Deutschkreutz

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Deutschkreutz
Wappen von Deutschkreutz
Deutschkreutz (Österreich)
Deutschkreutz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 34,08 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 16° 38′ O47.60166666666716.628055555556Koordinaten: 47° 36′ 6″ N, 16° 37′ 41″ O
Einwohner: 3.101 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 91 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7301
Gemeindekennziffer: 1 08 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktgemeinde Deutschkreutz
7301 Deutschkreutz
Website: www.deutschkreutz.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Kölly (LBL)
Gemeinderat: (2012)
(25 Mitglieder)
10
8
7
10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf
Deutschkreutz Draßmarkt Frankenau-Unterpullendorf Großwarasdorf Horitschon Kaisersdorf Kobersdorf Lackenbach Lackendorf Lockenhaus Lutzmannsburg Mannersdorf an der Rabnitz Markt Sankt Martin Neckenmarkt Neutal Nikitsch Oberloisdorf Oberpullendorf Pilgersdorf Piringsdorf Raiding Ritzing (Burgenland) Steinberg-Dörfl Stoob Unterfrauenhaid Unterrabnitz-Schwendgraben Weingraben Weppersdorf BurgenlandLage der Gemeinde Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Deutschkreutz (ungarisch Sopronkeresztúr, bis 1899 Németkeresztúr; kroatisch: Kerestur; hebräisch: Zelem) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich mit 3101 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland. Nachbargemeinden sind Horitschon und Neckenmarkt, Unterpetersdorf und Nikitsch (kroatische Gemeinde).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Deutschkreutz (2849)
  • Girm (284)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Deutschkreutz und Girm.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

Deutsch Kreutz (links oben) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)


Marktgemeinde ist Deutschkreutz seit 1340. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland (Deutsch-Westungarn) bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Ab 1671 gehörte Deutschkreutz zu den jüdischen Siebengemeinden im Burgenland. Die orthodoxe jüdische Gemeinde unterhielt eine berühmte Talmudhochschule, in der Juden aus aller Welt studierten. Auf Grund der weltweiten Bedeutung für das Judentum, führt Deutschkreutz auch einen hebräischen Ortsnamen (Zelem = Bild im Sinne von Götzenbild [2]). Dies ist innerhalb Österreichs nur für Eisenstadt (Asch) auch noch der Fall. Die Gemeinde wuchs im 19. Jahrhundert bedeutend an und zählte im Jahre 1857 1230 Personen. 1941 wurde die Synagoge von Deutschkreutz von den Nationalsozialisten gesprengt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Deutschkreutz: bei der umfassenden Neu- und Ausgestaltung der Kirche hat der Künstler Anton Lehmden mitgewirkt (mit insgesamt 35 Arbeiten)
  • Schloss Deutschkreutz: Schloss Deutschkreutz, ein mächtiges Renaissanceschloss aus einem Vierflügelbau mit Ecktürmen und zweigeschossigen Hofarkaden ist seit 1966 im Privatbesitz des Künstlers Anton Lehmden, der das Gebäude seither restauriert und eine Gemäldeausstellung im Schloss zeigt.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Deutschkreutz

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
50
40
30
20
10
0
40,08 %
(n. k.)
29,85 %
(-2,34 %p)
27,98 %
(-1,17 %p)
2,10 %
(n. k.)
2007

2012


Bürgermeister ist Manfred Kölly (LBL). Nach der Trennung von FPÖ und BZÖ war Kölly für kurze Zeit der einzige burgenländische FPÖ-Bürgermeister, bis er nach seinem Parteiausschluss eine eigene Bürgerliste gründete.

Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist LBL 10, SPÖ 8, ÖVP 7 Mandate.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In einem von Gold und Rot gespaltenen Schild, vorne ein rotes Kreuz, hinten über dreifachem silbernen Wellenband eine goldene Traube mit Blatt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Deutschkreutz bildet zusammen mit den Gemeinden Großwarasdorf, Horitschon, Lutzmannsburg, Raiding, Unterpetersdorf und Neckenmarkt das Blaufränkischland, die bekannteste Rotweingegend in dem sonst eher weißweingeprägten Österreich, deren Geschichte bis in die Keltenzeit zurückreicht. Der Blaufränkische ist tiefdunkel-rubinrot gefärbt und in dieser Gegend außergewöhnlich fruchtig. Sehr häufig wird er in Barriquefässern ausgebaut und verfügt über eine sehr gute Lagerfähigkeit. Die Rebhänge des Blaufränkischlandes erstrecken sich von den Südausläufern des Ödenburger Gebirges bis zum Günser Bergland. Nach Osten öffnet sich die Ungarische Tiefebene. Dadurch wird der pannonische Einfluss, der für das Ausreifen der Trauben nötig ist, voll wirksam und der vorwiegend lehmige Boden bietet dazu noch die idealen Bedingungen. Es wird neben dem Blaufränkischen auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt angebaut.

Mineralwasserquelle Juvina, Brunnengebäude

Auf dem Gemeindegebiet von Deutschkreutz liegt auch die Mineralwasserquelle Juvina. Schon die Römer kannten diese Mineralwasserquelle, die älter ist als der Weinanbau in der Region.

Verkehr[Bearbeiten]

Deutschkreutz liegt an der Burgenlandbahn sowie an der Deutschkreutzer Straße (B 62), die das ungarische Sopron mit der Burgenland Schnellstraße (S31) verbindet.

Der Grenzübergang an der B62 war bis zum Beitritt Ungarns in die Europäische Union am 1. Mai 2004 der nördlichste Grenzübergang für den grenzüberschreitenden Güterverkehr südlich des Neusiedler Sees für Lastkraftwagen aus anderen Ländern als Österreich und Ungarn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Anton Lehmden im Porträt

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen mit Beziehung zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Hausner: NS-Terror im Burgenland (1938–1945): mit besonderer Berücksichtigung der Opfer und Vertriebenen der Marktgemeinde Deutschkreutz. Diplomarbeit, Universität Wien 2001
  • Adalbert Putz: Lebens-, Jahres- und Arbeitsbrauchtum in Deutschkreutz: Bestand – Gehalt – Gerät. Dissertation, Universität Wien 1970
  • Shlomo Spitzer: Die jüdische Gemeinde von Deutschkreutz. Böhlau, Wien 1995, ISBN 3-205-98344-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Deutschkreutz auf der Webseite des Österreichischen Jüdischen Museums

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutschkreutz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien