volk, Kirche und Vaterland. Wahlaufrufe, Aufrufe, Satzungen und Statuten des Zentrums; 1870–1933; eine Quellensammlung zur Geschichte insbesondere der Rheinischen und Westfälischen Zentrumspartei, Düsseldorf 1998.
  • August Leugers-Scherzberg/Wilfried Loth (Bearbeiter): Die Zentrumsfraktion in der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung. Sitzungsprotokolle (= Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, 3. Reihe, Bd. 8), Düsseldorf 1994.
  • Josef Traumann: Organisations-Handbuch für Zentrums-Wähler. Eine grundlegende Zusammenstellung der wichtigsten Organisations-Bestimmungen der Zentrumspartei, Hildesheim 1925 (2. erw. Auflage).

Monografien[Bearbeiten]

Deutsch
  • Margret Lavinia Anderson: Windthorst. Zentrumspolitiker und Gegenspieler Bismarcks (= Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte Bd. 14), Düsseldorf 1988.
  • Hans-Georg Aschoff: Welfische Bewegung und politischer Katholizismus 1866–1918. Die Deutsch-hannoversche Partei und das Zentrum in der Provinz Hannover während des Kaiserreichs (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 83), Düsseldorf 1987.
  • Karl Bachem: Vorgeschichte, Geschichte und Politik der Deutschen Zentrumspartei. Köln 1932 (9 Bände)
  • Winfried Becker (Hrsg.): Die Minderheit als Mitte. Die Deutsche Zentrumspartei in der Innenpolitik des Reiches 1871–1933 (= Beiträge zur Katholizismusforschung Reihe B: Abhandlungen), Paderborn/München/Wien/Zürich 1986.
  • Helga Grebing: Zentrum und katholische Arbeiterschaft 1918–1933. Ein Beitrag zur Geschichte des Zentrums in der Weimarer Republik, Diss. (MS) Berlin 1953.
  • Günther Grünthal: Reichsschulgesetz und Zentrumspartei in der Weimarer Republik (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Bd. 39), Düsseldorf 1968.
  • Bernd Haunfelder: Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei 1871–1933. Biographisches Handbuch und historische Photographien (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 4), Düsseldorf, 1999.
  • Herbert Hömig: Das preußische Zentrum in der Weimarer Republik (= Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen Bd. 28), Mainz 1979.
  • Johannes Horstmann (Hrsg.): Die Verschränkung von Innen-, Konfessions- und Kolonialpolitik im Deutschen Reich vor 1914 (= Veröffentlichungen der Katholische Akademie, Akademie-Vorträge 29), Schwerte 1987.
  • Heinz Hürten: Deutsche Katholiken 1918–1945, Paderborn 1992.
  • Detlev Junker: Die deutsche Zentrumspartei und Hitler 1932/33. Ein Beitrag zur Problematik des politischen Katholizismus in Deutschland (= Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik Bd. 4), Stuttgart 1969.
  • Rolf Kiefer: Karl Bachem 1858–1945. Politiker und Historiker des Zentrums (= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen Bd. 49), Mainz 1989.
  • Helmut Lensing: Die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Emsland und in der Grafschaft Bentheim 1867 bis 1918 – Parteiensystem und politische Auseinandersetzung im Wahlkreis Ludwig Windthorsts während des Kaiserreichs (= Emsland/Bentheim. Beiträge zur Geschichte Bd. 15), Sögel 1999.
