Deutzer Brücke

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50.9364472222226.9659611111111Koordinaten: 50° 56′ 11,2″ N, 6° 57′ 57,5″ Of1

Deutzer Brücke
Deutzer Brücke
Die Deutzer Brücke bei Nacht
Nutzung Straße
Unterführt Rhein
Ort Köln
Gesamtlänge 437 Meter
Längste Stützweite 184 Meter

Die Deutzer Brücke in Köln ist eine Brücke über den Rhein. Sie verbindet die Kölner Innenstadt (Heumarkt) mit dem rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Deutz und dient dem Straßenbahn- und Autoverkehr, sie besitzt außerdem beidseitig Fußgänger- und Radwege.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorgeschichte

Ponton-Brücke Köln-Deutz um 1900

Den ersten Rheinübergang an dieser Stelle errichteten 310 die Römer mit einer Holzkonstruktion auf steinernen Strompfeilern. Diese römische Rheinbrücke war eine Bock- oder Jochbrücke, die von insgesamt 19 steinernen Pfostenfundamenten gestützt wurde. Diese Pfahlroste der Steinfundamente im Fluss bestanden wiederum aus etwa 150 Eichenpfählen, die tief in das Rheinbett gerammt waren. Darüber saßen rechteckige Pfeiler mit einer stromaufwärts gerichteten dreieckigen Spitze aus Quadermauerwerk. Sie trugen den hölzernen Oberbau mit der rund elf Meter breiten Fahrbahn. Ihr Standort lag an der heutigen Salzgasse in der Nähe von Groß-St.-Martin über den römischen Hafen. Sie verlief über die damals noch vorhandene Rheininsel in östlicher Richtung auf das Westtor des neuen Deutzer Kastells (in Höhe des Lufthansa-Hochhauses). Ihr Abriss ist von Erzbischof Bruno (953-965) veranlasst worden.

Seit dem Mittelalter wurde Köln mit der anderen Rheinseite durch eine „fliegende Brücke“ (auch „Gierponte“ genannt) verbunden. AM 16. November 1822 wurde eine von etwa 40 Nachen getragene, etwa 400 m lange hölzerne Schiffbrücke eingeweiht. Sie ermöglichte eine feste Verbindung zwischen Köln und Deutz in Höhe des Holzmarktes und der Deutzer Freiheit. Jedoch beeinträchtigten Hochwasser, Treibeis und die Erfordernis, die Brücke dreimal täglich für den Schiffsverkehr zu öffnen, weiterhin einen reibungslosen Verkehr. Das lag daran, dass der Mittelteil der Brücke mehrmals täglich für den Schiffsverkehr ausgeschwommen werden musste.

Selbstverständlich kämpften die Kölner um diese Position für die geplante Dombrücke, einer kombinierten Straßen- und Bahnbrücke. Sie konnten sich aber nicht durchsetzen, so dass seit 1859 Schiffsbrücke und die neue „feste Brücke“ nebeneinander existierten.

[Bearbeiten] Hängebrücke 1913/1915

Kettenglied der „Deutzer Hängebrücke“
„Deutzer Hängebrücke“ später Hindenburgbrücke um 1925

Von 1913 bis 1915 wurde dann an dieser Stelle die „Deutzer Hängebrücke“ errichtet, die 1935 nach dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg in Hindenburgbrücke benannt wurde.

Sie wurde als versteifte Kettenhängebrücke durch die MAN, Werk Gustavsburg, in Nickelstahl mit einem Konstruktionsgewicht von rund 6.200 Tonnen ausgeführt und kostete über 7 Millionen Mark. Die architektonische Gestaltung der massiven Bauteile (Widerlager bzw. Vorbrücke) besorgte der damals prominente Kölner Architekt Carl Moritz. Die 18,20 m breite Brücke wurde 1939/1940 auf 27,50 m verbreitert.

Am 28. Februar 1945 brach die durch Flüchtlinge und Militärfahrzeuge hochbelastete Hindenburgbrücke bei der Reparatur von Kriegsschäden unvermittelt zusammen. Möglicherweise hatte man die hohen Druckkräfte im Fahrbahnträger unterschätzt. Wieviele Opfer dieses Unglück am helllichten Tage forderte, konnte aufgrund der Kriegswirren nie festgestellt werden. Eines der tragenden Kettenglieder der Konstruktion befindet sich heute als Denkmal auf dem nördlichen Fußgängerüberweg der linksrheinischen Brückenseite.

