Deutschsprachige Gemeinschaft

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Deutschsprachige Gemeinschaft

Duitstalige Gemeenschap (niederländisch)
Communauté germanophone (französisch)

Dgbelgiens.svg
Belgischer Gliedstaat
Institution Gemeinschaft
Gründung 30. Januar 1984
Informationen
Amtssprache Deutsch
Verwaltungssitz Eupen
Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP)
Fläche 853,65 km²
Einwohnerzahl 76.128[1] (1. Januar 2012)
Bevölkerungsdichte 89[1] Einwohner pro km²
Feiertag 15. November
(Tag der Deutschsprachigen Gemeinschaft)
Website www.dg.be
Lage
Luxemburg Niederlande Frankreich Nordsee Deutschland Brüssel Deutschland Brüssel Flämische Gemeinschaft Deutschsprachige Gemeinschaft Französische Gemeinschaft BelgiensDeutschsprachige Gemeinschaft in Belgium.svg
Über dieses Bild

Die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) ist neben der Französischen Gemeinschaft und der Flämischen Gemeinschaft eine der drei Gemeinschaften des Königreichs Belgien und somit ein Gliedstaat des belgischen Bundesstaates. Sie umfasst neun Gemeinden an der belgisch-deutschen Grenze, die alle zur Wallonischen Region gehören.

Mit über 75.000 Einwohnern ist sie die kleinste der drei politischen Gemeinschaften in Belgien. Ihre Entstehung geht auf die deutsche Kulturgemeinschaft in Belgien nach dem Ersten Weltkrieg zurück und auf die Föderalisierung des zuvor zentral regierten belgischen Staates.

In der Föderalismusforschung wird die DG mit eigener Regierung und einem Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft dem Typus des Kleingliedstaats zugerechnet.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft grenzt im Norden an das Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande, im Osten an Deutschland und im Süden an Luxemburg, westlich liegt das Gebiet der Französischen Gemeinschaft Belgiens.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft

Innerhalb Belgiens übt die Deutschsprachige Gemeinschaft ihre politischen Kompetenzen auf dem deutschen Sprachgebiet aus, das aus den folgenden neun Gemeinden besteht:

Die neun deutschsprachigen Gemeinden

Die Gemeinden Malmedy und Weismes (frz. „Waimes“) gehören zur Gebietskörperschaft der Französischen Gemeinschaft Belgiens. Die Deutsche Minderheit hat aber dort eigene Rechte. Gelegentlich werden die neun deutschsprachigen Gemeinden zusammen mit den Gemeinden Malmedy und Weismes wegen der gemeinsamen politischen Vergangenheit auch als Ostbelgien,[2] gleich Ostkantone, früher auch als Eupen-Malmedy-St. Vith oder kürzer als Eupen-Malmedy bezeichnet.

Das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft befindet sich in der Provinz Lüttich und in der Wallonischen Region. Innerhalb der Europäischen Union gehört die DG sowohl der Euregio Maas-Rhein an als auch der Großregion Luxemburg, Wallonie, Rheinland-Pfalz, Saarland, Lothringen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten]

Der dichter besiedelte Norden (Eupen)

Am 1. Januar 2012 wohnten auf dem Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft 76.128 Einwohner (89,2 Einw./km²).[1] Allerdings ist die Bevölkerungsdichte im Kanton Eupen (Norden) und im Kanton St. Vith (Süden) sehr unterschiedlich:

  • Kanton Eupen: 45.957 Einwohner – 204,4 Einw./km²
  • Kanton St. Vith: 30.171 Einwohner – 48,0 Einw./km²

Das demographische Nord-Süd-Gefälle wird besonders deutlich beim Vergleich der nördlichsten und der südlichsten Gemeinde:

  • Die dichtest besiedelte Gemeinde des gesamten Gebietes ist Kelmis (600,0 Einw./km²);
  • Die Gemeinde mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist Burg-Reuland (36,2 Einw./km²).

