Deutscher Sparkassen- und Giroverband

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Deutscher Sparkassen- und Giroverband
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1924
Ort Bonn
Präsident Georg Fahrenschon
Vorstand Georg Fahrenschon
Karl-Peter Schackmann-Fallis
Ludger Gooßens
Mitglieder 23
Website www.dsgv.de[1]

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV) ist der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe mit Sitz in Bonn. Mitglieder sind die regionalen Sparkassen- und Giroverbände und die Landesbanken. Daneben existiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ö.K. (öffentliche Körperschaft), in dem nur die regionalen Sparkassenverbände Mitglieder sind.

Verbandsdaten[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2012

Der Verband repräsentiert die Sparkassen-Finanzgruppe, die aus rund 600 Unternehmen besteht, darunter 422 Sparkassen mit 15.295 Geschäftsstellen und 244.862 Mitarbeitern (Stand: 31. Dezember 2012). Insgesamt arbeiten in der Sparkassen-Finanzgruppe 354.500 Menschen. Sie hat zusammen ein Geschäftsvolumen von 3.060 Mrd. € und unterhält 15.295 Geschäftsstellen. Das macht die Sparkassen-Finanzgruppe zur größten kreditwirtschaftlichen Gruppe Europas (Stand: 31. Dezember 2012).

Sitz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in der Charlottenstraße 47, Ecke Behrenstraße in Berlin-Mitte

Der Verband entstand 1924 aus der Fusion des Deutschen Sparkassenverbandes und des Deutschen Zentral-Giroverbands. Anfang der 1970er Jahre bezog er ein neuerrichtetes Verwaltungsgebäude in Bonn, das Anfang der 1990er-Jahre erweitert wurde. 1999 zog der Verband von Bonn nach Berlin um. In Bonn blieben die zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe: die Deutsche Sparkassenakademie, die Wissenschaftsförderung, die Eberle-Butschkau-Stiftung sowie die eigene, staatlich anerkannte Hochschule und der registrierte Hauptsitz. In der Nähe Berlins ist der DSGV seit 1997 Eigentümer des Schlosses Neuhardenberg.

Der Verband ist Herausgeber der Sparkassenzeitung, die im Deutschen Sparkassenverlag erscheint. Der Österreichische Sparkassenverband ist außerordentliches Mitglied des DSGV, umgekehrt ist der DSGV außerordentliches Mitglied beim Österreichischen Sparkassenverband. Der DSGV vertritt die deutsche Sparkassen-Finanzgruppe in internationalen Sparkassengremien, wie der Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV) und dem Weltinstitut der Sparkassen (WIS) in Brüssel.

Präsidenten[Bearbeiten]

Verbandspräsidenten waren oder sind:

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Die staatlich anerkannte Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe bietet die Möglichkeit eines Bachelor- und MBA-Studiums. Das Studium richtet sich an Nachwuchskräfte der Finanzwirtschaft.
  • Die Management-Akademie ist die zentrale Weiterbildungsstätte der Sparkassen-Finanzgruppe und übernimmt verbandspolitische Aufgaben im Bereich Personalwirtschaft und Personalentwicklung.
  • Die Wissenschaftsförderung initiiert und vertieft den Dialog zwischen der Wissenschaft und der Sparkassen-Finanzgruppe. Dabei unterstützt sie die Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Geld-, Bank- und Börsenwesens sowie der Sparkassengeschichte und fördert dabei den Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Praxis.
  • Sparkassen Rating und Risikosystem GmbH: Die Aufgabe liegen in der Pflege und Weiterentwicklung von vorhandenen Verfahren und Software-Tools für die Bereiche Rating und Adressrisikomanagement.
  • Der EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe bietet für kleinen und mittleren Unternehmen Informationen und Beratung über den Europäischen Binnenmarkt, dessen wirtschaftliche, rechtliche und soziale Auswirkungen sowie seine künftige Erweiterung – in allen Fragen, die für Unternehmen interessant sind. Der EuropaService ist eine Einrichtung für Kunden und Institute der Sparkassen-Finanzgruppe. Er kooperiert mit der EU-Kommission und deren „Enterprise Europe Network“ aus 500 Einrichtungen in 40 Ländern.
  • Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e. V.: Die Sparkassenstiftung konzentriert sich hauptsächlich auf sechs Projekttypen:
    • Entwicklung von Retailbanken, z.B. im Bereich Risikomanagement.
    • Kreditlinien für KMU ("Down-scaling"), z.B. German-Azerbaijanian Fund in Aserbaidschan.
    • Mikrofinanz, z.B. Transformation von unregulierten Mikrofinanzinstitutionen in formelle (Mikrofinanz-)Banken.
    • Personalentwicklung und Training, z.B. Gründung von Bankakademien, die Entwicklung von Curricula und Trainingskursen und die Organisation von Seminaren und Konferenzen (Bankenplanspiele).
    • Finanzsektorentwicklung, z.B. Beratung von Mikrofinanzverbänden und Zentralbanken.
    • Finanzielle Grundbildung und Sparmobilisierung, z.B. Einführung des Weltspartages und begleitender Aktionen.
  • Beratungsdienst Geld und Haushalt: Beratungsportal der Sparkassen-Finanzgruppe für alltägliche Lösungen der Kunden, wie z.B. Finanzen und Kind(er).
  • Sparkassen-Finanzportal: Das Unternehmen ist der Internet-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe und unterstützt die Sparkassen im Medialen Vertrieb mit Lösungen aus einer Hand.

