Deutsches Schiffahrtsmuseum

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Deutsches Schifffahrtsmuseum
Deutsches Schifffahrtsmuseum
Logo des Deutschen Schiffahrtsmuseum
Kategorie: Forschungseinrichtung, Museum
Träger: Stiftung des bürgerlichen Rechts
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Bremerhaven
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften
Fachgebiete: Geschichtswissenschaft, Ingenieurwissenschaft
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Sunhild Kleingärtner (Geschäftsführende Direktorin), Ursula Warnke (Direktorin) [1]
Mitarbeiter: ca. 50
Homepage: www.dsm.museum
Deutsches Schiffahrtsmuseum, Scharoun-Bau, links der Erweiterungsbau

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) (als Eigenname nur mit zwei „f“, in unreformierter Schreibung) in Bremerhaven ist das nationale Schifffahrtsmuseum in Deutschland. Als eines von acht Forschungsmuseen vereinigt es Ausstellungs- und Forschungstätigkeiten. Das Museum gehört zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Gesamtanlage mit Gebäuden und Museumsflotte steht seit 2005 unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Von November 1969 bis 1972/75 wurde der Museumsbau nach Entwürfen des Architekten Hans Scharoun in Arbeitsgemeinschaft mit den Bremerhavener Architekten Helmut Bohnsack und Peter Fromlowitz geplant und errichtet. Scharoun ist mit Bauten wie diesem Museum oder der Berliner Philharmonie einer der bedeutendsten Vertreter der organischen Architektur. Die Gesamtkosten betrugen bis zur Eröffnung 23 Millionen DM.[3]

1971 begann die wissenschaftliche Forschungsarbeit am DSM. Am 5. September 1975, nach der Ausstellungsgestaltung, wurde das DSM der Öffentlichkeit durch den damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel durch Läuten einer Schiffsglocke[3] übergeben. Die wissenschaftliche Bibliothek des DSM leitete und konzipierte ab 1976 Arnold Kludas.[4]

Nach der Gründung des Museums wurde das Deutsche Schiffahrtsmuseum ständig um weitere Ausstellungsstücke und Anbauten erweitert, so dass es umfangreich über die Seeschifffahrtsgeschichte der neueren und älteren Zeit berichten kann.

Denkmalschutz

2005 wurde das Deutsche Schiffahrtsmuseum unter Denkmalschutz gestellt. Siehe dazu: Liste der Kulturdenkmäler in Bremerhaven.

Exponate[Bearbeiten]

Als Attraktion des Museums gilt die in Bremen gefundene Hansekogge aus dem Jahr 1380.

In den Ausstellungsräumen befinden sich Schaustücke zu verschiedenen Schifffahrtsepochen und zu den Themen Handelsschifffahrt, Fischerei und Walfang, Polarforschung, Militär und mehr. Ausgestellt sind unter anderem Modelle von Segelschiffen, Containerschiffen, Passagierschiffen und Öltankern sowie technische Bedienelemente und Ausrüstungsgegenstände. Einer der Prunkstücke ist ein von 1919 bis 1935 genutzter mechanischer Gezeitenrechner der Deutschen Seewarte in Hamburg, der als früher Computer eingestuft wird.[3]

Im Museumshafen liegen die folgenden Wasserfahrzeuge zur Besichtigung:

Auf dem Außengelände können vier Schiffe besichtigt werden:

Das Schiff der ersten deutschen Nordpolarexpedition, die 1867 von Toleff Toleffsen in Skanevik in Norwegen gebaute Nordische Jagt Grönland gehört ebenfalls zur Flotte des Museums, ist jedoch als aktives Traditionsschiff im Einsatz und demzufolge gerade in den Sommermonaten nur selten im Museumshafen.

Im Hafenbecken des Museums liegt das begehbare U-Boot Wilhelm Bauer, das von einem eigenständigen Trägerverein betreut wird.

Das Jaguar-Klasse Schnellboot Kranich lag bis 2006 im Museumshafen, es wurde wegen starken Verfalls des Holzrumpfes von der VEBEG zum Abwracken verkauft.

Vor dem Museum befindet sich eine Skulptur des Bildhauers Stephan Balkenhol.

Neue Exponate[Bearbeiten]

2009: Fahrstand des ehemaligen Seebäderschiffes Wappen von Hamburg

Bilder[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

Jährlich erscheint seit 1975 das Deutsche Schiffahrtsarchiv, das aktuelle wissenschaftliche Jahrbuch des Museums. Die Themenbereiche umfassen so vielfältige Aspekte wie Schiffsarchäologie, See- und Binnenschifffahrt, Schiffbau, Marine, Fischerei, Navigation, Polar- und Meeresforschung, Sozialgeschichte der Seefahrt, maritime Volkskunde u.v.a.m. Im Mittelpunkt steht zwar die Schifffahrtsgeschichte, doch zeigen auch immer wieder Beiträge ausländischer Autoren den internationalen Forschungsstand. Alle Beiträge werden mit englischen und französischen Zusammenfassungen ergänzt. Es erscheint im Oceanum Verlag Wiefelstede (DSA 31 2008, ISBN 978-3-86927-031-9), ISSN 0343-3668 und ist sowohl als Einzelheft (Euro 23,50) als auch im Abonnement (Euro 19,50) erhältlich unter www.oceanum.de

Internet-Projekte[Bearbeiten]

  • "Die deutsche Schifffahrt in den 1920er und 1930er Jahren im Spannungsfeld von Kontinuitäten, Krisen und Innovation - Visualisierung historischer Prozesse"
  • "Schiffsliste" eine Internet-Datebnbank zum schnellen Finden von historischen Schiffen, Booten und anderen Wasserfahrzeugen, die teilweise mit ausführlichen technischen Merkmalen und Daten zum Lebenslauf beschrieben sind.[5]
  • Digitalisierung von Schiffsplänen

Forschungsauftrag[Bearbeiten]

Im August 2011 erteilte die Deutsche Bundesregierung dem Museum einen Forschungsauftrag zur systematischen archäologischen Prospektion der Nordsee, auch außerhalb der 12-Seemeilen-Zone, da zahlreiche archäologische Fundplätze durch geplante Bauvorhaben wie Offshore-Windparks, Pipelines und Stromleitungstrassen bedroht sind.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsches Schiffahrtsmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.dsm.museum/impressum.38.de.html
  2. Denkmaldatenbank des LfD
  3. a b c Hinweis in: Das Jahr 1975 im Bild, Carlsen Hamburg 1975 S.88
  4. Autorenporträt Arnold Kludas beim Tessloff-Verlag (PDF; 299 kB); abgerufen am 25. Oktober 2011
  5. http://www.dsm.museum/forschung/projekte/dbschiff.311.de.html
  6. Suche nach versunkenen Kulturen in der Nordsee Radio Bremen (Abgerufen am 12. August 2011)

53.5400583333338.5770027777778Koordinaten: 53° 32′ 24″ N, 8° 34′ 37″ O