Zum Vergleich: Der Bevölkerungsdichtequotient belief sich am 1. Januar 2007 auf 346,7 für Belgien, für Wallonien auf 204,0 und für Flandern auf 452,4. Die Männer bildeten mit 49,72 % den leicht geringeren Anteil an der Gesamtbevölkerung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die Frauen mit 50,28 % die Mehrheit (vgl. Belgien: Männer: 48,95 %, Frauen 51,05 %).

Insgesamt leben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 15.478 Ausländer, dies sind 20,3% der Bevölkerung[3]. Die mit Abstand größte Gruppe unter den Ausländern sind die 11.377 deutschen Staatsbürger, gefolgt von 759 Niederländern. Den größten Anteil deutscher Staatsbürger hat die Gemeinde Raeren mit deutlich über 40 Prozent.

Sprache[Bearbeiten]

Die Einwohner der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden sprachlich verschiedenen staatsübergreifenden Dialektgruppen zugeordnet:

Ansonsten wird weitgehend die hochdeutsche Standardsprache (Deutsch) in Verwaltungen, Schulen, im Kirchenleben und in den Sozialbeziehungen verwendet.

Die größte Bevölkerungsminderheit in dieser Region, vorwiegend in den nördlichen Gemeinden Kelmis, Lontzen und Eupen, sind die französischsprachigen Belgier.

2009 wurde die Deutschsprachige Gemeinschaft mit dem Institutionenpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet[4] und 2011 trat sie als korporatives Mitglied dem Verein Deutsche Sprache bei.[5]

Religion[Bearbeiten]

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist die Bevölkerung meist römisch-katholischen Glaubens. Das Gebiet gliedert sich in drei Dekanate mit 32 Pfarreien, die zum Bistum Lüttich gehören. Daneben besteht eine kleinere evangelische Gemeinde[6] mit Sitz in Eupen. Diese ist der Unierten Protestantischen Kirche in Belgien angeschlossen.[7]

Geschichte (Überblick)[Bearbeiten]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Das Gebiet gehörte bis ins 12. Jahrhundert zum Herzogtum Limburg, fiel nach der Schlacht von Worringen an Brabant. Im 15. Jahrhundert fiel es durch Heirat an die Herzöge von Burgund, dann an die spanischen und 1713, nach dem Frieden von Utrecht, an die österreichischen Habsburger. Von 1794 bis 1815 gehörte es zum französischen Département Ourthe.

1815 Wiener Kongress, 1919 Versailler Vertrag und Zeit nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Rheinland Regierungsbezirke 1905.png

Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte es zum Königreich Preußen, und Deutsch wurde Amtssprache. Im Zuge der Reichsgründung 1871 wurde das Gebiet als Teil Preußens auch Teil des Deutschen Kaiserreichs. Nach dem Friedensvertrag von Versailles wurden die Kreise Eupen und Malmedy sowie ein Teil des Kreises Monschau 1918 als Ostkantone von Belgien besetzt und bis 1925 durch den General Herman Baltia kommissarisch verwaltet. Während dieser Zeit (1918–1925) unterlagen die regionalen Medien der Zensur. In dieser Zeit entstanden auch pro-deutsche politische Organisationen wie die Heimattreue Front oder die Christliche Volkspartei.

Noch für 1920 wurde für die Kreise Eupen und Malmedy eine Volksabstimmung vorgesehen, bei der es um die Frage ging, ob die Region permanent von Deutschland abgetrennt werden und zu Belgien gehören sollte. Doch wurde diese Volksabstimmung nicht wie vertraglich vorgesehen geheim abgehalten. Vielmehr wurden ab dem 10. Januar 1920 an bestimmten Tagen Optionslisten öffentlich ausgelegt, in denen sich die Abstimmungsberechtigten eintragen konnten. Durch massive Einflussnahme Baltias, dieser ließ verkünden, dass „Deutschland-Stimmer“ sofort aus Belgien ausgewiesen bzw. dass Geldumtausch und Verteilung von Lebensmittelkarten usw. negativ beschieden werden würden, trugen sich nur 271 der 33.726 Berechtigten in diese Listen ein.[8] Aufgrund des Abstimmungsergebnisses wurden am 20. September 1920 Eupen, Malmedy und ein Teil Monschaus, rund 1.036 km², von der Weimarer Republik abgetrennt und Belgien übergeben. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus waren alle deutschen Regierungen darum bemüht, bezüglich Eupen-Malmedys eine Grenzrevision anzustreben.[9]