Sparkassen-Finanzgruppe[Bearbeiten]

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2008

Regionale Sparkassen- und Giroverbände[Bearbeiten]

Landesbanken[Bearbeiten]

8 Landesbanken (ohne DekaBank Deutsche Girozentrale); Mitarbeiter ca. 54.000 (Stand: 25. Januar 2014).

Landesbausparkassen[Bearbeiten]

10 Landesbausparkassen(LBS), Mitarbeiter ca. 8.700 (Stand: 31. Dezember 2008).

Sparkassen[Bearbeiten]

417 Sparkassen mit ca. 245.000 Mitarbeitern (Stand: Ende 2012)[2]

Öffentliche regionale Erstversicherer[Bearbeiten]

12 Institute, Mitarbeiter ca. 30.000 (Stand: 31. Dezember 2008).

DekaBank Deutsche Girozentrale[Bearbeiten]

Sparkassen Broker[Bearbeiten]

  • Sparkassen Broker (S Broker AG & Co. KG), Zentraler Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe

Deutsche Leasing Gruppe[Bearbeiten]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Beispiele für bisherige und laufende Projekte:

Der Verein ist offizieller Förderer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.[3] Im Schloss Neuhardenberg hat der Verband ein Zentrum für Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaftsethik eingerichtet. Der Verein war Hauptsponsor der RUHR.2010 und ergänzt das Kulturprogramm durch die "Ruhrblicke". Der Verein war Hauptsponsor der dOCUMENTA (13).[4] Villa Massimo zu Gast in Berlin: Am 19. Februar 2009 präsentierte die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo für einen Abend die Arbeiten ihrer Stipendiaten des Jahres 2008 im Berliner Martin-Gropius-Bau. Der Sparkassen-Kulturfonds ist für die Institute und Stiftungen der Sparkassen-Finanzgruppe ein Partner bei der Kulturförderung. Der Verein finanzierte im Jahre 2011 504 Mio. € für „gesellschaftliche Belange“[5]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Der Verein ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung.

Geschichte[Bearbeiten]

1884 erfolgte die Gründung des Verbandes. Den bis dahin nur lokal und regional tätigen Sparkasseninstituten eröffnete sich damit die Möglichkeit, geschlossen aufzutreten und ihren politischen Einfluss deutlich zu erhöhen. Die Strukturen und Geschäftsfelder der Sparkassen veränderten sich 1909 sehr rasch. Dank der Initiative Johann Christian Eberles setzte sich der bargeldlose Zahlungsverkehr bei den Sparkassen durch. Es begannen regionale Giroverbände zu entstehen. Um die Arbeit der regionalen Giroverbände zu koordinieren und für einen Liquiditätsausgleich zu sorgen, wurde 1916 der Deutsche Zentral-Giroverband gegründet. Aus der Verschmelzung des Deutschen Sparkassenverbandes und des Deutschen Zentral-Giroverbandes ging 1924 der Deutscher Sparkassen- und Giroverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts (DSGV ö.K.) hervor. In den DSGV integriert wurde auch der Deutsche Verband der kommunalen Banken.

