Deutscher Sparkassen- und Giroverband

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Deutscher Sparkassen- und Giroverband
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Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1924
Ort Berlin, Bonn
Präsident Georg Fahrenschon
Vorstand Georg Fahrenschon
Karl-Peter Schackmann-Fallis
Ludger Gooßens
Mitglieder 23
Website www.dsgv.de[1]

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV) ist der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe mit Sitzen in Berlin und Bonn. Mitglieder sind die regionalen Sparkassen- und Giroverbände und die Landesbanken. Daneben existiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ö. K. (öffentliche Körperschaft), in dem nur die regionalen Sparkassenverbände Mitglieder sind. Aktueller Verbandspräsident ist Georg Fahrenschon.

Verbandsdaten[Bearbeiten]

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) repräsentiert die Sparkassen-Finanzgruppe, die aus rund 590 Unternehmen besteht, darunter 417 Sparkassen mit 15.095 Geschäftsstellen und 244.038 Mitarbeitern (Stand: 19. Juni 2014). Insgesamt arbeiten in der Sparkassen-Finanzgruppe 349.500 Menschen. Sie hat zusammen ein Geschäftsvolumen von 2.880 Mrd. €. Das macht die Sparkassen-Finanzgruppe zur größten kreditwirtschaftlichen Gruppe Europas (Stand: 31. Dezember 2013).[2]

Sitz des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in der Charlottenstraße 47, Ecke Behrenstraße in Berlin-Mitte

Der Verband entstand 1924 aus der Fusion des Deutschen Sparkassenverbandes und des Deutschen Zentral-Giroverbands. Anfang der 1970er Jahre bezog er ein neuerrichtetes Verwaltungsgebäude in Bonn, das Anfang der 1990er-Jahre erweitert wurde. 1999 zog der Verband von Bonn nach Berlin um. In Bonn blieben die zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe: die Deutsche Sparkassenakademie, die Wissenschaftsförderung, die Eberle-Butschkau-Stiftung sowie die eigene, staatlich anerkannte Hochschule und der registrierte Hauptsitz. In der Nähe Berlins ist der DSGV seit 1997 Eigentümer von Schlosses Neuhardenberg.

Ziel des DSGV ist die Vertretung der Interessen der Sparkassen-Finanzgruppe und die Organisation der Willensbildung innerhalb dieser Gruppe. Zudem wird die strategische Ausrichtung, in Form von Konzepten zu markt- und betriebsstrategischen Themen, erarbeitet.

Der Verband ist Herausgeber der Sparkassenzeitung, die im Deutschen Sparkassenverlag erscheint und Inhaber der Rechte an der Marke, dem Logo und der Farbe der Sparkasse.[3]

Der Österreichische Sparkassenverband und der Verband Schweizerischer Kantonalbanken sind außerordentliche Mitglieder des DSGV, umgekehrt ist der DSGV auch ein außerordentliches Mitglied bei den beiden Verbänden in Österreich und der Schweiz. Zudem vertritt der DSGV die deutsche Sparkassen-Finanzgruppe in internationalen Sparkassengremien, wie der Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV) und dem Weltinstitut der Sparkassen (WIS) in Brüssel.

Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands[Bearbeiten]