  • Karl-Egon Lönne: Politischer Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986 (Neue Historische Bibliothek), ISBN 3-518-11264-3
  • Wilhelm Loth: Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschland, Düsseldorf 1984.
  • Uwe Mazura: Zentrumspartei und Judenfrage 1870/71–1933. Verfassungsstaat und Minderheitenschutz (= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 62), Mainz 1994.
  • Ursula Mittmann: Fraktion und Partei. Ein Vergleich von Zentrum und Sozialdemokratie im Kaiserreich (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 59). Hrsg. von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Düsseldorf 1979.
  • Rudolf Morsey: Die Deutsche Zentrumspartei 1917–1923 (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Bd. 32), Bonn 1966.
  • Rudolf Morsey: Der Untergang des politischen Katholizismus. Die Zentrumspartei zwischen christlichen Selbstverständnis und „Nationaler Erhebung“ 1932/33, Stuttgart/Zürich 1977.
  • Eberhard Pies: Zentrum und Sozialpolitik 1924–1928. Zur Geschichte und Organisation sozialer Interessen in der Deutschen Zentrumspartei während der Weimarer Republik. Diss. Bochum 1988.
  • Karsten Ruppert: Im Dienst am Staat von Weimar. Das Zentrum als regierende Partei in der Weimarer Demokratie 1923–1930 (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 96), Düsseldorf 1992.
  • Johannes Schauff: Die deutschen Katholiken und die Zentrumspartei. Eine politisch-statistische Untersuchung der Reichstagswahlen seit 1871, Köln 1928. Erweiterter Neudruck (= Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 18), Mainz 1975.
  • Wolfgang Stump: Geschichte und Organisation der Zentrumspartei in Düsseldorf 1917–1930 (hrsg. von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien), Bonn 1971.
  • Christoph Weber: „Eine starke, enggeschlossene Phalanx.“ Der politische Katholizismus und die erste deutsche Reichstagswahl 1871. Essen 1992
Englisch
  • David Blackbourn: Class, Religion und Local Politics in Wilhelmine Germany. The Centre Party in Württemberg before 1914 (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung Universalgeschichte, Beiheft 9), Wiesbaden 1980.
  • Ellen Lovell Evans: The German Center Party 1870–1933. A Study in Political Catholicism. Carbondale/Edvardsville 1981.
  • Thomas A. Knapp: Joseph Wirth and the Democratic Left in the German Center Party 1918–1928. Ann Arbor (Michigan)/London 1979 (Erstdruck 1967).
  • Frank Joseph Ward: The Center Party and the German Election of 1907, Diss. phil. Los Angeles 1984.
  • John K. Zeender: The German Center Party 1890–1906 (= Translations of the American Philosophical Society, New Series Volume 66, Part 1), Philadelphia 1976.
Französisch
  • Paul Colonge: Ludwig Windthorst (1812–1891). Sa pensée et son action politique jusqu'en 1875. Tome I und II, Lille/Paris 1983.

