Deutschkreutz
| Deutschkreutz | ||
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Burgenland | |
| Politischer Bezirk: | Oberpullendorf | |
| Kfz-Kennzeichen: | OP | |
| Fläche: | 34,08 km² | |
| Koordinaten: | 47° 36′ N, 16° 38′ O47.60166666666716.628055555556Koordinaten: 47° 36′ 6″ N, 16° 37′ 41″ O | |
| Einwohner: | 3.136 (1. Jän. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 92,02 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 7301 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 08 01 | |
| NUTS-Region | AT111 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Marktgemeinde Deutschkreutz 7301 Deutschkreutz |
|
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Manfred Kölly (LBL) | |
| Gemeinderat: (2007) (25 Mitglieder) |
||
| Lage der Marktgemeinde Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Deutschkreutz (ungarisch: Sopronkeresztúr, bis 1899 Németkeresztúr; kroatisch: Kerestur; hebräisch: Zelem) ist eine Marktgemeinde mit 3136 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Burgenland im Bezirk Oberpullendorf in Österreich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland. Nachbargemeinden sind Horitschon und Neckenmarkt, Unterpetersdorf und Nikitsch (kroatische Gemeinde). Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Deutschkreutz und Girm.
[Bearbeiten] Geschichte
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.
Marktgemeinde ist Deutschkreutz seit 1340. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland (Deutsch-Westungarn) bis 1920/21 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
[Bearbeiten] Jüdische Gemeinde
Ab 1671 gehörte Deutschkreutz zu den jüdischen Siebengemeinden im Burgenland. Die orthodoxe jüdische Gemeinde unterhielt eine berühmte Talmudhochschule, in der Juden aus aller Welt studierten. Auf Grund der weltweiten Bedeutung für das Judentum, führt Deutschkreutz auch einen hebräischen Ortsnamen (Zelem = Bild im Sinne von Götzenbild [1]). Dies ist innerhalb Österreichs nur für Eisenstadt (Asch) auch noch der Fall. Die Gemeinde wuchs im 19. Jahrhundert bedeutend an und zählte im Jahre 1857 1230 Personen. 1941 wurde die Synagoge von Deutschkreutz von den Nationalsozialisten gesprengt.
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten] Politik
Bürgermeister ist Manfred Kölly, (LBL). Nach der Trennung von FPÖ und BZÖ war Kölly für kurze Zeit der einzige burgenländische FPÖ-Bürgermeister, bis er nach seinem Parteiausschluss eine eigene Bürgerliste gründete.
Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 8, ÖVP 7, Freie Bürgerliste 10 Mandate.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Partnergemeinden von Deutschkreutz sind Allumiere in Latium/Italien, Nagycenk (Großzinkendorf) in Ungarn und Wetter in Hessen/Deutschland.
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: In einem von Gold und Rot gespaltenen Schild, vorne ein rotes Kreuz, hinten über dreifachem silbernen Wellenband eine goldene Traube mit Blatt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Deutschkreutz bildet zusammen mit den Gemeinden Großwarasdorf, Horitschon, Lutzmannsburg, Raiding, Unterpetersdorf und Neckenmarkt das Blaufränkischland, die bekannteste Rotweingegend in dem sonst eher weißweingeprägten Österreich, deren Geschichte bis in die Keltenzeit zurückreicht. Der Blaufränkische ist tiefdunkel-rubinrot gefärbt und in dieser Gegend außergewöhnlich fruchtig. Sehr häufig wird er in Barriquefässern ausgebaut und verfügt über eine sehr gute Lagerfähigkeit. Die Rebhänge des Blaufränkischlandes erstrecken sich von den Südausläufern des Ödenburger Gebirges bis zum Günser Bergland. Nach Osten öffnet sich die Ungarische Tiefebene. Dadurch wird der pannonische Einfluss, der für das Ausreifen der Trauben nötig ist, voll wirksam und der vorwiegend lehmige Boden bietet dazu noch die idealen Bedingungen. Es wird neben dem Blaufränkischen auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt angebaut.
Auf dem Gemeindegebiet von Deutschkreutz liegt auch die Mineralwasserquelle Juvina. Schon die Römer kannten diese Mineralwasserquelle, die älter ist als der Weinanbau in der Region.
[Bearbeiten] Verkehr und Transport
Deutschkreutz liegt an der Burgenlandbahn sowie an der Deutschkreutzer Straße (B 62), die das ungarische Sopron mit der Burgenland Schnellstraße (S31) verbindet. Der Grenzübergang an der B62 war bis zum Beitritt Ungarns in die Europäische Union am 1. Mai 2004 der nördlichste Grenzübergang für den grenzüberschreitenden Güterverkehr südlich des Neusiedler Sees für Lastkraftwagen aus anderen Ländern als Österreich und Ungarn.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Matthias Gansrigler (1896–1938), Landwirt und Politiker
- Sándor Gergely (1896-1966) Schriftsteller und Journalist
- Hans Gesellmann (1903–1977), Volksschuldirektor und Politiker
- Carl Goldmark (1830–1915), österreichisch-ungarischer Komponist, Musiklehrer und Geiger jüdischer Herkunft
- Margareta Heinrich (1951–1994), Filmregisseurin
- Christa Krammer (* 1944), Politikerin und Volksanwältin
- Anton Lehmden (* 1929), Maler und Druckgrafiker
- Edeltraud Lentsch (* 1947), Politikerin und Leiterin der Österreichischen Frauenbewegung (ÖFB)
- Wilhelm Riedl (1895–1962), Politiker, Leiter der Knabenvolksschule in Deutschkreutz
- Alfred Zistler (1929–2009), Dompfarrer in Eisenstadt, geboren in Girm
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
- Andreas Hausner: NS-Terror im Burgenland (1938–1945): mit besonderer Berücksichtigung der Opfer und Vertriebenen der Marktgemeinde Deutschkreutz. Diplomarbeit, Universität Wien 2001
- Adalbert Putz: Lebens-, Jahres- und Arbeitsbrauchtum in Deutschkreutz: Bestand – Gehalt – Gerät. Dissertation, Universität Wien 1970
- Shlomo Spitzer: Die jüdische Gemeinde von Deutschkreutz. Böhlau, Wien 1995, ISBN 3-205-98344-0
[Bearbeiten] Weblinks
- Gemeindedaten von Deutschkreutz. In: Statistik Austria.
- Tourismusverband Mittelburgenland
- Jüdisches Museum
Deutschkreutz | Draßmarkt | Frankenau-Unterpullendorf | Großwarasdorf | Horitschon | Kaisersdorf | Kobersdorf | Lackenbach | Lackendorf | Lockenhaus | Lutzmannsburg | Mannersdorf an der Rabnitz | Markt Sankt Martin | Neckenmarkt | Neutal | Nikitsch | Oberloisdorf | Oberpullendorf | Pilgersdorf | Piringsdorf | Raiding | Ritzing | Steinberg-Dörfl | Stoob | Unterfrauenhaid | Unterrabnitz-Schwendgraben | Weingraben | Weppersdorf