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Die staatlich anerkannte Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe bietet die Möglichkeit eines Bachelor- und MBA-Studiums. Das Studium richtet sich an Nachwuchskräfte der Finanzwirtschaft.
  • Die Management-Akademie ist die zentrale Weiterbildungsstätte der Sparkassen-Finanzgruppe und übernimmt verbandspolitische Aufgaben im Bereich Personalwirtschaft und Personalentwicklung.
  • Die Wissenschaftsförderung initiiert und vertieft den Dialog zwischen der Wissenschaft und der Sparkassen-Finanzgruppe. Dabei unterstützt sie die Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Geld-, Bank- und Börsenwesens sowie der Sparkassengeschichte und fördert dabei den Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Praxis.
  • Sparkassen Rating und Risikosystem GmbH: Die Aufgabe liegen in der Pflege und Weiterentwicklung von vorhandenen Verfahren und Software-Tools für die Bereiche Rating und Adressrisikomanagement.
  • Der Europaservice der Sparkassen-Finanzgruppe bietet für kleinen und mittleren Unternehmen Informationen und Beratung über den Europäischen Binnenmarkt, dessen wirtschaftliche, rechtliche und soziale Auswirkungen sowie seine künftige Erweiterung – in allen Fragen, die für Unternehmen interessant sind. Der EuropaService ist eine Einrichtung für Kunden und Institute der Sparkassen-Finanzgruppe. Er kooperiert mit der EU-Kommission und deren „Enterprise Europe Network“ aus 500 Einrichtungen in 40 Ländern.
  • Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e. V.: Die Sparkassenstiftung konzentriert sich hauptsächlich auf sechs Projekttypen:
    • Entwicklung von Retailbanken, z. B. im Bereich Risikomanagement.
    • Kreditlinien für KMU ("Down-scaling"), z. B. German-Azerbaijanian Fund in Aserbaidschan.
    • Mikrofinanz, z. B. Transformation von unregulierten Mikrofinanzinstitutionen in formelle (Mikrofinanz-)Banken.
    • Personalentwicklung und Training, z. B. Gründung von Bankakademien, die Entwicklung von Curricula und Trainingskursen und die Organisation von Seminaren und Konferenzen (Bankenplanspiele).
    • Finanzsektorentwicklung, z. B. Beratung von Mikrofinanzverbänden und Zentralbanken.
    • Finanzielle Grundbildung und Sparmobilisierung, z. B. Einführung des Weltspartages und begleitender Aktionen.
  • Beratungsdienst Geld und Haushalt: Beratungsportal der Sparkassen-Finanzgruppe für alltägliche Lösungen der Kunden, wie z. B. Finanzen und Kind(er).
  • Sparkassen-Finanzportal: Das Unternehmen ist der Internet-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe und unterstützt die Sparkassen im Medialen Vertrieb mit Lösungen aus einer Hand.
  • Stiftung Schloss Neuhardenberg
  • Schlichtungsstelle

Sparkassen-Finanzgruppe[Bearbeiten]

Die Sparkassen-Finanzgruppe besteht aus mehreren Regionalverbänden, Verbundpartnern und Servicegesellschaften.

Regionale Sparkassen- und Giroverbände[Bearbeiten]

Regionale Sparkassen- und Giroverbände in Deutschland
  1. Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW, Sitz: Stuttgart)
  2. Sparkassenverband Bayern (SVB, Sitz: München)
  3. Sparkassenverband Berlin (SV Berlin, Sitz: Berlin)
  4. Hanseatischer Sparkassen- und Giroverband (HSGV, Sitz: Hamburg)
  5. Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (SGVHT, Sitz: Frankfurt am Main)
  6. Sparkassenverband Niedersachsen (SVN, Sitz: Hannover)
  7. Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV, Sitz: Berlin)
  8. Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (RSGV, Sitz: Düsseldorf)
  9. Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP, Sitz: Mainz)
  10. Sparkassenverband Saar (SV Saar, Sitz: Saarbrücken)
  11. Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL, Sitz: Münster)
  12. Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (SGVSH, Sitz: Kiel)

Insgesamt gibt es 12 Regionalverbände in der Sparkassen-Finanzgruppe. Gemeinsam haben sie 2.902 Mitarbeiter.

Landesbanken[Bearbeiten]

8 Landesbanken (ohne DekaBank Deutsche Girozentrale); Mitarbeiter (In- und Ausland) ca. 41.052 (Stand: 31. Dezember 2013).

Landesbausparkassen[Bearbeiten]

9 Landesbausparkassen(LBS), Mitarbeiter ca. 8.700 (Stand: 6. August 2014).

  1. LBS Landesbausparkasse Baden-Württemberg (LBS BW)
  2. LBS Bayerische Landesbausparkasse (LBS Bayern)
  3. Landesbausparkasse Hessen-Thüringen (LBS He.-Thü.)
  4. LBS Norddeutsche Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord)
  5. LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG (LBS Ost)
  6. LBS Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz (LBS R.-Pf.)
  7. LBS Landesbausparkasse Saar (LBS Saar)
  8. LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG (LBS SHH)
  9. LBS Westdeutsche Landesbausparkasse (LBS West inkl. die ehemalige LBS Bremen [4])

Sparkassen[Bearbeiten]

417 Sparkassen mit ca. 244.038 Mitarbeitern (Stand: Juni 2014) [5]

Öffentliche regionale Erstversicherer[Bearbeiten]

