Deutschlandradio Kultur

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Deutschlandradio Kultur
Logo von Deutschlandradio Kultur
Allgemeine Informationen
Empfang terrestrisch (UKW, DAB+, LW), via Satellit (DVB-S), als Internet-Livestream und in den meisten Kabelnetzen
Sendegebiet DeutschlandDeutschland Deutschland
Sendeanstalt Deutschlandradio
Intendant Willi Steul
Sendestart 1. Januar 1994
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Programmtyp Kultur
Homepage deutschlandradiokultur.de
Liste der Hörfunksender
Funkhaus am Hans-Rosenthal-Platz in Berlin (2012)

Deutschlandradio Kultur (Abkürzung: DKultur; anfangs auch: DLR Kultur) ist der Name für das kulturorientierte Hörfunkprogramm des Deutschlandradios. Von 1994 bis März 2005 trug der Sender den Namen „DeutschlandRadio Berlin“. Standort ist das ehemalige RIAS-Gebäude am Hans-Rosenthal-Platz in Berlin-Schöneberg. Chefredakteur ist seit 2007 Peter Lange.

Programm[Bearbeiten]

Deutschlandradio Kultur ist ein werbefreies Kulturprogramm, das vor allem für seine aufwändigen Hörspiel- und Featureproduktionen bekannt ist. Als Schwerpunkt sehen die Programmverantwortlichen „die Kulturalisierung der Politik und die Politisierung der Kultur“.[1] Das Programmschema setzt auf eine Gliederung mit täglich Literatur, zwei verschiedenen Musikschwerpunkten und einem einstündigen Interview. Kern ist das Format „Studio 9“, das morgens, mittags und noch einmal am Abend „diskursive Berichterstattung, Kulturkritik, Kommentare und Reportagen“[1] bringt. Nachts sendet die Tonart Musik mit täglich wechselnden Schwerpunkten. Mehrmals in der Woche gibt es ab Mitternacht auch Sendungen der Neuen Musik beziehungsweise der Klangkunst. Am Wochenende wird das Themenspektrum um Kino, Theater, Medien, Philosophie und Religion erweitert. Das Kinderprogramm läuft unter dem Namen Kakadu.

Die Programmreform vom Juni 2014 sollte dem Deutschlandradio Kultur eine verlässlichere Struktur geben, damit Hörer gezielter einschalten können. Als Grund gilt, dass laut Höreranalysen das DRadio Kultur bis dato keine eigentlichen Stammhörer hatte. Die rund 400.000 Hörer am Tag kamen aus der Stammhörerschaft des Schwestersenders Deutschlandfunk und schalteten zum DRadio Kultur, wenn sie zu kulturellen Themen Radio hören wollten.[2] Deshalb wurde ein Programmschema entwickelt, das die beiden Sender stärker von einander abgrenzen soll. Damit nimmt das Deutschlandradio Anforderungen vorweg, die für eine künftige Evaluation der 53 öffentlich-rechtlichen UKW-Programme plus zehn Digitalangebote erwartet wird. Ohne klareres Profil befürchtete DRadio Kultur die Einstellung.

Bei der Reform 2014 wurde das tägliche sechsstündige Programmformat Radiofeuilleton in thematische Einzelsendungen aufgespalten. Außerdem wurde die Call-In-Sendung 2254 eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

1994 wurden der Deutschlandfunk (Köln), der RIAS (West-Berlin) sowie Teile von Stimme der DDR und Radio DDR 2 (Ost-Berlin), die als Deutschlandsender Kultur (DS Kultur) die Wende überlebt hatten, unter dem Dach einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft namens DeutschlandRadio zusammengeführt. Mitglieder dieser Körperschaft sind ARD, ZDF und alle 16 Bundesländer.

Während das Programm der früheren Bundesrundfunkanstalt Deutschlandfunk später seinen Namen und seine Programmstruktur behalten durfte (anfangs wurde es noch Deutschlandradio Köln genannt), wurde in Berlin unter der Leitung der Programmdirektorin Gerda Hollunder ein völlig neues Programm auf die Beine gestellt: DeutschlandRadio Berlin (DLR Berlin).

Mit dem Ausscheiden der Programmdirektorin am 30. April 2004 übernahm Günter Müchler, der Programmdirektor des Deutschlandfunks, auch die Verantwortung für DLR Berlin und begann die Arbeit an einer „evolutionären Reform“ des Berliner Programms, dessen Hörerzahl bis dahin überschaubar geblieben war.

Am 7. März 2005 ging das reformierte Programm unter dem neuen Namen Deutschlandradio Kultur (ohne die eingeschlossene Majuskel im Namen) auf Sendung. Die Namensänderung soll, laut Sender, zum einen den Anspruch dokumentieren, das bundesweite Kulturradio zu sein, und zum anderen die Missverständnisse beseitigen, die mit dem alten Namen verbunden waren: DeutschlandRadio Berlin wurde zu oft als Berliner Regionalsender wahrgenommen, nicht als zweite Säule des bundesweiten, werbefreien Hörfunks.

