Deutscher Rugby-Verband
| Deutscher Rugby-Verband | ||
| Gründung | 4. November 1900 | |
| Präsident/in | Ralph Götz | |
| Generalsekretär | Volker Himmer | |
| Nationalmannschaften | Herren 15er-Nationalmannschaft, 7er-Nationalmannschaft, U18, U16 Frauen 7er-Nationalmannschaft |
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| Homepage | www.rugby.de | |
Der Deutsche Rugby-Verband e. V. (DRV) ist der Dachverband für die einzelnen deutschen Landesverbände und Vereine in den beiden Wettkampfformen XVer-Rugby und 7er-Rugby. Er wurde am 4. November 1900 in Kassel gegründet und hat heute seinen Sitz im Haus des Sports in Hannover. Seine ordentlichen Mitglieder sind die Landesverbände sowie die beigetretenen Rugby-Vereine.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Nach Deutschland gelangte Rugby durch den Nachwuchs wohlhabender Briten. So führte 1865 William Cail das Rugbyspiel in Stuttgart und Bad Cannstatt ein. Einige der jungen Männer besuchten im Deutschen Bund renommierte Privatgymnasien oder studierten in Heidelberg, andere versahen in der Residenzstadt Hannover ihren Militärdienst und spielten in ihrer Freizeit Rugby. Dieser Einfluss wirkt bis heute nach. Hannover und Heidelberg entwickelten sich zu den Hochburgen des Sports in Deutschland.
Der DRV wurde unter anderem von Ferdinand Wilhelm Fricke[1] am 4. November 1900 in Kassel gegründet und ist damit der älteste Nationalverband für Rugby auf dem Europäischen Festland.
Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurde der DRV gleichgeschaltet und als Fachamt dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen unterstellt.
Seine Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 14. Mai 1950.
Im Jahr 2010 und 2011 wurde der Verband fast zahlungsunfähig. Für das Jahr 2010 blieben Fördergelder des Bundesministerium des Inneren (BMI) in Höhe von 126.000 Euro aus. Denn das BMI sprach dem DRV die Förderungswürdigkeit ab, da der Verband nicht über genügend finanzielle Eigenmittel verfüge. So konnte ein finanzielles Minus in Höhe von 38.000 Euro in 2008 ein Jahr später nicht ausgeglichen werden. Das BMI hatte somit Sorge, dass der DRV die Fördergelder zum Schuldenabbau zweckentfremde.[2] Ende 2011 kam die erlösende Nachricht. Das BMI erachtet den Verband wieder als förderwürdig.[3]
2012 fand eine umfangreiche Ligareform statt. Im Rahmen dieser Reform wurde die 1. und 2. Bundesliga in Regionale Bundesliga aufgeteilt. So gibt es seit der Saison 2012/2013 jeweils für Nord/Ost/Süd/West unterschiedliche Erst- und Zweitligen. Viele ehemalige Regionalligisten stiegen damit auf dem "Grünen Tisch" in die Bundesliga auf. Zusätzlich wurde die Meisterrunde, der DRV-Pokal und der Ligapokal eingeführt, der den Auf- und Abstieg regelt.[4] Bereits Acht Monate nach der Umsetzung der ersten Phase der Ligareform kam Kritiken auf, die zum Teil die Rückkehr zum alten System forderten. Damit wird eine Debatte angefacht, die zu einer regen Diskussion auf dem Deutschen Ruby-Tag 2013 führen wird.[5]
[Bearbeiten] Wettbewerbe
[Bearbeiten] Nationale Wettbewerbe
Nationale Wettbewerbe im Rahmen der 1. und 2. Bundesliga
Folgende Nationale Wettbewerbe werden seit der Saison 2012/2013 unter dem Dach des DRV ausgetragen:
- Meisterschaft: Teilnahmeberechtigt sind die besten 16 Erstligisten
- DRV-Pokal: Teilnahmeberechtigt sind die schwächsten 8 Erstligisten und die besten 8 Zweitligisten
- Ligapokal: Teilnahmeberechtigt sind die 16 schwächsten Zweitligisten
Diese Wettbewerbe regeln auch den Auf- und Abstieg. Mannschaften in der Meisterrunde verbleiben in der 1. Bundesliga und können nicht mehr absteigen. Teilnehmer im DRV-Pokal können in die 1. Liga aufsteigen oder in die 2. Liga absteigen. Mannschaften des Ligapokals können in der 2. Liga verbleiben oder in die 3. Liga absteigen.