11 Institute, Mitarbeiter ca. 28.300 (Stand: 31. Dezember 2013).

DekaBank Deutsche Girozentrale[Bearbeiten]

  • DekaBank Deutsche Girozentrale, Zentraler Asset Manager der Sparkassen-Finanzgruppe, 10 Geschäftsstellen und Gesellschaften, 4.035 Mitarbeiter, 1.011 Fonds / Fondsvermögen 182 Mrd. Euro (Stand 31. Dezember 2013)

Sparkassen Broker[Bearbeiten]

  • Sparkassen Broker (S Broker AG & Co. KG), Zentraler Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe

Deutsche Leasing Gruppe[Bearbeiten]

Finanz Informatik[Bearbeiten]

DSV-Gruppe (Deutscher Sparkassenverlag)[Bearbeiten]

  • DSV-Gruppe, 9 Gesellschaften, 16 Standorte, ca. 1.800 Mitarbeiter (Stand: 31. Dezember 2013)

Gesellschaftliches Engagement der Sparkassen-Finanzgruppe und des DSGV[Bearbeiten]

Wie die Sparkassen-Institute engagiert sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband bei zahlreichen Projekten. Unter dem Motto „Gut für Deutschland“ tragen der Verband und seine Mitgliedssparkassen dazu bei die „ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundlagen zu erhalten[6]“. Im Fokus der Förderung steht das Geschäftsgebiet der jeweiligen Sparkasse. Gefördert werden Vereine aus Kunst, Sport und Kultur, Umwelt- und Sozialprojekte sowie Einrichtungen zur akademischen und wirtschaftlichen Weiterbildung, wie z. B. der Finanzberatungsdienst „Geld und Haushalt“ oder das Planspiel Börse. Des Weiteren gibt es in der Sparkassen-Finanzgruppe zahlreiche Stiftungen, die bestimmte Projekte fördern.

Beispiele für bisherige und laufende Projekte:

Der Verein ist offizieller Förderer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.[7] Im Schloss Neuhardenberg hat der Verband ein Zentrum für Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaftsethik eingerichtet. Der Verein war Hauptsponsor der RUHR.2010 und ergänzt das Kulturprogramm durch die "Ruhrblicke". Der Verein war Hauptsponsor der dOCUMENTA (13).[8] Villa Massimo zu Gast in Berlin: Am 19. Februar 2009 präsentierte die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo für einen Abend die Arbeiten ihrer Stipendiaten des Jahres 2008 im Berliner Martin-Gropius-Bau. Der Sparkassen-Kulturfonds ist für die Institute und Stiftungen der Sparkassen-Finanzgruppe ein Partner bei der Kulturförderung. Der Verein finanzierte im Jahre 2011 504 Mio. € für „gesellschaftliche Belange“[9]

Olympia Partner Deutschland[Bearbeiten]

Als „Olympia Partner Deutschland“ unterstützt die Sparkassen-Finanzgruppe seit 2008 die deutsche Olympiamannschaft. Seit 2012 werden auch die paralympischen Mannschaften unterstützt. Im Fokus stehen auch die Nachwuchsförderung von jungen Sportlern und der Breitsport. Mit rund 90 Millionen Euro ist die Sparkassen-Finanzgruppe der größte nicht-staatliche Sportförderer in Deutschland.[10]

Bericht an die Gesellschaft[Bearbeiten]

Im Juli 2014 hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband den ersten Bericht an die Gesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe angekündigt. Ziel des Berichts ist die Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland sowie eine bessere Wahrnehmung des Engagements von öffentlich-rechtlichen Sparkassen. In Kooperation mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung ist die Sparkassen-Finanzgruppe der erste kreditwirtschaftliche Verbund in Deutschland, der mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex kooperiert. Für die Sparkassen wurde ein eigenes Indikatoren-System zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt und wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung anerkannt. Anhand von 61 Indikatoren können die Sparkassen ihre Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung und ihre Leistungen zur Erfüllung des öffentlichen Auftrags abbilden. [11]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Der Verein ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung. Zudem ist der DSGV außerordentliches Mitglied des Österreichischen Sparkassenverbands und des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken. Im Gegenzug sind beide Verbände ebenfalls außerordentliche Mitglieder des DSGV.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