[Bearbeiten] Neubau 1947/1948

Deutzer Brücke am Tag nach der Einweihung, 1948

Das heutige Brückenbauwerk wurde nur zwei Jahre später, nämlich 1947 bis 1948 neu errichtet. Sie war die erste Stahlkastenträgerbrücke der Welt und wurde von Fritz Leonhardt entworfen. Der Kölner Architekt Gerd Lohmer war künstlerischer Berater. Die neue Deutzer Brücke wurde im Kölner Brückengrün gestrichen.

Die am 16. Oktober 1948 eingeweihte Brücke hat bei einer Gesamtlänge von 437 Meter Spannweiten von 132, 184 und 121 Metern und einer Breite von 20,60 Meter. Der Untergurt der Längsträger ist gekrümmt, so dass die Höhe des Überbaus über den Pfeilern 7,8 Meter und in der Mitte der Hauptöffnung nur noch 3,3 Meter beträgt.

[Bearbeiten] Erweiterung 1976 bis 1980

Stahl- (1948) und Stahlbetonbrücke (1980)
Deutzer Brücke, Groß St. Martin und das Martinsviertel

In den Jahren 1976 bis 1980 wurde eine zweite Brücke mit gleichem Profil aber als Spannbetonkonstruktion gebaut und so mit der alten Brücke verbunden, dass zwischen den Richtungsfahrbahnen die Straßenbahn (als Stadtbahn) einen eigenen zweigleisigen Gleiskörper erhielt. Die Breite der kombinierten Brücken betrug nun 32,60 m.

Die Entscheidung für eine Spannbetonbrücke war unter den konkurrierenden Bewerbern, Stahlbau-Unternehmen kontra Betonbau-Firmen, sehr umstritten. Ausschlaggebend war das Submissionsergebnis mit einem Angebot in Höhe von 12 Millionen DM für die Spannbetonbrücke und 14 Millionen DM für die Stahlkonstruktion[1]. Die außen sichtbare Stegfläche wurde mit vertikalen Rippen und mit einem unten aufgesetzten Flansch strukturiert, um der Brücke ein ähnliches Aussehen zu verleihen wie der Stahlkonstruktion. Die Massivbrücke wurde stromaufwärts neben der bestehenden Brücke errichtet und erst nach Vollendung, in einer Tage in Anspruch nehmenden Aktion, an die Stahlbrücke heran geschoben.

Da der Stahlbetonkasten mit rechteckigem Querschnitt keine Einbauten enthält, bildet er drei begehbare Räume (ohne Tageslicht) mit gekrümmten Böden und variierenden Raumhöhen. Die Brücke wird deshalb immer wieder für Kunstinstallationen, Ausstellungen im Rahmen der Möbelmesse und für Konzerte genutzt.

[Bearbeiten] Kunstaktion „über/mn/fluss“

Unter dem Motto Spannung im Spannbetonkörper der Deutzer Brücke wurde 2003 das Kunstprojekt „über/mn/fluss“ initiiert. An diesem Projekt beteiligen sich junge Künstler aus zahlreichen Nationen (u. a. Deutschland, Dänemark, Argentinien, Weissrußland, Schottland, Japan, Island). Es handelt sich um Künstler aus den unterschiedlichsten Disziplinen (u.a. Musiker, bildende Künstler, Architekten, Filmemacher …) Im März 2007 diente der Betonkörper der Deutzer Brücke zum dritten Mal nach „spaen“ (2003) und „Dudeldack“ (2005) als Kulisse für das Installationskunst-Projekt „über/mn/fluss“. Einen Einblick in den Charakter des Raumes bieten die während der Kunstaktion entstandenen Arbeiten der beiden Filmemacherinnen Beate Gördes und Bea Dickas.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Deutzer Brücke – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Detlef Knop, Joachim Urban: Neue, frei vorgebaute Spannbetonbrücken über den Rhein in Köln-Deutz, Konstanz und Weil. In: Beton- und Stahlbetonbau, 75. Jahrgang, 1980, Heft 7, S. 153-160
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