Landesverbandsmeisterschaft
Im Jahr 2013 werden erstmals seit Jahren wieder Landesverbandsmeisterschaften ausgetragen. Zu diesem Turnier im olympischen 7er-Rugby messen sich die verschiedenen Landesverbände des Deutschen Rugby-Verbandes.
[Bearbeiten] Internationale Wettbewerbe
Olympische Spiele
Bereits an den II. Olympischen Spielen, die im Jahr 1900 zusammen mit der Weltausstellung in Paris stattfanden, nahm „Deutschland“ teil. Anstelle einer Nationalmannschaft, die es noch nicht gab, spielte der SC Frankfurt 1880 für das Kaiserreich.
Rugby-Union Weltmeisterschaft
Im November 1988 wurde der DRV als 38. von inzwischen 95 Nationalverbänden in den International Rugby Board aufgenommen, so dass Deutschland 1989 an der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft (für 1991) teilnehmen konnte, allerdings konnte sich die Mannschaft noch nie qualifizieren.
[Bearbeiten] Organisation und Struktur
DRV-Präsidenten

Der deutsche Rugby-Verband besteht aus 13 Landesverbänden, 108 Vereinen und 12.936 Mitgliedern (Stand: 14. Juli 2012). Höchstes Gremium ist der Deutsche Rugby-Tag, der mindestens einmal jährlich zusammentritt. Dabei entsenden nicht nur die Landesverbände sondern auch die Vereine Delegierte. Die Hauptaufgaben des Deutschen Rugby-Tages liegen bei der Wahl des Präsidiums und der Beratung der Anträge.
[Bearbeiten] Mitglieder
Mitglieder des DRV sind die 13 Landesverbände und verschiedene Vereine in Deutschland.[6] Anders als in anderen Sportarten sind die regionalen Vereine nicht automatisch über ihren Landesverband Mitglied im DRV. So kann es vorkommen, dass ein Verein Mitglied im DRV und eines Landesverbandes ist. Im Rahmen einer Strukturkommission, die auf dem DRT 2012 beschlossen wurde, soll u.a. diese Doppelmitgliedschaft überdacht werden.[7]
[Bearbeiten] Mitgliederzahlen
- 2005: 8.743 Mitglieder
- 2006: 9.396 Mitglieder
- 2007: 9.693 Mitglieder
- 2008: 10.200 Mitglieder
- 2009: 11.084 Mitglieder
- 2010: 11.656 Mitglieder
- 2011: 12.227 Mitglieder
- 2012: 12.936 Mitglieder (Stand: 14. Juli 2012)
[Bearbeiten] Landesverbände
Im deutschen Rugby-Verband existieren derzeit 13 Landesverbände:
- Rugby-Verband Baden-Württemberg
- Rugby-Verband Bayern
- Berliner Rugby-Verband
- Rugby-Verband Brandenburg
- Rugby-Verband Bremen
- Hamburger Rugby-Verband
- Rugby-Verband Hessen
- Rugby-Verband Niedersachsen
- Rugby-Verband Nordrhein-Westfalen
- Rugby-Verband Rheinland-Pfalz
- Rugby-Verband Sachsen
- Rugby-Verband Sachsen-Anhalt
- Rugby-Verband Thüringen
Vereine in Gebieten wo es keinen Landesverband gibt, sind meist Mitglied im Nachbarverband.
[Bearbeiten] Unterorganisationen
Weiterhin gibt es folgende Unterorganisationen:
- Deutsche Rugby-Jugend (DRJ, seit 1967): Verantwortlich für die Jugend und das Schulrugby sowie die U16/U18 Nationalmannschaften.
- Schiedsrichtervereinigung (SDRV, seit 1996): Verantwortlich für das Schiedsrichterwesen im Verband.
