Deutsches Gartenbaumuseum

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Defensionskaserne der Zitadelle Cyriaksburg in Erfurt, Sitz des Deutschen Gartenbaumuseums
Waidmühle, Exponat des Deutschen Gartenbaumuseums
Kräutergarten im ehemaligen Kanonenhof der Zitadelle Cyriaksburg

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt zeigt auf rund 1.500 m² Ausstellungsfläche in der historischen Defensionskaserne der Zitadelle Cyriaksburg eine Dauerausstellung mit einem breiten Themenspektrum. Garten- und Pflanzenfreunde können sich über Wachstum und Nutzen der Pflanzen, die Geschichte des Gartenbaus und der Gartenkunst informieren. Das Museum ist in seiner Art einzigartig in Deutschland und Europa. Es befindet sich auf dem Gelände der Erfurter Gartenbauausstellung (egapark).

Geschichte[Bearbeiten]

Teile des Festungsgeländes wurden 1885 auf Initiative des Erfurter Verschönerungsvereins in eine Gartenanlage umgestaltet. Die Stadt Erfurt erwarb 1919 die Zitadelle Cyriaksburg und das Gelände, die sie für Ausstellungen und mehrere Gartenschauen nutzte. Das Gartenbaumuseum wurde 1961 gleichzeitig mit der „I. Internationalen Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ eröffnet.

Im Jahre 1992 wurde eine Neukonzeption des Museums beschlossen. Verbunden damit waren Umbau und weiterer Ausbau unter Leitung des Architekten Peter Kulka. Seit 1995 ist die „Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt“, hinter der der Freistaat Thüringen, die Stadt Erfurt und der Zentralverband Gartenbau e.V. stehen, Trägerin des Museums. Es wurde im Jahr 2000 mit einer modernen und erlebnisorientierten Gestaltung wiedereröffnet. [1]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Seit der Wiedereröffnung wird im Museum eine umfangreiche Dauerausstellung unter dem Titel „Die ganze Welt im Garten“ gezeigt. Sie befasst sich mit der Geschichte des Gartenbaus, der Biologie der Pflanzen sowie modernen Techniken zu ihrer Züchtung, dem Anbau und der Vermarktung. Originelle Ausstellungstechniken wie die kinetische Pflanze „Valentine" oder Multimediaverfahren lassen den Museumsbesucher Neues entdecken und bekannt Geglaubtes aus neuen Perspektiven sehen. Bei dem Rundgang kann auch der 40 m tiefe unterirdische Festungsbrunnen besichtigt werden. In einem der ehemaligen Kanonenhöfe der Zitadelle Cyriaksburg ist ein Kräutergarten angelegt.

Neben der Dauerausstellung werden regelmäßig Wechselausstellungen gezeigt.

Die Sammlung des Museum umfasst unter anderem historische Gartengeräte, eine Grafiksammlung sowie über 400 Pappmaché- oder Gipsnachbildungen von Obstsorten aus dem 19. Jahrhundert.

Zum Museum gehört eine Fachbibliothek mit Schwerpunkt auf der Gartenbauliteratur der DDR und aktuellen Gartenbauzeitschriften. Sie kann nach telefonischer Anmeldung genutzt werden. Zur Unterstützung des Museums wurde vor einigen Jahren ein Förderverein gegründet.[1]

Ausschnitt der Pomologischen Sammlung
Mittelalterliche Klosterküche in der Dauerausstellung

Literatur[Bearbeiten]

Harald Bischoff: Geschichte des Deutschen Gartenbaumuseums. In: Martin Baumann / Steffen Raßloff (Hg.): Blumenstadt Erfurt. Waid - Gartenbau - iga/egapark (Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Bd. 8). Erfurt 2011. S. 360-381.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt: Die ganze Welt im Garten. Museumsführer, 2003

Weblinks[Bearbeiten]

50.967511.0075Koordinaten: 50° 58′ 3″ N, 11° 0′ 27″ O