Deutscher Soldatenfriedhof Vladslo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Trauerndes Elternpaar von Käthe Kollwitz

Der deutsche Soldatenfriedhof Vladslo ist mit fast 25.644 Gräbern ein Ehrenfriedhof in Vladslo, Belgien. Er ist eine Ruhestätte für deutsche Soldaten des Ersten Weltkriegs. Der Friedhof wurde anfänglich 1917 von der deutschen Truppe angelegt. Nach Kriegsende waren hier erst 3.233 Gefallene bestattet. 1954 vereinbarte man, die zahlreichen, bedingt durch den Kriegsverlauf verstreuten kleinen deutschen Soldatenfriedhöfe zusammenzulegen. Entsprechend wurden zwischen 1956 und 1958 die deutschen Gefallenen auf den noch bestehenden 128 Friedhöfen auf nunmehr vier deutsche Soldatenfriedhöfe in Flandern zusammengeführt: Langemark, Menen, Hooglede und Vladslo.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die parkartige Anlage liegt an der Straße Diksmuide-Beerst-Torhout etwa fünf Kilometer ostwärts Beerst. Man betritt die Ruhestätte durch einen kleinen Eingangsbau. Von dort blickt man auf die Figurengruppe „Trauerndes Elternpaar“ von Käthe Kollwitz. Die Figuren tragen die Gesichtszüge von ihr und ihrem Mann. Die Augen der männlichen Figur sind auf das Grab des Sohnes gerichtet. Die Künstlerin hat die Skulptur zum Gedenken an ihren Sohn Peter geschaffen. Die beiden Kalksteinfiguren wurden 1932 in Anwesenheit der Künstlerin zunächst auf dem Gräberfeld bei Esen aufgestellt. 1958, als die toten Soldaten umgebettet wurden, verbrachte man sie zur Kriegsgräberstätte Vladslo. Das Kunstwerk gehört zu den bekanntesten Friedhofskunstwerken und zieht bis heute (2009) jährlich etwa 50.000 Besucher an.

Das Grabfeld selbst ist mit Rasen bewachsen und wirkt mit seinem hohen Baumbestand wie eine weitläufige Parkanlage. Die strenge Geometrie der in Reihe liegenden Grabsteine aus belgischem Granit wird von einer zuweilen in die Fläche gestreuten Gruppe aus Sandsteinkreuzen aufgelöst.

2007 wurden die Geschwister André, Gerard (85 Jahre) und Maria Museeuw geehrt, die fünfzig Jahre lang den Friedhof pflegten, öffneten und schlossen.[1] Das Lied „Vladslo“ des flämischen Sängers Willem Vermandere bezieht sich auf diesen Friedhof.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Bernhard Sendker: Auf Flanderns Feldern gefallen. Deutsche und ihr Verhältnis zum Ersten Weltkrieg. 2. völlig überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Der Andere Verlag, Tönningen 2005, ISBN 3-89959-366-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutscher Soldatenfriedhof Vladslo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maurice Bonkat, Dorothee Reining: Der Schlüssel zum Friedhof. 50 Jahre Kriegsgräberstätte Vladslo. In: Stimme & Weg. Arbeit für den Frieden. 1, 2008, S. 8–9, online (PDF; 2,68 MB).

51.072.9277777777778Koordinaten: 51° 4′ 12″ N, 2° 55′ 40″ O