Deutschlandradio

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aktuelles Logo
Icon des Deutschlandradios
Übertragungswagen „Ü5“ des Deutschlandradios (DLF, DKultur); hier vor dem Bremer Konzerthaus Die Glocke (2009)
Funkhaus Köln (das Hochhaus links im Bild)

Das Deutschlandradio (DRadio, frühere Abkürzung DLR) produziert die drei bundesweiten Hörfunkprogramme Deutschlandfunk und DRadio Wissen (im Funkhaus Köln) sowie Deutschlandradio Kultur (im Funkhaus Berlin). Es ist eine am 1. Januar 1994 gegründete Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Köln und Berlin. Intendanz und Verwaltung haben ihren Sitz in Köln. Zum ersten Intendanten wurde Ernst Elitz gewählt.[1] Seit 1. April 2009 ist Willi Steul Intendant.[2] Programmdirektor ist seit September 2011 Andreas-Peter Weber.

Das Deutschlandradio hat einen Jahresetat von 180 Millionen Euro (2006); es bezeichnet sich selbst als der nationale Hörfunk.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Logo bis März 2005
Logo bis Mai 2010
Logo seit Juni 2010 (Seit 2012 alternatives Logo)

Die Körperschaft des öffentlichen Rechts Deutschlandradio, bis März 2005 DeutschlandRadio geschrieben, wurde zum 1. Januar 1994 durch einen Staatsvertrag aller 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland errichtet. Der Staatsvertrag regelt, dass in Berlin und Köln jeweils ein nationales deutschsprachiges Hörfunkprogramm produziert wird. Die Mitglieder der Körperschaft sind das ZDF und die Rundfunkanstalten der ARD. Die Programme sind werbefrei und werden aus dem Rundfunkbeitrag finanziert.

Deutschlandfunk (DLF) ist das Informations- und Kulturprogramm. Es ist der Nachfolger des gleichnamigen Hörfunkprogramms, das bis 1993 von der bis dahin bestehenden eigenständigen Rundfunkanstalt Deutschlandfunk (Sitz in Köln) ausgestrahlt wurde. (Der 1994 bei der Gründung des DLR festgelegte Name DeutschlandRadio Köln hat sich nicht durchgesetzt.)

Deutschlandradio Kultur (DKultur), ehemals DeutschlandRadio Berlin, ist das Kulturprogramm. DLR Berlin ist aus dem ehemaligen West-Berliner Sender RIAS 1 und dem Ost-Berliner Sender DS Kultur hervorgegangen. Am 7. März 2005 wurde DeutschlandRadio Berlin im Zuge einer Programmreform in Deutschlandradio Kultur umbenannt. 2008 wurde Deutschlandradio mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.

Am 18. Januar 2010 startete als drittes Vollprogramm „DRadio Wissen“. Unter dem Motto „Hirn will Arbeit“ heißen seine Programmpunkte Agenda (tagesaktuelles Wissen), Natur (exakte Wissenschaften), Medien (Kommunikation, Journalismus und Wissensorganisation), Globus (weltweite Nahaufnahmen von dem was die Menschen bewegt), Kultur (Philosophie, Geschichte, Sozialwissenschaften und Popkultur), Meine Zukunft (Karriere und Chancen in Schule, Lehre und Studium) und Spielraum (Hirngymnastik für die Ohren). Dabei finden auch Übernahmen („Radiolinks“) von anderen ARD-Hörfunkstationen und internationalen Sendern (RFI, BBC, Radio SRF) statt. Der Webauftritt gewann 2011 den Grimme-Online-Award für das Konzept und die Redaktion.

Seit November 2010 veröffentlicht der Sender einen Teil seiner Nachrichten (Kategorie »Wissen-Nachrichten«[4]) unter der Lizenz CC-NC-ND (nichtkommerziell und keine Änderungen) mit entsprechender Kennzeichnung.[5]

Radioprogramme[Bearbeiten]

Organe[Bearbeiten]

Die Leitung des Deutschlandradios obliegt dem Intendanten, der vom Hörfunkrat für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird. Dem Hörfunkrat (in anderen Rundfunkanstalten heißt dieses Gremium Rundfunkrat) gehören Vertreter aller Bundesländer, sowie Repräsentanten der Landesverbände gesellschaftlich relevanter Gruppen an. Er ist quasi das „Parlament“ der Körperschaft DLR und Kontrollgremium auf der Programmseite. Daneben gibt es als Kontrollorgan des Intendanten in wirtschaftlichen Fragen, den Verwaltungsrat, der aus drei Vertretern der Länder, einem Vertreter des Bundes und jeweils zwei Vertretern von ARD und ZDF besteht.

Klangkörper des Deutschlandradios[Bearbeiten]

Das Deutschlandradio hat keine eigenen Klangkörper (Rundfunkorchester/-Chor), ist aber Hauptgesellschafter der seit dem 1. Januar 1994 bestehenden Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Diese ist Träger der folgenden Klangkörper:

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Digital werden alle drei Programme bundesweit online, über das Astra-Satellitensystem sowie über Antenne empfangbar über DAB-Sender verbreitet. Deutschlandradio Wissen wird gemäß Staatsvertrag ausschließlich digital verbreitet, um die „dringend benötigte Akzeptanz digitaler Verbreitungswege für das Radio“ zu fördern.[6] Sendungen im Standard DRM werden, ebenso wie Ausstrahlungen auf Kurzwelle, nicht mehr durchgeführt.

Analog wird der Deutschlandfunk über UKW, Mittelwelle (MW) und Langwelle (LW) sowie Deutschlandradio Kultur über UKW und LW verbreitet.

Die Sendeanlagen zur Verbreitung der Programme des Deutschlandradios gehören überwiegend der Deutschen Telekom AG. Nur der Sender zur Verbreitung des Programms von Deutschlandradio in Berlin-Britz auf UKW ist Eigentum des Deutschlandradios.

Eine Liste der Live-Streams findet sich in den Artikeln zu den Programmen.

Service für die Seefahrt[Bearbeiten]

Über den Mittelwellensender Neumünster (1269 kHz) des Deutschlandfunks und den Langwellensender Zehlendorf (177 kHz) von Deutschlandradio Kultur werden täglich um 1:05, 6:40 und 11:05 Uhr Seewetterberichte gesendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manuel J. Hartung: Zu viel gespart. ARD und ZDF kassieren mehr Gebühren, das Deutschlandradio soll abgeben. Warum eigentlich? In: Berliner Zeitung, 30. Oktober 2003. (Online-Version)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutschlandradio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dradio.de: Wir über uns – Willkommen, abgerufen am 2. Februar 2009.
  2. Berliner Zeitung: Steul jetzt Intendant vom Deutschlandradio, 1. April 2009 (abgerufen am 2. April 2009).
  3. dradio.de, Deutschlandfunk, Interview, 3. März 2009 Ernst Elitz mit Jochen Spengler: „Journalisten sind Welterklärer“ – Am letzten Arbeitstag zieht Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz Bilanz (1. November 2010)
  4. Wissen-Nachrichten
  5. DRadio Wissen stellt Nachrichten unter CC-Lizenz bereit
  6. Deutschlandradio Wissen – Anhang zum Rundfunk-Staatsvertrag (abgerufen am 17. Januar 2010).

50.9032805555566.9598Koordinaten: 50° 54′ 12″ N, 6° 57′ 35″ O