So liefen insbesondere ab 1925 bis Ende der 1920er Jahre Verhandlungen zwischen Belgien und der Weimarer Republik, das Gebiet gegen eine Entschädigungssumme von 300 Millionen Goldfranken wieder Deutschland zurückzugeben. Dies scheiterte hauptsächlich am Widerstand der französischen Regierung, während die anderen Unterzeichnermächte des Versailler Vertrages ihre Zustimmung auf diplomatischem Wege kundgetan hatten. Die Gespräche wurden daraufhin abgebrochen.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem deutschen Überfall auf Belgien wurde das Gebiet am 18. Mai 1940 annektiert und um zehn altbelgische Gemeinden vergrößert, die 1815 bei Belgien verblieben waren und damit nicht zum Gebietsstand des Deutschen Kaiserreiches gehörten.[10]

1943 Postkarte mit Stempel „EUPEN Heimkehr ins Großdeutsche Vaterland“

Rund 8.800 Männer aus den Ostkantonen kämpften während des Zweiten Weltkrieges in der Wehrmacht. Im September 1944 erkämpften sich die amerikanischen Truppen den Weg nach Deutschland; nach dem Krieg wurde das Gebiet wieder dem belgischen Staat zugeordnet. 1945 folgte eine offizielle Entnazifizierung, die zur Aberkennung der Bürgerrechte und anderen Sanktionen führen konnte.

Potsdamer Konferenz und deren Folgen[Bearbeiten]

Auf der Potsdamer Konferenz wurde beschlossen, Deutschland wieder in die Grenzen von 1937 zu stellen, was bedeutete, dass die Kreise Eupen und Malmedy wieder an Belgien gingen.

Letztmals wurden die Grenzen im deutsch-belgischen Grenzvertrag von 1956 korrigiert.[11]

Aktuelle Lage[Bearbeiten]

Als Folge der Sprachgesetzgebung von 1963 wurde Belgien in drei Sprachgemeinschaften aufgeteilt; dies wurde 1970 umgesetzt und somit konnte der Rat der deutschen Kulturgemeinschaft (RdK) als direkter Vorläufer des Rates der Deutschsprachigen Gemeinschaft (RDG), der seit dem Jahr 2004 Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) heißt, eingesetzt werden.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist Teil der 1998 gegründeten Großregion SaarLorLux.

Als Grenzregion engagiert sich die Deutschsprachige Gemeinschaft seit einigen Jahren durch die Beteiligung an der Großregion SaarLorLux und der Euregio Maas-Rhein auch intensiv im Rahmen der europäischen Integration.[12] Besonders der Abbau der Grenzkontrollen im Zuge des Schengener Abkommens als auch die Währungsunion durch die Einführung des Euro kamen der Gemeinschaft zugute.

Im Rahmen der schweren Regierungskrise Belgiens aufgrund des flämisch-wallonischen Konfliktes nach den Parlamentswahlen im Juni 2010 theoretisierte der Ministerpräsident der DG, Karl-Heinz Lambertz, für den Fall eines Scheiterns des belgischen Staates u. a. über einen eigenständigen Staat Wallonie unter Einbeziehung der DG, eine völlige Unabhängigkeit der Gemeinschaft, eine Rückkehr zu Deutschland oder ein Zusammengehen mit Luxemburg.[13]

Politik und Institutionen[Bearbeiten]

Kompetenzen[Bearbeiten]

Zum einen besitzt die Deutschsprachige Gemeinschaft die Befugnis über die kulturellen Angelegenheiten, die personenbezogenen Angelegenheiten, das Unterrichtswesen, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften und die internationale Zusammenarbeit in den erwähnten Angelegenheiten sowie die Regulierung des Gebrauches der Sprachen für den Unterricht in den von den öffentlichen Behörden geschaffenen, bezuschussten oder anerkannten Einrichtungen.[14]