Sendetechnik[Bearbeiten]

Übertragungswagen „Ü5“ des Deutschlandradios; hier vor dem Bremer Konzerthaus Die Glocke (2009)
Höhendiagramm der Sendemasten der Lang- und Mittelwellensender von Deutschlandradio Kultur

Deutschlandradio Kultur wird über UKW, DAB und Langwelle ausgestrahlt. Der Kurzwellensender 6005 kHz am Standort Sendeanlage Berlin-Britz wurde im Spätsommer 2007 durch einen Brand schwer beschädigt. Noch im gleichen Monat wurde beschlossen, den Sender wegen der hohen Reparaturkosten angesichts der geringen Hörerzahlen nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Anfang September 2013 entfiel auch die Verbreitung über die Mittelwellenfrequenz 990 kHz vom gleichen Standort. Über das Astra-Satellitensystem ist Deutschlandradio Kultur digital über DVB-S zu empfangen.

Das UKW-Sendernetz wird sukzessiv ausgebaut. Nur in Teilen Ostdeutschlands wird Deutschlandradio Kultur flächendeckend über starke UKW-Frequenzen ausgestrahlt. In den alten Bundesländern waren bei Sendestart allerdings die reichweitenstarken Frequenzen schon weitgehend verteilt.

Daher ist das Programm auf relativ schwache Sender mit geringer Reichweite in den Städten angewiesen. Deshalb ist es praktisch nur rund um die Städte zu empfangen. Es werden allerdings nach und nach immer weitere Frequenzen aufgeschaltet.[3][4] Zum 2. August 2010 konnte die bisher von BFBS I für die Versorgung der britischen Streitkräfte genutzte Frequenz 96,5 MHz übernommen werden, die einen Empfang des Programms in großen Teilen Nordrhein-Westfalens erlaubt.

Auf der Webseite des Deutschlandradios kann das aktuelle Programm als Livestream abgerufen werden. Zusätzlich werden seit Mai 2004 ausgewählte Beiträge online archiviert und können via Audio-on-Demand nachgehört werden. Seit Mitte 2005 besteht ein breites Angebot, das als Podcast heruntergeladen werden kann.[5] Des Weiteren gibt es den dradio-Recorder, mit dem sich die Sendungen des Deutschlandradios mitschneiden lassen.[6]

Frequenzliste[Bearbeiten]

Einige starke Frequenzen auf UKW
(Sendeleistung: mindestens 5 kW)
MHz Senderstandort Sendegebiet Leistung
100,0 Augsburg nördliches Schwaben, nördliches und westliches Oberbayern 15 kW
89,3 Großer Waldstein/Hof Oberfranken 20 kW
94,2 Sonneberg östliches Thüringen, Oberfranken 100 kW
97,2 Inselsberg Thüringen, Hessen, nördliches Bayern, südliches Niedersachsen 100 kW
97,4 Brocken im Harz Sachsen-Anhalt, südliches und östliches Niedersachsen, Nord-Thüringen, westliches Sachsen 100 kW
90,8 Cottbus Lausitz 20 kW
89,6 Berlin Berlin, Brandenburg 20 kW
97,1 Helpterberg östliches Mecklenburg-Vorpommern 30 kW
95,3 Schwerin westliches Mecklenburg 100 kW
96,5 Rundfunksender Langenberg Ruhrgebiet 35 kW
96,7 Marlow nördliches Mecklenburg-Vorpommern 30 kW
107,7 Cuxhaven Elbmündung 20 kW
106,1 Eifel-Bärbelkreuz Eifel 20 kW
106,1 Olsberg Hochsauerland 10 kW
92,7 Frankfurt/Oder-Booßen Frankfurt/Oder 5 kW
96,9 Dequede Altmark 7 kW
101,4 Sassnitz Rügen 8 kW
105,0 Neunkirchen (Saar)-Kuchenberg östliches Saarland 5 kW
106,2 Perl saarländisches Moseltal 5 kW
106,2 Bremerhaven-Schiffdorf Wesermündung 5 kW
Andere Wellen
Standort Frequenz Sendeleistung
Langwelle Zehlendorf 177 kHz 500 kW

Über den Langwellensender Zehlendorf (177 kHz) werden täglich um 1:05, 6:40 und 11:05 Uhr Seewetterberichte gesendet. Die Abschaltung dieser Langwellenfrequenz ist für Ende 2014 vorgesehen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Hörfunk – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Hörfunk

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Tagesspiegel: Radio-Flotte auf Kurssuche, 16. Juni 2014
  2. Süddeutsche Zeitung: Umstrittene Reform bei DRadio Kultur, 20. Juni 2014
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFrequenzliste (nicht aktuell). Deutschlandradio, 2009, abgerufen am 22. April 2009.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFrequenzkarte. Deutschlandradio, März 2011, abgerufen am 25. April 2011 (PDF).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRadiohören auf dradio.de. Deutschlandradio, 2009, abgerufen am 22. April 2009 (Informationen zu den Live-Streams des Deutschlandradios).
  6. http://www.dradio.de/recorder/999551/ Artikel zum dradio-Recorder auf dradio.de
  7. Deutschlandradio: Zukunft des Seewetterberichts gesichert. 2. Juli 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.

52.48083333333313.337222222222Koordinaten: 52° 28′ 51″ N, 13° 20′ 14″ O