1884 erfolgte die Gründung des Deutschen Sparkassenverbandes. Den bis dahin nur lokal und regional tätigen Sparkasseninstituten eröffnete sich dadurch die Möglichkeit, geschlossen aufzutreten und ihren politischen Einfluss deutlich zu erhöhen. Die Strukturen und Geschäftsfelder der Sparkassen veränderten sich seit 1900 sehr rasch. Dank der Initiative Johann Christian Eberles setzte sich der bargeldlose Zahlungsverkehr bei den Sparkassen durch und regionale Giroverbände und Girozentralen entstanden. Um die Arbeit der regionalen Giroverbände zu koordinieren und für einen Liquiditätsausgleich zu sorgen, wurde 1916 der Deutsche Zentral-Giroverband gegründet. Aus der Fusion des Deutschen Sparkassenverbandes und des Deutschen Zentral-Giroverbandes ging 1924 der Deutscher Sparkassen- und Giroverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts (DSGV ö.K.) hervor. In den DSGV integriert wurde auch der Deutsche Verband der kommunalen Banken. Seinen Sitz hatte der neue Dachverband in Berlin.[12]

In den 1920er Jahren trug der DSGV ö. K.dazu bei, dass sich bei den Sparkassen einheitliche Geschäftsgrundlagen, beispielsweise im Giroverkehr, durchsetzten. Der Verband unterstützte die Sparkassen beim weiteren Ausbau ihrer Geschäftsfelder, vor allem im Wertpapier-, Depositen- und Kreditgeschäft. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der DSGV organisatorisch und personell „gleichgeschaltet“ und als "Wirtschaftsgruppe Sparkassen" innerhalb der "Reichsgruppe Banken" dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt.[13] DSGV-Präsident Ernst Kleiner, der die „Gleichschaltung“ mitgetragen hatte, musste gleichwohl 1935 aus dem Amt scheiden. Seine Nachfolge trat Johannes Heintze an, ein hoher Beamter aus dem Reichswirtschaftsministerium. Er starb 1945 in sowjetischer Haft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Deutsche Teilung war der DSGV ö.K. zunächst inaktiv. Er wurde erst in den 1950er Jahren reaktiviert und fungiert seitdem im Wesentlichen als Träger zentraler Sparkasseneinrichtungen. Die Aufgaben eines Spitzenverbandes der Sparkassenorganisation in der Bundesrepublik Deutschland übernahm 1947 die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sparkassen- und Giroverbände und Girozentralen. Sie wurde 1953 in Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV e.V.) umbenannt. Die Geschäftsstelle befand sich zunächst in Frankfurt am Main und war seit 1951 in Bonn ansässig.[14] Unter seinem ersten Präsidenten Fritz Butschkau stellte der DSGV e.V. in der Zeit des Wiederaufbaus in der Bundesrepublik Deutschland (*1953-67) die Themen Geldwertstabilität und Inflationsbekämpfung in den Mittelpunkt seiner Arbeit [15]. Als sich Ende der 1950er Jahre der Wettbewerb in der deutschen Kreditwirtschaft verschärfte, verteidigte der DSGV die Position der Sparkassenorganisation, deren Institute sich zu Universalkredinstituten entwickelten. Unter Butschkaus Nachfolger Ludwig Poullain begann 1967 die Ära der zunehmenden Marktorientierung der Sparkassen. Professionalisierung und Automatisierung des Sparkassenbetriebs machten große Fortschritte.[16] Der Ausbau der Geschäftstätigkeit, die weiter fortschreitende Technisierung, die Europäisierung und Globalisierung waren wichtige Arbeitsthemen in den darauf folgenden Jahrzehnten.