Zum anderen steht ihr die Möglichkeit zu, gewisse Kompetenzen der Wallonischen Region selbst auf ihrem Gebiet auszuüben. Aus diesem Grunde ist die Deutschsprachige Gemeinschaft ebenfalls zuständig für den Denkmal- und Landschaftsschutz (1994), die Beschäftigungspolitik (2000) und die Gemeindeaufsicht und -finanzierung (2005).[15]

Die Deutschsprachige Gemeinschaft strebt im Zuge der künftigen Staatsreform die Ausgliederung des deutschen Sprachgebietes aus der Wallonischen Region und die Erhebung zum gleichberechtigten vierten belgischen Gliedstaat neben Flandern, Wallonien und Brüssel an.[16]

Legislative Gewalt[Bearbeiten]

Das neue Parlamentsgebäude am Eupener Kehrweg, welches Ende 2013 bezogen wurde
Haus Grand Ry, Regierungssitz (Eupen)
Hôtel De Brouckère, Vertretung der DG in Brüssel

Die legislative Gewalt bildet das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft, welches sich aus 25 Vertretern zusammensetzt, die für fünf Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt werden.[17] Für die Legislaturperiode 2009–2014 sieht die Besetzung des Parlamentes wie folgt aus:

Partei Sitze
Christlich Soziale Partei (CSP) 7
Sozialistische Partei (SP) 5
Partei für Freiheit und Fortschritt (PFF) 4
ProDG 4
Ecolo 3
Vivant 2
 Total
25

Regierungsparteien sind mit einem Punkt gekennzeichnet (•)

Das PDG bestimmt einen Gemeinschaftssenator, der auf föderaler Ebene im Senat die Deutschsprachige Gemeinschaft vertritt.[18] Dieses Amt wird zur Zeit von Louis Siquet (SP) wahrgenommen. Die legislativen Texte werden Dekrete genannt. Der Präsident des Parlaments war bis zu seinem Tod am 4. Januar 2013 Ferdel Schröder (PFF), sein Nachfolger ist seit dem 21. Januar 2013 Alexander Miesen (PFF).[19]

Neben den 25 stimmberechtigten Abgeordneten gehören die deutschsprachigen Gewählten anderer Entscheidungsebenen (zurzeit eine Kammerabgeordnete, ein Vertreter des Europäischen Parlamentes, zwei Regionalabgeordnete und sechs Provinzialratsmitglieder) dem Parlament mit beratender Stimme an.

Exekutive Gewalt[Bearbeiten]

Die exekutive Gewalt wird durch die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft ausgeübt. Gegenwärtig besteht sie aus einer Dreiparteien-Koalition (SP, PFF und ProDG). Die Regierung stellt vier Minister:

Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Partei
Bruno Fagnoul 30. Januar 1984 11. November 1986 PFF
Joseph Maraite 11. November 1986 6. Juli 1999 CSP
Karl-Heinz Lambertz 6. Juli 1999 amtierend SP

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Die typische Vennlandschaft

Norden[Bearbeiten]

Der Norden weist mehrere Industrieschwerpunkte auf, erleichtert durch den Anschluss an das belgische Eisenbahnnetz und die nahe Verbindung zur A3: Kabelwerk Eupen, kunststoffverarbeitende Betriebe, Herstellung von Trockenfilzen für die Papierindustrie, Schokoladenherstellung, Präzisionsmechanische Betriebe, Aluminiumverarbeitung, Steingruben, Speditionsunternehmen etc.

Touristische Sehenswürdigkeiten sind die von dem Aachener Baumeister des Barock, Johann Josef Couven, entworfenen Gebäude sowie die Wesertalsperre in Eupen, das Töpfereimuseum in Raeren, Neutral-Moresnet mit seinen Galmeiminen und die Burganlage Eyneburg in Kelmis.

Süden[Bearbeiten]

Im Süden Ostbelgiens ist die Wirtschaft durch das nahe liegende Hohe Venn vor allem durch Forst- und Landwirtschaft sowie zahlreiche Sägewerke geprägt. Der Tourismus ist ebenfalls ein wichtiger Erwerbsfaktor in den Eifelgemeinden.

