Deutscher Medienpreis

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Der Deutsche Medienpreis ist eine Auszeichnung, die seit 1992 jährlich von Media Control, einem Unternehmen für Marktstatistiken (Verkaufscharts), verliehen wird. Die Verleihung findet in Baden-Baden, dem Sitz des Unternehmens, vor rund 200 geladenen prominenten Gästen statt. Karlheinz Kögel stiftete den Medienpreis, um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu ehren. Eine Jury, bestehend aus Chefredakteuren führender Zeitungen und Zeitschriften, entscheidet über den Preisträger.

Der Preis selbst ist eine handgeformte, bemalte Keramikfigur auf einem blauen brasilianischen Marmorsockel. Der seit 1972 in Deutschland lebende Schweizer Künstler Roland Junker schuf die Skulptur, die jedes Jahr andere Farben erhält und von der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe gefertigt wird.

Liste der Preisträger und Laudatoren[Bearbeiten]

Jahr Preisträger Laudator
1992 Helmut Thoma Thomas Gottschalk
1993 Helmut Kohl Jens Feddersen
1994 François Mitterrand Helmut Kohl
1995 Yassir Arafat und postum Yitzhak Rabin Klaus Kinkel
1996 Boris Jelzin Helmut Kohl
1997 König Hussein von Jordanien Roman Herzog
1998 Nelson Mandela Jürgen Schrempp
1999 Bill Clinton Karlheinz Kögel
2000 Gerhard Schröder Frank Schirrmacher
2001 Rudolph Giuliani Thomas Middelhoff
2002 Königin Silvia von Schweden und Königin Rania von Jordanien Liz Mohn und Sabine Christiansen
2003 Kofi Annan Wolfgang Thierse
2004 Hillary Clinton Angela Merkel
2005 Bono Joschka Fischer
2006 König Juan Carlos Plácido Domingo
2007 Steffi Graf und Andre Agassi Dieter Zetsche und Thomas Middelhoff
2008 Dalai Lama Roland Koch
2009 Angela Merkel[1] Anna Netrebko[2]
2010 Sir Richard Branson[3] Guido Westerwelle[3]
2011 Sakena Yacoobi, Mitri Raheb, Stanislaw Petrow und Denis Mukwege[4] Roman Herzog[4]
2012 George Clooney[5] Ursula von der Leyen
2013 Königin Máxima der Niederlande[6] Daniela Schadt

Kritik[Bearbeiten]

Der Jurist und Publizist Wolfgang Lieb bemängelt,[1] dass Media Control sowie die Juroren nicht über die nötige Autorität verfügten, die dem Namen des Preises gerecht werde. Die Prämierung von hochrangigen deutschen Politikern wird als Manifestierung fehlender Distanz und demokratischer Kontrolle seitens Medien aufgefasst. Als wesentlicher Zweck der Preisverleihung sieht er die Eigenwerbung ihrer Teilnehmer an.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Lieb: Angela Merkel wird mit dem „Deutschen Medienpreis“ ausgezeichnet. Nachdenkseiten, 23. Januar 2010, abgerufen am 23. Januar 2010.
  2. dpa/EPD/fas: Kanzlerin Merkel erhält Deutschen Medienpreis. Die Welt, 7. Januar 2010, abgerufen am 22. Januar 2010.
  3. a b Deutscher Medienpreis 2010 für Sir Richard Branson. 1. Dezember 2010, abgerufen am 1. Dezember 2010.
  4. a b Deutscher Medienpreis 2011 für Dr. Sakena Yacoobi, Dr. Mitri Raheb, Stanislaw Petrow und Dr. Denis Mukwege. 13. Januar 2012, abgerufen am 13. Januar 2012.
  5. Deutscher Medienpreis 2012 für George Clooney. 14. Dezember 2012, abgerufen am 14. Dezember 2012.
  6. Deutscher Medienpreis 2013 für Königin Máxima. 19. Dezember 2013, abgerufen am 21. März 2014.