Noch in der Umbruchzeit 1989/90 knüpfte der Verband unter seinem seit 1972 amtierenden Präsidenten [[Helmut Geiger]] Kontakte zur Sparkassenorganisation der DDR und unterstützte diese bei der Transformation der ostdeutschen Sparkassen in moderne Geldinstitute. Zeitgleich mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten trat im Herbst 1990 die gesamtdeutsche Sparkassen-Finanzgruppe ins Leben.[17] Auf den Sparkassentagen von 1995 ("Verantwortung in Gesellschaft und Region") und 1998 ("Zukunft Europa – Standort: hier") unterstrich Horst Köhler – DSGV Präsident von 1993 bis 1998 - die Zukunftsfähigkeit der Sparkassen-Finanzgruppe im Wettbewerb und hob die regionale Verantwortung sowie die Positionierung der Sparkassen in Europa hervor.[18] In der Amtszeit von Dietrich H. Hoppenstedt kam 2001 eine Verständigung mit der EU-Kommission über die Änderung der Haftungsgrundlagen für Sparkassen und Landesbanken zustande. Auf ihrer Basis entfiel 2005 die Gewährträgerhaftung für neue Verbindlichkeiten der Institute und die Anstaltslast wurde ersetzt.[19] Bereits 1999 hatte der Verband begonnen, seine Geschäftsstelle wieder nach Berlin zu verlagern. In die Präsidentschaft von Heinrich Haasis, der Hoppenstedt 2006 nachfolgte, fiel die internationale Finanzmarktkrise, deren Kulminationspunkt 2008 der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers war. Aufgrund ihrer regionalen Verwurzelung, ihrer engen Verflechtung mit der Realwirtschaft und weitgehenden Unabhängigkeit von den internationalen Kapitalmärkten erwiesen sich die deutschen Sparkassen als ein Stabilitätsanker in der Krise. 2007 organisierte der DSGV den Kauf der Landesbank Berlin und ihrer Tochtergesellschaft Berliner Sparkasse durch die Sparkassen. Dadurch gelang es, eine Privatisierung der Sparkasse in der deutschen Hauptstadt zu verhindern. [20] Seit 2012 steht Georg Fahrenschon an der Spitze des DSGV.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verband 1043 der "Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern". 4,6 MB, PDF
  2. a b Daten und Fakten, Jahreszahlen 2013, Sparkassen-Finanzgruppe, PDF-Dokument zum Download.
  3. Auszug aus dem Markenregister, Deutsches Marken-und Patentamt.
  4. LBS West übernimmt LBS Bremen, aufgerufen am 22. August 2014.
  5. Übersicht auf www.dsgv.de. Abgerufen am 22. August 2014.
  6. Gesellschaftliches Engagement der Sparkassen-Finanzgruppe, Deutscher Sparkassen-und Giroverband, aufgerufen am 22. August 2014.
  7. http://www.sparkasse.de/s_finanzgruppe/kulturfoerderung/kunstsammlungen-dresden.html
  8. http://www.dsgv.de/de/gesellschaftliches-engagement/kunst-und-kultur/documenta_13.html
  9. http://www.dsgv.de/de/nachhaltigkeit/ueber-gut/index.html
  10. http://www.dsgv.de/de/nachhaltigkeit/gesellschaftliches-engagement/olympia-partner-deutschland/partner_olympiamannschaft.html
  11. DSGV-Pressemitteilung Nr. 53 vom 17. Juli 2014, Aufgerufen am 22. August 2014.
  12. H. Pohl / B. Rudolph / G.Schulz: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 20. Jahrhundert; 2005, S. 32-81ff.
  13. H. Pohl / B. Rudolph / G.Schulz: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 20. Jahrhundert; 2005, S. 160ff.
  14. J. Mura: Entwicklungslinien der deutschen Sparkassengeschichten; 1987, S. 58ff.
  15. T. Wehber: Fritz Buschkau, in: H. Pohl (Hg.): Deutsche Bankiers des 20. Jahrhunderts; 2008, S. 35ff.
  16. H. Pohl / B. Rudolph / G.Schulz: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Sparkassen im 20. Jahrhundert; 2005, S. 336ff.
  17. H.-G. Günther / W. Geiger: Neugestaltung des ostdeutschen Sparkassenwesens 1990-1995; 1998, S. 45ff./155ff.
  18. Horst Köhler: "Deutsche Sparkassenorganisation: Verantwortung in Gesellschaft und Region. Deutscher Sparkassentag 1995 in Hannover, 1995, S. 205ff.
  19. H.-P. Burghof: Auslaufen der Gewährträgerhaftung für Sparkassen und Landesbanken";In: D. Lindenlaub / C. Burhop / J. Scholtysek (Hg.): Schlüsselereignisse der deutschen Bankengeschichte, 2013, S. 464ff.
  20. Norbert Schwaldt: Sparkassen übernehmen die Landesbank Berlin,Die Welt, Ausgabe vom 16. Juni 2007