Aufsätze[Bearbeiten]

Deutsch
  • Margret Lavina Anderson: Windthorsts Erben: Konfessionalität und Interkonfessionalismus im politischen Katholizismus 1890–1918, in: Winfried Becker/Rudolf Morsey (Hrsg.): Christliche Demokratie in Europa. Grundlagen und Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert, Köln/Wien 1988, S. 69–90.
  • Wolfgang Ayaß: „Wir müssen anfangen, dann werden wir sehen...“. Franz Hitze, das Zentrum und die Sozialpolitik bis zum Ende der Bismarckära, in: Karl Gabriel/ Hermann-Josef Große Kracht (Hrsg.), Franz Hitze (1851-1921): Sozialpolitik und Sozialreform, Paderborn 2005, S. 37-56.
  • Herbert Gottwald/Günther Wirth: Zentrum 1870–1933 (Deutsche Zentrumspartei, 1918/19 Christliche Volkspartei Zentrum), in: Dieter Fricke u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789–1945). Bd. 4, Köln/Leipzig 1986, S. 552–635.
  • Ulrich von Hehl: Die Zentrumspartei – Ihr Weg vom "Reichsfeind" zur parlamentarischen Schlüsselstellung in Kaiserreich und Republik, in: Hermann W. von der Dunk/Horst Lademacher (Hrsg.): Auf dem Weg zum modernen Parteienstaat. Zur Entstehung, Organisation und Struktur politischer Parteien in Deutschland und den Niederlanden (= Kasseler Studien zur Zeitgeschichte Bd. 4), Kassel 1986, S. 97–120.
  • Ernst Heinen: Windthorst und die Gründung der preussischen Zentrumsfraktion (1870), in: Historisches Jahrbuch. Jg. 111,1, München/Freiburg 1991, S. 452–456.
  • James C. Hunt: Die Parität in Preußen (1899): Hintergrund, Verlauf und Ergebnis eines Aktionsprogramms der Zentrumspartei, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 102, München/Freiburg 1982, S. 418–434.
  • Friedrich Klein: Reichsfinanzpolitik und „Nationalisierung“ des Zentrums unter Ernst Maria Lieber 1891–1900, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 108, München/Freiburg 1988, S. 115–156.
  • Helmut Lensing: Der Aufbau einer zentralen Zentrumsorganisation für die Provinz Hannover 1909/10 aus Sicht der emsländischen Parteipresse, in: Osnabrücker Mitteilungen 2004. Mitteilungen des Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein) Bd. 109, Osnabrück 2004, S. 251–266.
  • Herbert Lepper: Vom Honoratiorenverein zur Parteiorganisation. Ein Beitrag zur „Demokratisierung“ des Zentrums im Rheinland 1898–1906, in: Rheinische Vierteljahrsblätter. Jg. 48, Bonn 1984, S. 238–274.
  • Klaus Müller: Zentrumspartei und agrarische Bewegung im Rheinland 1882–1903, in: Konrad Repgen und Stephan Skalweit (Hrsg.): Spiegel der Geschichte. Festgabe für Max Braubach zum 10. April 1964. Münster 1964, S. 828–857.
  • Martin Schumacher: Zwischen „Einschaltung“ und „Gleichschaltung“. Zum Untergang der Deutschen Zentrumspartei 1932/33, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 99, München/Freiburg 1979, S. 268–303.
Englisch
  • David Blackbourn: The Political Alignment of the Centre Party in Wilhelmine Germany: A Study in the Party´s Emergence in Ninetheenth-Century Württemberg, in: The Historical Journal XVIII, Cambridge/London/New York 1975, S. 821–850.
  • David Blackbourn: Roman Catholics, the Centre Party and Anti-Semitism in Imperial Germany, in: Paul Kennedy/Anthony Nicholls (Hrsg.): Nationalist and Racialist Movements in Britain and Germany before 1914, Oxford 1981, S. 106–129.
  • David Blackbourn: Die Zentrumspartei und die deutschen Katholiken während des Kulturkampfes und danach, in: Otto Pflanze (Hrsg.): Innenpolitische Probleme des Bismarck-Reiches (= Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquium 2), München/Wien 1983, S. 73–94.

Zentrumspartei nach 1945[Bearbeiten]

  • Hans-Georg Aschoff: CDU und Zentrumspartei in Niedersachsen nach 1945, in: Marlis Buchholz/Claus Füllberg-Stolberg/Hans-Dieter Schmid (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obernaus zum 65. Geburtstag (= Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte Bd. 11), Bielefeld 1996, S. 315–337.
  • Bernhard Fritze: Nachdenkliches über die einstmalig einflussreiche Zentrumspartei und meine Zeit als Abgeordneter des Zentrums im Lingener Kreistag (1956–1960), in: Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte Bd. 16, Haselünne 2009, S. 381–401.
  • Guido Hoyer: Nichtetablierte christliche Parteien: Deutsche Zentrumspartei, Christliche Mitte, Christliche Partei Deutschlands und Partei Bibeltreuer Christen im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-631-38203-0
  • Joseph Nietfeld: Die Zentrumspartei. Geschichte und Struktur 1945–1958, Diss. Braunschweig 1985.
  • Ute Schmidt: Zentrum oder CDU. Politischer Katholizismus zwischen Tradition und Anpassung, 1987.
  • Ute Schmidt: Die Deutsche Zentrums-Partei, in: Richard Stöss (Hrsg.): Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Bd. I: AVD bis EFP, Opladen 1983, S. 1192–1242.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Zentrumspartei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Geschichte der Partei[Bearbeiten]