- Deutsche Rugby Frauen (DRF, seit 2003): Verantwortlich für Frauen- und Mädchen Rugby und die Frauen Nationalmannschaften.
[Bearbeiten] Gremien bzw. Ausschüsse des DRV
- Schulrugby-Kommission
- Spielbetrieb
- Schiedsgericht
- Sportgericht
- Anti-Doping-Ausschuss
- Erich-Kraft-Stiftung
[Bearbeiten] Präsidenten des DRV
- 1900–1901: Ferdinand Wilhelm Fricke (DSV von 1878 Hannover)
- 1902–1903: Edward Hill Ullrich (Heidelberger RK)
- 1904–1905: Ferdinand Wilhelm Fricke (DSV von 1878 Hannover)
- 1906–1907: Edward Hill Ullrich (Heidelberger RK)
- 1908–1909: Hermann Behlert (SC Elite Hannover)
- 1909–1913: Robert Müller (SC Merkur Hannover)
- 1913–1920: Ottomar Baron von Reden-Pattensen (DSV von 1878 Hannover)
- 1920–1923: Albert Wolters (DSV von 1878 Hannover)
- 1923–1924: Paul Simon (TV 1860 Frankfurt)
- 1924–1925: Theodor Freud (BFC Preusse)
- 1925–1927: Fritz Müller (SC 1880 Frankfurt)
- 1927–1931: Ottomar Baron von Reden-Pattensen (DSV von 1878 Hannover)
- 1931–1947: Hermann Meister (RG Heidelberg)
- 1947–1949: Paul Schrader (SV Odin Hannover)
- 1949–1951: Willi Abel (FV 1897 Linden)
- 1951–1956: Fritz Bösche (TSV Victoria Linden)
- 1956–1974: Heinz Reinhold (SV 1908 Ricklingen)
- 1974–1985: Hans Baumgärtner (SC Neuenheim 02)
- 1985–1991: Willi Eckert (NTV 09 Hannover)
- 1991–1996: Theodor Frucht (TSV Victoria Linden)
- 1996–2004: Ian R. Rawcliffe (BSC 99 Offenbach)
- 2004–2005: Bernd Leifheit (SV 1908 Ricklingen)
- 2005–2011: Claus-Peter Bach (SC Neuenheim 02)
- seit 2011: Ralph Götz
[Bearbeiten] Mitgliedschaften
Der DRV ist Mitglied:
- International Rugby Board seit 1988
- Gründungsmitglied der Fédération Internationale de Rugby Amateur Association Européenne de Rugby (FIRA-AER) (1934)
- Deutschen Olympischen Sportbund
[Bearbeiten] Siehe auch
- Rugby in Deutschland
- Deutsche Rugby-Union-Nationalmannschaft
- International Rugby Board (IRB)
- Fédération Internationale de Rugby Amateur Association Européenne de Rugby (FIRA-AER)
[Bearbeiten] Weblinks
- www.rugby.de - Offizielle Webseite Deutscher Rugby-Verband
- www.facebook.com/rugby.de - Offizielle Facebook-Seite des DRV
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Wolf-Dieter Mechler: Ein Schuss - ein Tor. Hannover-96-Bilder aus den frühen Jahren , reich illustriertes Begleitheft zur Ausstellung vom 16. Mai bis 28. August 2012, eine Ausstellung des Historischen Museums Hannover, Hannover: Historisches Museum Hannover, 2012, S. 4
- ↑ DRV droht die Pleite. totalrugby.de. Abgerufen am 20. November 2012.
- ↑ Deutscher Rugby-Verband wendet Insolvenz ab wird wieder gefördert. op-online.de. Abgerufen am 20. November 2012.
- ↑ Ligareform kommt. totalrugby.de Abgerufen am 20. November 2012.
- ↑ RKH verteidigt die Ligareform. op-online.de Abgerufen am 23. April 2013.
- ↑ Die Vereine des DRV. rugby.de. Abgerufen am 15. November 2012.
- ↑ Bericht über die Strukturkommission. totalrugby.de. Abgerufen am 15. November 2012.
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