Von 1920 1930 trug der DSGV dazu bei, dass sich bei den Sparkassen, aber auch in der gesamten Kreditwirtschaft, einheitliche Geschäftsgrundlagen beispielsweise im Giroverkehr durchsetzten. Die Organisation unterstützte die Sparkassen beim weiteren Ausbau ihrer Geschäftsfelder, vor allem im Wertpapier- und Depositengeschäft. Der DSGV wurde in der Zeit des Nationalsozialismus organisatorisch und personell gleichgeschaltet und als "Wirtschaftsgruppe Sparkassen" innerhalb der "Reichsgruppe Banken" dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. DSGV-Präsident Ernst Kleiner (1924-1935) musste sein Amt an Johannes Heintze (1935-1945) übergeben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und Deutsche Teilung übernahm der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV e.V.) in der Bundesrepublik Deutschland als Nachfolger der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sparkassen- und Giroverbände und Girozentralen (1947-1953) die Funktionen des Vorkriegsverbandes. Der DSGV ö.K. blieb erhalten und fungiert heute im Wesentlichen als Träger zentraler Sparkasseneinrichtungen. Unter seinem Präsidenten Fritz Butschkau stellte die Organisation in der Zeit des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland (*1953-67) die Themen Geldwertstabilität und Inflationsbekämpfung in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Ende der 1950er Jahre verschärfte sich der Wettbewerb in der deutschen Kreditwirtschaft. Hier verteidigte der DSGV die Position der Sparkassen-Finanzgruppe, deren Institute sich immer mehr zu Universalbanken entwickelten. In der Zeit von 1967 bis 1972 charakterisierte diesen Prozess der Professionalisierung und Universalisierung der DSGV-Präsident Ludwig Poullain Ende der 1960er Jahre mit dem Ausspruch: „Opas Sparkasse ist tot“. Der Ausbau der Geschäftstätigkeit, die fortschreitende Technisierung, die Europäisierung und Globalisierung waren wichtige Arbeitsthemen in den darauf folgenden Jahrzehnten.

Noch in der Umbruchzeit 1989/90 knüpfte der Verband unter seinem Präsidenten Helmut Geiger Kontakte zur Sparkassenorganisation der DDR. Es konnte eine gesamtdeutsche Sparkassen-Finanzgruppe aufgestellt werden. Auf den Sparkassentagen von 1995 ("Verantwortung in Gesellschaft und Region") und 1998 ("Zukunft Europa – Standort: hier") unterstrich Verbandspräsident Horst Köhler die Zukunftsfähigkeit der Sparkassen-Finanzgruppe im Wettbewerb und hob die regionale Verantwortung sowie die Positionierung der Sparkassen in Europa hervor. 1998 wurde Dietrich H. Hoppenstedt zum Verbandspräsidenten gewählt.

Der Verein ist seit 1999 wieder in Berlin ansässig. Unter seiner Beteiligung kam 2001 eine Verständigung mit der EU-Kommission über die Änderung der Haftungsgrundlagen für Sparkassen und Landesbanken zustande. Auf ihrer Basis entfiel 2005 die Gewährträgerhaftung für neue Verbindlichkeiten der Institute und die Anstaltslast wurde ersetzt. Auf dem Sparkassentag 2004 in Frankfurt am Main verabschiedete der Vorstand die Erklärung "Gut für Deutschland". Regionalprinzip, kommunale Trägerschaft und öffentliche Rechtsform sollen unverändert die Grundstatik der Sparkassen bilden. 2009 beging die Organisation das 125-jähriges Gründungsjubiläum.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verband 1043 der "Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern". 4,6 MB, PDF
  2. Übersicht auf www.dsgv.de. Abgerufen am 25. Januar 2014.
  3. http://www.sparkasse.de/s_finanzgruppe/kulturfoerderung/kunstsammlungen-dresden.html
  4. http://www.dsgv.de/de/gesellschaftliches-engagement/kunst-und-kultur/documenta_13.html
  5. http://www.dsgv.de/de/nachhaltigkeit/ueber-gut/index.html