DBB Beamtenbund und Tarifunion

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Das Logo des DBB

Der DBB Beamtenbund und Tarifunion (früher: Deutscher Beamtenbund, eigene Schreibweise: dbb beamtenbund und tarifunion) ist ein gewerkschaftlicher Dachverband von Gewerkschaften des öffentlichen Diensts und des privaten Dienstleistungssektors mit 39 Fachgewerkschaften und Berufsverbänden mit Sitz in Berlin. Mit 1,26 Millionen Mitgliedern[1] ist der dbb – nach dem DGB – der zweitgrößte gewerkschaftliche Dachverband in Deutschland. Vorsitzender des dbb ist Klaus Dauderstädt. Junge Mitglieder des Beamtenbundes sind organisiert in der dbb-jugend (dbbj) mit rund 150.000 Mitgliedern. Untergliedert ist der Beamtenbund in 16 Landesverbände. Größter Landesverband ist Nordrhein-Westfalen mit über 190.000 Mitgliedern. Der größte Mitgliedsverband mit 140.000 Mitgliedern ist der Verband Bildung und Erziehung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der DBB wurde am 4. Dezember 1918 als „Zusammenschluss der deutschen Beamten- und Lehrervereinigungen auf gewerkschaftlicher Grundlage“ u. a. von dem DDP-Abgeordneten Ernst Remmers (1868–1937), der sein erster Vorsitzender wurde, gegründet. 1926 fusionierte der DBB mit den Beamtenabteilungen der Christlichen Gewerkschaften, 1928 mit denen der Liberalen Gewerkvereine. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde er von der NSDAP aufgelöst, von Hermann Neef mit der Bezeichnung „Reichsbund der Deutschen Beamten“ neu gegründet und im Anschluss daran gleichgeschaltet. 1949 wurde er aus verschiedenen regionalen Vereinigungen auf Bundesebene neu gegründet. 1971 gehörten dem DBB 707.000 Mitglieder an. Aufgrund einer Satzungsänderung und der Öffnung für Arbeiter und Angestellte des Öffentlichen Dienstes heißt der Deutsche Beamtenbund seit 2003 dbb Beamtenbund und Tarifunion.

Organe des dbb[Bearbeiten]

Das höchste Organ ist der Gewerkschaftstag, der alle fünf Jahre tagt. Der Bundeshauptvorstand und der Bundesvorstand entscheiden die wichtigsten Angelegenheiten in der Zeit zwischen den Gewerkschaftstagen. Die Bundesleitung führt die von den anderen Organen gefassten Beschlüsse aus und ist für die sachgerechte Umsetzung verantwortlich.

Mitglieder der Bundesleitung[Bearbeiten]

Vorsitzende des dbb[Bearbeiten]

dbb Tarifunion[Bearbeiten]

Die Gewerkschaftstage von dbb und dbb tarifunion vereinbarten die Verschmelzung beider Organisationen am 12. November 2012, um die gewerkschaftlichen Interessen effizienter zu vertreten. Mit der Verschmelzung ist der dbb selbst Tarifpartner und kann Tarifverhandlungen direkt führen. Tarifunion und dbb Beamtenbund vertreten ca. 360.000 Tarifbeschäftigte. Willi Russ, zweiter Bundesvorsitzender des dbb, fungiert als dbb Fachvorstand Tarifpolitik und leitet die Bundestarifkommission des dbb (BTK).

Bis zur Verschmelzung mit dem dbb war die dbb Tarifunion die eigenständige Tariforganisation des dbb Beamtenbund und Tarifunion; sie vertritt die Interessen der Angestellten, Arbeiter und Auszubildenden der Fachgewerkschaften des dbb. Sie hat 39 Fachgewerkschaften als Mitglieder. Vorsitzender war bis zum November 2012 Frank Stöhr (komba).

Die am 8. Dezember 1969 als Gemeinschaft von Gewerkschaften und Verbänden des öffentlichen Dienstes (GGVöD) gegründete Tariforganisation ist seit 1974 zu Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zugelassen. Von 1976 bis 1994 bestand eine Tarifgemeinschaft mit der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG) und dem Marburger Bund. Am 8. November 1999 wurde die GGVöD in dbb Tarifunion umbenannt.

Verhandlungspartner der dbb Tarifunion ist der Bund, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände und die Deutsche Bundesbank. Des Weiteren werden auch Haustarifverträge abgeschlossen.

Die dbb Tarifunion bildete Anfang 2007 den Fachbereich Lehrkräfte aus den Lehrergewerkschaften (VBE, BLBS, DPhV, VDR, VHW und VLW). Der ebenfalls neue dbb TU Fachbereich Gesundheit koordiniert die Tarifverhandlungen im Gesundheitssektor (Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen etc.).

dbb Forum[Bearbeiten]

dbb Forum Berlin
Friedrichstr. 165–168

Der Deutsche Beamtenbund hat seinen Sitz im dbb Forum Berlin in der Friedrichstraße 165–170, zwischen Französischer Straße und Behrenstraße in Berlin-Mitte. Das dbb Forum soll ein Begegnungszentrum für Politiker, Bürger, Journalisten und Gewerkschafter sein. Nachdem die Grundstücke 1996/1997 vom dbb angekauft wurden, wurde das dbb Forum vom Bonner Architekten Karl-Heinz Schommer geplant. Die Bauarbeiten dauerten von September 1999 bis zum Erstbezug im September 2001. Das dbb Forum bietet auf einer Fläche von ca. 21.200 Quadratmetern neben einem Atrium von ca. 1.250 Quadratmetern noch zahlreiche Konferenz- und Büroräume für 220 Mitarbeiter und 80 Servicekräfte.

Einzelgewerkschaften des dbb[Bearbeiten]

Einzelgewerkschaften bzw. Verbände gegliedert nach Bereichen:

Organisationen[Bearbeiten]

dbb Akademie

in Berlin und Königswinter

dbb Verlag

Fachverlag des dbb beamtenbund und tarifunion

Das Logo des dbb vorsorgewerks
dbb Vorsorgewerk

für Versicherungs- und Vorsorgeleistungen

Mitgliedschaften

Der dbb Beamtenbund und Tarifunion ist Mitglied von CESI, der „Confédération Européenne des Syndicats Indépendants“ (Europäische Union der unabhängigen Gewerkschaften) und im Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutscher Beamtenbund. Ursprung • Weg • Ziel. Zur 50. Wiederkehr des Gründungstages am 4. Dezember 1918, Bad Godesberg 1968.
  • Deutscher Beamtenbund – Werken und Wirken. Alfred Krause zum 50. Geburtstag, Regensburg 1972.
  • Andreas Peschel: Der „Bund Sächsischer Staatsbeamten“ – Die Entwicklung einer regionalen Interessenvertretung in der Weimarer Republik, in: Sächsische Heimatblätter 57/2011, Heft 2, S. 156–168.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. http://www.europaeische-bewegung.de/mitglieder/europa-profile-der-mitgliedsorganisationen/mitglieder-von-a-z/mitglieder-d/dbb-beamtenbund-und-tarifunion/