Aktuelle Partei[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesvorstand der Deutschen Zentrumspartei, Angaben auf zentrumspartei.eu, aktualisiert am 22. Februar 2011
  2. a b c d e f http://www.bundeswahlleiter.de/de/parteien/downloads/parteien/Deutsche_Zentrumspartei.pdf Bundeswahlleiter: Parteiunterlagen zum Download, Stand 22.09.2013
  3. Anschrift der Bundesgeschäftsstelle der Deutschen Zentrumspartei
  4. a b Express Wer ist der wahre Zentrumschef?
  5. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft im ZENTRUM
  6. Der Berliner Missionsvikar Eduard Müller trat mit sehr viel Engagement für die Gründung einer katholischen Fraktion ein – Ulrich Arnold: Die Gründung der Zentrumspartei, Seminararbeit 1999, E-Book, ISBN 978-3-638-97360-1
  7. Winfried Becker: Kulturkampf, In: LThK³, Band 6, Freiburg 1993
  8. Stephan Speicher: Partner, ach Partner - Was ist eigentlich aus der "Volkspartei" geworden ?; in Süddeutsche Zeitung vom 3. September 2009
  9. Vgl. Wolfgang Ayaß: „Wir müssen anfangen, dann werden wir sehen...“. Franz Hitze, das Zentrum und die Sozialpolitik bis zum Ende der Bismarckära, in: Karl Gabriel/ Hermann-Josef Große Kracht (Hrsg.), Franz Hitze (1851-1921): Sozialpolitik und Sozialreform, Paderborn 2005, S. 37-56.
  10. Gerd Hohorst, Jürgen Kocka und Gerhard A. Ritter: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch II: Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870–1914. München, 1978. S.173–175
  11. Nationalsozialismus in der Region
  12. Weimarer Wahlen
  13. Theorien des Wählerverhaltens (PDF; 44 kB)
  14. Gedenkstätte Deutscher Widerstand – Auswahlbibliographie
  15. Sie wurden verschleppt und ermordet, in: Kölner Stadt-Anzeiger
  16. Guido Hoyer: Nichtetablierte christliche Parteien – Deutsche Zentrumspartei, Christliche Mitte, Christliche Partei Deutschlands und Partei Bibeltreuer Christen im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2001, S. 13.
  17. Joseph Nietfeld: Die Zentrumspartei – Geschichte und Struktur 1945-1958, Diss., Braunschweig 1985, S. 193.
  18. Joseph Nietfeld: Die Zentrumspartei – Geschichte und Struktur 1945-1958, Diss., Braunschweig 1985, S. 196.
  19. Joseph Nietfeld: Die Zentrumspartei – Geschichte und Struktur 1945-1958, Diss., Braunschweig 1985, S. 148.
  20. http://pbc.de/uploads/media/Salz_und_Licht_2007-02.pdf (Dokument nicht mehr abrufbar)
  21. Presseerklärungen
  22. idea.de – Rubrik – Detailartikel
  23. Hamburg: Zentrumspartei trägt Herman Kandidatur an – Deutschland – FOCUS Online
  24. Artikel der NGZ
  25. Kontakt. Deutsche Zentrumspartei, 18. August 2020, archiviert vom Original am 18. August 2010, abgerufen am 18. August 2010 (deutsch).
  26. Bundesmitgliederversammlung vom 20.02.2009, Artikel auf zentrumspartei.eu
  27. Bundesmitgliederversammlung der Deutschen Zentrumspartei (PDF)
  28. Langericht Düsseldorf: Gerhard Woitzik Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei, lokalkompass.de
  29. Ewald Jaksch Vorsitzender der Neuen Zentrumspartei
  30. Grundsatzprogramm Oktober 2008 (PDF)
  31. Dormagen: Zentrumspartei will zur Landtagswahl antreten – NGZ-online
  32. Homepage des Zentrums im Oldenburger Münsterland
  33. Übersicht der Vorstandsmitglieder, Satzung und Programm des ZENTRUMS (PDF; 1,7 MB)
  34. Landesverbände der deutschen Zentrumspartei
  35. Vorstand des Landesverbands des ZENTRUMS Nordrhein-Westfalen
  36. Ergebnisse der Bundestagswahlen
  37. Ergebnisse der Wahlen zu den Länderparlamenten bei tagesschau.de
  38. Ergebnisse der Europawahlen