Touristische Anlaufpunkte sind hauptsächlich der Naturpark Hohes Venn-Eifel, die mittelalterliche Burg Reuland, die Stadt St. Vith, die Bütgenbacher Talsperre, das Europadenkmal am Dreiländerpunkt sowie die Kapelle Wiesenbach (9. Jahrhundert).

Kultur[Bearbeiten]

In den deutschsprachigen Gemeinden wird ebenfalls Karneval gefeiert, wobei dieser sich stark am Aachener Karneval orientiert.

Nach der Gründung im Jahre 1992 startete das OstbelgienFestival im Herbst 1993 in die erste erfolgreiche Saison. Das Konzept, zehn hochkarätige Konzerte über die ganze Region zu verteilen, kam sehr gut beim Publikum an. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die Idee, die gängigen Konzertsäle zu verlassen und akustisch wie architektonisch wertvolle Räume mit ihrem besonderen Ambiente einem breiteren Publikum zu öffnen. Inzwischen finden alljährlich 12 bis 17 Konzerte in der ganzen Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und in den angrenzenden Gemeinden Malmedy und Stavelot statt. Die künstlerische Leitung wird vom BRF-Musikredakteur Hans Reul wahrgenommen, Geschäftsführer war von 1993 bis 2011 Joseph Schroeder und seit 2012 Daniel Hilligsmann.

In Eupen wird seit 1991 von Chudoscnik Sunergia[20] der Eupen Musik Marathon veranstaltet, bei dem Größen wie BAP, Reamon, Beatsteaks, Guano Apes, Jupiter Jones, Juli oder Rea Garvey aufgetreten sind. Zusätzlich werden über das Jahr verteilt weitere Veranstaltungen ausgerichtet, wie internationale Straßentheater-Festival HAASte Töne?! in der Unterstadt.[21]

Alle zwei Jahre findet der Hergenrather Blumenkorso statt, ein Umzug mit blumengeschmückten Motivwagen, der in seinen Hochzeiten bis zu 20.000 Besucher anlockte. Der Blumenkorso ist seit dem Jahr 2014 in das Festival der Blumen eingebettet, eine mehrtägige Veranstaltung, die zahlreiche weitere Programmpunkte wie beispielsweise Konzerte und Shows umfasst.[22][23]

Medien[Bearbeiten]

In Ostbelgien gibt es eine im Verhältnis zur Einwohnerzahl beachtliche Zahl an Möglichkeiten, in deutscher Sprache zu publizieren:

Zeitungen[Bearbeiten]

  • Die Tageszeitung GrenzEcho der Grenz-Echo AG
  • Die Wochenzeitung Wochenspiegel, ein Gratisblatt für den Kanton Eupen
  • Die Wochenzeitung Kurier-Journal, ein Gratisblatt für die Kantone St. Vith und Malmedy

Online-Medien[Bearbeiten]

  • Das Online-Magazin Ostbelgien Direkt, das am 27. August 2012 startete und durch den ehemaligen GrenzEcho-Chefredakteur Gerard Cremer betrieben wird[24]
  • Das Online-Angebot des GrenzEchos

Verlage[Bearbeiten]

  • Den Grenz-Echo Verlag der Grenz-Echo AG
  • Den Verlag Pabst & Pesch
  • Die Kulturzeitschrift Krautgarten – Forum für junge Literatur in St. Vith, und den gleichnamigen Verlag, der sich sowohl der Belletristik als auch der Zeitgeschichte widmet, insbesondere den negativen Folgen der Besatzungszeit und Zugehörigkeit zum Deutschen Reich 1940–1944 für die Region und ihre Bewohner

Radiostationen[Bearbeiten]

In Ostbelgien gibt es eine reiche Palette an privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern. Terrestrisch über UKW oder Digitalradio sind zu empfangen:

Im Internet sind zu empfangen:

  • Das schlager- und volksmusikorientierte Programm: Radio Sunshine
  • RTR Radio mit 3 Spartenkanälen
  • Pur Radio 1, was aber aktuell (08.04.2014) nicht auf Sendung ist.

