Deutscher Journalisten-Verband

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Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) – Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten e. V. ist die größte Journalisten-Organisation Europas mit Sitz in Berlin. Sie hat rund 38.000 Mitglieder. Bundesvorsitzender ist seit 2003 der Journalist Michael Konken, stellvertretende Bundesvorsitzende ist seit 2007 Ulrike Kaiser. Bundesgeschäftsführer ist der Jurist Kajo Döhring. Von 1989 bis 1998 war Hermann Meyn Vorsitzender des Verbandes.

Der DJV ist Mitglied der Internationalen Journalisten-Föderation (IJF).

Selbstdarstellung und Aktivitäten[Bearbeiten]

Der DJV bezeichnet sich selbst als Kombination von Gewerkschaft und Berufsverband. Er sieht sich gleichermaßen als Interessenvertretung fest angestellter und freiberuflich tätiger Journalisten aus allen Medienbereichen. Diese können durchaus auch in Pressestellen und PR-Agenturen tätig sein, so lange sie journalistisch arbeiten. Kriterium für die DJV-Mitgliedschaft ist die hauptberufliche journalistische Tätigkeit. Neben klassischen tariflichen Aufgaben engagiert sich der DJV auch in Sachen Presse- und Informationsfreiheit sowie für die Qualität journalistischer Aus- und Weiterbildung. Er meldet sich zu allen medienpolitischen Fragen, vor allem im Zusammenhang mit der Pressefreiheit, zu Wort. Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift journalist. 2006 stellte der DJV unter dem Slogan "Journalisten 21" eine Kampagne zu Zukunftsperspektiven des Journalismus in den Mittelpunkt seiner Arbeit. 2007 bildete die Situation der Pressefreiheit im In- und Ausland den Schwerpunkt der Arbeit. Der DJV ist Mitunterzeichner der gemeinsamen Erklärung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung gegen den Gesetzesentwurf über die Vorratsdatenspeicherung. Außerdem ist er Teil des Gesellschafterkreises der 1949 gegründeten Presse-Versorgung, einer Versorgungseinrichtung für Journalisten und Medienfachleute.

Unter wissenschaftlicher Begleitung des Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung und mit Unterstützung der Initiative Journalisten gegen Rassismus erarbeitete der DJV ein Konzept für eine „Sprachfibel der diskriminierenden und rassistischen Wörter“. Hier klärt er über die Hintergründe dieser Wörter auf. Das Projekt löste bei der rechten Wochenzeitung Junge Freiheit Kritik aus. Die Sprachfibel wurde von dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung nicht verwirklicht.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1949 in Berlin gegründet.

Am 24. November 1971 wurde die Charta von München verabschiedet. Sie nennt zehn journalistische Pflichten und fünf Rechte.

Der DJV hat seinen Sitz seit 2005 wieder in Berlin. Er hat die Mitgliederzahl entgegen dem allgemeinen Trend seit 1988 mehr als verdoppelt. In den letzten Jahren ist sie laut eigenen Angaben jedoch wieder gesunken.

Am 11. September 2007 meldete der Deutsche Journalisten-Verband Berlin (ein Landesverband des DJV)[1] wegen bilanzieller Überschuldung Insolvenz an. Ab September 2008 ist der Landesverband laut Insolvenzplan wieder saniert und handlungsfähig. Die DJV Berlin Sozialfonds GmbH hingegen konnte nicht saniert werden; sie musste aufgelöst werden.

Organisation[Bearbeiten]

Es gibt 17 Landesverbände, einen je Bundesland, sowie einen zusätzlichen Verband, der 2008 aus dem Brandenburger Journalisten-Verband und dem Verein Berliner Journalisten hervorging. Die Mitglieder des DJV können sich ehrenamtlich in ihren Bezirken und Landesverbänden, auch im Bundesverband engagieren. Dazu stehen ihnen zahlreiche Gremien zur Verfügung. Sie können Mitglied im jeweiligen Landesvorstand oder im siebenköpfigen Bundesvorstand werden. Als beratende Gremien der Vorstände stehen den Mitgliedern Fachausschüsse zur Mitarbeit offen. Sie sind nach Berufsgruppen bzw. Mediengattungen unterteilt und reichen von Tageszeitungen über freie Journalisten bis hin zum Rundfunk.

Der DJV ist unabhängig vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Dessen Journalistenorganisation ist die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Bayerischer Journalisten-Verband[Bearbeiten]

Der Landesverband besitzt nach eigenen Angaben rund 8500 Mitglieder.[2] Nach Art. 6 Abs. 3 Nr. 12 des Bayerisches Rundfunkgesetz entsendet der BJV ein Mitglied in den Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks;[3] aktuell (Mai 2014) ist das Wolfgang Stöckel.[4]

Leistungen[Bearbeiten]

Wie alle Berufsverbände ist der DJV Interessenvertretung seiner Mitglieder, unterstützt sie durch Informationen und Beratung und veranstaltet Tagungen, Kongresse und Stammtische. Er gewährt Rechtsschutz und bietet vergünstigte Versicherungen an. Berufsspezifische Leistungen sind die Ausstellung von Presseausweisen, das Abonnement der Zeitschrift journalist sowie eine Vermarktungsplattform für Bilder.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. www.djv-berlin.de
  2. www.bjv.de
  3. Bayerisches Rundfunkgesetz - BayRG
  4. Mitglieder des Rundfunkrats auf der Website des Bayerischen Rundfunks
  5. Vermarktungsplattform DJV-Bildportal.de