Devín

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Devín, für Informationen zur gleichnamigen Burg siehe Burg Devín.
Devín
Wappen Karte
Wappen fehlt Devín in der Slowakei
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Bratislavský kraj
Okres: Bratislava IV
Region: Bratislava
Fläche: 13,979 km²
Einwohner: 1.179 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 84,34 Einwohner je km²
Höhe: 125 m n.m.
Postleitzahl: 841 05
Telefonvorwahl: 0 2
Geographische Lage: 48° 10′ N, 16° 59′ O48.17388888888916.983333333333125Koordinaten: 48° 10′ 26″ N, 16° 59′ 0″ O
Kfz-Kennzeichen: BA, BL
Kód obce: 529401
Struktur
Gemeindeart: Stadtteil
Verwaltung (Stand: Januar 2011)
Bürgermeisterin: Ľubica Kolková
Adresse: Miestny úrad Bratislava-Devín
Kremeľská 39
84105 Bratislava
Webpräsenz: www.devin.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Devín (deutsch Theben, ungarisch Dévény) ist ein Stadtteil von Bratislava (Pressburg), der sich unterhalb der Burg Devín (Burg Theben) bei der Mündung der March in die Donau befindet und bis 1946 eine selbstständige Gemeinde war.

Blick auf Devín von der Burgruine aus

Seine Geschichte ist mit jener der Burg untrennbar verbunden, es wurde aber 1237 auch als „Villa Thebbyn“ erwähnt. Die Stadtrechte wurden Theben 1568 vom König von Ungarn bestätigt. Viele Jahrhunderte lang, bis 1918, markierten die Burg und die darunter liegenden Felsen die westliche Grenze Ungarns, die 1526–1918 eine Binnengrenze der Habsburgermonarchie war. Im 16. Jahrhundert siedelten sich in der Kleinstadt zahlreiche Kroaten an.

Am 20. Oktober 1938 wurden Theben und seine Umgebung im Zuge der Durchführung des Münchner Abkommens wegen seiner deutschsprachigen Bevölkerungsmehrheit dem Deutschen Reich, Reichsgau Niederdonau/Niederösterreich eingegliedert. Eine geografische Besonderheit lag darin, dass das Gebiet von Theben mit dem Reich keine direkte Landverbindung hatte, da über den Grenzfluss March (wie bis heute) keine Brücke bestand.

Die deutschsprachige Bevölkerung wurde 1945 vor der heranrückenden Roten Armee komplett nach Westen evakuiert, Devín ab April 1945 in die wieder erstandene Tschechoslowakei eingegliedert. Die Bevölkerungszahl ist seither sukzessive immer weiter gesunken: 1991 hatte Devín nur noch 779 Einwohner. Stärker bevölkert ist der Nachbarort Devínska Nová Ves (Theben-Neudorf), der 1972 ebenfalls nach Bratislava (Pressburg) eingemeindet wurde.

Nach Theben ist die so genannte Thebener Pforte benannt, an der die Donau, vom niederösterreichischen Marchfeld kommend, in die Ungarische Tiefebene eintritt. Diese Engstelle ist durch den Thebener Kogel (Devínska Kobyla, 515 m) nördlich und den Braunsberg (346 m) bei Hainburg südlich der Donau definiert. Der Ort wird oft von Donauhochwasser in Mitleidenschaft gezogen, so zum Beispiel bei der Jahrhundertflut von 2002.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An der Straße nach Devínska Nová Ves befindet sich am Fuß der Burg in einem kleinen Steinbruch ein Geologisches Freilichtmuseum, wo man die verschiedenen geologischen Formationen der Erdgeschichte, beispielsweise den Meerespegel im Tertiär, sehen kann.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. March Thaya Auen abgerufen am 2. Mai 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Devín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Theben an der Marchmündung, um 1883