Fernsehprogramme[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft steht an der Spitze des deutschsprachigen Bildungs- und Ausbildungswesens.

Sport[Bearbeiten]

Mit dem Fußballverein KAS Eupen spielte in der Saison 2010/11 erstmals ein Verein aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in der Jupiler Pro League, der höchsten Spielklasse Belgiens.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlo Lejeune, Andreas Fickers, Freddy Cremer: Spuren in die Zukunft. Anmerkungen zu einem bewegten Jahrhundert, Lexis, Büllingen 2001, ISBN 90-806682-1-4
  • Frank Berge, Alexander Grasse: Belgien – Zerfall oder föderales Zukunftsmodell? – Der flämisch-wallonische Konflikt und die Deutschsprachige Gemeinschaft, Regionalisierung in Europa Band 3, Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3486-X
  • Hubert Jenniges: Hinter ostbelgischen Kulissen. Stationen auf dem Weg zur Autonomie des deutschen Sprachgebiets in Belgien (1968–1972), Grenz-Echo, Eupen 2001, ISBN 90-5433-148-8
  • Katrin Stangherlin (ed.): La Communauté germanophone de Belgique – Die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Coll. Projucit, Bruges, La Charte, 2005, ISBN 2-87403-137-2
  • Selm Wenselaers: De laatste Belgen. Een geschiedenis van de Oostkantons, Meulenhoff/Manteau, Antwerpen 2008, ISBN 90-8542-149-7
  • Evelyne Mertens: Die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 8/2008, 18. Februar 2008 ISSN 0479-611X S. 3–5

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.dgstat.be/desktopdefault.aspx/tabid-2569/4686_read-32765/
  2. unter diesem Lemma weiterführende Aussagen zu Geschichte und Politik der Region, auch bezüglich der DG
  3. Rat für Entwicklungszusammenarbeit, Solidarität und Integration in der DG: Migration und Integration in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, 2014
  4. Pressemitteilung vom 31. Oktober 2009. Abgerufen am 20. März 2012.
  5. Sitzung vom 20. Juli 2011. Abgerufen am 20. März 2012.
  6. Klaus Schlupp: Konservativ und offen – Evangelische Christen in Belgien auf evangelisch.de, 27. Dezember 2011.
  7. Website der Evangelischen Kirchengemeinde Eupen – Neu Moresnet
  8. Karl Hans Ertl: Gebiets- und Bevölkerungsverluste des Deutschen Reiches und Deutsch-Österreichs nach dem Jahre 1918, Reihe „Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert“, Deutsche Verlagsgesellschaft Rosenheim, ISBN 3-920722-35-3, S.37
  9. Hans Ertel: Gebiets- und Bevölkerungsverluste, S. 38
  10. Aufzählung der annektierten Gemeinden durch die Deutsche Rentenversicherung
  11. Deutsch-Belgischer Grenzvertrag von 1956
  12. http://www.granderegion.net Seiten der Großregion SaarLorLux
  13. Video Belgien – 249 Tage ohne Regierung in der ZDFmediathek, abgerufen am 26. Januar 2014 (offline)
  14. Die belgische Verfassung, Art. 127
  15. Die belgische Verfassung, Art. 139
  16. Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft: 27. Juni 2011 – Grundsatzerklärung des Parlaments zur Positionierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Prozess der Staatsreform (PDF; 276 kB)
  17. Art. 8 ff des Gesetzes vom 31. Dezember 1983 über institutionelle Reformen für die Deutschsprachige Gemeinschaft (B.S. 18. Januar 1984)
  18. Die belgische Verfassung, Art. 67, §1, 5°
  19. Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft – Alexander Miesen ist neuer Parlamentspräsident
  20. http://sunergia.be/uber-uns/
  21. Homepage der Veranstaltung
  22. grenzecho.net: Blumenkorso wird zum „Festival der Blumen“, abgerufen am 20. Februar 2014
  23. grenzecho.net: Aus dem Korso wird ein Festival, abgerufen am 20. Februar 2014
  24. “Ostbelgien Direkt” startet online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien